Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Während man in den USA bereits Cent-Beträge mit der Kreditkarte begleicht und in Schweden sogar das Ticket im Bus per Karte löst, ist in Deutschland Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Dabei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie man einfach und schnell bargeldlos bezahlen kann.

Kreditkarte – jetzt kaufen, später bezahlen

Egal ob Visa, Mastercard, American Express oder Diners Card – die Zahlungen mit Kreditkarten haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Normalfall hat man wirklich so etwas wie einen "Kredit", da das angegliederte Konto erst ein paar Wochen nach dem Einkauf belastet wird.

Auch weitere Umsätze auf der Kreditkarte werden in der Regel erstmal gesammelt und dann in einer monatlichen Zusammenfassung vom Konto abgebucht.

Ein weiterer Vorteil von Kreditkarten: Auch im Ausland kann an Automaten so ganz einfach Geld abgehoben oder im Laden mit der Karte bezahlt werden – bei einigen Anbietern gibt es zudem unter bestimmten Bedingungen auch keine Gebühren bei Auslandseinsätzen.

Allerdings kann man vor allem in Deutschland immer wieder auf ein Problem stoßen: Nicht überall kann mit Kreditkarten bezahlt werden. Ob Bäcker, Supermarkt oder Kiosk – viele Händler akzeptieren nur ec-Karten. Eine Alternative zur klassischen Kreditkarte sind die sogenannten Prepaid-Kreditkarten.

Diese sind vor allem für Jugendliche oder Menschen mit einer schlechten Schufa-Bonitätsprüfung geeignet. Hier gewährt die Bank keinen Kredit, sondern wickelt die Zahlungen ausschließlich über vorher auf die Karte einbezahltes Geld ab. Im Vergleich zu den normalen Kreditkarten muss bei Prepaid-Karten allerdings oft mit höheren Gebühren gerechnet werden.

Girocard, V-Pay und Maestro – Funktionen der ec-Karte

Der Klassiker unter den bargeldlosen Bezahlmethoden ist die sogenannte Debitkarte – im Volksmund vor allem als ec-Karte bekannt. Diese Methode des bargeldlosen Bezahlens ist in Deutschland am weitesten verbreitet. Allerdings bezahlt bereits seit 2007 keiner mehr mit ec-Karte, sondern entweder mit Girocard, V-Pay oder Maestro.

Das spielte bislang für den Nutzer auch keine große Rolle – bis jetzt. Eine EU-Verordnung von 2016 sieht vor, dass der Verbraucher zukünftig auswählen kann, über welches Unternehmen er seine Zahlungen abwickeln möchte.

In Deutschland ist auch weiterhin die Girocard an der Spitze – das ist die Bezahlmethode direkt über die eigene Bank, für die in der Regel ein vierstelliger Pin bei Bezahlung angegeben werden muss. Viele Verbraucher haben aber auch zudem das Symbol Maestro oder V-Pay auf ihren Karten kleben.

Maestro ist eine Bezahlmethode von Mastercard, V-Pay von Visa. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Auswahlmöglichkeiten für die meisten Nutzer in Deutschland auch weiterhin kaum von Bedeutung sein werden und sie auch wie bisher per Girocard über ihre Bank bezahlen.

Der Vorteil der Bezahlung über V-Pay und Maestro: V-Pay funktioniert in vielen Ländern in Europa, Maestro sogar weltweit, die Girocard hingegen nur in Deutschland.

Wohin geht der Handel in Deutschland?

M-Payment – bezahlen mit Tablet oder Handy

Das Bezahlen per Mobiltelefon oder Tablet hat sich in Deutschland noch nicht wirklich durchgesetzt. Während es in den USA und anderen Ländern bereits Apple Pay oder Android Pay gibt, ist das M-Payment hierzulande noch nicht verbreitet. Allerdings gibt es aktuell wieder Gerüchte, dass Apple Pay bald auch in Deutschland startet.

Bislang fehlten dem kalifornischen Unternehmen jedoch die Partnerbanken. Momentan können nur Besitzer von ausländischen Kreditkarten die Funktion von Apple Pay auch in Deutschland nutzen. Lediglich das Lösen eines Parktickets per Mobiltelefon kann als eine Art M-Payment angesehen werden.

Immer mehr Kassen bei Einzelhändlern werden momentan jedoch mit Lesegeräten ausgestattet, in denen sich Chips befinden, mit denen sowohl das Bezahlen per Funk mit Mobiltelefon oder Tablet sowie auch mit Karte möglich wird.

NFC – kontaktloses Bezahlen per Funk mit Karte

Wie bereits angesprochen, werden immer mehr Kassen mit Lesegeräten ausgestattet, die die Bezahlung per Funk möglich machen. Damit wird nicht nur die Bezahlung mit Mobilgeräten, sondern auch die kontaktlose Bezahlung mit der "normalen" Karte möglich gemacht. Giro- und Kreditkarten mit einer sogenannten "Near Field Communication"-Funktion – kurz NFC – haben viele von uns bereits in ihrem Geldbeutel.

