Eine neue Studie der Georg-August-Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit Lieferando untersucht das Essverhalten der Deutschen. Und zeigt: Menschen die ihr Essen genießen, haben eine höhere allgemeine Lebenszufriedenheit.

Der Titel der Studie lautet: "Was und wie genießt Deutschland 2017?" Dabei wurde untersucht, was den Deutschen beim Essen am wichtigsten ist. Ist es der Mehrheit wichtiger, gesund zu essen - oder zu genießen?

Berücksichtigt wurden auch das Gefühl während des Essens, die Tageszeit, und der Ort, also ob zu Hause oder im Restaurant gegessen wird. Denn: wenn Situation und Geschmack der Mahlzeit nicht passen, kann man Genuss nicht erzwingen.

Die Erkenntnis: Am liebsten genießen Deutsche ihr Mahl mit Ruhe, Entspannung und Zeit. Fast ebenso wichtig ist ihnen dabei, wie lecker es ist und wie gut es riecht.

Praktisch gar keine Rolle für genussvolles Essen spielt dabei ob es von Anderen oder im Restaurant gekocht wurde.

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Das Lieblingsgericht der Deutschen

Beim Lieblingsgericht gibt es einen deutlichen Sieger: das traditionelle Fleischgericht. Die Hausmannskost schmeckt den Deutschen am besten, gefolgt vom allgegenwärtigen Nudelgericht. Die Süßspeise schneidet überraschenderweise am Schlechtesten ab. "Das Lieblingsgericht ist meist mit sozialer Verortung in Kindheit und Familie verknüpft", erklärt Studienleiter Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie das Ergebnis.

Es spielt zwar keine Rolle wo das Essen gekocht wurde, aber 52,7 Prozent der Probanden bestätigen, dass sie am häufigsten zu Hause das Essen wirklich genießen können. Gar nicht gefällt die Option Kantine (0,5 Prozent).

Wissen, wann man am besten genießt

Auch die Tageszeit ist nicht außer Acht zu lassen: Fast die Hälfte der Befragten genießen eine gute Mahlzeit am liebsten am Abend. Das Frühstück kommt mit nur knapp über 5 Prozent am schlechtesten weg. Wobei der Wochentag den meisten gleich ist - ungefähr 60 Prozent brauchen keinen bestimmten Anlass um sich ein gutes Essen zu gönnen.

Aber am besten genossen wird dennoch am Wochenende – außerhalb der Arbeitszeit und in angenehmer Gesellschaft. "Hier zeigt sich, dass neben einer entspannten Atmosphäre auch das Zusammensein mit Partner, Familie oder Freunden eine wichtige Voraussetzung für Genuss beim Essen ist", meint Ellrott. "Ein genussvolles gemeinsames Essen ist dabei eine Art soziales Lagerfeuer und als solches hochgradig sinnstiftend."

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Um Genussquellen allgemein bewerten zu können, wurde auch untersucht welche Situation am meisten genossen wird. Beinahe Kopf an Kopf liegt dabei die Situation von Entspannen und Schlafen sowie Urlaub machen. Zuhause toll zu essen und Zeit mit der Familie verbringen liegt knapp dahinter auf gleicher Höhe. Für die Lebensfreude scheinen all diese Tätigkeiten überaus wichtig - und dabei spielt auch das Essen eine Rolle.

Genießer leben oft gesünder

Solche, die sich als Genießer beim Essen einschätzen, können eine höhere Lebenszufriedenheit vorweisen als jene die sich nicht als Genießer sehen.

Noch dazu halten Genießer ihre Ernährung auch für gesünder – sie haben beim Essen seltener ein schlechtes Gewissen, kochen besser und bereiten dabei auch öfter warme Mahlzeiten zu. Genießer haben höhere Ansprüche an ihre Mahlzeit und achten deswegen beim Kochen genau auf Zutaten und Abwechslung.

Interessant dabei ist dass es beim Body-Mass-Index (BMI) keinen Unterschied gibt zwischen Genießern und Nicht-Genießern. Woraus schließen lässt dass der Genuss beim Essen nicht notwendig mit Menge oder Kalorienzahl kommt.

Genuss ist also nicht unbedingt mit schlechterer Gesundheit zu verbinden. (alm)

Weitere Infos auf http://www.lieferando.de

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