Eine Studie bestätigt, dass Chloroquin nicht gegen COVID-19 hilft. Und CSU-Chef Markus Söder sieht wichtige Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus. Alle News zum Coronavirus im Live-Blog.

  • 17:43 Uhr: Söder: Wir haben das Schlimmste vorerst überstanden
  • 16:51 Uhr: Chloroquin und Co.: Malaria-Mittel wirken nicht gegen COVID-19
  • 13:42 Uhr: 600 Mitarbeiter von niederländischem Schlachthof Vion in Quarantäne
  • 13:20 Uhr: Sterblichkeit lag Ende April geringfügig über Durchschnitt
  • 11:35 Uhr: Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie
  • 10:07 Uhr: Schon mehr als 20.000 Corona-Tote in Brasilien
  • 06:17 Uhr: Trump will USA bei zweiter Corona-Welle nicht wieder abriegeln

Alle Corona-Meldungen vom 22. Mai

Corona-Lockerungen in Madrid und Barcelona

18:00 Uhr: Endlich wieder Freunde treffen, Sport treiben, Shoppen im Modegeschäft oder einen "Cafecito" im Straßencafé: In Madrid und Barcelona sowie anderen Regionen Spaniens treten ab Montag bedeutende Lockerungen der scharfen Anti-Corona-Maßnahmen in Kraft.

Die beiden größten und am schwersten von der Coronakrise betroffenen Städte des Landes gehen angesichts sinkender Infektionszahlen von der Phase null in die Phase eins des abgestuften Öffnungsplanes der Regierung über. Das teilte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag mit.

Von den Lockerungen würden 53 Prozent der Bevölkerung Spaniens oder 25 Millionen Menschen profitieren.

Studie: Corona-Tote mit mutmaßlich irreversiblen Lungenschäden

17:57 Uhr: Ärzte der Augsburger Uniklinik haben bei der Obduktion verstorbener Corona-Patienten durchwegs "ungewöhnlich schwere, teils mutmaßlich irreversible" Schäden im Lungengewebe festgestellt. Sie seien offensichtlich nicht bei der Beatmung, sondern am ehesten direkt durch das Virus entstanden, teilte die Uniklinik am Freitag mit.

Das Ärzteteam sehe die Veränderung als Todesursache an.

Das Team habe 19 Tote obduziert. Die Ergebnisse der ersten zehn Obduktionen beschreibt es im "Journal of the American Medical Association" ("Jama"). Die Menschen hatten ein Durchschnittsalter von 79 Jahren.

"Alle Patienten litten an schweren Grunderkrankungen, die jedoch nicht unmittelbar zum Tod führten", sagte Professor Bruno Märkl, Direktor der Pathologie an der Uniklinik. In den übrigen Organen seien keine augenscheinlich schweren Veränderungen nachgewiesen worden.

Söder: Wir haben das Schlimmste vorerst überstanden

17:43 Uhr: CSU-Chef Markus Söder sieht wichtige Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus, warnt aber vor Sorglosigkeit. Man habe das Schlimmste vorerst überstanden, sagte Söder am Freitagabend in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag der CSU-Geschichte.

"Wir sind ganz gut durchgekommen." Die vergangenen Wochen seien eine unglaubliche Bewährungsprobe für das Gesundheitssystem, für die Politik und die Bevölkerung gewesen.

"Corona stresst. Die einen, weil sie sehr besorgt sind, die anderen, weil sie sehr genervt sind", räumte der bayerische Ministerpräsident ein. Corona bleibe aber eine existenzielle Herausforderung. "Wir bleiben dabei: Umsicht und Vorsicht und Besonnenheit ist unser entscheidender Ratgeber."

Putin: Corona-Lage in Russland hat sich stabilisiert

17:32 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus sieht der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge. Die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert, sagte er am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz.

"Bisher ist diese positive Dynamik nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Manchmal ist sie instabil, aber sie existiert." Etwa 165.000 Corona-Patienten könnten die Kliniken aufnehmen. 30 Prozent dieser Betten seien derzeit nicht belegt.

Russland ist nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins nach den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Infektionen. Mit Stand Freitag haben sich nach russischen Behördenangaben mehr als 326.400 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden 3.249 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert.

Rund 80 COVID-19-Kranke in Istanbuler Hochsicherheitsgefängnis

17:23 Uhr: Im Hochsicherheitsgefängnis Silivri im Westen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind 82 Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es gehe ihnen gut, hieß es in einer Stellungnahme der zuständigen Staatsanwaltschaft am Freitag.

Zehn Betroffene seien im Krankenhaus, die anderen im Gefängnis isoliert. Zudem sei am Donnerstag ein Insasse an der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben. Der Mann habe auch an Tuberkulose gelitten.

Chloroquin und Co.: Malaria-Mittel wirken nicht gegen COVID-19

16:51 Uhr: Eine umfassende Datenanalyse bekräftigt, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von COVID-19 eignen. Im Gegenteil: Die Wirkstoffe erhöhen womöglich die Todesrate und führen zu mehr Herzrhythmusstörungen, berichten Forscher aus den USA und der Schweiz im Journal "The Lancet".

Sie hatten Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15.000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Die Autoren sprechen sich dafür aus, die Mittel nur im Rahmen von klinischen Studien einzusetzen und den Nutzen sorgfältig zu prüfen. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin wiederholt als Wundermittel gepriesen. Zuletzt sorgte er für Aufregung mit der Aussage, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen. Die Hoffnung, dass die Mittel zur Behandlung von COVID-19 geeignet sein könnten, beruhen bisher nur auf Zellversuchen und einigen kleineren Studien. Derzeit laufen zahlreiche klinische Studien, in denen die Wirksamkeit genauer geprüft wird.

Die Ergebnisse das Teams um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School weisen nun jedoch nicht auf einen Nutzen der Mittel hin. Die Patientendaten der Studie stammten von 671 Krankenhäusern auf sechs Kontinenten. Alle vier Behandlungsarten - die beiden Mittel jeweils allein oder mit Antibiotikum - erhöhten das Sterberisiko im Krankenhaus. Vor allem Hydroxychloroquin zusammen mit einem Antibiotikum erwies sich als schlecht: Einer von 4 der so behandelten Patienten starb. In der Kontrollgruppe war es nur einer von 11 Patienten. Auch bestimmte Herzrhythmusstörungen traten gehäuft auf: Bei 8 Prozent im Vergleich zu 0,3 Prozent der Kontrollgruppe.


