Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand ab kommendem Samstag an wieder eingeführt. Derweil tritt in Deutschland die neue Teststrategie in Kraft. Alle Meldungen zur Corona-Pandemie vom 14. Oktober zum Nachlesen.

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  • 19:45 Uhr: Frankreich verhängt erneut den Gesundheitsnotstand
  • 18:30 Uhr: Bald kommen Schnelltests in Pflegeheimen und Krankenhäusern
  • 17:46 Uhr: Bund und Länder ringen um weitere Corona-Maßnahmen
  • 15:44 Uhr: Österreich und Schweiz mit Corona-Rekord-Zahlen
  • 13:39 Uhr: Telefonische Krankschreibungen bald wieder umfangreicher möglich
  • 10:34 Uhr: Niederlande verhängen "Teil-Lockdown"
  • 05:14 Uhr: Erstmals seit April über 5.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Top-News: Frankreich verhängt erneut den Gesundheitsnotstand

19:45 Uhr: Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Die Pandemie sei eine gesundheitliche Katastrophe, die aufgrund ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährde, hieß es. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde dann Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - das war ein Rekord.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Schnelltests in Pflegeheimen und Krankenhäusern kommen

18:30 Uhr: Am Donnerstag tritt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte neue Teststrategie in der Corona-Pandemie in Kraft. Zentrales Element in der Verordnung sind Massen-Schnelltests in den Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen. Die Kosten müssen die Betroffenen nicht selbst tragen. Die Antigen-Schnelltests sollen binnen weniger Minuten Ergebnisse liefern.

Der Test basiert auf dem Nachweis von Sars-Cov-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. Der entscheidende Unterschied: Der Abstrich muss nicht in einem Labor ausgewertet werden - dies geschieht innerhalb kurzer Zeit direkt vor Ort. Alle derzeit auf dem Markt befindlichen Antigen-Schnelltests müssen von geschultem, medizinischem Personal vorgenommen werden.

Anspruch auf einen bezahlten Schnelltest haben Menschen mit Kontakt zu einem bestätigtem Corona-Fall - etwa wenn sie im gleichen Haushalt wie der Infizierte leben, mit ihm einen mindestens 15-minütigen Kontakt hatten oder über die Corona-App gewarnt wurden.

Bund und Länder ringen um weitere Corona-Maßnahmen

17:46 Uhr: Bund und Länder finden keine Einigung. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten sind am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten. Bislang jedoch ohne Ergebnis, die ursprünglich für 16:00 Uhr angekündigte Pressekonferenz wird immer wieder nach hinten verschoben (siehe Livestream oben).

Bereits im Vorfeld war davon ausgegangen, dass die Verhandlungen sehr schwierig verlaufen. Die Bundesregierung schloß sogar nicht aus, dass die Beratungen am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen.

Rentier-Besitzer: Weihnachtsgeschäft wegen Corona weggebrochen

17:57 Uhr: Die Coronakrise vermiest britischen Rentierbesitzern das Weihnachtsgeschäft. Während der Pandemie wollten Einkaufscenter und Schulen keine Rentiere für Weihnachtsmann-Auftritte und Schlittenfahrten mieten, zitierte die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch George Richardson, Besitzer einer der größten Herden in England.

Die Buchungen seien um 95 Prozent zurückgegangen. Dabei seien die Wochen rund um Weihnachten die einzige Einnahmequelle. "Niemand will ein Rentier mitten im Sommer", sagte Richardson. Er hält die Tiere auf Feldern in Cold Hesledon im Nordosten Englands.

Experte warnt Merkel und Ministerpräsidenten vor Corona-Kontrollverlust

16:06 Uhr: Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat Bund und Länder eindringlich vor einem Kontrollverlust bei den Corona-Infektionen gewarnt. "Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf, um das Schiff noch zu drehen", sagte Michael Meyer-Hermann am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern zum Auftakt der Ministerpräsidentenkonferenz im Bundeskanzleramt in Berlin. Deutschland stehe an der Schwelle zu einem exponentiellen Wachstum.

Meyer-Hermann appellierte an die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), an der Maskenpflicht festzuhalten, auch Bußgelder seien sehr wichtig, zitierten ihn Teilnehmer. Zugleich warnte er in der aktuellen Lage vor Diskussionen über Großveranstaltungen und eine Verkürzung der Quarantänezeit. Zur Verdeutlichung zeigte der Wissenschaftler eine Simulation, wie sich das Infektionsgeschehen entwickeln würde, sollte die Politik jetzt nicht gegensteuern.

Merkel und die Ministerpräsidenten waren am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten.

