Ist der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat krebserregend? Europa sagt nein. In Kalifornien hingegen landet das Mittel jetzt auf der Liste der möglicherweise karzinogenen Chemikalien.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat der Firma Monsanto ist umstritten wie kein zweites. Seit Jahren tobt ein Streit: Ist das Produkt krebserregend - oder nicht?

Die europäische Chemikalienagentur Echa teilte im März mit, dass die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllen, um Glyphosat als krebserregend einzustufen.

Die kalifornische Behörde für Gesundheit und Umwelt sieht das jedoch anders: Ab dem 7. Juli setzt das Amt Glyphosat auf die Liste der Chemikalien, die möglicherweise eine Krebserkrankung auslösen könnten.

Produkte müssen Warnungen enthalten

Mit dieser Entscheidung muss Monsanto einen herben Rückschlag hinnehmen. Das Unternehmen sieht sich wegen Glyphosat immer neuer Klagen ausgesetzt.

Mit dieser Entscheidung können die Behörden den Konzern zwingen, entsprechende Warnungen auf Glyphosat-Produkte zu drucken.

Nach Angaben des deutschen Landwirtschaftsministeriums werden Herbizide mit Glyphosat vor allem benutzt, um Unkraut vor oder nach dem Anbau von Feldfrüchten zu bekämpfen. Auch vor der Ernte von Raps oder Getreide kommen sie zum Einsatz.

(mh)

Vertreter der 28 EU-Staaten beraten heute über die Neuzulassung des Unkrautvernichters Glyphosat. Das Thema steht seit längerem zur Diskussion. Aber wie belastet sind die Deutschen überhaupt mit dem Pestizid? Und wie gefährlich sind die Mengen?