Wer eine neue Wohnung bezieht, weiß: Die Kaution kann ein großes Loch in den Geldbeutel reißen. Wem außerdem das nötige Kleingeld fehlt, um alle Kosten zu bewältigen und Bargeld als Kaution zu hinterlegen, kann auf eine Kautionsversicherung zurückgreifen. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Wie funktioniert eine Kautionsversicherung?

Bevor man bei einem Umzug das neue Heim einrichten darf, verlangt der Vermieter eine Kaution. Dabei muss der Mieter eine Summe hinterlegen - beispielsweise auf einem Sparbuch - die bis zu drei Monatsmieten betragen kann. Das Problem daran: Der Mieter muss liquide sein, was in bestimmten Lebenssituationen ein Problem darstellen kann.

Bei einer kleinen Familie muss man durchaus mit einem vierstelligen Betrag für die Umzugskosten rechnen - zuzüglich drei Monatsmieten Kaution eine nicht zu unterschätzende Menge Geld. Für Studenten, die ihre erste Wohnung beziehen, kann die Kaution ebenfalls eine schwer überwindbare Hürde sein. Eine alternative Lösung kann in diesem Fall eine Kautionsversicherung sein.

Statt Bargeld zu hinterlegen, springt hierbei eine Versicherung ein, die als Bürge fungiert. Doch das ist natürlich nicht kostenlos. Für diesen Dienst verlangt die Versicherung eine Gebühr von zirka fünf Prozent pro Jahr.

Man sollte sich bei der Kautionsversicherung aber im Klaren darüber sein, dass der Name nicht wirklich passend ist: Kautionsbürgschaft würde es eigentlich besser treffen.

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Was passiert in einem Schadensfall?

Eine Kautionsversicherung funktioniert nicht so wie beispielsweise eine Haftpflichtversicherung. Kommt es bei der Wohnungsmiete zu einem Schadensfall, übernimmt der Kautionsversicherer zwar die entstandenen Kosten bis zur Höhe der Kaution, fordert die Schadenssumme aber zu 100 Prozent vom Mieter zurück. Deshalb ist "Mietkautionsversicherung" eigentlich ein irreführender Begriff. Keinesfalls wird hier ein Risiko abgedeckt oder eine Versicherung angeboten.

Es geht hier vielmehr um eine ganz normale Bürgschaft. Diese kann man als Mieter unter Umständen auch von seinem Geldinstitut, von Banken oder Sparkassen bekommen.

Der Unterschied zwischen einer Bankbürgschaft und Mietkautionsversicherung ist lediglich der, dass bei der Mietkautionsversicherung eine Versicherung und keine Bank als Bürge auftritt. Doch egal ob Bank oder Versicherung: Das Rechtsgeschäft ist und bleibt immer nur eine Bürgschaft.

Worauf müssen Mieter bei einer Kautionsversicherung achten?

Wer eine Kautionsversicherung in Erwägung zieht, sollte gut kalkulieren. Denn ob und inwieweit derartige Angebote lohnend sind, hängt vom konkreten Angebot ab, weiß Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutscher Mieterbundes im Gespräch mit unserer Redaktion: "Ein Konditionenvergleich mit klassischen Bankbürgen oder den Konditionen eines Kleinkredits, sind meines Erachtens immer erforderlich."

Der Experte weiß: Wenn die Konditionen stimmen, kann eine Bürgschaft zum Beispiel zur Überbrückung sinnvoll sein, bis die Kaution aus dem letzten Mietverhältnis an den Mieter zurückgezahlt wird.

Wichtig ist nur, dass der Mieter die Mietkautionsversicherung jederzeit kündigen kann. Denn wenn eine Bürgschaft für die gesamte Dauer des Mietverhältnisses abgeschlossen wird, können die Kosten sehr hoch werden.

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Das müssen Vermieter wissen

Vermieter müssen einer Mietkautionsversicherung nicht unbedingt zustimmen, sie können auch auf einen anderen Weg der Absicherung bestehen.

Denn eine solche Versicherung hat auch Nachteile für den Vermieter: Unter Umständen will es die Versicherung bei einem Schadensfall sehr genau wissen und möchte sämtliche Unterlagen wie Schadensformular, Mietvertrag, Kostenvoranschläge oder Zahlungsaufforderungen in Kopie.

Aber - und hier fangen die Vorteile an - danach geht alles in der Regel sehr schnell und unkompliziert mit der Abwicklung.

Zudem hat der Vermieter weniger Verwaltungsaufwand durch die Kaution, darüber hinaus sollte die Kaution ohne Probleme direkt am ersten Einzugstag vorhanden sein.