Am 20. März ist Equal Pay Day. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen Sie als Frau bei Gehaltsverhandlungen punkten können.

Gehaltsverhandlung: aktiv auf den Chef zukommen

Viele Frauen sind zu zurückhaltend. Sie hoffen, dass der Chef aufgrund guter Leistungen selbst eine Gehaltserhöhung für Sie vorschlägt. Darauf sollten Sie nicht warten. Falls Sie auf ein höheres Einkommen aus sind, ist es zudem besonders gut, wenn Sie gerade ein Projekt überzeugend gemeistert haben und es der Firma wirtschaftlich gut geht.

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Gehen Sie ins Verhandlungs-Trainingslager

Bereiten Sie sich gut auf die Verhandlung vor und stellen Sie sich folgende Fragen: Was waren in der vergangenen Zeit Ihre Erfolge? Welche Ziele haben Sie erreicht? Wie passen Ihre Leistungen in die Strategie des Unternehmens? Welche zusätzlichen Aufgaben wollen Sie übernehmen, die eine Lohnerhöhung rechtfertigen? Wer sich mit dem Verhandeln schwer tut, kann das Gehaltsgespräch in einem Rollenspiel trainieren. Bitten Sie Ihr Gegenüber nach den Trainingsrunden um ein ehrliches Feedback, damit sie es im Ernstfall besser machen können.

Nennen Sie eine konkrete Summe

Wer den Chef fragt "Um wie viel wollen Sie mir mein Gehalt erhöhen?", wird meistens eine unbefriedigende Antwort erhalten. Unterfüttern Sie ihre Forderung mit zugkräftigen Argumenten und vermeiden Sie es, als Bittstellerin dazustehen. Um Verhandlungsmasse zu haben, sollten Sie auf Ihre ursprüngliche Forderung eine Geldsumme als Spielraum aufschlagen.

Wie reagiere ich auf Vorurteile gegenüber Kindern oder Teilzeit?

Mit wie viel weniger Sie im kommenden Jahr auskommen müssen.

Chefs könnten Kinder als Makel sehen. Aber es liegt an Ihnen, daraus einen Vorteil zu machen. Als Teilzeitarbeiterin nutzen Sie Ihre Zeit etwa konsequenter als die männlichen Kollegen. Außerdem managen Sie zu Hause Ihre Familie und müssen alltäglich mit vielen Krisensituationen fertig werden.

Widersetzen Sie sich einem Nein

Sollte der Personaler oder Chef Ihrer Forderung mit einem Nein begegnen, dann geben Sie trotzdem nicht auf. Entkräften Sie die Argumente Ihres Vorgesetzten mit Belegen für ihre Leistungsfähigkeit. Dabei kann es helfen, die eigene Schlagfertigkeit zu trainieren. "Frauen sind öfter in der Defensive als Männer. Ihnen wurde von Kindesbeinen auf anerzogen, immer zu allen nett zu sein, nie aufzufallen, es allen recht zu machen", bringt es Rhetorik-Trainer Matthias Pöhm in der "Bild"-Zeitung auf den Punkt.

Gehaltsforderung: raus aus der Harmonie-Falle

"Es ist völlig okay, wenn es einige gibt, die nicht gut finden, was ich mache, rede oder denke", sagt Pöhm in der "Bild"-Zeitung über eine offensivere Rolle von Frauen. Also ist es für Kolleginnen wichtig, sich schon im Vorfeld Antworten auf Sätze wie "Sie wissen doch gar nicht, um was es geht", "Sie mit Ihrem Sachverstand müssen mir doch Recht geben" oder "Ihr Aussetzer bei der Präsentation war peinlich" zu überlegen. Gehen Sie auch in Sachen Schlagfertigkeit mit einer Freundin oder Bekannten ins Trainingslager und finden für sich selbstbewusste Entgegnungen, um bei der nächsten Gehaltsrunde die passende Antwort parat zu haben.