Viele Menschen, so prophezeien Experten, werden künftig ihren Lebensstandard alleine mit der staatlichen Rente nicht halten können. Sie müssen aufstocken - doch womit? Eine Möglichkeit sind Aktien, vor allem Fonds. Wer langfristig anlegen möchte, kann trotz des aktuellen Hochs an den Börsen auch jetzt noch einsteigen.

Etwa 800 Euro werden den heute 20- bis 34-Jährigen bei ihrem Renteneintritt voraussichtlich fehlen, um ihren Lebensstandard zu halten.

Das hat der aktuelle "Vorsorgeatlas" der Universität Freiburg im Auftrag einer Fondsgesellschaft kürzlich ergeben.

Während für die Älteren die gesetzliche Rente ausreiche, um ihren Lebensstandard zu halten, müssten die Jüngeren "aktiv werden", um ihre Rentenlücke zu schließen. Das teilte die Fondsgesellschaft - nicht ohne eigenes Interesse - mit.

Dass private Vorsorge nötig ist, um im Alter finanziell gut versorgt zu sein, ist aber nicht nur ein Credo der Institutionen, die selbst damit Geld verdienen.

Angesichts der demographischen Entwicklung besteht Übereinstimmung darin, dass für das Alter gespart werden muss.

Immobilienbesitzer müssen wieder tiefer in die Tasche greifen.

Wer relativ sichergehen will, investiert in einen Fonds

Da es sich derzeit jedoch nicht lohnt, eine Lebensversicherung abzuschließen, nicht jeder eine Betriebsrente hat und sich trotz niedriger Kreditzinsen nicht jeder den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung leisten kann und will (und auch eine Immobilie nicht immer eine hohe Rendite abwirft), sind Aktien in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Auch als Altersvorsorge.

Die Zeiten, in denen nur waghalsige Spekulanten Aktien gekauft haben, sind jedenfalls schon sehr lange vorbei.

Ein Beispiel für eine Geldanlage, bei der das Risiko nach Expertenmeinung überschaubar ist - allerdings auch die Renditen nicht so hoch -, sind Fonds.

Vor allem sogenannte "Exchange Traded Funds" (ETF) werden von Fachleuten und auch von Verbraucherschützern empfohlen.

ETFs bilden einen Aktienindex ab, wie etwa den Dax oder den Stoxx Europe 600. Anders als Investmentfonds müssen sie nicht bei einer Fondsgesellschaft erworben werden, die den Fonds dann verwaltet und deren Manager dafür vom Kunden bezahlt werden möchten.

Die Verbraucher-Webseite "Finanztip" schreibt über ETF, sie seien in der Regel "einfach, billig, transparent und bequem". Der Aktionär müsse keine aktiven Anlageentscheidungen treffen, die Anschaffung koste in der Regel nichts und die Verwaltungskosten seien gering. Natürlich muss sich jeder vorab noch einmal über die genauen Konditionen informieren.

Keine Aktien auf Kredit

Eine Sonderform einer Investition in Indexfonds sind Sparpläne. Dabei werden monatlich geringe Beträge ab 25 Euro eingezahlt, die dann in die Fonds gesteckt werden.

Ob Sparplan oder Einmal-Investment: Der Fonds kann jederzeit verkauft werden, das Geld ist also immer verfügbar.

Vor allem junge Menschen müssten laut Studie viel mehr fürs Alter vorsorgen.

Das Risiko, Verluste einzufahren, ist auch deswegen geringer als beim Kauf einzelner Aktien, weil die Wertpapiere in den Fonds in der Regel stark gestreut sind, über Branchen und unter Umständen auch Ländern und Regionen.

So kann eine schlechte Entwicklung einzelner Positionen durch Gewinne in anderen ausgeglichen werden.

Die Experten von "Finanztip" empfehlen jedoch ohnehin ein langfristiges Engagement. Eigene Berechnungen der Plattform haben ergeben, dass die Renditen zwar im Schnitt etwa gleich waren, egal ob die Aktien 5, 10 oder 15 Jahre gehalten wurden.

Jene, die ihre Aktien nur fünf Jahre behalten haben, hatten aber ein größeres Risiko Geld zu verlieren, als jene, die die Aktien 15 Jahre hielten.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI), welches die Interessen von Finanzmarktakteuren vertritt, hat im vergangenen Jahr eine Übersicht herausgebracht, die ebenfalls zeigt, dass Verluste eher auftreten, wenn die Aktien kurz gehalten werden.

Eine Garantie, dass sich die Kurse immer positiv entwickeln, wenn man nur lange genug wartet, kann natürlich niemand geben.

Deswegen, warnen Verbraucherschützer, sollte auch niemand all sein Erspartes in Aktien investieren oder gar einen Kredit dafür aufnehmen - und sei die Anlage vermeintlich noch so sicher.

Selbst bei Staatsanleihen, die eigentlich als sehr sicher gelten, können Anleger bei einem Staatsbankrott ihr Geld verlieren.

"In ein paar Jahren sprechen wir über ganz andere Höchststände"

Angesichts der Rekordwerte an den Börsen stellen aber wohl auch einige die Frage, ob sich eine Investition jetzt noch lohnt .

Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bejaht diese Frage.

"Wer langfristig denkt, kann auch jetzt in Aktien investieren", sagte Kurz der dpa. Denn die Wirtschaft sei grundsätzlich auf Wachstum ausgerichtet. "Daher werden wir in ein paar Jahren über ganz andere Höchststände beim Dax sprechen."

Einige Experten sprachen schon Mitte 2013 davon, dass es für den Kauf von ETF zu spät sei und man das Beste wahrscheinlich schon verpasst habe. Damals stand der Dax bei rund 8.500 Punkten, jetzt sind es fast 13.000.

Der Winter zehrt mehr an der Haushaltskasse als andere Jahreszeiten - das liegt an den Heizkosten. An steigenden Preisen und an dem Wetter lässt sich leider nichts ändern, wohl aber an den Zusatzkosten.