Zunge so schwer wie ein Kleinwagen: Rekorde der Wale

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Blutgefäße breit wie ein Kind, eine Zunge so schwer wie ein Kleinwagen: Die größten Tiere der Welt protzen geradezu mit Superlativen. Hier sind die spektakulärsten Wal-Rekorde.

Er belegt Platz eins der Rekordbrecher: Mit seiner schieren Masse und Größe schlägt der Blauwal jedes andere Tier um Längen. Drei Doppeldecker-Busse hintereinander sind etwa so lang wie ein Exemplar des Riesen, größer ist kein anderes Tier auf dem Planeten.
Auch beim Gewicht kann ihn keiner übertrumpfen. Mit 100 bis 190 Tonnen wiegt er etwa so viel wie 45 Elefanten oder über 2.000 Menschen. Allein die Zunge erreicht das Gewicht eines Elefanten. Ein Dutzend Personen würden darauf locker Platz finden.
Das Herz des Wals ist so groß wie ein Kleinwagen und pumpt tausende Liter Blut durch den Körper. Einige Blutgefäße sind so dick, dass ein Kind hindurchschwimmen könnte. Um diesen Organismus am Laufen zu halten ist einiges an Energie nötig. Fast zwei Tonnen Nahrung kann sein Magen daher auf einmal aufnehmen.
Die Tiere gleiten zur Nahrungsaufnahme durch Krill-Schwärme, das sind kleine, Schrimps ähnliche Organismen, und nehmen dabei riesige Mengen an Wasser auf. Danach pressen sie das Wasser wieder durch die Barten hinaus. Der Krill wird vom Dickicht der Borsten aufgehalten und verdaut. 3,5 Tonnen nimmt ein Wal so am Tag zu sich.
Schon als Kalb ist der Blauwal rekordverdächtig. Ein Neugeborenes wiegt bereits zwei Tonnen, ist sieben Meter lang und trinkt täglich über 200 Liter Muttermilch. Stündlich nimmt das Kleine so etwa vier Kilogramm zu.
Die Blas des Blauwals, also die Fontäne, die entsteht, wenn der Wal Atemluft nach dem Tauchgang ausstößt, ist die höchste unter den Meeressäugern. Bis zu zwölf Meter schießt sie nach oben in den Himmel.
Auch bei der Lautstärke halten Wale den Rekord im Tierreich. Die Rufe übertreffen teilweise 230 Dezibel und sind damit lauter als ein Düsenjet. Vermutet wird, dass sie damit ihre Beute in einigen Fällen betäuben oder desorientieren wollen.
Sie sind laut der neuesten Forschung die Weltmeister im Tauchen: die Cuvier-Schnabelwale. Selbst in knapp 3.000 Metern Tiefe sind die Tiere noch anzutreffen. Der längste registrierte Tauchgang dauerte 140 Minuten.
Nicht nur in die Tiefe, auch auf der langen Distanz sind sie wahre Meister. Über 22.000 Kilometer war die längste je gemessene Reisestrecke eines Säugetiers. Zurückgelegt hat sie ein Grauwal. Die Entfernung entspricht einer halben Erdumrundung.
Das Weibchen schwamm von der russischen Insel Sachalin bis zur Küste Mexikos und wieder zurück. In nur 172 Tagen war sie wieder an ihrem Heimatort.
Durchschnittlich wird ein Grönlandwal nur 40 Jahre alt. Das klingt wenig spektakulär. Doch einige Exemplare, die aktuell im Meer schwimmen, wurden geboren, also noch keiner der jetzt lebenden Menschen auf der Erde wandelte.
211 Jahre ist der Rekordhalter unter ihnen. Kein Säugetier wird älter. Selbst die bis zu 180 Jahre alten Riesenschildkröten können da nicht mithalten.
Der Pottwal ist das größte bezahnte Tier der Welt. Wozu er die teils 20 Zentimeter langen Zähne allerdings benötigt, ist noch nicht bekannt. Da schon gut genährte Pottwale mit völlig deformierten Kiefern gefunden wurden, ist es fraglich, ob die Zähne bei der Jagd eine große Rolle spielen.
Auch sein Gehirn nimmt Dimensionen an, die seinesgleichen suchen. 9,5 Kilogramm wiegt das Denkorgan. Im Vergleich zum riesigen Schädel ist das natürlich verschwindend gering. Trotzdem ist es das massigste im ganzen Tierreich.
Sie sind die Akrobaten unter den Säugetieren: Trotz ihrer großen Masse springen die Buckelwale regelmäßig meterhoch aus dem Wasser und sorgen für beeindruckende Bilder. Doch auch hier herrscht Rätselraten unter Wissenschaftlern. Ist es eine Form der Kommunikation? Werden damit Parasiten bekämpft?
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