Österreich und Schweiz mit Corona-Rekord-Zahlen

15:44 Uhr: In Österreich und der Schweiz ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf Rekordwerte gestiegen. Binnen Tagesfrist wurden nach Angaben des Wiener Gesundheits- und Innenministeriums vom Mittwoch 1.346 neue Fälle gezählt.

In der Schweiz und Liechtenstein waren es 2.823, etwa doppelt so viele wie am Vortag, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte.

In Österreich ist der Wert unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner etwa doppelt so hoch wie in Deutschland, in der Schweiz sogar fünf Mal so hoch. In der Schweiz waren es auf dem Höhepunkt der Pandemie am 23. März knapp 1.500 neue bestätigte Fälle pro Tag gewesen.

Telefonische Krankschreibung soll wieder ausgedehnt werden

13:39 Uhr: Telefonische Krankschreibungen beim Arzt wegen Erkältungsbeschwerden sollen wegen der Corona-Lage bis Jahresende wieder umfangreicher möglich gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen für Donnerstag an.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen, die Regelung im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.

Weltbank stellt ärmeren Ländern Milliardenhilfe für Corona-Impfungen bereit

12:38 Uhr: Die Weltbank stellt ärmeren Ländern insgesamt zwölf Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro) für künftige Impfungen gegen das Coronavirus zur Verfügung. Dadurch solle die Impfung von "bis zu einer Milliarde Menschen" unterstützt werden, erklärte die multinationale Entwicklungsbank am Dienstag in Washington. Entwicklungsländern solle mit den Geldern dabei geholfen werden, sich auf breitflächige Impfungen ihrer Bevölkerungen gegen das Virus vorzubereiten.

Die Impfhilfe der Weltbank ist Teil eines umfassenden Maßnahmenprogramms in Höhe von bis zu 160 Milliarden Dollar, mit dem die Finanzinstitution ärmere Länder bis Juni 2021 im Kampf gegen die Pandemie unterstützt.

"Denunziationsportal": Kritik an Essener Meldeformular für Corona-Verstöße

11:25 Uhr: Ein Online-Formular der Stadt Essen, mit dem Bürger Verstöße gegen Corona-Regeln melden können, ist auf heftige Kritik gestoßen. "Dieses Denunziationsportal ist mit Sicherheit rechtswidrig und sollte sofort gelöscht werden", heißt es auf der Facebookseite von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP).

Der Grünen-Digitalexperte Dieter Janecek sieht das Formular ebenso kritisch. "Verwaltungen sollten Bürger nicht mit Formularen ermuntern, andere Bürger zu denunzieren. Das spaltet die Gesellschaft", sagte er der "Bild".

Auf der Internetseite der Stadt gibt es ein Online-Meldeportal für Corona-Verstöße. Es hat den Titel: "Melden eines Verstoßes gegen die Coronaschutz-Verordnung (Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2)". Angegeben werden sollen Ort, Datum, Uhrzeit und Art des Verstoßes, zum Beispiel das Nichttragen einer Maske oder unzulässige Veranstaltungen. Es können auch Fotos zum Verstoß hochgeladen werden. Die Angaben zur eigenen Person sind freiwillig.

Kubicki schrieb am Dienstag auf Facebook: "Chinesische Verhältnisse in Essen." Die Tatsache, dass Bürgerinnen und Bürger jetzt im amtlichen Auftrag zu Denunzianten gemacht würden und Fotos aus dem öffentlichen Raum hochladen sollten, erinnere an schlimmste Zeiten. Damit schiebe man Angst und Misstrauen in unsere Gesellschaft. "Fehlt nur noch, dass die Abschnittsbevollmächtigten prozentual am Bußgeld beteiligt werden."

Janecek sagte "Bild", es gebe so viele Mängel bei der Digitalisierung in der Verwaltung, "da ist es doch sehr sonderbar, dass ausgerechnet für die Anzeige von Corona-Verstößen schnell Erleichterungen im Anzeige-Verfahren möglich wurden".

Die Stadt Essen verteidigte das Formular: Es diene der "Kanalisierung von Informationen, die das Ordnungsamt sonst telefonisch oder per E-Mail erhält. Zu keiner Zeit haben wir das Formular beworben oder aktiv dazu aufgefordert, Verstöße zu melden", twitterte die Stadt.

Der Ordnungsdezernent der Stadt Essen, Christian Kromberg, sagte laut RTL, die Stadt Essen habe in keinster Form vor, das Denunziantentum zu fördern. "Aber wenn der Bürger das Bedürfnis hat, ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren bei der Stadt Essen anzuzeigen, dann soll er dies strukturiert und rechtssicher tun."

