Nachdem bereits einige Bezirke in der Hauptstadt den Warnwert deutlich überschritten hatten, liegt nun ganz Berlin über der Inzidenzzahl von 50. Auch die Lage in Frankfurt bereitet Sorgen. Bayerns Ministerpräsident Söder fürchtet in einigen Großstädten einen Kontrollverlust. Alle Infos zur Corona-Pandemie in unserem Live-Blog.

  • 20:10 Uhr: Infektionszahl in Portugal klettert rapide
  • 19:45 Uhr: Frankreich ruft höchste Corona-Warnstufe für vier weitere Städte aus
  • 18:50 Uhr: Merkel will zweiten Lockdown vermeiden
  • 17:21 Uhr: Berlin und Frankfurt überschreiten Warnwert von 50
  • 15:51 Uhr: Bestatter postet bei Facebook wegen Fake News zu angeblichem Maskentod
  • 12:51 Uhr: Kellner bedient ohne Maske und greift Polizisten an
  • 12:33 Uhr: Polen verzeichnet erstmals mehr als 4.000 Corona-Neuinfektionen
  • 09:55 Uhr: Söder fürchtet in einigen Großstädten Kontrollverlust über Infektionszahlen
  • 06:28 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4.000
  • 06:01: Mehr als fünf Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

Top-News: Ganz Berlin und Frankfurt überschreiten Inzidenz-Warnwert

17:21 Uhr: Eine der wichtigen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist erstmals für ganz Berlin über den Warnwert von 50 gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt in der Hauptstadt nun bei 52,8. Das geht aus dem Corona-Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervor.

Auch in Frankfurt ist die wichtige Kennziffer überschritten worden, die Inzidenzzahl wurde am Donnerstag mit 59,1 angegeben. Die Stadt hat wegen der gestiegenen Infektionszahlen bereits Einschränkungen wie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und eine Ausweitung der Maskenpflicht angekündigt.

Der Wert in der Hauptstadt war zuletzt stetig gestiegen. In Hinblick auf mögliche Maßnahmen des Senats ist in Berlin allerdings ein eigenes Frühwarnsystem entscheidend.

Die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen Woche gilt als ein zentrales Kriterium: Bund und Länder hatten vereinbart, dass in besonders betroffenen Gebieten, die den Wert überschreiten, örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. In mehreren Berliner Innenstadtbezirken liegt die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz schon einige Tage teils weit über 50, sie wurden deshalb von einigen Bundesländern zu Risikogebieten erklärt.

Der Berliner Senat hat abweichend von der Bund-Länder-Vereinbarung im Mai ein eigenes Warnsystem beschlossen hat, die sogenannte Corona-Ampel. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen nur einer von drei Indikatoren. Berücksichtigt werden auch die sogenannte Reproduktionszahl, bei der die Ampel aktuell auf Gelb steht, und die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Infizierten - hier steht die Ampel auf Grün.

Dieses System signalisierte dem Senat bereits vor geraumer Zeit Beratungs- und Handlungsbedarf: Die Grenzwerte für neue Corona-Fälle sind niedriger angesetzt als in der Bund-Länder-Absprache. Bereits ab 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zeigt die Ampel gelbes, ab 30 rotes Licht - vorausgesetzt, der Wert wird drei Tage in Folge überschritten.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Infektionszahl in Portugal klettert rapide

20:10 Uhr: Das Coronavirus macht auch dem bisher relativ gut durch die Krise gekommenen Portugal immer mehr zu schaffen. Mit 1.278 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete die Gesundheitsbehörde DGS am Donnerstag in Lissabon die zweithöchste Ansteckungszahl seit Ausbruch der Pandemie. Mehr neue Fälle wurden nur ein einziges Mal vor knapp sechs Monaten erfasst. Sorge bereitete derweil vor allem die Tatsache, dass die Zahl der in Krankenhäusern behandelten COVID-19-Patienten in etwas mehr als einem Monat von gut 300 auf mehr als 800 in die Höhe schoss.

