Schlafmangel: Neun Anzeichen, dass Sie zu wenig Schlaf bekommen

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Schlafmangel kann er ernste Folgen haben. Dabei erkennen die Betroffenen meist die wahren Ursachen nicht. Das sind die wichtigsten Alarmzeichen.

Mattigkeit: Blutzucker, Hormon- und Kreislaufwerte – die Reaktionen unseres Körpers sind komplex. Fühlen wir uns oft erschöpft und zerschlagen, kommen viele Ursachen in Betracht, allen voran der Schlafmangel. Psychiater Michael Grözinger erklärt in der "Welt", schon eine Stunde zu wenig pro Nacht könne "nachteilig auf die Gesundheit wirken". Betroffenen sei die Ursache oft nicht bewusst.
Übergewicht: Immer mehr Menschen kämpfen mit Sport und Diäten gegen überflüssige Kilos an. Eine mögliche Ursache des Problems wird dabei aber gern außer Acht gelassen: Schlafmangel. 2015 haben Forscher der Universität von Kalifornien nachgewiesen, dass der Wert des Hormons Ghrelin bei wenig Schlaf massiv sinkt. Eine Folge sind Heißhungerattacken, die Adipositas begünstigen.
Lustlosigkeit: Bei jungen Männern führt der Mangel an Schlaf häufig zu einer geringeren Libido. Die Ursache dafür sieht der Chicagoer Mediziner Eve Van Cauter in einem verringerten Testosteronwert. Im Versuch weist er nach: Schon bei acht Nächten mit weniger als fünf Stunden Schlaf in Folge sinkt der Wert bis zu 15 Prozent unter die Norm. Das berichtet das Fachblatt der US-Mediziner "JAMA".
Konzentrationsschwäche: Am deutlichsten zeigen sich die Folgen von Schlafmangel in Sachen Konzentration, und das in allen Altersgruppen. So kann Verhaltensforscher Andrew J. Fulignis mit seinen Studien in Kalifornien belegen, dass nächtliches Lernen bei Schülern an den Folgetagen zu einem Leistungsabfall führt. Sich für den Wissenszuwachs Nachtschlaf zu rauben, sei daher meist kontraproduktiv.
Abwehrkräfte: Wer übermüdet ist, wird schneller krank. Diese Elternweisheit ist inzwischen belegt, unter anderem von einem Team um Forscher Aric Prather in den USA. Wie die Zeitschrift "Sleep" berichtet, hat Prather 164 Freiwillige einem Erkältungsvirus ausgesetzt und sie anschließend beobachtet. Wer weniger als sechs Stunden schlief, hatte ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Gereiztheit: Aggressivität kann durch Schlafmangel begünstigt werden. Oder positiv gesagt: Wer ausgeschlafen ist, geht gelassener an Probleme heran. Zu dieser Erkenntnis kommen Wissenschaftler der Uni Basel nach einem Versuch mit 176 Jugendlichen. Konkret geht es um den Umgang der Heranwachsenden mit Konflikten im Elternhaus, die die "Ausgeschlafenen" am besten meistern.
Bewusstseinsstörung: Wer auf regelmäßigen Schlaf verzichtet, muss mit Problemen in der Wahrnehmung rechnen - Sinnestäuschungen eingeschlossen. Eine Langzeitstudie der Medizinischen Fakultät in London belegt, dass das kognitive Leistungsvermögen massiv unter zu wenig (oder auch zu viel) Schlaf leidet. Optimal seien sieben Stunden pro Tag, für die meisten Menschen zumindest.
Frühe Alterung: Die britische Forscherin Jane Ferrie, die an den Studien der Londoner Fakultät maßgeblich beteiligt ist, geht in ihren Einschätzungen noch weiter. Bei zu wenig Schlaf würden "Hormone ausgeschüttet, die das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle erhöhen". Nachweisen lasse sich auch eine vorzeitige Alterung des Gehirns um vier bis sieben Jahre.
Demenz: Zu Ferries Beurteilung passen Veröffentlichungen des Fachmagazins "Science" von 2014. Berichtet wird über Forschungen an der Rochester Universität in New York, die einen direkten Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Alzheimer nahelegen. Ein Team um die Dänin Maiken Nedergaard habe nachgewiesen, dass Schlaf zwingend zur Entgiftung des Gehirns benötigt wird. Spannend dabei: Eines Tages könnten Medikamente dies vielleicht ändern.
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