Großbritannien plant Quarantäne für Reisende aus dem Ausland

16:38 Uhr: Die britische Regierung will voraussichtlich im Juni eine zweiwöchige Quarantäne für Reisende einführen, die in das Land kommen. Der BBC zufolge könnten Zuwiderhandlungen mit Bußgeldern von bis zu 1.000 Pfund (umgerechnet rund 1.117 Euro) geahndet werden.

Die Quarantäne soll demnach für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Die Regierung wollte die Pläne einem Sprecher zufolge noch am Freitag ankündigen.

In der Luftfahrtbranche stießen die Vorschläge auf Kritik. Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Maßnahme gewarnt. Ohne zeitliche Befristung mache eine solche Quarantänepflicht "eine bereits schwierige Situation schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und alle Unternehmen, die daran hängen", hieß es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Die Menschen würden dann ganz einfach nicht mehr von und nach Großbritannien reisen, hieß es weiter.

Rotes Kreuz verzeichnet höchsten Stand freiwilliger Helfer seit fast 20 Jahren

16:27 Uhr: Die Zahl der beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) engagierten Ehrenamtlichen ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr sei ein Anstieg um rund 8.500 auf 443.300 freiwillige Helfer verzeichnet worden, teilte die Organisation am Freitag mit.

"Es ist der höchste Stand seit fast 20 Jahren", erklärte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. "Die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre hat sich damit fortgesetzt."

Zum dritten Mal keine neuen Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

16:20 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag zum dritten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vortag keine weiteren Infektionen nachgewiesen worden.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock wurden (Stand 22.5. 2020, 15.00) im Land insgesamt 759 Menschen positiv auf das COVID-19-Virus getestet. Drei aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg gemeldete Fälle hätten sich bei Nachtestungen nicht bestätigt.

Rund 700 der positiv getesteten Menschen in dem Bundesland seien von einer COVID-19-Erkrankung genesen.

Forscher weisen erstmals neues Coronavirus in Muttermilch nach

15:43 Uhr: Virologen aus Ulm haben das Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an COVID-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal "The Lancet".

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten.

Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet.

Uni Oxford startet zweite Phase von Corona-Impfstofftest

15:18 Uhr: Die Universität Oxford sucht tausende Freiwillige für die zweite Phase eines Tests mit einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Die klinische Studie laufe "bislang sehr gut", erklärte Andrew Pollard von der Impfstoff-Forschungsabteilung der Uni am Freitag.

In der zweiten Phase solle nun untersucht werden, wie gut der Impfstoff bei älteren Erwachsenen anschlage und ob das Mittel der gesamten Bevölkerung Schutz bieten könne.

Gesucht werden jetzt bis zu 10.260 Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren. Die erste Phase der Studie hatte im April mit 160 Teilnehmern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren begonnen.

Wann der mögliche Impfstoff zur Verfügung stehen könne, sei allerdings "unmöglich vorherzusagen", sagte Pollard der BBC. Vieles hänge davon ab, dass für die zweite Phase genügend Probanden gefunden werden, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren.

Die Universität hat sich mit dem Pharmariesen AstraZeneca zusammengetan, der das Mittel in großen Mengen produzieren will, sobald seine Wirksamkeit bewiesen ist. Der mögliche Corona-Impfstoff basiert auf Schimpansen-Adenoviren, die genetisch so verändert sind, dass sie die Vermehrung von SARS-CoV-2 beim Menschen verhindern.

Ministerium: Keine neuen Corona-Infektionen in Sachsen-Anhalt

14:49 Uhr: In Sachsen-Anhalt hat es zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vortag keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Nach Angaben des Sozialministeriums in Magdeburg waren am Freitag landesweit 1.693 Fälle nachgewiesen.

1.561 Menschen seien Schätzungen zufolge wieder genesen. Erstmalig waren dem Ministerium am 16. Mai keine Neuinfektionen in dem Bundesland im Vergleich zum Vortag gemeldet worden.

Auch in anderen Bundesländern kamen Tage ohne Neuinfektion bereits vor. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls zwei Mal keine neuen Infektionen innerhalb eines Tages festgestellt, in Hamburg geschah das an einem Tag.

Kretschmer spricht sich für Aufnahme russischer Corona-Patienten aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht sich für Aufnahme russischer Corona-Patienten aus.

14:37 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für eine Aufnahme russischer COVID-19-Patienten in Deutschland ausgesprochen. "Es wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten aus Russland bei uns behandeln würden", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel".

"Wir versuchen insgesamt in Europa zu helfen. Und ich finde, wir sollten auch solidarisch sein mit Russland."

Krankenkassen wollen Geld für Corona-Tests vom Staat zurückbekommen

14:32 Uhr: Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. "Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll", sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden. Das forderte auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

"Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen Fällen die Reihentests zunächst zu finanzieren", erklärte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten würden, hänge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. "Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden", sagte er. "Selbstverständlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drängen, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt."

600 Mitarbeiter von niederländischem Schlachthof Vion in Quarantäne

13:42 Uhr: 600 Mitarbeiter der niederländischen Schlachthof-Gruppe Vion müssen für zwei Wochen in Heim-Quarantäne bleiben. Das ordneten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes unweit der deutschen Grenze am Freitag an.

Im Schlachthof in Groenloo waren bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden. Am Freitag sollten noch 250 Mitarbeiter getestet werden. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden.

Unternehmenschef Ronald Lotgerink sagte, dass das Unternehmen sich an alle Sicherheitsvorschriften gehalten habe. "Dies ist für uns eine neue Situation durch die Verbreitung des Corona-Virus in der Grenzregion." Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Schlachthöfe in Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt 12 000 Beschäftigten und einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro.

Kommunalwahl in Frankreich soll am 28. Juni nachgeholt werden

13:24 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie verschobene zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich soll am 28. Juni nachgeholt werden.