"Nächste Woche werden wir neue Maßnahmen beschließen, ich kann aber noch nicht sagen, welche", erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Eine strikte Ausgehsperre, wie sie es zu Beginn der Pandemie gegeben hat, schloss die Politikerin aber aus. Das Land würde kaum wieder einen allgemeinen Lockdown wie im März und April ertragen, meinte sie auf Fragen von Journalisten.

In Portugal gilt - anders als im Nachbarland Spanien - nicht im gesamten Land eine generelle Maskenpflicht im Freien, sondern nur auf Madeira. Mund-Nasen-Schutz muss man aber unter anderem in öffentlichen Transportmitteln, in Läden und anderen geschlossenen Räumen sowie auch an Orten mit Menschenansammlungen tragen. Außerdem muss man einen Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen einhalten.

Frankreich ruft höchste Corona-Warnstufe für vier weitere Städte aus

19:45 Uhr: Frankreich hat wegen der alarmierenden Corona-Lage für vier weitere Städte die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Diese "maximale Alarmstufe" gelte ab Samstag in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Étienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend an. Die Situation im Land verschlechtere sich weiter, warnte der Minister. Er zeigte sich beunruhigt über die Situation in den Pariser Krankenhäusern. Gleichzeitig will der Staat unter den Corona-Einschränkungen leidende Branchen noch stärker finanziell unterstützen.

Die "maximale Alarmstufe" gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und gastronomische Betriebe, die kein Essen anbieten, schließen. In Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen.

"Die Situation hat sich in den letzten Tagen in mehreren Metropolen verschlechtert", sagte der Minister. In Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Étienne sei nun die 250er-Marke von Corona-Neuninfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen geknackt worden, begründete er die neue Einstufung der Städte. Für Toulouse und Montpellier steht eine Entscheidung noch aus. Die Regierung will sich bis Montag Zeit lassen.

Véran warnte außerdem, dass in den Kliniken in Paris und Umgebung der Anteil der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen zunehme. Daher wurde ein entsprechender Notfallplan aktiviert. Dieser hat unter anderem zur Folge, dass nicht dringende Operationen verschoben werden können. Derzeit sind im Großraum Paris rund 40 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Steigt diese Zahl über 60 Prozent, kann der Gesundheitsnotstand ausgerufen werden.

Frankreich ist mit mehr als 32.000 Toten schwer von der Pandemie getroffen. Mit 18.746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gab es am Mittwoch einen weiteren Rekord.

Merkel will zweiten Lockdown vermeiden

18:50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. "Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte Merkel am Donnerstag bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine "historisch schwere Rezession" gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel.

Fake News zu totem Melvin - Bestatter postet Bitte bei Facebook

15:51 Uhr: In sozialen Netzwerken gehen seit einigen Wochen Falschmeldungen über Fälle verstorbener Kinder in mehreren Orten in Deutschland viral, die angeblich deshalb zu Tode kamen, weil sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen mussten.

Sowohl die jeweils zuständige Polizei als auch die zuständigen Staatsanwaltschaften wiesen die Falschmeldungen zurück. Darüber hinaus sei es "unmöglich", dass ein Kind durch das Tragen einer Alltagsmaske ums Leben kommen könne, sagt der Berliner Mediziner und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch kleine Kinder könnten einen Mundschutz tragen. "Das ist gar kein Problem", erklärt der Experte.

Als besonders schmerzlich dürften die Eltern des kleinen Melvin aus Ostfriesland die Fake News empfinden, die sich um den Tod ihres Sohnes ranken. Angeblich sei er, Maske tragend, in einem Bus zusammengebrochen und wenig später verstorben, behaupteten Pandemie-Leugner.

