Gas und Strom im Vergleich: Welche Faktoren spielen bei der Wahl von Tarif und Anbieter eine Rolle? Wie entwickeln sich die Preise?

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Die Preise für Gas und Strom unterliegen einer ganzen Reihe von Faktoren. Angebot und Nachfrage zählen in vielen Industriestaaten ebenso dazu, wie der Wettbewerb vieler Anbieter um Kunden und Marktanteile. Politische und wirtschaftliche Entscheidungen schlagen ebenfalls häufig bei der Jahresrechnung zu Buche, und der Verbrauch fossiler Brennstoffe verteuert auf lange Sicht die konventionelle Energiegewinnung.

Genau wie beim Strom kann auch beim Gas ein Vergleich von Tarifen und Anbietern bares Geld wert sein. Besonders Kunden, die aus der Grundversorgung wechseln, können oft signifikant sparen. Doch für wen lohnt sich Gas und für wen Strom?

Gas und Strom in Deutschland

Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. Januar 2017 in Deutschland in Kraft tritt, möchte die Regierungskoalition erreichen, dass der seit Jahren insbesondere für private Haushalte hohe Strompreis in Zukunft wieder sinkt. Unter anderem die bis dato feste Vergütung für Ökostrom wird demgemäß komplett umgestellt. Ob sich dies für den Strom-Endkunden jedoch tatsächlich auf der Stromrechnung bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt der teure Ausbau der Stromnetze könnte die Kosten stattdessen sogar vorerst weiter steigen lassen.

Auf dem europäischen Gasmarkt sinkt derzeit der Gaspreis, und auch in Deutschland gab es im ersten Halbjahr 2016 einen fast 4-prozentigen Abschwung. Für das zweite Halbjahr rechnen Experten mit einem weiteren Preisrückgang. Einer der Gründe: US-amerikanisches Flüssiggas, das im Mai 2016 erstmals Europa erreichte. In großem Stil unter anderem im Fracking-Verfahren gefördert, ist Erdgas derzeit in großem Angebot auf dem Weltmarkt verfügbar. Leider erreicht der gesunkene Einkaufspreis für Gas in der Praxis aber oft nicht den Verbraucher.

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Gas und Strom zum Kombitarif

Wer neben Strom für seine elektrischen Geräte beispielsweise auch eine Gasheizung oder einen Gasherd betreibt, kann Gas und Strom häufig auch von ein und demselben Anbieter beziehen. Das hat Vor- und Nachteile: So erspart sich der Verbraucher den bürokratischen Aufwand, mit verschiedenen Versorgern Verträge schließen zu müssen, und bezieht seine Energie aus einer Hand. Auch die Abrechnung ist einfacher und manche Versorger gewähren Rabatte, wenn Verbraucher zugleich Gas und Strom bei ihnen kaufen. Andererseits ist damit die Abhängigkeit vom Versorger größer. Auch auf eventuelle Preisvorteile bei konkurrierenden Anbietern muss der Kunde gegebenenfalls verzichten.

Gas und Strom im Vergleich

Obgleich das deutsche Gasnetz nicht so flächendeckend ausgebaut ist wie das Stromnetz, stehen Gaskunden je nach Versorgungsgebiet fast 100 Anbieter zur Auswahl. Aus diesem Wettbewerb ergeben sich für Verbraucher, die Tarife und Anbieter miteinander vergleichen, teils große Einsparpotenziale von bis zu mehreren hundert Euro – beim Gas häufig noch größere als beim Strom.

Um die Energiepreise der verschiedenen Versorger schnell und einfach miteinander zu vergleichen und bestenfalls einen günstigeren Anbieter zu finden, können Verbraucher heute eine Reihe von Vergleichsportalen im Internet benutzen. Die Tarifrechner fragen Daten wie die Postleitzahl und den Jahresverbrauch ab und zeigen dem Kunden gleich darauf die an dessen Wohnort verfügbaren Tarife an. Häufig sucht der Tarifrechner auf Wunsch auch gezielt nach Ökostrom oder Gewerbestrom. Im Gasanbieter-Vergleich können Sie die Auswahl meist ebenfalls individualisieren und beispielsweise nach Biogas-Versorgern suchen. In jedem Fall sollten Sie aber folgende Punkte beachten, wenn Sie Vergleichsportale für Gas und Strom benutzen:

