Immer mehr Corona-Infizierte müssen auf Intensivstationen behandelt werden. Frankreich verzeichnet inzwischen mehr als eine Million Infektionen. Mehr als 1.500 Bundespolizisten befinden sich derzeit in Quarantäne. Alle Infos zur Pandemie im Live-Ticker.

  • 23:02 Uhr: Biden verspricht Wählern kostenlose Corona-Impfung
  • 22:13 Uhr: Mehr als 1.500 Bundespolizisten in Quarantäne
  • 21:34 Uhr: Frankreich knackt traurigen Rekord
  • 20:34 Uhr: Immer mehr Patienten auf Intensivstationen
  • 19:04 Uhr: Gericht kippt Beherbungsverbot im Norden
  • 16:56 Uhr: Ärztepräsident Reinhardt ändert Haltung zu Alltagsmasken
  • 15:41 Uhr: RKI bestätigt technische Panne

Hier Coronavirus-Live-Blog aktualisieren

Top-News: Immer mehr Patienten auf Intensivstationen

20:34 Uhr: In Deutschland werden immer mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen in Krankenhäusern behandelt. Nach Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vom Freitag werden derzeit 1.121 Patienten mit COVID-19 intensivmedizinisch behandelt. Vor einer Woche waren es noch 690, vor zwei Wochen 510 und vor einem Monat 293 gewesen. 478 Corona-Patienten werden derzeit beatmet.

Demnach sind aktuell 21.736 Intensivbetten belegt. 7.784 sind frei. Das sind 873 freie Betten weniger als noch vor einer Woche. Darüber hinaus steht eine "Notfallreserve" von 12.717 Intensivbetten bereit, die innerhalb von sieben Tagen verfügbar wären.

Laut DIVI-Präsident Uwe Janssen ist eine Überlastung der intensivmedizinischen Kapazitäten derzeit nicht zu erwarten.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Biden verspricht Wählern kostenlose Corona-Impfung

23:02 Uhr: Eine Impfung gegen das Coronavirus soll nach dem Willen von Joe Biden für alle Menschen in den USA kostenlos sein. Auch für Bürger ohne Krankenversicherung müsse die Regierung eine kostenfreie Schutzimpfung garantieren, sagte der demokratische Präsidentschaftskandidat am Freitag in Wilmington im Bundesstaat Delaware. In den USA sind Millionen Menschen aus Kostengründen nicht krankenversichert. Experten hoffen, dass es im kommenden Jahr einen allgemein verfügbaren Impfstoff geben wird.

Biden erneuerte seine Kritik am Krisenmanagement von Präsident Donald Trump. "Er hat Amerika aufgegeben", sagte der 77-Jährige. Der Republikaner habe immer noch keinen schlüssigen Plan, die Pandemie einzudämmen. "Er will nur, dass wir angesichts der schrecklichen Todeszahlen und dem Schmerz für so viele Amerikaner abstumpfen und resignieren", sagte der Demokrat.

1.574 Bundespolizisten in Corona-Quarantäne

22:13 Uhr: Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Mitarbeiter seiner Behörde appelliert, sich im privaten Bereich besser vor Ansteckung zu schützen. In einer Videobotschaft an die Polizeibeamten sagte er am Freitag, aktuell seien 136 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. 1.574 Bundespolizisten befinden sich nach seinen Worten derzeit vorsorglich in Quarantäne.

"Wenn wir ausfallen, geht das Licht aus", mahnte Romann. Deshalb hätten alle Mitarbeiter der Bundespolizei die Pflicht, sich gesund zu erhalten, "das gilt auch im privaten Bereich". Dort seien die Risiken höher als im Dienst.

Mehr als eine Million Corona-Infizierte in Frankreich

21:34 Uhr: In Frankreich sind seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie offiziellen Angaben zufolge mehr als eine Million Infektionen registriert worden. Bis Freitagabend gebe es insgesamt 1,04 Millionen bestätigte Fälle, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Für die Zahl der neu registrierten Fälle innerhalb von 24 Stunden wurde mit 42.032 ein Rekord vermeldet. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Ab Samstag wird dort im Kampf gegen die Pandemie die nächtliche Ausgangssperre ausgeweitet und betrifft dann rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. Sie gilt dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien.

Bisher starben mehr als 34.500 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus.