Niederlande verhängen "Teil-Lockdown"

10:34 Uhr: Angesichts drastisch steigender Infektionszahlen verschärfen die Niederlande ihre Corona-Maßnahmen. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Dienstag einen "Teil-Lockdown" an.

"Es tut weh, aber es ist der einzige Weg. Wir müssen strenger sein", sagte Rutte. Bars, Cafés und Restaurants müssen demnach schließen und dürfen Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen anbieten. Zudem gilt künftig in öffentlichen Räumen eine Maskenpflicht.

In der Zeit zwischen 20:00 Uhr und 7:00 Uhr gilt darüber hinaus ein Verbot für den Verkauf und den öffentlichen Konsum von Alkohol und Cannabis. Auch Mannschaftssport für über 18-Jährige ist demnach verboten.

Die Niederländer dürfen zudem nur noch drei Besucher pro Tag bei sich zu Hause empfangen. Die Regelungen gelten ab Mittwochabend 22:00 Uhr, in zwei Wochen will die niederländische Regierung ihre Wirksamkeit überprüfen.

Die Niederlande hatten monatelang eine weniger strikte Corona-Politik verfolgt als ihre europäischen Nachbarn. Allerdings tut sich die Regierung schwer damit, die zweite Welle einzudämmen.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten weisen die Niederlande derzeit die dritthöchste Rate an Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in Europa auf. Nur in Tschechien und Belgien sind die Zahlen höher. Die niederländischen Gesundheitsbehörden meldeten in der vergangenen Woche 43.903 Neuinfektionen und 150 Todesfälle.

Deutsche Wirtschaft bricht 2020 stärker ein als erwartet

10:25 Uhr: Die Deutsche Wirtschaft bricht in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie stärker ein als noch im Frühjahr erwartet. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Herbstgutachten senkten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt um mehr als einen Prozentpunkt auf minus 5,4 Prozent. Für das nächste Jahr rechnen die Forscher nun noch mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent. Im Frühjahr waren sie noch von einem Minus von 4,2 Prozent für 2020 und einem Plus von 5,8 Prozent für 2021 ausgegangen.

Die wirtschaftliche Erholung wird nach Einschätzung der Forscher derzeit gebremst. Gründe seien die schleppende Entwicklung in Branchen mit vielen Sozialkontakten wie Tourismus und Gastronomie sowie Veranstaltungsgewerbe und Luftverkehr. Das Vorkrisenniveau der Wirtschaftsleistung wird demnach erst Ende 2021 erreicht.

Ministerium plant Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen

8:03 Uhr: Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen vor. Nach Informationen der Funke Mediengruppe aus dem Haus von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sollen die laufenden Überbrückungshilfen für Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden.

Der Deutschen Presse-Agentur wurden derartige Überlegungen von Insidern bestätigt. Nach der derzeitigen Regelung würden die Überbrückungshilfen zum Jahresende auslaufen.

Demnach zielt das Haus vor allem auf Verbesserungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe. Weitere Unterstützung sollen aber auch die Veranstaltungsbranche sowie die Messe- und Ausstellungswirtschaft bekommen. Konkret werde im Ministerium an verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten wie auch an Modernisierungs- und Zuschussprogramme für Renovierungen während der auftragslosen Zeit gedacht. Die Maßnahmen sollen am Mittwoch beim Corona-Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder diskutiert werden.

Skifahren in Corona-Zeiten: Pistensaison an Zugspitze ab November

7:27 Uhr: Das wird eine ungewöhnliche Skisaison. Sie findet unter strikten Corona-Auflagen statt. Zum Liftfahren - egal ob in der Seilbahn, im Sessel- oder im Schlepplift - müssen alle außer Kinder bis sechs Jahre Masken tragen. Weitere Informationen zur anstehenden Skisaison im Video:

Skifahren in Corona-Zeiten: Pistensaison an Zugspitze ab November

Das wird eine ungewöhnliche Skisaison. Sie findet unter strikten Corona-Auflagen statt. Zum Liftfahren - egal ob in der Seilbahn, im Sessel- oder im Schlepplift - müssen alle außer Kinder bis sechs Jahre Masken tragen.

Corona-Masken in Japan nun auch in Getränkeautomaten

6:02 Uhr: Abends aus dem Haus gegangen und Maske vergessen? In Japan kein Problem.