"Wir wären gezwungen, zwei Abstimmungsrunden abzuhalten, wenn wir die zweite Runde über den Sommer hinaus verschieben", sagte Premierminister Édouard Philippe am Freitag. Dieser Wahlgang wird in rund 5.000 Gemeinden stattfinden, rund 16 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

Bundesamt: Sterblichkeit lag Ende April geringfügig über Durchschnitt

13:20 Uhr: Ende April sind in Deutschland geringfügig mehr Menschen gestorben als im Schnitt der vergangenen Jahre. Darauf deuten vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamts hin, die am Freitag in Wiesbaden veröffentlicht wurden.

Für die jüngeren Daten nutzten die Statistiker die Sterbefallmeldungen der Standesämter. Damit liegen nun vorläufige Daten bis Ende April vor.

In der Woche zwischen 20. und 26. April 2020 starben der Sonderauswertung zufolge in Deutschland mindestens 17.974 Menschen. Das waren 882 Fälle weniger als in der Woche davor.

Vergleicht man den Zeitraum 20. bis 26. April mit den Durchschnittswerten dieser Woche in den Jahren 2016 bis 2019, waren es drei Prozent mehr. Die höchste Übersterblichkeit seit Beginn der Epidemie in Deutschland gab es den bisherigen Daten zufolge in der 15. Kalenderwoche: Zwischen 6. und 12. April lag die Zahl der Todesfälle 13 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt.

"Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering", schreibt das Statistische Bundesamt. Italien berichtet von 49 Prozent mehr Toten im März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.

Für den Ballungsraum Stockholm werden für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen gemeldet.

FC Bayern spendet 460.000 Euro an Regionalliga-Klubs und Breitensport

13:09 Uhr: Der FC Bayern unterstützt in der Coronakrise die 18 Regionalligisten des Freistaats und den Bayerischen Landes-Sportverband mit insgesamt 460.000 Euro. Wie der deutsche Rekordmeister mitteilte, bekommt jeder Fußball-Verein 20 000 Euro, dem BLSV kommen 100.000 Euro zugute.

Nachdem viele Anhänger des FC Bayern auf eine Rückerstattung der Tickets für die Spiele ohne Zuschauer in der Allianz Arena verzichtet und den Betrag dem FC Bayern Hilfe eV als Spende zur Verfügung gestellt hatten, wurden nun der Amateurfußball und der Breitensport bedacht.

Estland lockert zum Juni Beschränkungen unter anderem für Bars

12:54 Uhr: In Estland können die Menschen in der Coronakrise bald weitere Freiheiten genießen. Die Regierung des baltischen EU-Landes beschloss, zum 1. Juni die strengen Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe und den Verkauf von Alkohol zu lockern. Dies teilte die Staatskanzlei in Tallinn in der Nacht zum Freitag mit.

Restaurants, Bars und Cafés dürfen zum kommenden Monat auch nach 22:00 Uhr wieder geöffnet haben und nach dieser Zeit auch alkoholische Getränke verkaufen. In den Lokalen gilt dabei wie überall in Estland die sogenannte 2+2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen.

Auch Kinos können von 1. Juni an wieder Filme zeigen und öffentliche Veranstaltungen wie Aufführungen, Konzerte, Messen, Festivals und Konferenzen sind wieder zulässig. Estland mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1.807 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 64 Todesfälle.

Buckingham-Palast streicht 380 Kurzzeitjobs

12:48 Uhr: Wegen der Coronakrise fallen im Buckingham-Palast in London dieses Jahr 380 Kurzzeitjobs weg. Das bestätigte eine Sprecherin des Royal Collection Trust der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Die Stiftung verwaltet die Schlösser und Kunstwerke im Besitz der britischen Royals. Allen Betroffenen sei eine Anstellung im kommenden Jahr angeboten worden, so die Sprecherin.

Normalerweise öffnet die offizielle Residenz von Königin Elizabeth II. jedes Jahr im Sommer drei Monate lang ihre Pforten für Besucher, während sich die Queen in ihrer Sommerresidenz Balmoral in Schottland aufhält. Dafür werden Hunderte Mitarbeiter, beispielsweise zur Ticketkontrolle, Ausgabe von Audio-Guides und dem Verkauf von Souvenirs beschäftigt.

Nach Angaben der Sprecherin handelt es sich dabei vor allem um Rentner und Studenten, die dabei im Schnitt rund 2000 Pfund (umgerechnet rund 2200 Euro) pro Monat verdienen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die Öffnung dieses Jahr jedoch abgesagt.

Autoproduktion in Russland wegen Coronakrise eingebrochen

12:43 Uhr: Wegen der Coronakrise ist die Autoproduktion in Russland um fast 80 Prozent gesunken. Im April seien lediglich 30.000 Wagen von den Bändern gelaufen, teilte die Statistikbehörde Rosstat der Agentur Interfax zufolge in Moskau mit.

Nur im August 2009 sei der Einbruch auf 19.000 Autos noch dramatischer gewesen. Kremlchef Wladimir Putin hatte wegen der Epidemie sechs Wochen lang Zwangsurlaub verordnet. Viele Zulieferer und Hersteller konnten nicht arbeiten. Erst Mitte Mai lief die Produktion wieder an.

Von Januar bis April wurden Rosstat zufolge etwa 335.000 Autos produziert, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent. Auch die Hersteller von Lastwagen und Bussen verzeichneten Rückgänge, wenn auch nicht so drastische. Der russische Automarkt soll nun etwa durch Rabatte auf Neukäufe wieder angekurbelt werden.

Feldbettenlager für Quarantäne-Sünder in Menden abgebaut

12.35 Uhr: Ein Lager für Quarantäne-Sünder in Nordrhein-Westfalen ist mangels Bedarf wieder abgebaut worden. Das sagte am Freitag ein Sprecher der Stadt Menden, die das als "Corona-Knast" bekanntgewordene Feldbetten-Lager Ende März in einer Turnhalle errichtet hatte.

Dort sollten notfalls Personen zwangsweise untergebracht werden, die unter häuslicher Quarantäne stehen, sich aber nicht an Isolationsauflagen halten.

Man habe die Halle auch vorsorglich hergerichtet, um zusätzliche Kapazitäten für das örtliche Krankenhaus oder für Obdachlose im Zusammenhang mit der Pandemie zu schaffen, so der Sprecher. Es habe sich aber auch hier kein Bedarf ergeben.