Gericht kippt Beherbergungsverbot im Norden

19:04 Uhr: Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

Nach der bisher geltenden Beherbergungsregel dürfen Touristen aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen - ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - im Norden nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Test vorlegen. Dies verstößt laut OVG gegen das im Grundgesetz verankerte Gebot der Gleichbehandlung.

Masketragen: AfD-Fraktion blitzt bei Schäuble ab

18:11 Uhr: Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion müssen im Bundestag weiter die Maskenpflicht einhalten. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nimmt seine Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht zurück.

Eine Aufforderung von 19 Abgeordneten und neun Mitarbeitern der AfD an ihn, eine dahingehende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, wies das Justitiariat des Bundestags zurück. Schäubles Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei formell und materiell rechtmäßig, teilte die Bundestagsverwaltung am Freitag auf Anfrage mit.

Die von Schäuble angeordnete Maskenpflicht gilt seit dem 6. Oktober. Mehrere AfD-Abgeordnete hielten sich zum Auftakt der vergangenen Sitzungswoche demonstrativ nicht an diese Vorschrift und kamen ohne Maske in den Plenarsaal.

Nach umstrittener Äußerung zu Masken rudert Ärztepräsident zurück

16:56 Uhr: Zwei Tage, nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hat, rudert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurück.

"Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes", teilt er nun mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedauere.

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" am Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken".

Das widerruft er jetzt: "Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch
Alltagsmasken reduziert wird."

Reinhardt war für seine Aussagen von mehreren Seiten kritisiert worden - unter anderem von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

EU investiert in Antigen-Tests

16:31 Uhr: Die EU-Kommission stellt 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. Nach Angaben von Ursula von der Leyen können damit "zwischen 15 und 22 Millionen" Schnelltests gekauft werden. Das teilt die Kommissionspräsidentin via Twitter mit.

"Um die Ansteckungen zu verlangsamen, müssen wir testen, so viel wie irgend möglich", sagt von der Leyen in ihrer Videobotschaft. Antigen-Schnelltests seien unter anderem wichtig, um unter besseren Bedingungen zu reisen. So könnten sich Menschen etwa am Flughafen testen lassen, bevor sie ins Flugzeug steigen.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode ist zwar weniger treffsicher als PCR-Tests, die das Viren-Erbgut analysieren, dafür aber schneller und günstiger. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten.

Wie die Schnelltests im Detail funktionieren, hat das Team von MaiLab in diesem Video anschaulich erklärt:

MaiLab: Ändern Schnelltests alles?

Zwar sind Corona-Schnelltests weniger zuverlässig als PCR-Tests, dafür aber deutlich schneller und billiger. © YouTube

Bund baut wegen Corona neue Impfzentren

15:59 Uhr: Wenn ein Impfstoff gegen Corona da ist, will man gerüstet sein: Die Bundesregierung trifft derzeit mit den Ländern Vorbereitungen dafür. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge sollen bundesweit 60 Impfzentren entstehen.

Bis 10. November sollen die Länderchefs demnach Adressen von Impfzentren für den erhofften Impfstoff nennen. Eigene Impfzentren brauche es, weil der Impfstoff bei minus 78 Grad gekühlt werden müsse - vielen Arztpraxen fehlten dafür die notwendigen leistungsfähigen Kühlgeräte.

Technische Panne beim RKI - Daten unvollständig

15:41 Uhr: Wegen einer technischen Störung am Robert-Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von positiven Testergebnissen aus den Bundesländern gekommen.

Ein Webserver sei ausgefallen, teilt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher mit und bestätigt damit entsprechende Medienberichte. Knapp drei Stunden lang bis 17:30 Uhr seien Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen.

Danach habe der Datenaustausch wieder funktioniert, es seien auch noch viele Informationen übermittelt worden. "Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17:30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen", so Glasmacher.

Die fehlenden Daten werden demnach am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann am Samstag in der Publikation. "Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen."

Wirtshaus will Gäste mit Freibier zur Angabe ihrer echten Daten verlocken

15:33 Uhr: Not macht erfinderisch, das gilt auch für Brauereien. Weil deren Betreiber genauso wie bei Restaurants für die Korrektheit der Angaben zur Kontaktnachverfolgung geradestehen müssen, hat sich eine Brauerei aus Baden-Württemberg ein besonderes Zuckerl ausgedacht.

