Velbert (dpa/tmn) - Wer aufgrund der steigenden Butterpreise ohne das tierische Streichfett in der Küche arbeiten möchte, kann auf verschiedene Alternativen zurückgreifen. Vor allem beim Backen lässt sich Butter in fast allen Fällen eins zu eins durch die oft günstigere Margarine ersetzen.

Butter-Alternativen müssen gar nicht teuer sein, wie die Stiftung Warentest im Sommer ermittelt hat. Von 19 Vollfettmargarinen und Streichfetten, die für die Zeitschrift "test" (Ausgabe 08/2017) untersucht wurden, erhielten 8 die Note "gut". Darunter waren neben dem teureren Testsieger Deli Reform auch preiswerte Margarinen von Handelsketten, die zum Testzeitpunkt im 500-Gramm-Becher für 75 Cent zu haben waren.

Schwieriger wird es allerdings bei Keksen, bei denen die Butternote dominiert - zum Beispiel bei Butterkeksen, bei denen schon der Name auf die Wichtigkeit von Butter im Rezept hinweist. "Das macht geschmacklich schon einen großen Unterschied", findet der Spitzenkoch Sascha Stemberg in Velbert bei Wuppertal.

Wer es fettärmer mag, kann zumindest bei Rührteigen auch ganz auf Butter oder Margarine verzichten. Die angegeben Fettmenge lässt sich durch Apfelmus oder eine zerdrückte Banane ersetzen - oft schmeckt man das aber deutlich heraus. Etwas neutrales Pflanzenöl sorgt dann dafür, dass der Kuchen seine charakteristische Konsistenz bekommt.

Auf Öle statt auf Butter setzt Stemberg auch dann, wenn er Fisch, Krustentiere oder Fleisch anbrät. "Für Fisch und Krustentiere nehme ich immer Olivenöl", sagt Stemberg, der auch Mitglied der Jeunes Restaurateurs ist, einer Vereinigung junger Spitzenköche.

Öle wie Olivenöl und Sonnenblumenöl sind im Supermarkt auch in preiswerten Varianten erhältlich. Kommt Fleisch in die Pfanne, nimmt Stemberg ein geschmacksneutrales Raps- oder Sonnenblumenöl, ebenso für Gemüse. Butter würde hier zum Schluss nur noch den letzten geschmacklichen Schliff geben.

Die Discounter Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl haben Anfang September den Preis für Butter auf 1,99 Euro für eine 250-Gramm-Packung erhöht. Nach Angaben des Milchindustrie-Verbands sei der Einstiegspreis damit auf den höchsten Stand seit mindestens 50 Jahren geklettert.

Warum ist der Butterpreis so stark gestiegen?

Eigentlich ist es ganz einfach: "Das Angebot reicht derzeit nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen", sagt Andreas Gorn, Milchmarktexperte von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbh (AMI). Zuletzt war weniger Milch verfügbar, dadurch auch weniger Fett. Zudem war der Fettgehalt teils unterdurchschnittlich.

"Weniger Milch plus weniger Milchfett ist der eine Baustein", sagt Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband. Und der andere? "Es gibt in der EU keine "Butterberge" mehr." Die Lager sind leer, die Vorräte aufgebraucht. Auch angesichts der teuren Butter waren zuletzt die Lebensmittelpreise ein wichtiger Treiber der Inflation.© dpa