Da nun wieder Sport in der Halle gestattet sei, werde man diese ihrer "normalen Nutzung zuführen". Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte berichtet.

Indien: Mehr als 6.000 neue Corona-Infektionen an einem Tag

12:20 Uhr: In Indien sind innerhalb von 24 Stunden 6.088 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das ist nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums der höchste Anstieg an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Seit einiger Zeit lockert das Land die weltgrößte Ausgangssperre zunehmens, und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder neue Tagesrekorde. Insgesamt gibt es in Indien inzwischen mehr als 118.000 Infektionen, davon sind mehr als 3.500 an der Lungenkrankheit gestorben.

Besonders betroffen von bekannten Corona-Fällen ist die Millionenmetropole Mumbai sowie ihr Bundesstaat Maharashtra. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden die Betten auf den Intensivstationen und Beatmungsgeräte aus. Krankenhäuser müssten Patienten abweisen.

Ministerium: Keine Probleme bei eigener Schutzmasken-Auslieferung

11:43 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung in der Corona-Krise zurückgewiesen. Falls Ärzte über Ausrüstungsmängel klagten, liege das nicht an fehlenden Lieferungen des Ministeriums, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit.

Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden. "Einige haben deshalb bereits darum gebeten, die Maskenlieferungen zu stoppen." Für die Auslieferung an Praxen und Krankenhäuser seien Länder und Kassenärztliche Vereinigungen verantwortlich.

Seit Anfang März hat der Bund nach Angaben des Ministeriums mehr als 500 Millionen Schutzmasken und 100 Millionen Einmalhandschuhe beschafft. Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich "in der Qualitätskontrolle". Es habe sich gezeigt, dass etwa 20 Prozent, also ein Fünftel der gelieferten Ware, mangelhaft gewesen sei, weswegen es einen "sorgfältigen, dreistufigen Qualitätssicherungsprozess" gebe. "Dieser Prozess ist sehr zeitintensiv, aber zwingend erforderlich."

Laumann sieht keinen Grund mehr für Reiseverbote

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, sieht keinen Grund mehr, dass man nicht verreisen könnte.

11:36 Uhr: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen "keinen Grund, den Menschen das Reisen weiterhin zu verbieten". Der Zeitung "Die Welt" (Freitag) sagte der Minister: "Wenn mehr gereist wird, gibt es mehr Risiken. Aber man kann es gut verantworten." Wenn weiter Fortschritte gemacht würden, werde die Lage "in ein paar Wochen" hoffentlich noch besser sein.

"Auch wenn nach wie vor Vorsicht geboten ist: Wir befinden uns aktuell in einer entspannten Situation", sagte der Minister. Es gebe viele Kreise in Nordrhein-Westfalen und anderswo in Deutschland, die derzeit nicht einmal mehr eine Neuinfektion pro Tag aufwiesen.

Das eröffne die Möglichkeit, die Einschnitte Schritt für Schritt zurückzunehmen. Ob es eine zweite Corona-Infektionswelle geben werde, wie Virologen es sagten, sei "Spekulation". Man könne eine zweite Welle nicht ausschließen, "aber wir bereiten uns so gut wie möglich vor." So werde Nordrhein-Westfalen ein Lager für Schutzbekleidung und Masken anlegen.

Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie

Der britische Staat nimmt aufgrund des Coronavirus hohe Neuschulden auf.

11:35 Uhr: Der britische Staat hat im vergangenen Monat so viele Schulden aufgenommen wie nie zuvor. Das teilte die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Freitag in London mit. Demnach belief sich die Neuverschuldung der öffentlichen Hand im April auf rund 62 Milliarden Pfund (knapp 69 Mrd Euro), das sind 51 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die britische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein großzügiges Programm für Unternehmen aufgelegt, die ihre Arbeitnehmer freistellen. Die Gehälter werden noch bis Ende Juni zu 80 Prozent vom Staat gezahlt. Vergangene Woche kündigte Schatzkanzler Rishi Sunak an, das Programm werde bis Oktober verlängert, wenn auch mit geringerer Beteiligung vom Staat. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen eingebrochen.

Griechenland verlängert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern erneut bis 7. Juni

11:07 Uhr: Die griechische Regierung hat die Corona-Ausgangssperre für die Flüchtlingslager im Land anders als zunächst geplant nicht aufgehoben, sondern bis zum 7. Juni verlängert. Die Ministerien für Zivilschutz, Gesundheit und Migration hätten die Verlängerung der vor zwei Monaten verhängten Ausgangssperre vereinbart, teilte das Migrationsministerium am Donnerstag in einer kurzen Erklärung ohne Erläuterung der Gründe mit.

In den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden bislang keine Corona-Infektionen festgestellt. Auf dem Festland infizierten sich hingegen Dutzende Bewohner von drei Flüchtlingseinrichtungen, Todesopfer gab es aber bisher dort nicht.

Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter an

10:59 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt wegen der Corona-Krise weiter an. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise.

Mehr als 177.200 Corona-Nachweise in Deutschland

10:35 Uhr: Bundesweit sind bis Freitagvormittag über 177.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Stand 10.15 Uhr). Am Mittwochabend waren es noch mehr als 176.400 Fälle gewesen. Am Donnerstagvormittag lagen keine aktualisierten Daten der Bundesländer vor.

Mindestens 8.173 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Mittwochabend 20.00 Uhr: 8117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Tokio meldet nur noch drei Corona-Neuinfektionen

10:34 Uhr: In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Freitag meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle.

Insgesamt zählt die Millionen-Metropole damit bisher 5.136 Infektionsfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31. Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden könnte. Bis auf Tokio und das nördliche Hokkaido ist er bereits beendet worden.

Frankreichs Wirtschaftsminister: Renault kämpft ums Überleben

10:24 Uhr: Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sieht den Autohersteller Renault in einer schweren Krise. "Renault kämpft um sein Überleben", sagte Le Maire der Zeitung "Le Figaro" am Freitag. Der Konzern habe ein staatlich garantiertes Darlehen von fünf Milliarden Euro beantragt, so der Minister. "Ich habe dieses Darlehen noch nicht unterzeichnet."

