Wie Crystal Meth Leben zerstört

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Crystal Meth überrollt Deutschland: 2005 stellten deutsche Drogenfahnder noch insgesamt sechs Kilogramm der Mode-Droge sicher, 2013 waren es schon 77 Kilogramm. Außerdem dringt die Droge in immer mehr Lebensbereiche: War Crystal Meth zunächst als reine Partydroge verbreitet, wird es inzwischen auch immer mehr als Aufputschmittel am Arbeitsplatz konsumiert.

Im Folgenden sehen Sie Bilder zu den Auswirkungen des Crystal Meth-Konsums, die von einer amerikanischen Polizeistation stammen. In den USA sind ebenfalls zahlreiche Kleinstädte betroffen. 2004 war es die meistgenutzte synthetische Droge des Landes.
Das Gesicht einer Abhängigen nach 2,5 Jahren Konsum: In Deutschland werden große Mengen Methamphetamin aus Tschechien bezogen. Besonders betroffen von der Verbreitung sind dementsprechend Gegenden in Sachsen und Bayern.
Vom Grenzgebiet verbreitet sich der Trend Richtung Westen. Ein Grund für den Siegeszug des Methamphetamins ist der relativ günstige Preis: 10 bis 15 Euro kostet eine Portion.
Dass die Droge sich vor allem in Kleinstädten in Grenznähe durchgesetzt hat, sorgt für weitere Probleme. Denn in diesen Gegenden gibt es zumeist keine Strukturen für Prävention bzw. Suchthilfe-Einrichtungen.
Die Eindämmung des Crystal-Meth-Konsums wir dadurch besonders erschwert, dass die Droge in allen Gesellschaftsschichten und von Menschen unterschiedlichsten Alters konsumiert wird. Suchtforscher der Universität Hamburg haben festgestellt, dass sie nicht mehr nur als Patydroge kursiert, sondern immer mehr auch als Aufputschmittel im Arbeitsalltag konsumiert wird.
Methamphetamin kam in Deutschland erstmals 1938 als Medikament auf den Markt: Pervitin-Tabletten wurde im Krieg als Wachhaltemittel an Soldaten verteilt. Zwar verfehlte die "Wunderpille" nicht ihre Wirkung, machte jedoch schnell abhängig.
Auch nach dem Krieg konnte man Pervitin auf dem Schwarzmarkt oder auf Rezept in Apotheken kaufen. Sportler und Studenten nutzten die Droge zur Leistungssteigerung.
Mittlerweile wird Methamphetamin als Lifestyle-Droge in Form von Kristallen konsumiert: Es wird geraucht, gegessen, geschnupft oder gespritzt.
Die Wirkung hält zwischen 12 und 36 Stunden an, in Einzelfällen sogar 48 Stunden. In dieser Zeit sind Konsumenten euphorisiert und fühlen sich extrem stark.
Die Folgen sind verheerend: Ab der ersten Einnahme besteht extreme Suchtgefahr, es tötet Nervenzellen und verursacht Psychosen und Hirnschäden.
Nach dem Rausch folgt ein umso größerer Absturz und damit das Verlangen nach erneuter Einnahme. Experten halten Methamphetamin sogar für gefährlicher als Heroin, Kokain oder Speed.
Langzeitkonsum von Crystal kann unter anderem zu Zahnausfall, Hautentzündungen und Herzproblemen führen. Durch den Verlust des Hunger-Gefühls ist es vor allem bei Frauen als "Diät-Mittel" beliebt.
Crystal Meth lässt sich aus Hustensaft und Batteriesäure oder Frostschutzmittel herstellen, beim Prozess entstehen allerdings hochgiftige und explosive Substanzen.
Hersteller und Dealer werden immer einfallsreicher. Schmuggler nutzen Fahrzeuge ahnungsloser Besitzer für den Transport großer Pakete von Tschechien nach Deutschland.
Die Droge ist nicht mehr nur eine Randerscheinung. Neben Studenten und Berufstätigen zählen Wissenschaftler des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung auch Eltern zu den Risikogruppen.
Nur wenigen gelingt der Weg aus der Sucht. Schwere Depressionen behindern den Entzug.
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