Überweisungen, Daueraufträge oder Kartenzahlungen - ohne Girokonto sind solche Transaktionen kaum möglich. Deshalb hat jeder Verbraucher das Recht auf ein Konto. Ein Test zeigt aber: Ein solches Basiskonto kann ganz schön ins Geld gehen.

Jeder hat das Recht auf ein Girokonto. Auch Menschen ohne Einkommen oder festen Wohnsitz sollen am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen können - so will es zumindest der Gesetzgeber.

Doch es gibt einen Haken: Geldinstitute langen bei den Gebühren für ein sogenanntes Basiskonto häufig kräftig zu. Das hat die Stiftung Warentest ermittelt, die Konditionen von 108 Banken verglichen hat.

Basiskonten meistens teurer

Die Tester prüften für die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 12/2017) die Preise für Basiskonten anhand eines Modellkunden, der keinen regelmäßigen Geldeingang hat und das Konto in einer Filiale führt.

Er tätigt typische Buchungen wie Überweisungen und Daueraufträge und nutzt für Bargeldabhebungen den Geldautomaten. Das Ergebnis: Die meisten Basiskonten waren im Test teurer als die üblichen Gehaltskonten.

Laut "Finanztest" sind für ein normales Girokonto 60 Euro Jahresgebühr akzeptabel. Im Test unterschreiten diese Grenze nur neun Banken.

Besonders vier Regionalinstitute fielen den Experten mit hohen Gebühren auf: Hier zahlte der Modellkunde zwischen rund 205 und rund 328 Euro Jahresgebühr. "Man könnte auch "Abwehrpreis" dazu sagen", heißt es in der Zeitschrift.

Es gibt noch kostenlose Konten

Geldinstitute begründen die Kontopreise oft mit einem höhren Aufwand. So sei die Kontoeröffnung aufwendiger, weil die Prüfung der persönlichen Daten oft länger dauere.

Allerdings kann es auch anders gehen, wie der Test zeigt: Bei immerhin zwei Banken war das Basiskonto in der Filiale kostenlos, bei zwei anderen Geldinstituten kostete es genau 60 Euro pro Jahr.

"Finanztest" empfiehlt die PSD Bank Karlsruhe-Neustadt und die Sparda-Bank Baden-Württemberg - hier gibt es kostenlose Basiskonten.

Um ein Basiskonto zu eröffnen, füllt der Kunde einen Antrag aus. Die Bank braucht außerdem ein Dokument, auf dem ein Foto des Kunden ist und das die wichtigsten Daten enthält.

Konto darf nur selten verweigert werden

Infrage kommen neben Ausweisen auch Duldungspapiere oder Auskunftsnachweise. Auch muss eine Postanschrift angegeben werden. Kunden müssen an dieser Adresse nicht gemeldet, aber darüber erreichbar sein.

Verweigert werden darf das Konto nur in seltenen Fällen. Möglich ist das zum Beispiel, wenn der Verbraucher bereits ein Konto bei einer anderen Bank in Deutschland führt.

Auch gekündigt werden darf ein Basiskonto nur unter strengen Voraussetzungen.

Folgende Gründe gelten unter anderem:

  • Es gab seit zwei Jahren keine Geldeingänge oder -ausgänge.
  • Sie haben bereits ein anderes Konto.
  • Sie haben eine Straftat zum Nachteil der Bank begangen.

Im Zweifel können Verbraucher sich an den Ombudsmann des jeweiligen Verbandes wenden.

(mh/mit Material der dpa)

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