Die schlimmsten Killer-Seuchen der Menschheit

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Manche Krankheiten forderten Tausende Menschenleben - und viele von ihnen sind längst nicht ausgestorben. © Glutamat

Jährlich erkranken weltweit immer noch mehr als 200.000 Menschen an der Infektionskrankheit Lepra. Vor allem im Mittelalter zog die Seuche weite Kreise und wurde von der Kirche als gerechte Strafe Gottes für eine sündhafte Lebensführung erachtet. Zudem mussten die Kranken eine spezielle Leprakleidung tragen und sich an strenge Regeln halten, welche ihnen etwa die Körperwäsche in Quellen und Rinnen verbot.
Pockeninfektionen gab es seit Jahrhunderten. Symptome der bakteriellen Erkrankung tauchten bereits im Alten Testament auf. Bei einer der schlimmsten Epidemien starben in den 1970er-Jahren in Indien mindestens 20.000 Menschen. In Deutschland trat der letzte Fall 1972 auf. 1980 wurde die Welt dank Impfungen für pockenfrei erklärt.
200.000 Menschen erkranken laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 2016 jährlich an Gelbfieber, 30.000 sterben. 90 Prozent der Infektionen werden in Afrika registriert. Das gefährliche Virus wird hauptsächlich von der Gelbfiebermücke übertragen. Gegen Gelbfieber existiert eine effektive Impfung. In manchen Ländern besteht für Reisende eine Impfpflicht.
Im Mittelalter dezimierte die Pest die europäische Bevölkerung um etwa die Hälfte. In China und Indien fielen der Beulenpest, einer der drei klinischen Hauptformen, seit 1896 zwölf Millionen Menschen zum Opfer. Obwohl Impfstoffe existieren, werden regelmäßig Fälle des "Schwarzen Tod" bekannt. Die bakterielle Krankheit ist hochgradig ansteckend, wird sie frühzeitig erkannt, ist die Chance auf Heilung aber hoch.
Etwa eine Million Menschen starben laut WHO 2016 an AIDS. Die Krankheit, die durch das HI-Virus übertragen wird, ist immer noch unheilbar. Weltweit leben 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Antiretrovirale Medikamente können den Ausbruch von Aids aber lange zurückhalten.
Jährlich sterben weltweit 290.000 bis 650.000 Menschen an Grippe. Eine der schlimmsten Pandemien war die "Spanische Grippe" (Bild). Nach neuesten Erkenntnissen kostete sie zwischen 1918 und 1920 knapp 50 Millionen Menschen das Leben. Die "asiatische Grippe" forderte 1957 eine Million Todesopfer, die "Hongkong-Grippe" (1968) 700.000 Tote.
Zum ersten Mal wurde die Cholera 600 v. Chr. in Indien dokumentiert. Im 18. Jahrhundert breitete sich die Seuche nach Westen aus und forderte Tausende Opfer. Auch heute bricht die Infektionskrankheit immer wieder aus, zum Beispiel in Mexiko oder der Dominikanischen Republik (Foto), denn sie verbreitet sich rasch über verschmutztes Trinkwasser.
Von der Viruserkrankung Polio, auch Kinderlähmung genannt, sind besonders junge Menschen im Alter zwischen drei und acht Jahren betroffen. Ab 1880 brach in großen Teilen der Welt eine Polio-Epidemie aus. Tausende Menschen starben jährlich an der Infektionskrankheit. Dank eines wirksamen Impfstoffes kommt es heute nur noch unregelmäßig zu vereinzelten Ausbrüchen.
Die Sars-Welle in Asien zwischen 2002 und 2003 tauchte urplötzlich auf. Das Virus wurde von Asienreisenden auf dem ganzen Kontinent verteilt. Beinahe 1.000 Menschen starben. Die WHO warnte vor einer Pandemie, doch dank Reisewarnungen, Desinfektionsmaßnahmen und Zwangsquarantänen konnte bis 2004 die Verbreitung der Seuche gestoppt werden.
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