Nicht nur in Japans überall präsenten 24-Stunden-Supermärkten gibt es Masken und Desinfektionsmittel zu kaufen. Ab diesem Monat bietet der Getränkekonzern DyDo angesichts der andauernden Coronavirus-Pandemie Gesichtsmasken sowie Feuchttücher zum Desinfizieren auch in Getränkeautomaten an, wie eine Unternehmenssprecherin in Osaka der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mitteilte.

Geplant sei, rund 3.000 Getränkeautomaten im Land mit den Masken und Tüchern auszurüsten - einsortiert neben den üblichen Getränken wie Tee und Kaffee. Die Gesichtsmasken werden im Zweierpack und Desinfektionstücher zu je zehn per Tüte angeboten.

Erstmals seit April über 5.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

5:14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen erstmals seit April mehr als 5.000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5.132.

Das waren mehr als 1.000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4.721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2.828 Neuinfektionen mitgeteilt.

Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Das RKI schreibt zur momentanen Situation: "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Der Anteil der COVID-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg zwar in den vergangenen Tagen merklich, ist aber weiterhin vergleichsweise niedrig. So wurden laut Daten des DIVI-Intensivregisters von Dienstag rund 620 COVID-Patienten intensivmedizinisch behandelt, eine Woche zuvor waren es noch rund 450. Insgesamt sind demnach in Deutschland aber noch knapp 9.000 Intensivbetten frei.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 334.585 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.677. Das waren 43 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 281.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,18 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen.

Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Dienstag bei 1,20 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Weil setzt bei Corona-Treffen auf für Bürger überzeugenden Kurs

4:30 Uhr: Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) setzt bei den Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten auf einen Kurs, der die Bürger überzeugt. "Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens sind wir vor allem auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen", sagte Weil vor dem Treffen in Berlin an diesem Mittwoch.

"Politische Vorgaben und Regeln können ein vorsichtiges und umsichtiges Verhalten nicht ersetzen." Allerdings müsse die Politik dort, wo es nötig ist – wie beispielsweise bei der Begrenzung von privaten Feiern – auch klare Regeln aufstellen.

Kanzlerin und Ministerpräsidenten kommen an diesem Mittwoch erstmals seit Mitte Juni wieder im Kanzleramt zusammen und tagen nicht per Videokonferenz.

NFL mit neuen Anti-Corona-Regeln nach Ausbruch bei den Titans

2:45 Uhr: Als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch im Team der Tennessee Titans hat die National Football League (NFL) ihre Regeln zum Schutz vor dem Virus angepasst.

Vom kommenden Spieltag an soll es noch am selben Tag einen PCR-Test geben. Darüber hinaus sollen nur Trainer, die Spielzüge ansagen, an der Seitenlinie ein Plastikschild anstelle einer Mund-Nasen-Bedeckung tragen dürfen.

"Wir können nicht selbstgefällig werden, nicht die Spieler, nicht die Trainer, nicht der Rest unseres Personals", sagte NFL-Boss Roger Goodell nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP am Dienstag. "90 Prozent sind in dieser Umgebung nicht gut genug. Wir müssen unglaublich fleißig und diszipliniert sein."

Wie die NFL zuvor mitgeteilt hatte, gab es seit Beginn der von der Liga koordinierten Tests am 1. August 39 mit dem Coronavirus infizierte Spieler und dazu 60 weitere Fälle in den Mannschaften unter Betreuern und Trainern. 24 positive Tests entfielen zuletzt allein auf die Titans, deren Trainingsgelände deswegen tagelang nicht genutzt werden durfte. Die NFL musste mehrere Spiele neu ansetzen.

Wie es zu dem Ausbruch bei den Titans und der Infektion mehrerer anderer Profis, darunter auch Quarterback Cam Newton von den New England Patriots, kommen konnte, ist unklar.

Städte- und Gemeindebund für einheitliche Corona-Ampel-Lösung

1:10 Uhr: Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, fordert vor den Bund-Länder-Gesprächen am Mittwoch eine einheitliche Ampel-Lösung. "Diese Ampel muss Grenzwerte definieren, bei deren Überschreitung dann Einschränkungen wirksam werden", sagte Landsberg der Funke Mediengruppe.

Werde in einem Kreis etwa die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten, "springt die Ampel auf Rot und private Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen sind dann untersagt". Die von Land zu Land immer unterschiedlicheren Regelungen gefährdeten die notwendige Akzeptanz der Menschen bei der Pandemie-Bekämpfung.

Ein regional unterschiedliches Vorgehen sei mit Blick auf die Höhe der Infektionszahlen richtig, sagte Landsberg "Die Himmelsrichtung sollte aber als Kriterium keine Rolle mehr spielen."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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