Wer kennt es nicht: Im Ausland ist alles preiswerter und manche Produkte gibt es zu Hause überhaupt nicht. Da verschwinden schon einmal einige Gegenstände im Koffer. Wenn der Zoll diese allerdings entdeckt, kann es richtig teuer werden, berichtet "Stiftung Warentest". Von diesen unscheinbaren Mitbringseln sollten Sie die Finger lassen.

Das Wichtigste vorweg: Souvenirs, die Sie aus EU-Mitgliedsländern mitbringen, müssen nicht verzollt werden. Für Genussmittel wie Tabak und Alkohol gibt es aber immer eine Mengengrenze.

Für Mitbringsel aus Nicht-EU-Ländern gibt es Freigrenzen. Sollten diese einen bestimmten Wert überschreiten, müssen sie beim Zoll angemeldet und Gebühren gezahlt werden.

Rohe Kartoffeln sind grundsätzlich verboten

Viele Mitbringsel wie ausgestopfte Krokodile oder exotische Pflanzen unterliegen dem Washingtoner Artenschutzabkommen und sind deswegen in Deutschland verboten, so "Stiftung Warentest".

Immer häufiger führen Urlauber artengeschützte Korallen ein, die vom Zoll konfisziert werden müssen. Auch Produkte aus Schlangenleder, Schildkrötenpanzer, sowie Elfenbeinschnitzereien und exotische Felle sind verboten.

Wer solche Souvenirs nicht angibt, kann sich bei einer stichprobenartigen Kontrolle großen Ärger einhandeln.

Speziell aus der Türkei dürfen Münzen, Keramiken, antike Teppiche oder Steine nur selten mitgenommen werden, da es sich dabei meistens um Altertümer handelt. Reisende können dafür sogar verhaftet werden.

Auch bei der Einführung von Lebensmitteln ist viel mehr verboten, als man zunächst denken möchte. Beispielsweise dürfen Sie keinen Aal, rohe Kartoffeln und nicht mehr als 125 Gramm Kaviar mitnehmen.

Außerdem ist die Einführung von Trockenfleisch und verderblichen Lebensmitteln wie Eiern und Milch nicht erlaubt.

Die Freigrenze für Mitbringsel aus dem Urlaub ist je nach gewähltem Verkehrsmittel unterschiedlich. Wenn Sie aus einem Nicht-EU-Land per Flugzeug oder Schiff einreisen, dürfen Sie Souvenirs im Wert von höchstens 430 Euro mitbringen.

Bahn- und Autofahrern ist es erlaubt, Waren im Wert von bis zu 300 Euro mit sich zuführen. Bei Kindern unter 15 Jahren ist das Verkehrsmittel unerheblich, sie dürfen Mitbringsel im Wert von maximal 175 Euro dabei haben.

Zollabgaben bis zu 17,5 Prozent

Bei der Einführung von Genussmitteln aus Nicht-EU-Ländern gilt, dass die erlaubte Menge dem Eigengebrauch entsprechen muss. Auch Geschenke dürfen mitgebracht werden, aber nicht zu übertrieben.

Das gilt besonders für Arzneimittel und gefälschte Markenware. Die Freigrenzen mehrerer Reisender werden hierbei nicht addiert.

Sollte ein Urlauber Ware im Wert von mehr als 430 Euro bei sich haben, muss dies dem Zoll gemeldet werden.

Wer Mitbringsel bis 700 Euro Warenwert nicht anmeldet, begeht eine Steuerordnungswidrigkeit. Die Abgabe an den Zoll verdoppelt sich dadurch.

Bei einem Warenwert von über 700 Euro kassiert der Zoll Abgaben von 17,5 Prozent. Für ein MacBook aus den USA muss der Reisende beispielsweise mehr als 130 Euro Abgaben berappen.

Wenn Mitbringsel einen Warenwert von 700 Euro überschreiten und nicht angemeldet werden, wird es richtig teuer. Die Ware wird beschlagnahmt und ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet.

Eine genaue Übersicht zu den wichtigsten Regelungen rund um den Zoll finden Sie bei "Stiftung Warentest". So kommen Sie nach einem entspannten Urlaub nicht in unnötige Schwierigkeiten.

(ff)