Statt Kontaktlisten erhalten ihre Gäste Postkarten, auf denen sie ihre Daten eintragen sollen. Was die Postkarte ebenso enthält: Einen Gutschein für ein Freibier.

"Wir wollten dem Gast die Scheu nehmen, uns seine persönlichen Daten zu geben, indem wir ihm mit der Versendung der Postkarte seine Daten zurückgeben", erklärt Betreiber Franz Weisser.

Die Idee dazu sei auch aus der Sorge geboren, ob das Geschäft wieder in Gang komme. Von den Gästen werde die Aktion gut angenommen, sagte Weisser. "Nach dem Staunen sorgt es für ein Lächeln und sogar Heiterkeit."

Kann Bier schlecht werden?

Was die Haltbarkeit von Bier angeht, scheiden sich die Geister. Die einen orientieren sich am Mindesthaltbarkeitsdatum, die anderen sind der Meinung, Bier würde ewig halten. Aber was stimmt denn nun? (Teaserbild: Getty Images/iStockphoto) © ProSiebenSat.1

Österreichische Post bringt "Babyelefant"-Briefmarke aus Klopapier

15:23 Uhr: Die Coronakrise hat manchmal auch ihre lustigen Seiten. In Österreich streitet man seit Monaten über den "Babyelefanten" als Sinnbild für den Abstand, der im öffentlichen Raum zu wahren sei.

Der Verfassungsgerichtshof hatte eine behördliche Regelung dazu im Juli aufgehoben, die Regierung behielt die Ein-Meter-Regel als Empfehlung bei.

Nun feiert der "Babyelefant" nicht nur in der aktuellen Verordnung zur weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ein Comeback: Die Österreichische Post bringt ihm zu Ehren eine Corona-Briefmarke heraus. Sie besteht - wie sollte es anders sein - aus Klopapier.

So sieht sie aus: Die Corona-Briefmarke der Österreichischen Post.

Hamburg beschränkt private Treffen weiter

15:08 Uhr: In Hamburg dürfen sich ab kommenden Montag nur noch zehn Menschen aus zwei Hausständen privat treffen. Das gelte für Zusammenkünfte zuhause ebenso wie im öffentlichen Raum, teilte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit.

Für die Begrenzung auf zwei Hausstände gibt es eine Ausnahme: Sie gilt nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.

Erst vor einer Woche hatte der Senat die Kontaktbeschränkungen verschärft: Demnach konnten maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum zusammen feiern. Dabei spielte es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammten. Seit vergangenem Montag liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg über 50, aktuell bei 52,8 auf 100.000 Einwohner.

Infektionsketten nachvollziehen: So kann ein Kontakt-Tagebuch helfen

Um Infektionsketten besser nachzuvollziehen zu können, könnte ein Kontakt-Tagebuch helfen - auch Epidemiologe Hajo Zeeb rät dazu, so ein Tagebuch zu führen.

Gesundheitsämter in mehreren Städten überlastet

14:47 Uhr: Die Bundeswehr muss helfen, weil den Gesundheitsämtern das Personal fehlt: In mehreren deutschen Städten droht wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen ein Nachverfolgungs-Kollaps.

Sie könnten in einer ganzen Reihe von Städten nicht leisten, was anzustreben sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Sie könnten also nicht in jedem Fall die Kontakte der Betroffenen nachvollziehen. Auch in Teilen Berlins sei das zu erleben.

Seibert mahnte die Bevölkerung zu strenger Einhaltung des Infektionsschutzes: "Wir sind nicht machtlos, wir haben es in der Hand, diesen Trend zunächst einmal zu stoppen und umzukehren."

Warnungen vor 20.000 Neuinfektionen pro Tag und einer außer Kontrolle geratenden Lage wollte sich die Bundesregierung nicht anschließen. Seibert wies darauf hin, "dass man die Sache sicher auch regional und lokal betrachten muss".

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hatte für den Fall eines weiteren Anstiegs gewarnt, bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen", sagte er der "Rheinischen Post".

Nicht mehr alle Corona-Fälle zu bearbeiten: Berlin ändert seine Strategie

13:52 Uhr: Angesichts der Vielzahl von Corona-Erkrankten in Berlin setzen die Behörden bei deren Isolation und der Nachverfolgung ihrer Kontakte auf eine neue Strategie.

Aufgrund der pandemischen Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD am Freitag.

