Es gibt jede Menge Versicherungen, die einen vor allem möglichen schützen sollen: Vor Berufsunfähigkeit, Schäden an Immobilien oder denen, die durch einen Verkehrsunfall entstandenen sind. Doch welche Versicherungen sind wirklich nötig und welche helfen am Ende nur dem Versicherungsmakler?

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Prinzipiell muss man zwischen den Versicherungen unterscheiden, die der Staat vorschreibt, und denen, die man freiwillig abschließt. Detlef Lülsdorf, Pressesprecher vom Bundesverband der Versicherungsberater, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion: "Die wichtigsten Versicherungen sind zweifelsohne - neben der Krankenversicherung als Pflichtversicherung - die private Haftpflicht und eine Berufsunfähigkeitsversicherung."

Darüber hinaus gibt es, je nach Lebenssituation, andere Policen, die nötig sein können: "In Bezug auf die Absicherung der Familie ist sicherlich noch der Abschluss einer Risikolebensversicherung wichtig - mindestens für den Hauptverdiener", führt Lülsdorf fort. Immobilienbesitzer sollten laut dem Experten zudem über eine Gebäudeversicherung nachdenken. Diese versichert Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag.

Um eine Autohaftpflichtversicherung kommt kein Autobesitzer herum, jedoch ist Lülsdorf der Meinung, dass eine Kaskoversicherung nicht zwingend zu empfehlen ist. Hier kommt es auf das Alter des Autos, seinen Wert und den individuellen Schadensfreiheitsrabatt an. Je geringer der Wert, desto eher kann man sich Gedanken darüber machen, auf eine Kaskoversicherung zu verzichten. Doch auch hier spielt immer mit, inwiefern man auf das eigene Auto angewiesen ist und ob man einen großen Schaden problemlos aus der eigenen Tasche finanzieren könnte, ohne sich in den Ruin zu treiben.

Warum braucht man die Haftpflichtversicherung und Co.?

Der Grund, warum man eine Versicherung abschließt, ist normalerweise die eigene finanzielle Absicherung. Dabei spielen die private Haftpflicht- und die Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Rolle. Während die Berufsunfähigkeitsversicherung einen absichert, wenn man seinen Job durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr ausüben kann, schützt einen die Privathaftpflichtversicherung vor Schäden, welche die finanziellen Möglichkeiten eines Einzelnen gravierend übersteigen können. Hierzu gehören beispielsweise unvorhersehbare Beschädigungen an teuren Objekten, für deren Reparatur ein normaler Mensch nur selten das Geld übrig hat.

Doch nicht jeder benötigt eine eigene Police: Bei vielen greift beispielsweise auch der Schutz des Ehepartners oder der Eltern, man ist also quasi mitversichert. Wer nicht drum herum kommt, eine eigene Versicherung abzuschließen, muss sich trotzdem wenig Sorgen machen: Das Vergleichsportal "onverso" schreibt: Wer über 100 Euro im Jahr für eine private Haftpflichtversicherung zahlt, sollte seinen Vertrag überprüfen, denn das sei zu teuer. Gute Policen gibt es günstiger.

Welche anderen Versicherungen sind sonst noch sinnvoll?

Darüber hinaus gibt es unzählige Versicherungen, die man zusätzlich abschließen kann und die einen vor vielen weiteren Schäden oder den Auswirkungen von Unfällen schützt. Sei es die Brillenversicherung, der Schutz für das Fahrrad oder für das Smartphone. Doch was ist hier sinnvoll – und was übertrieben? "Das ist eine schwere Frage", erklärt Versicherungsexperte Detlef Lülsdorf. "Versicherungsschutz sollte nicht in Bausch und Bogen abgeschlossen werden. Schließlich will man auch nicht nur für die Versicherungsprämie arbeiten müssen."

Abgesehen von den oben genannten, sind die weiteren Versicherungsverträge eine Frage des persönlichen Wohlfühlens. "Viele halten eine Hausratversicherung für eminent wichtig, manche eine Unfallversicherung, der nächste wiederum eine Rechtsschutzversicherung", führt Detlef Lülsdorf fort. Grundsätzlich rät der Experte: Schließen Sie nur die Versicherungen ergänzend ab, die es braucht, damit Sie ruhig schlafen können.

Worauf muss man beim Abschluss achten?

Kommt es zum Abschluss der Versicherung, gibt es einige individuelle Dinge, die man laut Lülsdorf beachten sollte. Wichtig ist etwa die korrekte Angabe der eigenen Daten. "Die Angaben zum versicherten Risiko müssen Sie gewissenhaft, vollumfänglich und vollständig gemäß der Fragestellungen beantworten."

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung betrifft das beispielsweise die Gesundheitsangaben, bei der Hausratversicherung die Angabe zum versicherten Hausrat inklusive Wertsachen und Inventar. Wer hier falsche Angaben macht, läuft Gefahr, dass im Schadensfall Ärger mit der Versicherung droht und Sie im schlimmsten Fall auf dem Schaden sitzen bleiben.

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