Über die genaue Todesursache ist nichts öffentlich bekannt. Das für Melvin zuständige Bestattungsunternehmen sah sich - laut Angaben des Blogs "Der Volksverpetzer" in Absprache mit den Eltern - allerdings gezwungen, via Facebook einen Aufruf zu starten, die Falschmeldungen nicht mehr zu verbreiten. "Melvin hatte bei seinem Zusammenbruch keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Auch hat sich dies nicht wie häufig beschrieben in einem Bus zugetragen. Der Tod von Melvin hat rein gar nichts mit dem Coronavirus zu tun", heißt es in dem Post.

Kellner bedient ohne Maske und greift Polizisten an

12:51 Uhr: In Stralsund ist die Polizei in ein Restaurant in der Innenstadt gerufen worden, weil ein Kellner dort ohne Mund-Nasen-Schutz servierte. Zudem habe der 29-Jährige die Gäste aufgefordert, ihre Masken abzulegen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Darauf hätten am Mittwochabend Gäste aus Hamburg hingewiesen. Zudem seien in dem Restaurant die persönlichen Daten der Gäste nicht erfasst worden, um eine Nachverfolgung im Corona-Fall zu ermöglichen.

Den Beamten gegenüber trat der Kellner laut den Angaben zufolge aggressiv auf. Der in Stralsund wohnende Mann äußerte der Polizei gegenüber sein Unverständnis für die Maßnahmen der Landesregierung und weigerte sich, seine Personalien anzugeben.

Schließlich beleidigte er die Beamten und versuchte, zwei von ihnen mit der Faust zu schlagen. Die Polizisten nahmen ihn daraufhin in Gewahrsam.

Gegen den Kellner wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der versuchten Körperverletzung eingeleitet. Darüber hinaus nahmen sie den Verstoß gegen die entsprechende Corona-Verordnung des Landes auf.

Erneute Corona-Beschränkungen für Menschen aus Georgien und Tunesien

12:41 Uhr: Wegen der Einstufung von Georgien und Tunesien als Corona-Risikogebiete gelten ab Freitag wieder weitreichende Einreisebeschränkungen für Menschen aus beiden Ländern.

In die Bundesrepublik kommen darf demnach nur noch, wer eine wichtige Funktion ausübt oder wessen Reise zwingend notwendig ist, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag mitteilte. Die Regelung gilt ab Mitternacht.

Das Robert-Koch-Institut hatte beide Länder am Mittwoch auf die Liste der Risikogebiete gesetzt. Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt.

Polen verzeichnet erstmals mehr als 4.000 Corona-Neuinfektionen

12:33 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Die Behörden verzeichneten 4.280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Warschau mitteilte.

Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie nie zuvor. Bei den Neuinfektionen lag der Schwerpunkt mit 598 Fällen in der Region um die Hauptstadt Warschau, aber auch Kleinpolen im Süden des Landes (548) und Großpolen im Westen (505) waren stark betroffen.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 111.599 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.867 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus.

Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert Koch-Institut bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

Österreich hat mehr neue Corona-Fälle an einem Tag als je zuvor

11:37 Uhr: Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1.209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 COVID-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Die Corona-Ampel zur Bewertung der Lage innerhalb Österreichs könnte einem Medienbericht zufolge am Freitag erstmals für einige Bezirke die höchste Warnstufe rot zeigen. Anschober sagte, er wolle der am Donnerstag beratenden Experten-Kommission zur Ampel nicht vorgreifen. Die Corona-Ampel bewertet neben den Infektionszahlen der vergangenen sieben Tage auch Faktoren wie das Alter der Erkrankten, die Krankenhauskapazitäten und die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen.

Bolsonaro nimmt nach Corona-Diagnose Hydroxychloroquin vor laufender Kamera

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Um seine Landsleute zu beruhigen, veröffentlichte er am Dienstag ein Video – vor laufender Kamera schluckt Bolsonaro eine Dosis Hydroxychloroquin. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung des Malaria-Medikaments gegen COVID-19 nicht. (Teaserbild: Getty Images/Andressa Anholete)

Kanzleramtschef Braun sieht klassischen Beginn einer zweiten Welle

10:46 Uhr: Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun (CDU), sieht wegen der vielerorts steigenden Corona-Infektionszahlen den Beginn einer sogenannten zweiten Welle. Man sehe in einigen Großstädten nicht nur, dass der wichtige 50er-Grenzwert überschritten werde, sondern auch, dass die Zahlen sehr schnell anstiegen. "Das heißt, dass die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern möglicherweise an einigen Stellen nicht mehr funktioniert, und das ist der klassische Beginn einer zweiten Welle", sagte Braun am Donnerstag im "Frühstart" von RTL/ntv.

