Ob Energiewende oder technischer Umweltschutz ... der Green-Tech gehört die Zukunft. Sie bietet Arbeitnehmern außerdem zukunftssichere Jobs in Industrie und Handwerk. So sind allein knapp 400.000 Arbeitskräfte im Bereich der Erneuerbaren Energien beschäftigt. Bis 2030 soll diese Zahl auf 500.000 steigen, weiß Krischan Ostenrath vom Wissenschaftsladen Bonn.

"Green-Tech spielt eine immer wichtigere Rolle in der Wirtschaft ... so viel ist sicher", betont Ostenrath, der Arbeitsmarkt-Experte zum Thema Umweltschutz ist. Allerdings lässt sich nur grob beziffern, wie viele Beschäftigte in dieser Branche arbeiten. "Nach offiziell vorliegenden Zahlen sind es etwa zwei Millionen Arbeitnehmer." Allerdings umfasst die Zahl bei Weitem nicht alle Arbeitsplätze. "Denn Green-Tech spielt auch in den klassischen Branchen wie der Autoindustrie eine immer wichtigere Rolle. Daneben eröffnen sich neue Geschäftsfelder. So steigt die Zahl der 'grünen' Beschäftigten ständig."

Dem wachsenden Bedarf an Arbeitskräften steht aber - wie auch in anderen Hightech-Branchen - eine zu geringe Zahl an Fachkräften gegenüber: "Viele 'grüne' Unternehmen könnten schneller wachsen, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt genügend technische Mitarbeiter finden würden", betont Ostenrath. "Das liegt aber nicht nur an den schnell wachsenden Unternehmen, sondern auch an der demografischen Entwicklung. Besonders Ingenieure gehen künftig in zunehmendem Maße in den Ruhestand." Nach Erkenntnissen von Ostenrath fehlt es aber nicht nur an Akademikern, sondern auch an Fachkräften mit einer grundständigen Ausbildung. "Das Handwerk steht also vor demselben Problem."

Vielfältige Studienmöglichkeiten

Wer eine Berufstätigkeit in der Green-Tech-Branche anstrebt, hat beste Berufsperspektiven. Die Hochschulen haben darauf schon lange reagiert und bieten in diesem Bereich viele hundert Studiengänge an, zum Beispiel mit den Schwerpunkten Erneuerbare Energien, Photovoltaik oder Windenergie, so Ostenrath. Neben diesen Studienangeboten besteht auch die Möglichkeit, in der Green-Tech-Branche über ein breiter angelegtes Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften Fuß zu fassen. "Absolventen mit einem generalistischen Studium sollten ihren Einstieg in die Branche zum Beispiel durch passgenaue Praktika vorbereiten."

Während sich Schulabgänger mit einem Studium gleich im Green-Tech-Bereich spezialisieren können, sieht das in den Berufen mit einer dualen Ausbildung anders aus: "Noch gibt es keine Ausbildungsberufe im Bereich der erneuerbaren Energien. Junge Leute müssen also den Weg über die Klassiker wie etwa Elektriker oder Mechatroniker nehmen und sich in die gewünschte Richtung weiterbilden oder die Ausbildung in einem 'grünen' Betrieb absolvieren."

Praktika absolvieren!

Auch wenn die Branche dringend Arbeitskräfte sucht, wird noch lange nicht jeder genommen, weiß Ostenrath. "Die Anforderungen an die Mitarbeiter bleiben auf einem relativ hohen Niveau." Deshalb rät der Arbeitsmarkt-Experte jungen Leuten mit Interesse am Umweltschutz, sich schon frühzeitig zu informieren und Praktika zu machen. "Nutzen Sie die Möglichkeiten von Schulpraktika, aber auch von freiwilligen Praktika oder einem Freiwilligen Ökologischen Jahr. Probieren Sie in dieser Zeit aus, welche Tätigkeiten innerhalb der Green-Tech-Branche Ihnen liegen." Auf dieser Grundlage sollten Schulabgänger dann die Entscheidung fällen, ob sie studieren wollen oder eine grundständige Ausbildung anstreben.