Das Girokonto ohne Gebühren oder das verlockende Angebot einer Null-Prozent-Finanzierung: Manchmal meint der Kunde, richtig günstig davon zu kommen. Am Ende des Monats ist das Geld trotzdem weg. Wer sich die Gründe ansieht, stellt schnell fest: Das vermeintlich gute Angebot ist teuer geworden.

Um diese Art von Abzocke zu verhindern, gibt es für Banken zahlreiche Auflagen, was in welcher Form veröffentlicht werden muss. In der Praxis funktioniert dies allerdings nur bedingt. Oder wüssten Sie zum Beispiel, wo sich die Leistungen der Banken im Detail vergleichen lassen? Trotz der sonst so vergleichsfreudigen Online-Welt bliebe wohl nur der lange Gang von Filiale zu Filiale, und selbst hier wären die Ergebnisse lückenhaft.

Zwar müssen die Preise in einer Art Leistungskatalog veröffentlicht werden, Positionen außerhalb des normalen Tagesgeschäfts wie die angeforderte Zusendung von Unterlagen, schließt das aber nicht ein.

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Die Motive der 1-Euro-Münzen

Schauen Sie sich die unterschiedlichen Motive der Münzen an.

Versteckte Kosten lauern bei fast allen Produkten von Banken und Versicherungen. Es beginnt schon damit, dass die Lockangebote für die kostenlose Kontoführung oft nur für Neukunden gelten, treue Bestandskunden aber kräftig weiter zahlen. Auf die folgenden Punkte sollten Kunden deshalb besonders achten:

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Vom Gipsmodell zur Münze

Welche Schritte vor dem Weg ins Portemonnaie stehen, sehen Sie hier.

Kontoführungsgebühren

Viele Banken bieten Neukunden eine kostenlose Kontoführung an, entsprechende Lohneingänge vorausgesetzt. Allerdings ändern sich damit zum Teil auch andere Konditionen, was das kostenlos schnell in ein "ab jetzt teurer" verwandelt. So ist es durchaus üblich, dass der Zinssatz für die Inanspruchnahme des Dispo-Rahmens bei einem umsonst geführten Konto höher ist als bei einem kostenpflichtigen Konto. Außerdem greifen "kostenlos"-Anbieter gerne Ihren Kunden bei Kreditkarten, beim Abheben bei anderen Banken und im Ausland in die Tasche.

Dispositionsrahmen

Die Stiftung Warentest hat im Oktober 2014 die Dispozinsen, die Verbraucher beim Überziehen des Girokontos zahlen müssen, überprüft. Bis zu 14,25 Prozent verlangen die Finanzdienstleister demnach. Nach Ansicht der Test-Experten müsse derzeit ein fairer Zins deutlich unter zehn Prozent liegen. Wichtig ist: Wer über längere Zeit einen Kredit benötigt, sollte wegen der günstigen Geldmarktlage auf einen Ratenkredit mit besseren Konditionen zurückgreifen.

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Die Architektur des Geldes

Wenn es um den Hauptsitz geht, lassen sich die meisten Banken nicht lumpen.

Das unfaire an den Überziehungsgebühren ist immer noch, dass viele Finanzinstitute ihre Preise nicht im Internet veröffentlichen. Bei einigen Marktteilnehmern kommen Kunden zudem nur dann in den Genuss eines niedrigen Dispozinses, so Stiftung Warentest, wenn ihre Kontoführungsgebühren hoch sind.

Vielen Verbrauchern dürften die hohen Kosten für die genehmigte Überziehung inzwischen bewusst sein. Anders sieht das aus, wenn es mal kurzfristig über den genehmigten Rahmen hinausgeht. Für diese lediglich geduldete Überziehung fallen nämlich nicht nur weit höhere Zinsen, sondern bei manchen Banken auch Mindestgebühren an.

Die Hauptbegründung der Banken, dass die hohen Dispozinsen aufgrund des Ausfallrisikos notwendig seien, konnten die Experten von Stiftung Warentest widerlegen. Nach ihren Berechnungen liegt die Ausfallquote 2013 gerade einmal bei 0,2 Prozent.

Null-Prozent-Finanzierung

Das Angebot, sich kostenfrei Geld zu leihen, ist verlockend. Das lohnt sich selbst für jene, die das Geld - zum Beispiel für ein Auto - problemlos auftreiben könnten. Denn die Inflation arbeitet in diesem Moment in die Taschen des Kunden.

