• Temperaturen jenseits der 30 Grad stehen uns wieder bevor.
  • Die einen freuen sich auf die sonnigen, heißen Tage, für andere ist die Hitze eine reine Qual.
  • Manchmal kann es dabei sogar richtig gefährlich werden.

Mehr Gesundheitsthemen finden Sie hier

Es wird wieder heiß in den kommenden Tagen. Am Mittwoch und Donnerstag könnten die Temperaturen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lokal sogar an der 35 Grad-Marke kratzen, vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands.

Nach einer kurzen Abkühlung dürfte die Hitze dann ab Sonntag einen weiteren Anlauf nehmen. Während hohe Temperaturen den einen Freude machen, machen sie anderen ziemlich zu schaffen - bis hin zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Beschweren. Dazu die wichtigsten Antworten.

Hier angenehm, dort superheiß: Sommer samt Hitzewelle überrollt Deutschland

In Teilen Deutschlands sind in den nächsten Tagen Temperaturen von bis zu 34 Grad angesagt. Die Feuerwehr warnt vor Bränden - und der Deutsche Wetterdienst vor einer noch größeren Hitzewelle in der kommenden Woche.

Welches sind die Risikofaktoren?

Als besonders von Hitze gefährdet gelten nach übereinstimmender Einschätzung von Medizinern ältere Menschen, vor allem, wenn sie nicht ausreichend trinken. Ihr Durstempfinden sei vermindert, manchmal vergäßen sie das Trinken ganz, warnt die Bundesärztekammer. Aber die Hitzetoleranz kann auch bei Jüngeren erheblich variieren, heißt es in einer vom Ärzteblatt veröffentlichten Übersicht.

Akute Infekte und Erkrankungen machen empfindlicher, Flüssigkeitsmangel und Störungen im Elektrolythaushalt können zu Beschwerden führen. Und auch Übereifer, unzureichende Gewöhnung und Medikamenteneinnahme begünstigen Erkrankungen wie Sonnenstich, Hitzekollaps oder -schlag.

Wie schützt sich der Körper bei hohen Außentemperaturen?

Das Zauberwort ist "Verdunstungskühle". Sie entsteht, wenn bei Hitze Schweiß auf der Haut verdampft und diese so abkühlt. Doch die Schweißproduktion kann bei kranken oder alten Menschen erheblich eingeschränkt sein.

Auch Medikamente können dazu beitragen, dass jemand weniger schwitzt, als nötig wäre. Zudem ist die Hautdurchblutung im Alter geringer, es kann deshalb weniger Wärme über die Haut abgegeben werden.

Und wenn der Selbstschutz versagt?

Der Selbsthilfemechanismus des Körpers kann an Grenzen stoßen: Wenn bei sehr hohen Temperaturen oder langanhaltender Hitze eine Abkühlung durch Schwitzen nicht mehr möglich ist, droht ein Wärmestau. Blutgefäße in Armen und Beinen erweitern sich, der Blutdruck fällt ab. Die verminderte Gehirndurchblutung kann zur Bewusstlosigkeit führen.

Lesen Sie auch: Gesund durch die Hitze: Worauf sollte man jetzt achten?

Wann wird es lebensbedrohlich?

Wer sich länger ohne Kopfbedeckung der Sonne aussetzt, riskiert einen Wärmestau im Gehirn. Es kann dabei auch zu einer Reizung der Hirnhäute kommen, wodurch das Hirngewebe anschwellen kann. Die Folgen: Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen.

Im Extremfall kann es auch zu einem Hirnödem kommen, das zur Bewusstlosigkeit führen und sogar tödlich enden kann, warnt der Notfallfallmediziner Peter Sefrin. Als besonders gefährdet gelten Kinder und ältere Männer – die einen, weil sie noch nicht, die anderen, weil sie oft nicht mehr von einer dichten Haarbedeckung geschützt sind.

Wenn der gesamte Körper überhitzt - die Temperatur kann dann innerhalb kurzer Zeit auf über 40 Grad ansteigen – droht ebenfalls eine Gehirnschwellung. Auch so ein "Hitzschlag" kann tödlich enden.

Was ist über Hitzetote in Deutschland bekannt?

Für die besonders heißen Sommer 2018 bis 2020 errechneten Experten kürzlich eine signifikant gestiegene hitzebedingte Sterblichkeit: "Insbesondere das Jahr 2018 liegt mit einer geschätzten Anzahl von etwa 8.700 hitzebedingten Sterbefällen in einer ähnlichen Größenordnung wie die historischen Hitzejahre 1994 und 2003 (jeweils rund 10.000 Sterbefälle)", schrieben Forschende von Robert-Koch-Institut (RKI), Umweltbundesamt (Uba) und Deutschem Wetterdienst (DWD) jüngst im "Deutschen Ärzteblatt".

Für 2019 schätzen die Forschenden 6.900 hitzebedingte Sterbefälle, für 2020 sind es 3.700.

Was belastet neben der Hitze?

Hohe Lufttemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung begünstigen nach Aussage des Umweltbundesamtes (UBA) die Bildung des Reizgases Ozon in Bodennähe. An solchen Tagen litten viele Menschen an Tränenreiz, Husten und Kopfschmerzen – und zwar unabhängig von der körperlichen Aktivität.

Eine mit den Beschwerden einhergehende verminderte Lungenfunktion bilde sich zwar meist nach Ende der Hitzeperiode vollständig zurück, sagen die UBA-Experten. Bei körperlicher Anstrengung könne das Ozon aber tief in das Lungengewebe vordringen und dort Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen. Solche Reaktionen des Lungengewebes bilden sich dann nur teilweise zurück, es drohten Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (ff/dpa)

Rolladen
Bildergalerie starten

Hitze: Diese Tipps begleiten Sie durch den Tag

Vom Blumengießen am Morgen über kühle Basilikum-Gurken-Limo am Mittag bis zum gemütlichen Zusammensein am Abend: Mit diesen Tipps kommen Sie gut durch einen Hitzetag. Hinweis: Dies ist eine Galerie aus unserem Archiv.