Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat gefordert, die Sorgen und Nöte von Kindern und Jugendlich mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie ernst zu nehmen.

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"Die jungen Menschen im Land haben Solidarität mit den Alten gezeigt", sagte die Grünen-Politikerin am Freitag im Bundestag. "Unsere Aufgabe ist es, ihre Unterstützung stärker in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen." Es dürfe nicht vom sozialen Status abhängen, wie gut junge Menschen durch die Krise kämen.

Die Abgeordneten debattierten über den Bericht mehrerer Bundesministerien zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche. In dem Papier der Experten heißt es, das gesamte öffentliche Leben sei quasi zum Stillstand gekommen. Freunde, Freundinnen und Familienmitglieder außerhalb des eigenen Haushaltes zu treffen, draußen zu spielen, mit Gleichaltrigen Zeit zu verbringen - all das sei von heute auf morgen nur noch sehr eingeschränkt möglich gewesen. Insbesondere bei sozial benachteiligten Familien in engen Wohnungen seien die Schwierigkeiten und existenziellen Nöte deutlich größer geworden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dankte den Kindern und Eltern für ihre Solidarität in der Corona-Zeit. "Von allen, die Opfer erbracht haben in der Pandemie, haben die Kinder die meisten erbracht", sagte der SPD-Politiker. "Viele Kinder leiden auch heute noch." Die Regierung schulde daher den Kindern eine ernsthafte Debatte und konkrete Maßnahmen, etwa die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern. "Die Kinder sind in psychischer Not, da kann es nicht sein, dass sie ein Jahr lang auf einen Termin warten müssen", sagte Lauterbach.

Der Union gehen die Maßnahmen der Regierung nicht weit genug. "Die Mittel zur Folgen der Corona-Pandemie sind deutlich zurückgegangen", sagte die CDU-Abgeordnete Mareike Lotte Wulf. Es sei kein Zukunftspaket mehr, sondern eher "ein Päckchen".  © dpa

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