Menschen mit positivem Testergebnis sind in Berlin deshalb nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können.

Man setze nun stärker auf die Eigenverantwortung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen, sagte Kalayci nach einer Schaltkonferenz mit den Gesundheitsstadträten der Bezirke.

Bayerisches Verfassungsgericht erklärt Corona-Kontaktdatenerfassung für rechtens

13:21 Uhr: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die coronabedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt.

Das höchste bayerische Gericht lehnte es in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

Wann Spahn mit einem Impfstoff rechnet: "Meiste in halbem Jahr geimpft"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhielt am 21. Oktober 2020 die Nachricht, positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden zu sein.

13:02 Uhr: Niemand weiß, wann genau ein erster verlässlicher und verträglicher Impfstoff gegen eine Infektion mit dem Coronavirus auf dem Markt sein wird, auch Jens Spahn nicht. Aus seiner Quarantäne heraus schätzt der derzeit selbst mit dem Virus infizierte Bundesgesundheitsminister den Zeitrahmen auf "Anfang nächsten Jahres".

Präziser wurde Spahn im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", als es um die Frage ging, wie lange eine Durchimpfung der Bevölkerung voraussichtlich in Anspruch nähme. Diesbezüglich überrascht der Minister mit einer vergleichsweise optimistischen Prognose. "Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, könne "in sechs, sieben Monaten ein großer Teil derjenigen, die wollen, geimpft werden." Spahn bekräftigte erneut, dass es keine Impfpflicht geben werde.

Drei Tage zuvor hatte der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, Matthias Schrappe, Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt, er rechne damit, dass eine Impfkampagne gegen Corona mehrere Jahre dauern werde. In ihrer Modellrechnung aber seien seine Kollegen und er von 60 Millionen Menschen ausgegangen, die geimpft werden müssten.

Wenn pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen verabreicht würden, würde die Impfung aller 1.000 Arbeitstage dauern. "Also etwa vier Jahre", erklärt der Mediziner. Impfprogramme in der Vergangenheit - wie gegen Pocken oder Polio - hätten aber sogar Jahrzehnte gedauert.

Corona-Rekord: Polen legt öffentliches Leben weitgehend lahm

12:45 Uhr: Polen schließt von Samstag an alle Restaurants und verbietet Versammlungen mit mehr als fünf Personen. Das Land müsse die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag zur Begründung. Die Schließung der Gastronomie gilt für zunächst zwei Wochen, kann aber verlängert werden.

Derweil meldeten die Behörden 13.632 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden - die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Gezählt wurden 153 neue Todesfälle in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung. Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 4.172.

Zudem wurden weitere drastische Maßnahmen beschlossen: Für alle Schüler ab der vierten Klasse, für die das nicht ohnehin schon galt, wird Distanzunterricht per Computer eingeführt. Begleitend dazu dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren das Haus oder die Wohnung tagsüber zwischen 8:00 und 16:00 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen. Morawiecki rief zudem alle Senioren über 70 Jahre auf, möglichst zu Hause zu bleiben.

Tschechiens Gesundheitsminister muss zurücktreten

12:10 Uhr: Tschechiens Regierungschef Andrej Babis schasst seinen Gesundheitsminister. Er habe Roman Prymula gebeten, seinen Rücktritt einzureichen. Tue er das nicht, werde er entlassen, sagte Babis. Das Fehlverhalten des Ministers sei "unentschuldbar".

Dem Gesundheitsminister wird vorgeworfen, seine eigenen drastischen Corona-Vorschriften verletzt zu haben. Die Zeitung "Blesk" fotografierte den Politiker und Epidemiologen, wie er abends ein Luxusrestaurant verließ und dabei keine Maske trug. Dabei sind seit anderthalb Wochen alle Restaurants geschlossen.

Prymula hatte sich mit dem Fraktionsvorsitzenden der populistischen Regierungspartei ANO, Jaroslav Faltynek, getroffen. Sowohl die Opposition als auch der sozialdemokratische Koalitionspartner CSSD hatten wegen der Affäre personelle Konsequenzen gefordert.

In Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Das Land kämpft, auf die Bevölkerung umgerechnet, mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Am Freitag wurden 14.151 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden vermeldet.

Testpflicht für ausländische Pendler in Bayern in Kraft

Wer nach Bayern pendelt, muss sich ab sofort regelmäßigen Corona-Tests unterziehen. (Symbolbild)

11:29 Uhr: Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten ist in Kraft. Das gilt auch für die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat.