Man erkennt sie an dem Funkwellen-Symbol, das sich meist auf der Vorderseite der ec- oder Kreditkarte befindet. Seit diesem Jahr werden die Karten nach und nach mit dieser Funktion ausgestattet. Für die Bezahlung wird die Karte nicht mehr in ein Lesegerät gesteckt, sondern nur davor gehalten.

Ein kurzer Piep-Ton bestätigt die Bezahlung und das Geld wird auch wie bei einer ganz normalen Kartenzahlung einfach vom Konto abgebucht. Bei Beträgen unter 25 Euro funktioniert die Bezahlung ohne Eingabe von Pin oder einer Unterschrift. Mit dieser Funktion soll der Bezahlvorgang deutlich schneller werden, was sowohl Händlern als auch Verbrauchern nutzen kann.

Von Experten wird diese Art von Bezahlung als ebenso sicher eingestuft wie die "klassische" Bezahlung mit Karte. Bereits in vielen Tankstellen, bei Discountern oder Drogerien kann mit NFC bezahlt werden.

Geldkarte – die elektronische Geldbörse

Das blau-rote Logo der Geldkarte auf der eigenen ec-Karte kennt fast jeder. Die Idee hinter der Geldkarte, die im Jahr 1996 eingeführt wurde und in die ec-Karte integriert ist, ist einfach: Dem lästigen Kramen nach Kleingeld sollte dadurch Abhilfe geschafft werden.

Vor allem an Fahrkarten- oder Zigarettenautomaten erfreut sich die Geldkarte großer Beliebtheit. Der Vorteil gegenüber dem Bezahlen mit ec-Karte oder Kreditkarte liegt vor allem darin, dass bei Benutzung weder Pin noch Unterschrift benötigt werden. Dadurch läuft die Abwicklung deutlich schneller ab.

Der Chip der Karte kann am Geldautomaten aufgeladen werden. Fast alle Automaten sind mit dieser Technik ausgestattet. Ist die Geldkarte mit einem Girokonto verknüpft, so wird der Betrag direkt mit diesem Konto verrechnet. Die maximale Aufladung liegt bei 200 Euro.

Vorteil der Geldkarte ist sicherlich die einfache Handhabung. Allerdings wird die Funktion nur in Deutschland unterstützt und kann nicht im Ausland eingesetzt werden. Und wer seine Karte verliert, der verliert auch das Guthaben, denn durch die fehlende Benutzeridentifizierung kann jeder mit dem Geld auf der Karte bezahlen.

PayPal – das virtuelle Konto

PayPal ist ein Online-Bezahlsystem, das vor allem für die Überweisung von kleineren und mittelgroßen Beträgen im Ein- und Verkauf des Onlinehandels gerne genutzt wird. Weltweit hat PayPal etwa 192 Millionen Nutzer – in Deutschland haben über 16 Millionen Menschen ein virtuelles Konto bei PayPal.

Bei diesem Service gibt es keine eigene Kontonummer, weil die Identität über die Mailadresse der Nutzer definiert wird. Um sich für ein PayPal-Konto zu registrieren, müssen sich die Nutzer mit ihren persönlichen Daten und ihrer Kontoverbindung anmelden.

Vorteil bei dieser Art des bargeldlosen Bezahlens: Das Geld wird dem Empfänger sofort gutgeschrieben und die bei einer Überweisung übliche Verzögerung entfällt. So landet das Produkt schneller beim Käufer. Bezahlt werden kann bequem per PC, Smartphone oder Tablet. Für Privatpersonen ist das Bezahlsystem kostenlos.

Lediglich bei einer Überweisung in Fremdwährung werden Gebühren berechnet. Für Verkäufer sieht das hier schon anders aus: Wer den Verkauf über PayPal abwickelt, bezahlt Gebühren. Über 7 Millionen Händler weltweit akzeptieren mittlerweile die Bezahlung per PayPal.

Bargeldloser Zahlungsverkehr in der Zukunft

Ob Bezahlen per Fingerabdruck und Selfie zur Feststellung der Identität, mit Schmuckstücken wie einem Ring, in den ein Chip eingesetzt ist oder mit der Smartwatch – Ideen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Zukunft gibt es so einige.

Was davon schnell umgesetzt wird und sich durchsetzen kann, ist vor allem vom Verbraucher abhängig, denn das größte Problem bleibt das Vertrauen der Nutzer in die neuen Technologien.

Was alle Lösungen und Innovationen zeigen: Das Bargeld befindet sich auf dem absteigenden Ast und der bargeldlose Zahlungsverkehr ist auf dem Vormarsch.