BSE, EHEC und Co.: Die größten Lebensmittelskandale

Kommentare5

Sehen Sie in unserer Galerie die größten Lebensmittel-Skandale, welche die Verbraucher erschütterten.

Vor sieben Jahren hatte eine Firma aus Schleswig-Holstein den Dioxin-Skandal ausgelöst, indem sie verunreinigtes Futterfett verkauft hatte. Den Kunden hatte der Betrieb Informationen über das mit Dioxin belastete Futter vorenthalten.
Die EHEC-Epidemie des Jahres 2011 traf zunächst die europäischen Gurkenproduzenten mit voller Wucht, auch Tomaten und Salat wurden verdächtigt, den Erreger zu übertragen, ehe Sprossengemüse als Ursache erkannt wurde.
Bei einem deutschen Eierproduzenten, der Futtermischungen vom besagten Betrieb bezog, waren dioxinhaltige Eier entdeckt worden. Die Dioxinwerte waren 80 Mal so hoch wie im Schnitt. Solche Zahlen gelangen nur selten in die Öffentlichkeit. Doch das war bei weitem nicht der einzige Lebensmittel-Skandal.
2002 gelangte das Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen in einer Melchiner Lagerhalle in Futtergetreide. In der Halle waren zu DDR-Zeiten Pflanzenschutzmittel untergebracht, nach der Wiedervereinigung wurde sie privatisiert. Von Neubrandenburg aus gelangte das kontaminierte Futter zu Bio-Betrieben und nitrofenbelastete Eier und Fleisch kam schließlich in die Nahrungskette.
Im November 2000 erkrankte zum ersten Mal eine in Deutschland geborene Kuh an BSE - boviner spongiformer Enzephalopathie. Tausende Tiere mussten daraufhin zwangsgeschlachtet werden. Die übertragbare Rinderkrankheit, auch "Rinderwahnsinn" genannt, war in den 80er Jahren zunächst in Großbritannien aufgetaucht. BSE ist auch auf den Menschen übertragbar und wird von Wissenschaftlern mit der tödlichen Creutzfeld-Jakob-Krankheit in Zusammenhang gebracht.
Käse-Ersatz, auch Analogkäse genannt, besteht aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke oder Geschmacksverstärkern. Er ist günstig für die Industrie, daher verwendet sie ihn bevorzugt für die Herstellung von günstigen Fertiggerichten. Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung, die Mitte Dezember 2014 in Kraft ist, sorgt erstmals dafür, dass Lebensmittelersatzstoffe wie der Kunstkäse auf dem Etikett stehen müssen.
Anfang 2013 waren in mehreren europäischen Staaten wie Deutschland und Großbritannien Rindfleischprodukte aufgetaucht, die Pferdefleisch enthielten. Besonders Tiefkühlprodukte wie Lasagne waren von den Entdeckungen betroffen.
Kontrolleure entdecken immer wieder sogenanntes Gammelfleisch, also für den Verzehr ungeeignetes Fleisch. Im November 2014 tauchte in zwei Behörden-Kantinen in Düsseldorf verdächtiges Fleisch auf. Das Fleisch war mit Fäkalbakterien verseucht. 2006 fanden Lebensmittelkontrolleure in den Produkten der Passauer Firma Berger Wild verfaultes Fleisch. 1993 lag sogar in den Supermarkt-Kühltruhen verdorbenes Fleisch, das sich auf Hygienemängel in Schlachtbetrieben zurückführen ließ.
Listerien sind Bakterien, die sich überall in der Natur finden. In größerer Konzentration können sie jedoch bei immunschwachen Menschen gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel Durchfall oder Fieber hervorrufen. Im Sommer 2014 berichteten die Medien, dass die Wurst "Rullepölse" (Bild) aus einem dänischen Betrieb mit Listerien verunreinigt sei. In Dänemark starben zwölf Menschen durch den Verzehr der Wurst.
Weinverfälschungen führten 1985 zum "Glykolwein"-Skandal. Schuld waren mehrere österreichische Winzer, die ihren Weine Diethylenglykol beigemengt hatten. Der Zusatz wirkt als Süßungsmittel und Geschmacksverstärker. Schädlich wären die im gepanschten Wein enthaltenen Mengen zwar nicht gewesen, den Fall nahm die Öffentlichkeit jedoch mit großer Empörung wahr.
Fastfood steht ohnehin nicht im Verdacht, besonders nicht besonders gesund zu sein. Bei Burger King hat es 2014 sogar zu einem ausgewachsenen Skandal gereicht: Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen führten zum Imageverlust und der Kündigung des Franchisenehmers Yi-Ko. 89 Filialen der Holding mussten daraufhin schließen.
Mit negativen Berichten über hygienische Zustände kennt sich die bayerische Metzgereikette Vinzenzmurr aus. Im Frühjahr 2011 ergaben Lebensmittelkontrollen, dass Angestellte in mehreren Filialen die Reinigung der Räume und Einrichtungen vernachlässigt hatten. Zusätzlich fanden die Kontrolleure tiefgekühltes Fleisch, das bereits Geruchs- und Geschmacksabweichungen aufwies. Eine Gesundheitsgefahr ließ sich dennoch ausschließen.
Lebensmittelskandale drehen sich besonders häufig um tierische Produkte. In den Jahren 2010 bis 2012 waren es jedoch die Erzeugnisse der Müller-Brot GmbH, die für Unbehagen bei den Verbrauchern sorgten. Wieder waren Hygienemängel dafür verantwortlich. Noch in der Fabrik musste die Firma Müller die meisten Produkte vernichten. Trotzdem gelangten verunreinigte Backwaren in den Verkauf. Medien berichteten später darüber, dass Kakerlaken, Motten sowie Mäusekot und Speisereste aus anderen Produktionen in die Lebensmittel gelangt waren. Der Eigentümer musste Insolvenz anmelden. Außerdem stießen die Medienberichte eine erneute Diskussion über Verbraucherschutz und die Einführung einer "Hygiene-Ampel" an.
Neue Themen
Top Themen