Am späten Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung.

Seit Freitag gilt damit: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Besonders betroffen sind voraussichtlich Berufspendler aus Österreich und Tschechien.

Werder Bremen: Spieler werden erneut getestet

11:09 Uhr: Spieler, Trainer und Betreuer von Werder Bremen haben sich erneut auf SARS-CoV-2 testen lassen. Die Ergebnisse werden am Nachmittag erwartet.

Wenn die Tests negativ ausfallen, will das Team wieder in die Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel am Sonntag (18:00 Uhr auf Sky und bei uns im Ticker) einsteigen. Gegner des Teams von Florian Kohfeldt ist die TSG 1899 Hoffenheim.

Ein Werder-Fußballer war am Mittwoch positiv getestet worden. Das Gesundheitsamt ordnete für den nicht namentlich genannten Spieler, einen weiteren Profi sowie ein Mitglied des Funktionsteams eine 14-tägige Quarantäne an. Das restliche Team blieb bis zum Test freiwillig zuhause.

Erster Patient aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

10:56 Uhr: Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Ein zweiter Flug soll laut Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten in Rotterdam noch am Freitag folgen.

Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum mit. "Das Wasser steht ihnen bis zum Hals."

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die niederländischen Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist dort aktuell mit einer an COVID-19 erkrankten Person belegt. Zuletzt hatten die Niederlande fast 9.300 positive Tests innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Flughäfen fordern schnelle Corona-Hilfen

10:42 Uhr: Deutschlands Flughäfen geht es mit staatlichen Corona-Hilfen nicht schnell genug. Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Verbands ADV, betont deshalb im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels am 6. November einmal mehr deren Wichtigkeit.

Die Bruttowertschöpfung der Flughäfen betrage pro Jahr rund 27 Milliarden Euro. Trotzdem sei aktuell jeder Vierte der rund 180.000 Arbeitsplätze direkt gefährdet. Viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit.

Anders als die Airlines haben die meist in öffentlichem Besitz befindlichen Flughafenbetreiber bisher kaum direkte Beihilfen erhalten. Der Flughafen Paderborn-Lippstadt etwa musste im September bereits Insolvenz anmelden.

"Was wir brauchen, ist ein politisches Handlungspaket, dass Mobilität im Luftverkehr aufrechterhält und die Flughäfen aus der wirtschaftlichen Sackgasse führt", erklärte Beisel. Die erwarteten Verluste beliefen sich für das Jahr 2020 und 2021 insgesamt auf rund drei Milliarden Euro. "Diese Jahresfehlbeträge müssen abgefedert werden."

In einem ersten Schritt müssten die Vorhaltekosten von 740 Millionen Euro aus der Zeit des Lockdowns im Frühjahr erstattet werden. Bundesregierung und Bundesrat hatten für diesen Schritt bereits Zustimmung signalisiert.

Bundesverband der Ärzte kritisiert jahrelange Sparpolitik bei Gesundheitsämtern

10:13 Uhr: Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sieht trotz steigender Corona-Infektionen keinen Kontrollverlust im Umgang mit der Pandemie. Aber es gebe das Problem, "dass wir nicht mehr hinterherkommen mit der Personalsituation", sagte die Verbandsvorsitzende der Amtsärzte, Ute Teichert, in den ARD-"Tagesthemen" am Donnerstag.

Es sei ein Fehler gewesen, die Gesundheitsämter über Jahre schlecht auszustatten. Wenn von einen auf den anderen Tag hunderte neue Fälle und deren Kontakte auf ein Gesundheitsamt zukämen, könnten nicht so viele Menschen beschäftigt werden, wie dafür eigentlich gebraucht würden, sagte Teichert.

Sie befürwortete die Idee, nicht mehr auf jeden einzelnen Fall, sondern nur auf lokale Hotspots zu schauen. "Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte", sagte Teichert. Gleichzeitig müssten dann Menschen in Quarantäne, die zwar nicht positiv getestet wurden, "aber bei einem Cluster dabei waren".

Zahl der Corona-Patienten in NRW steigt sprunghaft an

Das Klinikpersonal deutschlandweit arbeitet aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 in der Regel an der Belastungsgrenze.