Die Regierung fordere von Renault, "Verpflichtungen in drei Bereichen einzugehen: beim Elektrofahrzeug, beim Respekt gegenüber ihren Zulieferern und bei der Lokalisierung ihrer technologisch fortschrittlichsten Aktivitäten in Frankreich."

Le Maire betonte außerdem, dass Renaults große Fabrik Flins im Pariser Großraum nicht geschlossen werden dürfe. "Dies ist die Position der Regierung und des Staates als Aktionär", sagte Le Maire am Freitagmorgen dem Sender Europe 1. Man warte nun auf die Vorschläge des Renault-Vorsitzenden.

Schon mehr als 20.000 Corona-Tote in Brasilien

10:07 Uhr: In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Mit einem neuen Rekord von 1.188 gemeldeten Todesfällen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird.

Kretschmer kündigt regulären Schulbetrieb in Sachsen nach Sommerferien an

09:50 Uhr: In Sachsen soll nach dem Willen von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) an allen Schulen nach den Sommerferien wieder regulärer Unterricht stattfinden. "Wir wollen, dass nach den Sommerferien der Unterricht auch an allen weiterführenden Schulen wieder normal läuft", sagte Kretschmer dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Freitag.

Derzeit arbeite die Landesregierung in Dresden "an einer Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gibt". Konkrete Überlegungen wollte Kretschmer laut "Focus" noch nicht nennen. Der CDU-Politiker betonte, Kitas und Schulen nähmen eine doppelte Schlüsselrolle ein und seien entscheidend, damit die Wirtschaft wieder anlaufe.

"Zum einen wollen und müssen Kinder lernen", hob Kretschmer hervor. "Zum anderen können Eltern nur dann wieder ihrer Arbeit mit vollem Eifer nachgehen, wenn sie sicher sein können, dass ihre Kinder gut betreut werden." Er wisse aus eigener Erfahrung, dass "Homeoffice und Kinder über längere Zeit nicht machbar" sei.

Corona-Lockerungen in den Bundesländern
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Australien verlängert Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe

09:16 Uhr: Kreuzfahrtschiffe dürfen wegen der globalen Corona-Pandemie auch die nächsten Monate nicht in Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte am Freitag mit, dass das Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere drei Monate bis zum 17. September verlängert werde.

Auch Rundreisen auf Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt. Australien hatte die Restriktionen am 27. März in Kraft gesetzt. Zu der Zeit hatten sich 28 internationale Kreuzfahrtschiffe in Australien befunden, doch alle habe die Gewässer des Landes inzwischen verlassen. Australien zählt 7081 bestätigte Infektionen mit dem Virus, wovon nur noch 509 aktiv sind. 101 Menschen starben.

Historischer Umsatzeinbruch im britischen Einzelhandel wegen Corona

08:49 Uhr: Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im April wegen der Corona-Krise so stark eingebrochen wie noch nie. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Dies ist das stärkste Minus seit Beginn der Erhebungen 1988. Der Rückgang fiel stärker aus, als Analysten befürchtet hatten.

Bereits im März hatte die Corona-Krise Großbritannien mit Wucht getroffen. Allerdings traten die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erst im Laufe des Monats im Kraft.

Daher waren die Umsätze im März nur um 5,2 Prozent im Monatsvergleich gesunken. Im April wurden Umsätze im Einzelhandel während der gesamten Monats durch die Einschränkungen belastet. Viele Geschäfte blieben geschlossen.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmont fielen die Umsätze im April um 22,6 Prozent.

Söder will Schuldenobergrenze: "Nicht einfach Geld verteilen"

08:28 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich angesichts der Milliarden-Hilfsprogramme zur Bewältigung der Corona-Krise erneut für eine Schuldenobergrenze ausgesprochen.

Zwar brauche man Entlastungen und Impulse für die Wirtschaft, doch müsse genau festgelegt werden, in welchem Ausmaß sich die öffentlichen Haushalte verschulden dürften, sagte der CSU-Chef am Freitag im "Morgenmagazin" des ZDF.

"Wir müssen genau überlegen, welche Maßnahmen sind sinnvoll und welche können wir uns leisten. Deswegen braucht es tatsächlich eine Obergrenze."

Söder wandte sich unmittelbar vor dem ersten digitalen CSU-Parteitag an diesem Freitag erneut gegen die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für einen Milliarden-Schutzschirm für Kommunen.

Die Idee, jetzt alte Schulden der Kommunen zu tilgen, sei sicher der falsche Weg, betonte der bayerische Ministerpräsident. Entscheidend sei jetzt, die Substanz der Wirtschaft zu erhalten und dabei Technologiesprünge zu machen durch massive Investitionen in die Digitalisierung.

Es bedürfe aber einer klugen und klaren Abstimmung über die Hilfsprogramme, man könne "nicht einfach Geld verteilen".

US-Techkonzern IBM kündigt Stellenstreichungen in Corona-Pandemie an

08:05 Uhr: Der US-Techkonzern IBM hat einen umfassenden Abbau von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise angekündigt. Die Entscheidung sei wohl für einige Beschäftigte eine einzigartige und schwierige Situation, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag (Ortszeit) in einer Stellungnahme.

Das Unternehmen müsse in dem sehr wettbewerbsintensiven Markt flexibel bleiben, um jederzeit hochtalentierte Arbeitskräfte anwerben zu können, die Entscheidungen des Konzerns seien im Interesse des langfristigen Wohlergehens der Firma.

Wie viele Jobs IBM streichen will, dazu machte das Unternehmen mit Sitz in Armonk (Bundesstaat New York) keine detaillierten Angaben. Dabei dürfte es aber um Tausende Stellen gehen, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete. Ende vergangenen Jahres hatte IBM knapp 353.000 Mitarbeiter.

Es wäre der erste Einschnitt bei den Mitarbeitern unter dem Kommando des neuen Konzernchefs Arvind Krishna, der das Wachstum bei IBM wieder ankurbeln will. Krishna hatte erst Anfang April das Ruder von Ginni Rometty übernommen, vorher war er Leiter der Cloudsparte des IT-Riesen.