Tarife mit Vorkasse

Tarife mit Vorkasse sind oft besonders günstig. Dabei sollte sich der Verbraucher allerdings darüber im Klaren sein, dass er hier seinen geschätzten Energiebedarf für ein ganzes Jahr im Voraus zu bezahlen hat. Er gewährt seinem Versorger also faktisch einen Kredit. Ein bestenfalls günstigerer Strom- oder Gaspreis entspricht dabei quasi den Zinsen. Wird der Versorger aber zwischenzeitlich insolvent, ist schlimmstenfalls auch das vorausgezahlte Geld der Kunden weg.

Wenn Sie Energiepreise per Webportal vergleichen, erscheinen meist zuerst die günstigsten Tarife. Achten Sie also aufmerksam darauf, ob es sich dabei um Vorkasse-Tarife handelt. Entscheiden Sie sich nur für einen Anbieter, auf dessen Wirtschaftlichkeit Sie auch vertrauen.

Rabatte locken Neukunden

Oft stecken im Jahrespreis für Gas und Strom, den die Vergleichsportale nennen, Rabatte für Neukunden. Das ist an sich natürlich positiv – jedoch gelten die Rabatte oft nur für begrenzte Zeit. Ist der Preis danach zu hoch, steht der nächste Wechsel an. Im Idealfall wissen Sie als Verbraucher also bereits vor Vertragsabschluss, wann eine Rabattierung endet und was Sie anschließend zu zahlen haben. Beachten Sie stets auch die Kündigungsfrist, um rechtzeitig wechseln zu können, falls Ihr Vertrag nicht mehr attraktiv ist.

3 bis 10 Wochen kann ein Anbieter-Wechsel dauern

Haben Sie einen neuen, günstigeren Anbieter für Gas oder Strom gefunden, können Sie in der Regel direkt über das jeweilige Vergleichsportal den Wechsel in die Wege leiten. Nachdem Sie weitere Daten wie Ihre Anschrift, die Zählernummer und den Namen des bisherigen Versorgers eingegeben haben, können Sie das Antragsformular direkt online versenden. Die Zählernummer finden Sie übrigens auf jeder Strom- oder Gasrechnung. Alternativ lesen Sie sie auch direkt am Zähler ab. Das Vergleichsportal prüft Ihren Wechselantrag und übermittelt ihn an den neuen Versorger. Dieser übernimmt auf Wunsch auch gleich die Kündigung Ihres Vertrags beim bisherigen Energielieferanten. Meist dauert es dann es zwischen 3 und 10 Wochen, bis der neue Anbieter Sie mit Gas oder Strom beliefert.

Lückenlose Versorgung: Auch bei Anbieterwechsel

Verbraucher, die ihren Gas- oder Strom-Anbieter wechseln möchten, müssen nicht befürchten, dass sie etwa eine Übergangszeit ohne Energie überbrücken müssten. Selbst wenn der Vertrag mit dem neuen Anbieter nicht unmittelbar an den alten anknüpft, ist die Versorgung auch in der Zwischenzeit gesichert. Der örtliche Grundversorger springt so lange ein. Wechseln Sie nur den Tarif, aber nicht den Anbieter, ist es noch unkomplizierter. Dann ändert sich auf der Rechnung nicht einmal der Name des Lieferanten – dafür aber der Rechnungsbetrag bestenfalls positiv für Sie.

Fazit

Eine präzise Prognose, ob sich Gas oder Strom mehr lohnt, und wenn ja, für wen, lässt sich pauschal kaum seriös aufstellen. Zu viele globale und nationale, politische und wirtschaftliche Faktoren spielen hier eine Rolle – und nicht zuletzt kommt es natürlich auf den individuellen Bedarf an, auf den persönlichen Verbrauch und auf die Versorgersituation vor Ort. Wer aufmerksam Anbieter und Tarife vergleicht und dabei auf die oben genannten Fallstricke achtet, kann bei der Jahresrechnung aber womöglich sparen.© 1&1 Mail & Media