10:07 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen steigt stark an. Nach Zahlen der Landesregierung vom Freitag werden aktuell rund 1.420 Patienten mit COVID-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5.640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1.320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2.100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

Auch Spahns Ehemann positiv auf Corona getestet

09:47 Uhr: Der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Demnach hat Daniel Funke sein Testergebnis am späten Donnerstagabend erhalten.

Seit Mittwochnachmittag befinden sich beide in häuslicher Isolation. Funke ließ sich am Donnerstagmorgen testen.

Spahn selbst zeige weiterhin Erkältungssymptome sagte der Sprecher. Sein Mann sei aktuell symptomfrei. Der Gesundheitsminister ist der erste Minister der Bundesregierung, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Lesen Sie auch: So geht es Jens Spahn

Erstmals seit Juli wieder mehr als 70.000 Neuinfektionen in den USA

09:20 Uhr: Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70.000 binnen eines Tages geklettert. Rund 71.700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag gestiegen.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Bundeswehr ist als Helfer in der Corona-Pandemie immer gefragter

Soldatinnen wie die Obergefreite Melissa Fritzenkötter unterstützen die Gesundheitsämter in Deutschland unter anderem bei der Nachverfolgung von Kontakten positiv auf das Coronavirus getesteter Personen. (Symbolfoto)

08:27 Uhr: Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2.000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der "Rheinischen Post" (Freitag).

Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1.561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen COVID-19-Teststationen.

Insgesamt liegen derzeit 1.141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

In NRW drohen flächendeckend Bundesligaspiele ohne Zuschauer

07:52 Uhr: Nordrhein-Westfalens Fußball-Bundesligisten und andere Profiklubs aus Deutschlands am dichtesten besiedelten Bundesland drohen weitere Geisterspiele. Bei bundesweiten Teamsportwettbewerben sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das Landesgesundheitsministerium von NRW klar, wie das "Westfalen-Blatt" (Freitag) berichtet.

Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit.

Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans da.

DOSB legt Hygienekonzept für den Sport in Deutschland in der Corona-Pandemie vor

07:20 Uhr: Der Deutsche Olympische Sportbund hat ein nationales Hygiene-Rahmenkonzept für sichere Sportveranstaltungen in Zeiten anhaltender Pandemie vorgelegt. "Die Gesundheit der Sportler und der gesamten Gesellschaft hat weiterhin höchste Priorität", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Freitag laut einer Mitteilung.

In Corona-Zeiten bedeute dies auch, dass durch ein verantwortungsvolles Sporttreiben und perfekt organisierte Sportveranstaltungen mit Hygienekonzepten ein wertvoller Beitrag geleistet und die Vielfalt des organisierten Sports in Deutschland geschützt werden könne.

Das Konzept basiere auf den zehn "DOSB-Leitplanken" aus dem Frühjahr zum Wiedereinstieg in den Spiel-und Wettbewerbsbetrieb nach dem Lockdown. Das DOSB-Konzept sei von dem in Neuwied beheimateten Dienstleiter "Apa" entwickelt und einer Prüfung durch den TÜV Rheinland unterzogen worden, teilte die Dachorganisation mit.

Montgomery: Bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag droht ein zweiter Lockdown

07:00 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen eine kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag.

"Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle", sagte Montgomery der "Rheinischen Post" (Freitag). "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt."

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, hatte tags zuvor das Szenario von Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten", sagte Ute Teichert den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung."

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Erneut mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt in Deutschland im Herbst 2020 in die Höhe. Die Labore arbeiten auf Hochtouren.

6:40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7.334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil inzwischen wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Allerdings ist die Zahl der Tests seit August ungefähr gleich geblieben.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert (Stand: 23. Oktober, 0:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag nach RKI-Angaben vom Freitag im bundesweiten Durchschnitt bei 60,3. Zwei Tage zuvor betrug diese Inzidenz noch 51,3.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Nutzen umstritten: USA lassen Remdesivir zur Behandlung von Corona-Patienten zu

06:36 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde hat das Medikament Remdesivir zur Behandlung von COVID-19-Erkankungen zugelassen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung hervor. Bislang hatte das Mittel des US-Herstellers Gilead Sciences dort eine Notfallzulassung. In Europa erhielt das Mittel im Juli als erstes Medikament eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten COVID-19-Patienten.

