Der Deutsche Presserat spricht in seiner jüngsten Sitzung 13 Rügen aus – dabei auch eine Rüge für die Veröffentlichung einer Karikatur zum Brand von Notre Dame bei WEB.DE.

Die beanstandete Karikatur bei WEB.DE wurde im Zusammenhang mit dem Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame veröffentlicht.

Auf der Zeichnung stehen links von der Kathedrale ein Polizist und ein Träger einer Gelbweste, die sich umarmen und entsetzt auf das brennende Kirchengebäude schauen. Rechts von Notre Dame ist ein augenzwinkernder Emmanuel Macron mit einer brennenden Fackel in der Hand zu sehen.

Die Unterzeile der Karikatur lautet "Macron eint die Nation". Der Presserat sieht in dieser Darstellung eine Ehrverletzung nach Ziffer 9 Pressekodex des französischen Staatspräsidenten, da sie suggeriere, der Präsident sei als Initiator einer Brandstiftung für das Feuer in Notre Dame verantwortlich.

Die vom Presserat beanstandete Aussage entspricht nicht der Intention des Künstlers. Dieser hatte die im Umfeld des Brandes kursierenden Verschwörungstherorien zu einer Beteiligung Macrons am Brand zur Illustration aufgegriffen, aber nicht mit der Absicht, dies als Realität zu suggerieren.

Dass dies von Lesern – und auch vom Deutschen Presserat – als solches nicht erkannt wurde, tut der Redaktion leid, eine Ehrverletzung war nicht unsere Absicht.

Neben der Rüge für WEB.DE wurden zwölf weitere Rügen ausgesprochen, unter anderem wegen Verletzungen des Opferschutzes und der Sorgfaltspflicht. Gerügt wurden BILD und BILD.DE, Hamburger Morgenpost, der Berliner Kurier, der Express sowie die TZ, die Junge Freiheit, Stern Crime, Auto Bild und Hörzu.