IBM hatte in den Jahren unter Rometty einen tiefgreifenden Konzernwandel hin zu neuen Geschäftsfeldern wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz angestoßen.

Der Erfolg hielt sich bislang jedoch in Grenzen, Quartale mit Geschäftszuwächsen sind schon seit Jahren selten. Im April kassierte IBM seinen Ausblick für das laufende Jahr wegen der Covid-19-Krise. Schon im Januar hatte der Konzern im Rahmen von Geschäftszahlen über Kostensenkungen durch "aggressive strukturelle Maßnahmen" gesprochen.

IBM ist unter Tech-Konzernen mit den Jobkürzungen nicht allein: Der Fahrdienstvermittler Uber etwa strich zuletzt rund 6.700 Stellen, auch der Wohnungsvermittler AirBnB will laut Berichten einen großen Teil der Arbeitskräfte entlassen.

Der auf Gewerbekunden spezialisierte IT-Dienstleister Hewlett Packard Enterprises kündigte am Donnerstag nach Verlusten ein weitreichendes Sparprogramm an, wozu auch eine Neuausrichtung der Arbeitskräfte auf Wachstumsfelder beitragen soll.

CSU hält erstmals virtuellen Parteitag ab

07:45 Uhr: Die CSU hält am Freitag (17.00 Uhr) zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen kleinen Parteitag ausschließlich virtuell ab.

Im Mittelpunkt des wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nur im Internet stattfindenden Delegiertentreffens stehen eine Grundsatzrede von Parteichef Markus Söder und die Beratung über einen Leitantrag. Darin macht die CSU eine Reihe von Vorschlägen zur Bewältigung der Corona-Krise - etwa Steuersenkungen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Aus Österreich soll zudem der dortige Bundeskanzler Sebastian Kurz zugeschaltet werden. CSU-Chef Söder tauschte sich wiederholt mit Kurz über das Vorgehen in der Corona-Krise aus.

Trump will USA bei zweiter Coronavirus-Welle nicht wieder schließen

06:44 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur Eindämmung unterwerfen.

In diesem Fall "werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch einer Fabrik des Autobauers Ford in Ypsilanti im Bundesstaat Michigan.

"Ob es eine Glut oder eine Flamme ist, wir werden es löschen." Trump drängte Gouverneure erneut dazu, die Schutzmaßnahmen in ihren Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.

"Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft", sagte Trump. "Bestimmte Gouverneure sollten weiter sein, als sie sind." Trump zeigte sich erneut überzeugt, dass die US-Wirtschaft sich spätestens ab dem vierten Quartal erholen werde.

"Wir werden nächstes Jahr ein unglaubliches Jahr haben." Er fügte hinzu: "Dieses Land steht vor einem epischen Comeback." In der Ford-Fabrik in Ypsilanti stellt der US-Autobauer derzeit Beatmungsgeräte wegen der Coronakrise her.

China plant Milliardenausgaben im Kampf gegen Coronavirus

06:17 Uhr: Mit zusätzlichen Milliardenausgaben und neuen Schulden will Chinas Regierung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ankämpfen.

Das kündigte Premierminister Li Keqiang am Freitag zum Auftakt des Pekinger Volkskongresses an. Vorgesehen ist demnach die zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billionen Yuan (rund 128 Milliarden Euro), mit denen die Wirtschaft neuen Schwung erhalten soll.

Zur Finanzierung neuer Infrastruktur soll zusätzlich der Umfang regionaler ausgegebener Anleihen von 2,15 auf 3,75 Billionen Yuan im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Das Haushaltsdefizit der Regierung wird laut dem Plan von 2,8 auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

"Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen für ungewöhnliche Zeiten", rechtfertigte Regierungschef Li Keqiang die zusätzlichen Ausgaben. Laut Regierungsbericht müsse auch sichergestellt werden, dass kleine- und mittelgroße Firmen einen signifikant besseren Zugang zu Krediten erhalten und die Finanzierungskosten sinken. Weitere Abgaben- und Steuersenkungen im Umfang von 500 Milliarden Yuan seien geplant.

Die Arbeitslosigkeit dürfte dennoch steigen. Nach einem Ziel für die städtische Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im vergangenen Jahr, wurde nun ein Ziel von 6 Prozent ausgegeben. Statt elf Millionen sollen nur noch neun Millionen Jobs geschaffen werden.

"Gegenwärtig und in der näheren Zukunft wird China vor Herausforderungen stehen wie nie zuvor", schwor Li Keqiang die Delegierten am Freitag ein. China verfüge jedoch über eine "starke wirtschaftliche Grundlage", ein "enormes Marktpotenzial und Hunderte Millionen intelligenter und fleißiger Menschen". Auch dank der starken Wachstumsimpulse werde China die Herausforderungen zweifellos bewältigen können.

FDP-Politiker Ullrich: Homeoffice bei Steuer besser absetzbar machen

05:15 Uhr: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich fordert mehr Steuervorteile für die Arbeit daheim. "Homeoffice sollen alle steuerlich geltend machen könne", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Wer seinen Arbeitstag in die eigenen vier Wände verlagert, verbraucht mehr Strom, Wasser, Heizung und produziert mehr Müll." Arbeitnehmer dürften nicht auf den Kosten sitzen bleiben. In der Coronakrise sind viele Menschen auf die Arbeit zuhause ausgewichen.

Derzeit kann nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen, der dafür über ein eigenes Zimmer verfügt. "Dies geht jedoch an der Realität der meisten Arbeitnehmer vorbei", bemängelte Ullrich, der Mitglied im Wirtschaftsausschuss ist.

"Daher fordere ich, 20 Prozent der Wohnfläche als Homeoffice steuerlich absetzbar zu machen. Das bedeutet beispielsweise, dass Mieter 20 Prozent ihrer Warmmiete von der Einkommenssteuer absetzen können."

Rückendeckung für Erleichterungen kam vom Bund der Steuerzahler. "Bislang akzeptiert die Finanzverwaltung nur ein extra Arbeitszimmer", sagte Isabel Klocke, die beim Steuerzahlerbund für Steuerrecht und Steuerpolitik zuständig ist, der dpa.