Den Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge kann Remdesivir die Dauer der durch die Infektion mit dem Coronavirus hervorgerufenen Erkrankung verkürzen. Dies sei hinreichend nachgewiesen. US-Präsident Donald Trump hatte im Zuge seines Krankenhausaufenthalts wegen einer COVID-19-Erkrankung Remdesivir-Dosen erhalten.

Laut einer im Mai im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie verkürzt das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Antivirus-Medikament Remdesivir die Dauer der Krankenhausaufenthalte von Corona-Patienten von durchschnittlich 15 auf elf Tage.

Dem widerspricht eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie an mehr als 11.000 Patienten aus 30 Ländern. Demnach schien das Mittel "keine oder nur geringe Auswirkungen" auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts der Patienten zu haben. Allerdings wurden die Daten noch nicht von Fachkollegen begutachtet oder in einem Fachmagazin veröffentlicht - und scheinen im Widerspruch zu weiteren US-Studien zu stehen.

WHO-Studie: Remdesivir hilft nicht bei COVID-19-Infektionen

Das Ebola-Medikament Remdesivir hat offenbar keinen substantiellen Einfluss auf die Heilung von COVID-19-Patienten. Das hat eine Studie der Weltgesundheitsorganisation ergeben. Auch andere Medikamente, in die große Hoffnungen gesetzt worden waren, seien wirkungslos.

Donald Trump: "Das ist Chinas Schuld"

05:17 Uhr Uhr: 220.000 Tote durch das Coronavirus sollten US-Präsident Donald Trump nach Meinung von Herausforderer Joe Biden das Amt kosten. "Niemand, der für so viele Todesfälle verantwortlich ist, darf Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bleiben", sagte Biden am Donnerstag (Ortszeit) bei der zweiten und letzten TV-Debatte zur US-Präsidentschaftswahl in Nashville. Etwa 100.000 Menschenleben hätten gerettet werden können.

Biden betonte, dass Trump noch immer nicht wisse, wie er die Pandemie bekämpfen solle: "Wir werden durch einen dunklen Winter gehen - und er hat keinen Plan". Biden sagte, als Präsident würde er alle Menschen dazu anhalten, eine Gesichtsmaske zu tragen. Auch würde er in Schnelltests investieren und nationale Standards zur Öffnung von Schulen und Unternehmen festlegen.

Trump behauptet, durch sein Krisenmanagement womöglich Millionen Tote verhindert zu haben. Biden wirft Trump dagegen Versagen in der Coronakrise vor und beschuldigt ihn, für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein. "Es ist nicht meine Schuld, dass es hierhier gekommen ist. Es ist Chinas Schuld", konterte Trump.

Sorge um Pflegebedürftige: Patientenschützer fordern endlich einheitliche Corona-Regeln

04:30 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat einheitliche Corona-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums für Pflegeheime als überfällig kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Lage der 900.000 Pflegebedürftigen in den Heimen ist bedrückend. Sie sind die verletzlichste Gruppe in der Coronakrise. Gleichzeitig sind sie aber auch die leiseste. (...) Und weil das so ist, müssen die Pflegebedürftigen schon seit über einem halben Jahr darauf warten, dass endlich Leitlinien entwickelt werden, die sie schützen und die Isolation verhindern."

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hatte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angekündigt: "In wenigen Wochen, deutlich vor Weihnachten, werden wir - unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert-Koch-Institut - eine Handreichung vorlegen, um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben."

Der ARD hatte Westerfellhaus zudem gesagt: "Da sollen die Schnelltests auch mit eingebunden werden." Grund für seine Initiative ist die Angst Hunderttausender Pflegebedürftiger vor neuen Besuchsverboten in Heimen. "Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben. (...) Das wäre fürchterlich, auch für ihre Angehörigen", sagte er. Westerfellhaus hatte bereits in der ARD-Talkrunde "Hart aber fair" am 13. Oktober 2020 auf diesen Fakt deutlich hingewiesen und die "Selbstbestimmung der Menschen" betont.

Alle Corona-Meldungen vom 22. Oktober finden Sie hier.

Mehr zum Coronavirus-Thema:

Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Bildergalerie starten

Alles, was Sie über den Mund-Nasen-Schutz wissen müssen

Masken sind zu unseren täglichen Begleitern geworden - und doch gibt es wichtige Tipps zum Mund-Nasen-Schutz, die viele nicht kennen. Worauf Sie achten und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.