Kinderyoga: Das sollten Sie wissen

Gestresste Erwachsene profitieren von einer entspannten Yoga-Stunde, das liegt auf der Hand. Doch auch für Kinder ist Yoga sehr gut geeignet. Warum das so ist, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Wenn Sie schon mal Yoga gemacht haben, dann wissen Sie, dass Yoga nicht nur eine sportliche Betätigung ist, sondern vor allem Entspannung in Ihren gestressten Alltag bringt. Auch Kinder können neben den Vorteilen des körperlichen Trainings im Yoga vom spielerischen Erlernen von Entspannungstechniken fürs spätere Leben profitieren.
Heutzutage stehen bereits Grundschüler und Kindergartenkinder unter erhöhtem Leistungsdruck. Sie werden andauernd mit gleichaltrigen Kindern verglichen und müssen auch nach der Schule bei diversen Sport- und Musikkursen ihr Bestes geben. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wozu dann noch Kinderyoga?
Kinderyoga bietet einen wundervollen Ausgleich zum Druck und zur Hektik des Alltags. Kinder dürfen beim Kinderyoga einfach Kind sein. Und was können Kinder besonders gut? Sich in eine neue Welt begeben, innere Bilder erschaffen und Geschichten durch ihre Fantasie zum Leben erwecken. Deshalb läuft eine Kinderyogastunde auch etwas anders ab als bei Erwachsenen.
Herabschauender Hund, Katze, Löwe, Baum – viele Yoga-Posen, sogenannte "Asanas", sind nach Tieren und Pflanzen benannt. Die alten Yogameister fanden die Vorbilder für die Asanas in der Natur. Durch diese Namensgebung wird eine Verbindung zur Natur hergestellt, was Kindern den spielerischen Zugang zu Yoga erleichtert.
Oft spiegeln die Yoga-Übungen nicht nur die Körperhaltung der Tiere, sondern auch ihren Charakter wider. Während Erwachsene zu Beginn ihres Yoga-Trainings viele Erklärungen brauchen, gehen Kinder viel offener und fantasievoller an die verschiedenen Übungen heran. Sie wissen meist instinktiv, wie sie die Pose einnehmen sollen. Ein herabschauender Hund ist eben ein herabschauender Hund – und der kann auch bellen.
Sei ein Held, sei eine Meerjungfrau, sei ein Stuhl – Kinder dürfen beim Yoga ihrer Fantasie freien Lauf lassen und all ihre angestauten Emotionen befreien. Sie können sich durch Posen wie dem "Helden" stark fühlen oder Angst und Stress in der "Happy Baby"-Haltung loslassen.
Eine gute Kinderyogastunde bettet die Übungen in eine Geschichte ein. Kinder begeben sich beispielsweise auf eine Abenteuerreise in den Dschungel, wo die Tiere nachgespielt werden. Wundern Sie sich nicht, dass im Kinderyoga nicht nur Atemgeräusche, sondern auch lautes Brüllen, Bellen und Miauen zu hören sind.
In der "Held"-Position werden Kinder zum Helden, das stärkt ihr Selbstbewusstsein. "Der Löwe" mit seiner ausgestreckten Zunge kann auch brüllen, die Kinder dürfen laut und wütend sein. Yoga-Posen können nach Lust und Laune umbenannt und mit Geschichten ausgeschmückt werden. Aus den ineinander verwickelten Armen bei der "Adler"-Haltung wird so ein Elefantenrüssel, den ein anderes Tier aus Spaß verknotet hat.
Wichtig ist, dass Kinder nicht zum Yoga "gezwungen" werden. Testen Sie erstmal zu Hause, wie Ihre Kinder auf Yoga reagieren. Was sind das für sonderbare Übungen, nach denen Mama oder Papa so glücklich und zufrieden sind? Machen Sie Yoga vor Ihren Kindern und wecken Sie so das Interesse dafür.
Bevor Sie gleich einen Kinderyoga-Kurs für Ihren Nachwuchs buchen, können Sie auch im heimischen Wohnzimmer mit YouTube-Videos üben. Die Auswahl ist zwar nicht so groß wie für Erwachsene, aber für den Anfang reicht es.
Schön gestaltete Yogakarten für Kinder oder Yogabücher mit Geschichten unterstützen Ihr Vorhaben, Yoga bereits den ganz Kleinen näherzubringen. Yoga kann ab drei Jahren praktiziert werden, wobei sich Kinder erst ab circa fünf Jahren länger konzentrieren können.
Körperlich profitieren Kinder von Yogaübungen, da ihre Muskulatur gedehnt und gestärkt wird. Sie werden dadurch kräftiger und flexibler. Zahlreiche Studien haben außerdem die positive Wirkung von Yoga bei der Therapie von Kindern mit ADHS gezeigt. Yoga fördert die Konzentration bei Kindern und sie lernen, zur Ruhe zu kommen.
Da Kinder generell nur schwer stillsitzen oder -liegen können, sollten die Meditations- und Achtsamkeitsübungen zum Schluss jeder Stunde etwas kürzer ausfallen als beim Erwachsenenyoga. Lassen Sie die Kinder auf eine ausgeschmückte Körperreise oder Fantasiereise gehen. Auch hier hilft eine kleine Geschichte, um die Ruhe zu halten.
Spaß sollte beim Kinderyoga im Vordergrund stehen. Daher sind Korrekturen bei den Posen wie bei Erwachsenen nicht empfehlenswert. Sie sollen einfach loslassen und dabei ihre Gefühle kennenlernen. Sie werden sehen: Bei Kindern klappt die korrekte Ausführung des Herabschauenden Hundes meist gleich beim ersten Versuch.