• Welche die derzeit gefährlichsten Krankheitserreger sind, hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Liste fest.
  • Diese soll nun aktualisiert werden, sodass die Forschung, etwa bei Impfstoffen, gezielter voranschreiten kann.
  • Mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen die Liste überprüfen.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) überarbeitet ihre Liste der gefährlichsten Krankheitserreger. 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen die rund 25 Viren- und Bakteriengruppen überprüfen, um die Erreger zu identifizieren, die als Auslöser großer Epidemien oder Pandemien infrage kommen. Das teilte die WHO am Montag in Genf mit. Die überarbeitete Liste soll spätestens im April 2023 veröffentlicht werden.

"Krankheit X": Unbekannter Erreger könnte Epidemie auslösen

Derzeit stehen Covid-19, das Ebola- und das Marburg-Virus, Lassa-Fieber, die Atemwegserkrankungen Mers und Sars, das Nipah- und das Zika-Virus sowie eine noch unbekannte, aber potenziell bedrohliche "Krankheit X" auf der Liste. Dabei handelt es sich um einen unbekannten Erreger, der eine schwere internationale Epidemie auslösen könnte.

Für jeden Erreger auf der Liste sollen die Expertinnen und Experten auch Wissenslücken und Prioritäten für die Forschung benennen. WHO-Notfalldirektor Michael Ryan sagte, die Erstellung einer solchen Liste sei "für eine schnelle und wirksame Reaktion auf Epidemien und Pandemien von entscheidender Bedeutung". Auch in der Corona-Pandemie sei die Entwicklung sicherer und wirksamer Impfstoffe "in Rekordzeit" nur möglich gewesen, weil schon vorher in Forschung und Entwicklung investiert worden sei.

Die WHO-Liste erschien erstmals 2017. Sie gebe "die Richtung vor, in die wir - als globale Forschungsgemeinschaft - Energie und Mittel investieren müssen, um Tests, Behandlungen und Impfstoffe zu entwickeln", sagte Dr. Soumya Swaminathan, leitende Wissenschaftlerin der WHO. (sbi/afp)

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