Wer allerdings glaubt, die kostenfreie Finanzierung werde immer allein zur Ankurbelung des Umsatzes angetrieben, irrt. Verbraucherschützer warnen, dass Berater meist zugleich eine teure Restschuldversicherung anbieten, die im Fall der Zahlungsunfähigkeit für die verbleibende Schuld aufkommt. Die Kosten für eine solche Versicherung sind erheblich - jedenfalls teurer als der Verlust durch Inflation bei Barzahlung. Außerdem können Kontoführungsgebühren anfallen. Darüber hinaus gibt es den Verbraucherzentralen zufolge kein gesetzliches Widerrufsrecht.

Ratenkredite verbergen Zusatzkosten

Auch bei Ratenkrediten gibt es einige Fallstricke für Kunden. Mit einer Kostenfalle hat der Bundesgerichtshof Mitte 2014 aufgeräumt: Pauschale Bearbeitungsgebühren sind unzulässig. Noch besser: Wer vor 2012 einen Kredit mit den Zusatzkosten abgeschlossen hat, kann sie bis zum 31. Dezember 2014 zurückfordern. Danach sind die Ansprüche verjährt.

Wie für Null-Prozent-Angebote gibt es auch für normale Ratenkredite Restschuldversicherungen, die meist viel kosten. Einige Verkäufer betten die Assekuranzen still und heimlich in das Gesamtpaket des Kredits ein. Es ist also wichtig, vor Unterzeichnung das Papier gut durchzulesen.

Gebühren für zusätzliche Leistungen

Banken sind gewinnorientierte Unternehmen. Die Geschäftsführung der Institute ist daher sogar verpflichtet, im Sinne ihres Unternehmens zu handeln. Gewinnstreben ist also niemanden vorzuwerfen, es sei denn, es geht gegen die Kundeninteressen - und damit langfristig auch gegen die Interessen der Bank. Manche Gebühren fallen wohl in diese Kategorie und wurden daher inzwischen verboten. So dürfen Banken beispielsweise keine Gebühren für Kontopfändungen oder die Änderung von Freistellungsaufträgen verlangen. Wer die Kontoauszüge der vergangenen Jahre noch einmal benötigt oder Daueraufträge ausführen lässt, muss dagegen mit Gebühren rechnen.

Vielfach werden die Banken erst über Gerichtsbeschlüsse zum Verzicht gezwungen. So entschied das Landgericht Frankfurt bereits 2011, dass die regelmäßige Versendung von Kontoauszügen aus dem Postfach, die nicht explizit angefordert wurden, nicht mit Gebühren belegt werden darf. Begründet wurde dies mit der bestehenden Pflicht der Banken, mindestens ein Mal im Monat über Kontobewegungen zu informieren. Allgemeine Gültigkeit für alle Banken hat das Urteil bisher allerdings nicht.

Der BGH hat aber im Dezember 2013 überhöhte Gebühren für das nachträgliche Versenden von Kontoauszügen verboten. Das gilt auch nach Entscheidung der Karlsruher Richter in Bezug auf Gebühren für ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Überhöhte Entgelte, die bei der Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto entstanden waren, können nun zurückgefordert werden. Auch die bisherigen Leistungen des Girokontos dürfen nicht einfach gestrichen werden. Die Banken sind seit 2010 zur Führung von P-Konten verpflichtet.

Fonds und andere Finanzprodukte

Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag, Verwaltungsgebühr, Depotgebühr, Performance Fee, Transaktionsgebühr und so weiter: Fantasielosigkeit beim Eintreiben von Geldern kann man der Branche wirklich nicht vorwerfen. Gelegentlich nimmt die Gebührenmanie schon fast erheiternde Züge an. So berichtet das "Handelsblatt" von Fällen, in denen trotz sinkender Kurse eine Gewinnbeteiligung für den Fondsmanager fällig wurde. Die Begründung: Der konkrete Fonds hatte weniger verloren als der Vergleichsindex, stand also relativ gut da.

Speziell bei Fonds lohnt übrigens ein Blick auf die Gesamtkostenquote, die in der sogenannten TER, der Total Expense Ratio, hinterlegt ist. Eine Orientierung ist so möglich, allerdings ist es wie so oft: Selbst wo Gesamtkosten draufsteht, sind keineswegs die gesamten Kosten drin.