"Steuerzahler, die am Ess- oder Küchentisch arbeiten oder nur über eine Arbeitsecke verfügen, gehen steuerlich meist leer aus. Deshalb sollten Ausgaben für die Homeoffice-Zeit pauschal anerkannt werden."

Besonders kritisch sei die Situation für Arbeitnehmer, die für das laufende Jahr einen Freibetrag beantragt haben, etwa für einen langen Arbeitsweg. "Wegen der Coronakrise blieben viele zu Hause und können dementsprechend keine Fahrtkosten absetzen. Hier kann es dann im nächsten Jahr zu Steuernachzahlungen kommen", warnte Klocke.

"Auch deshalb sollten Ausgaben für das Arbeiten zu Hause besser anerkannt werden."

Patientenschützer warnen vor Problemen bei Kurzzeitpflege

04:44 Uhr: Patientenschützer warnen trotz allgemeiner Lockerungen von Corona-Beschränkungen vor anhaltenden Problemen für Pflegebedürftige.

Viele der 93.000 Tagespflegeplätze und 220.000 Angebote der Kurzzeit- und Verhinderungspflege seien wegen Corona nicht verfügbar, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ein schmerzlicher Verlust."

Inzwischen öffneten zwar einige Einrichtungen, für den Großteil der Betroffenen ändere sich aber nichts. Wann es endlich so weit ist, sei nicht absehbar. "Während Restaurants und Geschäfte wieder öffnen, werden die Hilfesuchenden alleingelassen", sagte Brysch.

Hinzu komme, dass es keine transparente Übersicht über die aktuelle Verfügbarkeit von Angeboten gebe. "Was in jedem Buchungsportal heute möglich ist, funktioniert bei der Suche nach Pflegeangeboten nicht." Weder könne bei einschlägigen Portalen der gewünschte Zeitraum eingegeben werden, noch seien verfügbare Plätze zu ermitteln.

Der Patientenschützer monierte zudem: "Während Pflegeheime bis Ende September Ausfallgeld für Tages- und Kurzzeitpflege bekommen, gehen die Pflegebedürftigen leer aus." Hier müsse Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nachbessern.

Nicht in Anspruch genommenes Budget sei direkt an die Pflegebedürftigen auszuzahlen. "Das macht allein für die Kurzzeitpflege bis zu 3.224 Euro im Jahr pro Pflegebedürftigem."

Bei Kurzzeitpflege geht es um einen befristeten Heim-Aufenthalt, auf den Pflegebedürftige etwa nach einer Klinik-Behandlung angewiesen sein können - oder wenn eine Pflege zu Hause zeitweise nicht geht.

Städtetag kritisiert Krankenkassen und Kassenärzte wegen Corona-Tests

04:00 Uhr: Der Deutsche Städtetag hat Krankenkassen und Kassenärzten vorgeworfen, teilweise eine Ausweitung von Corona-Tests zu bremsen.

"Leider nehmen wir im Moment wahr, dass gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen das Rad zurückdrehen wollen", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

"Vereinzelt wird schon versucht, effektive Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern für Corona-Tests zu zerschlagen, anstatt sie weiter zu verbessern. Beispielsweise wurde in einigen Fällen die Finanzierung von Tests in Pflegeheimen, bei Pflegekräften oder im Rettungsdienst kurzfristig aufgekündigt."

Dies sei ein Hindernis auf dem Weg zu umfangreichen Screenings, die für eine Exit-Strategie aus Corona-Beschränkungen notwendig seien, kritisierte Dedy. "Krankenkassen und Kassenärzte leisten der Pandemiebekämpfung damit einen Bärendienst."

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests auf das Coronavirus grundsätzlich zu bezahlen - etwa auch wenn jemand keine Symptome hat. "Nun muss das Gesetz auch lupenrein in die Praxis umgesetzt werden, die gesetzlichen Krankenkassen müssen wie geplant die Kosten für die Tests tragen", forderte Dedy.

"Wir erwarten, dass die notwendige Rechtsverordnung das glasklar regelt und noch im Juni kommt. Sonst wird das Ziel, die Corona-Screenings in der Fläche stark auszubauen, nicht zu erreichen sein."

Ärzte-Statistik: 402.000 Ärzte in Deutschland

03:10 Uhr: Auf rund 200 Einwohner in Deutschland kommt rechnerisch ein Arzt. Die Gesamtzahl der bei den Ärztekammern gemeldeten berufstätigen Mediziner ist nach Angaben der Bundesärztekammer vom Freitag im Jahr 2019 auf gut 402.000 gestiegen.

Im Vergleich zu 2018 waren das fast 10.000 mehr. Rund die Hälfte davon arbeitet im Krankenhaus. Etwa 160.000 Ärzte waren ambulant, also beispielsweise in Arztpraxen, tätig.

Viele der gemeldeten Mediziner sind laut Bundesärztekammer nicht in der direkten Patientenversorgung tätig, sondern zum Beispiel in Behörden, in Medizinmedien oder in der Industrie.

Die Spitzenorganisation der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland weist darauf hin, dass dringend medizinischer Nachwuchs gebraucht werde. Der Behandlungsbedarf wachse aufgrund der Alterung der Bevölkerung kontinuierlich.

Die Zahl der Behandlungsfälle in den Kliniken sei zwischen 2009 und 2017 von 17,8 auf 19,5 Millionen angestiegen. Rund 20 Prozent der berufstätigen Ärzte würden zudem voraussichtlich bald aus dem Berufsleben ausscheiden, weil sie inzwischen älter als 60 seien.

"Für etwas Entlastung sorgt die Einwanderung aus dem Ausland", hieß es bei der Bundesärztekammer. So sei die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte im vergangenen Jahr um rund 3.800 auf 58.168 gestiegen. Häufigste Herkunftsländer sind Rumänien (4.433), Syrien (4.486) Griechenland (2.811), Russland (2.321) und Österreich (2.381).

"Die Corona-Pandemie führt uns drastisch vor Augen, wie sehr unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben von einem gut funktionierenden Gesundheitswesen abhängt", sagte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt. Die Politik solle der Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen künftig höchste Priorität beimessen.

Brasilien empfiehlt umstrittenes Chloroquin zur Corona-Behandlung

02:40 Uhr: Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin nun zur Behandlung von mit dem Coronavirus infizierten Patienten.

Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Leitfaden für Ärzte. Gegenüber einer früheren Version des Dokuments wurden der Titel geändert, eine Reihe von Quellennachweisen gestrichen und die Verantwortlichen für den Text namentlich genannt.

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsatzes des umstrittenen Medikaments überworfen hatte.

Hydroxychloroquin wird zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19 eignet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen.

Trotzdem versprechen sich einige von dem Medikament eine wirksame Waffe gegen die grassierende Corona-Pandemie. US-Präsident Donald Trump preist Hydroxychloroquin als "Geschenk Gottes" und nimmt es nach eigenen Angaben prophylaktisch, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen.

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum neuen Zentrum der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 310.087 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt. Mindestens 20.047 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben.

Trump setzt wegen Corona-Toten Flaggen für drei Tage auf Halbmast

02:10 Uhr: Wegen der Zehntausenden Toten in der Corona-Pandemie in den USA lässt US-Präsident Donald Trump Flaggen auf halbmast hängen. "Ich werde die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern über die kommenden drei Tage hinweg in Erinnerung an die Amerikaner, die wir wegen des Coronavirus verloren haben, auf halbmast hängen", kündigte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter an.

Neuseeländerin trifft endlich todkranke Schwester in Australien

Vier Mal war Christine Archer die Einreise nach Australien wegen der Corona-Pandemie verwehrt worden. Doch schließlich gelang es der Neuseeländerin, ihre todkranke Schwester zu sehen und in die Arme zu schließen.

Am Montag begehen die USA den Memorial Day, an dem traditionell der Kriegsveteranen und Gefallenen gedacht wird. Auch dann werde auf halbmast geflaggt, erklärte Trump.

Die führenden Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump am Donnerstag aufgefordert, die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden im Land auf halbmast zu hängen, sobald die Zahl der Toten infolge der Pandemie 100.000 erreicht.

"Es würde ein nationaler Ausdruck der Trauer sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht", erklärten Pelosi und Schumer.

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York hatte bereits Anfang April Tausende Opfer der Pandemie auf diese Weise geehrt. In den USA sind nach Angaben der Johns Hopkins Universität bereits mehr als 94.500 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Spahn wirft AfD "destruktive Stimmungsmache" in Coronakrise vor

01:38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat der AfD-Spitze "destruktive Stimmungsmache" in der Coronakrise vorgeworfen. "Die AfD, die sich jetzt als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor kurzem immer härtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt".

"Das Ziel der AfD-Führung ist selbst in einer solchen nationalen Krise nicht Sacharbeit, sondern einzig und allein destruktive Stimmungsmache."

Spahn äußerte sich positiv zu den Gesprächen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) mit Demonstranten bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Dresden.

"Ich finde es richtig, dass Michael Kretschmer den Dialog anbietet." Es sei richtig, sich dieser Debatte zu stellen. Zu Beginn der Pandemie habe man in Deutschland "ein neues Wir-Gefühl" erlebt.

Nach Jahren der gesellschaftlichen Polarisierung, zuerst in der Flüchtlings-, dann in der Klimafrage, habe sich gezeigt, dass man eine Gemeinschaft sei und aufeinander aufpasse. "Deswegen sollten wir notwendige Debatten so austragen, dass sie zusammenführen und nicht wieder spalten", sagte Spahn.

Trump trägt bei Fabrik-Besuch erneut keine Schutzmaske

01:04 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch einer Fabrik im US-Bundesstaat Michigan zeitweise erneut keine Schutzmaske getragen - trotz einer ausdrücklichen Aufforderung von Michigans Justizministerin Dana Nessel.

Fernsehbilder zeigten, wie Trump am Donnerstag die Ford-Fabrik in Ypsilanti besuchte, wo der Autobauer Beatmungsgeräte in der Coronakrise herstellt. Nessel hatte Trump in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Schutzmaske in Michigan derzeit verpflichtend sei. Das gelte auch für den Präsidenten der Vereinigten Staaten, schrieb sie.

Trump sagte vor Journalisten, er habe auf einem früheren Teil des Fabrikrundgangs eine Maske getragen, "aber ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen".

Trump zeigte daraufhin eine Maske vor, die er nach seinen Angaben getragen hatte. Er betonte, er selber und alle um ihn herum seien auf das Virus getestet worden, weswegen er keine Maske anziehen müsse.

Ihm sei gesagt worden, in jenem Teil der Fabrik, in dem er mit Journalisten sprach, sei eine Maske nicht notwendig. Ford-Manager, die Trump begleiteten, trugen allerdings eine Maske.

Nessel teilte nach dem Besuch auf Twitter mit, Trump habe sich trotz mehrfacher Aufforderungen geweigert, eine Maske zu tragen.

Der Präsident kümmere sich nicht um die Sicherheit der Menschen in Michigan. Ford teilte mit, Konzernchef Bill Ford habe Trump bei dessen Ankunft dazu "ermutigt", eine Schutzmaske zu verwenden. Bei einem Teil des Besuchs habe der Präsident eine Maske getragen, sie dann aber für den Rest des Besuches wieder abgelegt.

Die Richtlinien des Weißen Hauses sehen vor, dass eine Maske getragen werden soll, wenn das Einhalten des Sicherheitsabstands nicht gewährleistet ist. Trump hatte allerdings schon bei der Vorstellung der Richtlinien gesagt, er werde sich nicht an die Empfehlung halten.

Spahn will bald präventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen

00:01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. "Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Freitag).

"Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten SARS-CoV-19-Tests die Regel sein."

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests auf das Coronavirus grundsätzlich zu bezahlen - etwa auch wenn jemand keine Symptome hat.

Spahn verwies nun auf ungenutzte Testkapazitäten: "Vergangene Woche sind deutschlandweit 425.000 Tests durchgeführt worden. Aber die Testkapazität ist mehr als doppelt so groß."

Der Minister kündigte zudem den "Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer Schutzausrüstung" an. "Diese Reserve gewährleistet Sicherheit für mehrere Monate, damit wir nicht noch einmal in eine Lage wie im Februar und März kommen, als selbst für das medizinische Personal nicht genügend Masken und Handschuhe vorhanden waren."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.