Über diese Regionen müsse man die Kontrolle zurückgewinnen. Dabei müsse auch wieder über Kontaktbeschränkungen nachgedacht werden. Gerade mit Großstädten wie Berlin oder Bremen sei man "intensiv im Gespräch". Mit Blick auf am Mittwoch beschlossene Reisebeschränkungen sprach Braun von einer schwierigen Phase. Dies sei das "mildeste und einfachste Mittel".

Infektiologin warnt vor neuen Engpässen in deutschen Krankenhäusern

10:07 Uhr: An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Coronainfektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. "Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind", sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Derzeit würden 470 COVID-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt. Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl.

Für die Kliniken gelte: Räume für neue Patienten müssten geschaffen werden. Vielleicht müssten elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht so dringend sind, möglicherweise auch wieder abgesagt werden. Herold hofft nach ihren eigenen Worten, dass die Menschen die Corona-Gefahr ernst nehmen, "so dass wir nicht in diese Situation kommen".

Söder fürchtet in einigen Großstädten Kontrollverlust über Infektionszahlen

09:55 Uhr: Einige Großstädte wie Berlin stehen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kurz davor, die Kontrolle über die Corona-Infektionszahlen zu verlieren.

Deswegen solle man "auf keinen Fall" Vorsicht, die zur Bewältigung der Pandemie entscheidend sei, aufgeben. "Um uns herum in Europa explodieren die Zahlen", betonte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Dort wachse das Problem auch in die Krankenhäuser hinein.

Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 4.000 festgestellte Neuinfektionen. "Mehr Maske, weniger Alkohol und natürlich auch kleinere Partys", seien die richtigen Maßnahmen bei erhöhten Infektionszahlen.

Zudem verteidigte Söder ein am Mittwoch beschlossenes Beherbergungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Menschen und Sicherheit für die Tourismusbranche. Zudem betonte er: "Wer mit einem negativen Test anreist, kann einen Urlaub genießen".

Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4.000

06:28 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4.000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4.058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte.

Das sind über 1.200 mehr als am Mittwoch, als mit 2.828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0:00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.578. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Rate der positiven Tests stieg stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent gewesen.

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen hatten die Bundesländer am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Thüringen machte deutlich, dass es ein Beherbergungsverbot nicht mittragen wolle, Berlin will zumindest nicht sofort einsteigen. Niedersachsen und Bremen wollen prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei noch strengeren Quarantäneregeln bleiben.

Mehr als fünf Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

06:01 Uhr: Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwoch (Ortszeit) hervor.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien damit die meisten Corona-Infektionen (5.000.694). Insgesamt 148.228 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig 24 Mal so groß wie Deutschland.

Am 26. Februar war in Brasilien als erstem Land Süd- und Lateinamerikas ein Mensch positiv auf den Erreger SARS-CoV-2 getestet worden. Inzwischen halten viele Brasilianer die Corona-Pandemie quasi für beendet, Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurden aufgegeben.

Der rechte Staatspräsident Jair Bolsonaro, der wie weitere Mitglieder seiner Familie selbst infiziert wurde, hatte die Krankheit COVID-19 als "leichte Grippe" bezeichnet, für Verwirrung in der Bevölkerung über die Schwere des Krankheitsbilds gesorgt und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie abgelehnt.

