Und nun auch noch das: Während wir sowieso schon unter der inzwischen sechs Wochen andauernden Hitzewelle leiden, könnte uns der Dürre-Sommer auch noch richtig teuer zu stehen kommen. Denn nicht nur die Stromkosten sollen angesichts des Rekordsommers kräftig steigen, auch Brötchen und Gemüse werden deutlich teurer.

Der Sommer 2015 bricht alle Rekorde! War er bisher nur zu heiß und zu trocken, wird er jetzt auch noch richtig teuer. Strom, Wasser und Lebensmittel könnten in den kommenden Monaten ein tiefes Loch in unsere Geldbörsen fressen.

Ausgaben für Trinkwasser steigen

Laut dem Bundesverband der Wasserwirtschaft führt die Hitze dieser Tage zu einem massiven Anstieg beim Wasserverbrauch. Kein Wunder: Schließlich duschen wir häufiger und bewässern auch unsere Gärten häufiger. Dies führt dazu, dass rund 50 Prozent mehr Trinkwasser als sonst aus den Wasserhähnen fließt. Das entspricht zwischen 90 und 120 Litern pro Tag und pro Person! Und ein um 50 Prozent höherer Wasserverbrauch bedeutet auch 50 Prozent mehr Kosten.

Nach Unwettern sind wieder über 30 Grad möglich.

Hitze lässt Stromkosten wachsen

Weil Photovoltaik-Anlagen im Norden in diesen Tagen ungewöhnlich viel Sonnenstrom produzieren, drohen die Leitungen zu überlasten. Die konventionellen Kraftwerke haben deshalb die Stromerzeugung zum Teil drastisch zurückgefahren. Für die Betreiber ist das unproblematisch, sie werden für den Verlust entschädigt. Und die Kosten tragen wir – die Verbraucher. Experten rechnen bereits jetzt mit einem bis zu dreistelligen Millionenbetrag, der über die Netzentgelte mit der Stromrechnung erhoben wird.

Doch damit nicht genug: Während wir also viel zu viel Elektrizität produzieren, herrscht in Polen gerade Strommangel. Aufgrund der Hitze und Dürre können dort viele Kraftwerke nicht mehr mit Wasser gekühlt werden - und Deutschland exportiert Strom ins Nachbarland. Dies allerdings belastet wiederum die Stromnetze, und die Betreiber müssen zum Teil massiv gegensteuern, um Ausfälle zu verhindern. Experten schätzen die Kosten, die hier momentan entstehen, auf 2,5 Millionen Euro – pro Tag.

Preise für Brot und Brötchen ziehen an

Nicht nur Mensch und Tier leiden unter der Dürreperiode – auch den Pflanzen macht die Hitze schwer zu schaffen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat errechnet, dass die Bauern 2015 gegenüber dem Vorjahr elf Prozent weniger Weizen, Raps und Gerste ernten konnten. Und das lässt die Preise für Brot und Brötchen bis zum Jahresende deutlich in die Höhe schnellen.

Wie stark und wie schnell die Preise anziehen werden, kann der Verband deutscher Großbäckereien aktuell noch nicht abschätzen. Dass es einen Aufschlag geben wird, steht demnach aber außer Frage. Damit die rund 550 deutschen Mühlen überleben könnten, müssten die Mehrkosten einer schlechten Ernte an den Verbraucher weitergegeben werden.

Auch Obst und Gemüse werden teurer

Noch schlimmer als bei der Getreideernte sieht es bei der Maisernte aus: Zwar wachsen die Pflanzen noch bis Ende September, doch befürchten Experten schon jetzt, dass die Ernte um bis zu 40 Prozent geringer ausfallen könnte. Und auch Kartoffeln und Zuckerrüben ertragen die Hitze nur schwer - und werden deutlich teurer.

Bei Äpfeln rechnet der Deutsche Bauernverband mit einer Ernte, die um ein Fünftel kleiner als im vergangenen Jahr ausfällt. So sollen dieses Mal nur rund 885.000 Tonnen von den Bäumen geholt werden.

Das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft teilte derweil bereits mit, dass insbesondere Broccoli, Lauch, Blumenkohl und Tomaten um bis zu 30 Prozent teurer würden.

Blow-ups: Schäden am Auto trägt der Besitzer

Ein Phänomen, das Angst macht: Weil die Gluthitze die Betonplatten auf Autobahnen so stark erhitzt, dass sie aufplatzen, hat es bereits Todesopfer gegeben. Doch auch ein reiner Materialschaden kann schwere Folgen haben: Denn den Schaden am eigenen Fahrzeugen zahlen die Betroffenen selbst. Lediglich eine Vollkasko-Versicherung übernimmt die Kosten für die Reparatur.