Die Innenminister wollen Lehren aus der Coronakrise ziehen und sich auf die zweite Welle vorbereiten. Am Gardasee müssen Besucher am Strand keine Masken tragen. Alle News zum Coronavirus.

  • 08:22 Uhr: Innenminister bereiten sich auf zweite Welle vor
  • 07:30 Uhr: Italienischer Bürgermeister meint, sein Ort sei "immun"

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Top-News: Innenminister bereiten sich auf zweite Welle vor

08:22 Uhr: Die Innenminister der Länder und des Bundes wollen Lehren aus den Erfahrungen in der Coronakrise ziehen und Vorkehrungen für eine mögliche zweite Infektionswelle treffen. Das kündigte der Chef der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier (SPD), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

"Man muss ja damit rechnen, dass es im Herbst ein Wiederaufflammen gibt, weil man sich dann beispielsweise wieder öfter in geschlossenen Räumen aufhält." Daher müsse man schauen, ob genügend nationale Reserven vorhanden seien, "was ganz elementare, systemkritische Versorgungsartikel anbelangt".

Gemeint sind zum Beispiel Schutzkleidung, aber auch medizinische Produkte und Medikamente. "Ich denke, dass wir jetzt Zeit haben, um die Vorräte an nötigen Ressourcen aufzufüllen." Man müsse sich auch Gedanken darüber machen, ob genügend Produktionskapazitäten im Inland da seien.

Weitere Corona-Meldungen des Tages im Live-Blog:

Merkel: Maßnahmen sind Mischung aus Konjunktur- und Zukunftspaket

10:40 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die beschlossenen Maßnahmen zur Abfederung der Corona-Folgen als Mischung aus klassischem Konjunkturpaket und auf viele Jahre ausgerichtetem Zukunftspaket bezeichnet. Das klassische Konjunkturpaket entfalte seine Wirkung in den Jahren 2020 und 2021.

Das länger angelegte Zukunftspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro sei notwendig, weil sich durch den Klimawandel und die Digitalisierung die Art des Wirtschaftens grundlegend ändere, sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast.

Frankreichs Corona-Warn-App knackt Millionen-Marke

10:32 Uhr: Frankreichs Coronavirus-Warn-App "StopCovid" hat nach Angaben der Regierung die erste Millionen-Marke übertroffen. Innerhalb von drei Tagen sei die App eine Million Mal aktiviert worden, schrieb der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, am Samstag auf Twitter. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen auf das Handy bereit. Die Regierungs hatte zuvor erklärt, damit die App aber wirksam sei, müsste sie von mehreren Millionen Französinnen und Franzosen genutzt werden.

"StopCovid" soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen dann gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

Experten hatten bereits kritisiert, dass die französische App nicht von den Schnittstellen Gebrauch macht, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für ihre Betriebssysteme iOS und Android bereitstellten. Das kann zu Problemen wie höheren Stromverbrauch und einer weniger zuverlässigen Bluetooth-Erkennung führen.

Macron und Xi sprechen über Kampf gegen Corona

10:25 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping haben sich über die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ausgetauscht. Macron habe in einem Telefongespräch am Freitag seine Entschlossenheit für eine starke internationale Reaktion auf die Pandemie mit drei Prioritäten zum Ausdruck gebracht, teilte der Élyséepalast mit.

Dabei betonte er demnach die Bedeutung der Wissenschaft und die zentrale und unumgängliche Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ebenfalls relevant sei die Solidarität mit Afrika in der Krise und der Zusammenhang zwischen Gesundheitsfragen und Umweltschutz.

Dem Präsidentenpalast nach haben beide die strategische Partnerschaft der beiden Länder hervorgehoben. Macron betonte ebenfalls die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Europa und China. Ein für Mitte September in Leipzig geplanter EU-China-Gipfel war zuletzt wegen der Coronakrise verschoben worden.

Sparen in der Coronakrise: Bolivien schafft drei Ministerien ab

09:52 Uhr: Boliviens Übergangsregierung schafft mehrere Ministerien ab, um in der Coronakrise Geld zu sparen. Demnach werden das Sportministerium, das Kulturministerium und das Kommunikationsministerium an andere Ministerien angeschlossen, berichteten bolivianische Medien am Freitag (Ortszeit) übereinstimmend. "Alles Eingesparte wird in die Gesundheit und den Kampf gegen das Coronavirus gehen", wurde Übergangspräsidentin Jeanine Añez zitiert.

Vor allem die Abschaffung des Kulturministeriums löste in dem Andenstaat Kritik aus. Unter dem Motto "Ich bin ein Künstler, ich bin keine absurde Ausgabe" rief der Kultursektor den Notfall aus. Zudem sollen die Botschaften in Nicaragua und im Iran geschlossen werden. "Wir haben nichts gegen diese Länder (...), es ist, um zu sparen und dieses Geld zu investieren", sagte Añez.

Ministerpräsidentin Dreyer: Mehr Koordinierung durch das RKI sinnvoll

09:38 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat eine bessere Koordinierung der wissenschaftlichen Politik-Beratung zum Thema Corona gefordert. Dabei sehe sie das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Pflicht, sagte Dreyer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag).

Aufgabe des RKI müsse es sein, Erfahrungen aus den Bundesländern aufzunehmen und immer wieder auch mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen abzugleichen. "Dadurch kann das Wissen besser gebündelt werden als bisher", ist Dreyer überzeugt. "Das ist notwendig, damit Politiker und Politikerinnen in Bund, Ländern und Kommunen gute und abgestimmte Entscheidungsgrundlagen bekommen."

WHO befürwortet nun Tragen von Gesichtsmasken

Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen

09:21 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Coronakrise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am Freitag in Genf mit.

Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: "Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln."

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Gardasee wartet auf deutsche Touristen: Keine Masken am Strand

07:30 Uhr: Der Tourismusbetrieb am Gardasee in Italien hofft in diesem Jahr trotz Corona auf zahlreiche Urlauber aus Deutschland. "Die Besucher können sich hier absolut sicher fühlen. Wir hatten hier nur einen einzigen Corona-Fall", sagte der Bürgermeister der Kommune Limone sul Garda, Antonio Martinelli, der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Ort ist immun."

Hotels, Attraktionen und Fähren würden nun nach und nach den Betrieb aufnehmen. Urlauber müssten auch nicht mit Atemschutzmasken am Strand liegen oder im Restaurant sitzen, dafür gelte aber auch beim Urlauben ein Sicherheitsabstand.

Limone sul Garda ist vor allem bei ausländischen Touristen beliebt, etwa 70 Prozent kämen aus Deutschland, sagte Martinelli. Letztes Jahr habe der kleine Ort insgesamt 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt - mehr habe in der Region Lombardei nur die Metropole Mailand. "Wir wollen eine Botschaft an unsere geliebten deutschen Freunde senden, dass wir sie sehnsuchtsvoll erwarten."

Die Saison geht üblicherweise von März bis Oktober, bis jetzt sei sie wegen Corona komplett ins Wasser gefallen, sagt Martinelli. "Wir hoffen aber, nun wieder etwas reinzuholen." Besonders viele Besucher kommen aus Bayern an den norditalienischen See, der in den Regionen Venetien und Lombardei und der Provinz Trentino liegt.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.