Montgomery: Noch immer droht eine Überlastung deutscher Kliniken in der Corona-Pandemie

Deutschlands Gesundheitssystem hat während der ersten Corona-Infektionswelle seine Stabilität und Leistungskraft nachgewiesen und sei "nicht kollabiert". Dies hebt Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, hervor. Doch die Infektionen nähmen wieder zu - und somit die Gefahr einer Überlastung der Kliniken. (Teaserbild: picture alliance/Guido Kirchner/dpa)

Frankreich meldet fast 19.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

04:12 Uhr: Frankreich hat innerhalb von 24 Stunden fast 19.000 neue Corona-Infektionen gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, wurden 18.746 neue Fälle bestätigt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte in einem Fernsehinterview, dass sich das Land auf "mehr Einschränkungen" zu bewege, vor allem in Gebieten, in denen die Ausbreitung des Coronavirus "zu schnell voranschreitet".

"Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller", sagte Macron. Neue Reisebeschränkungen schloss der Staatschef jedoch aus.

Derzeit werden landesweit mehr als 1.400 Menschen wegen COVID-19 auf Intensivstationen behandelt. 80 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen der Krankheit. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Frankreich auf mehr als 32.445.

Italien beschließt landesweite Maskenpflicht im Freien

03:59 Uhr: Im Kampf gegen einen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat Italien eine landesweite Maskenpflicht im Freien beschlossen. Wer beim Verlassen seiner Wohnung keine Maske trage, riskiere eine Geldstrafe von bis zu eintausend Euro, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Mittwoch. Nur bei sportlichen Aktivitäten muss kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Regelungen gelten nicht in Privaträumen oder an Orten, an denen sich nur eine Familie aufhält, teilte die Regierung in Rom mit. Ausgenommen von der Pflicht sind auch Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen, die an einer Krankheit leiden, die sich mit dem Tragen einer Maske nicht vereinbaren lässt.

Die Regierung verabschiedete außerdem ein Gesetz, das den italienischen Regionen untersagt, Maßnahmen zu beschließen, die weniger restriktiv sind als jene, die von Rom getroffen werden. Sie haben jedoch die Möglichkeit, noch striktere Regeln aufzustellen. Einige Regionen, wie beispielsweise Latium und Kampanien, hatten bereits eine regionale Maskenpflicht in der Öffentlichkeit beschlossen.

Italien, das in Europa als erstes Land von der Pandemie betroffen war und 36.000 Todesfälle meldete, verzeichnete am Mittwoch einen starken Anstieg an Neuinfektionen mit 3.678 Fällen.

Experte: Engpässe bei Intensivbetten für Corona-Patienten in Berlin

02:58 Uhr: Die Zahl der Intensivbetten für Corona-Patienten in Deutschland ist nach Ansicht des Mediziners Christian Karagiannidis zwar grundsätzlich ausreichend, wegen der zunehmenden Fallzahlen deuteten sich allerdings mancherorts Engpässe an.

Regional und insbesondere in den Großstädten - vor allem in Berlin - gebe es "schon deutliche Einschränkungen in den Kapazitäten", sagte der zukünftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIIN) der "Rheinischen Post" (Donnerstag).

"Ich bin mir sicher, dass die Intensivbettenkapazität in den nächsten Wochen ausreichend ist", fuhr Karagiannidis fort. "Allerdings könnte es regional in einzelnen Kliniken zu Überlastungen kommen, die dann von Kliniken im Umland aufgefangen werden muss. Hier muss sich die Bevölkerung in den kommenden Monaten darauf einstellen, dass intensivpflichtige Patienten auch durchaus über längere Strecken innerhalb Deutschlands verlegt werden müssen."

Insgesamt sieht der Mediziner die deutschen Kliniken deutlich besser aufgestellt als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr: "Weil mehr Routine eingekehrt ist und die Ärzte wissen, worauf sie achten müssen, etwa mit Blick auf die Gefahr von Thrombosen. Auch stehen uns mit den Medikamenten Remdesivir, Cortison und dem Rekonvaleszentenplasma neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die es zu Beginn so nicht gab."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.