• 17:34 Uhr: ➤ Neue Corona-Variante in Kalifornien besorgt Wissenschaftler
  • 16:05 Uhr: Impfvordrängler sollen künftig bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen müssen
  • 13:52 Uhr: Spahn stellt Bürgern mehr Freiheit durch Corona-Tests in Aussicht
  • 10:07 Uhr: Söder macht wenig Hoffnung auf baldige Urlaubsreisen
  • 09:41 Uhr: Umfrage Ende November: Drittel gegen Einschnitte und Impfung

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➤ US-Wissenschaftler besorgt über Corona-Variante in Kalifornien

17:34 Uhr: US-Wissenschaftler haben sich besorgt über eine Coronavirus-Variante in Kalifornien gezeigt. Die im Dezember erstmals entdeckte Variante, die Forscher "B.1.427/B.1.429" genannt haben, sei ersten Erkenntnissen zufolge wahrscheinlich ansteckender als das Ausgangsvirus, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschaftler.

Die Variante sei auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden, habe sich aber nach bisherigen Erkenntnissen bislang vor allem in Kalifornien ausgebreitet.

"Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten - dass diese Variante komplett unbedeutend ist", zitierte die "New York Times" den Virologen Charles Chiu von der University of California in San Francisco.

"Aber leider müssen wir einfach den Ergebnissen der Wissenschaft folgen." Mindestens zwei wissenschaftliche Studien zur kalifornischen Variante sind bereits abgeschlossen und sollen demnächst veröffentlicht werden.

Die weiteren Corona-News des Tages

Österreichs Kanzler Kurz für europäischen Impfpass nach Vorbild Israels

23:26 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich für einen europäischen Impfpass nach dem Vorbild Israels ausgesprochen. "Ich setze mich dafür ein, dass wir in Europa einen grünen Pass zusammenbringen, wie es ihn in Israel gibt, am besten digital am Handy, wo jeder wieder alle Freiheit zurückbekommt, die wir so sehr schätzen, sagte Kurz am Mittwochabend auf "Bild live".

In Israel können seit Sonntag von einer Corona-Infektion genesene und gegen das Virus geimpfte Menschen mit dem "Grünen Pass" unter anderem wieder Fitnessstudios, Theater und Sportereignisse besuchen sowie in Hotels übernachten.

"Wer geimpft ist, der soll volle Freiheit haben. Aber genauso auch jene, die gerade Corona hatten und von daher immun sind. Und auch all jene, die einen Test machen und durch den Test nachweisen können, dass sie negativ sind", sagte Kurz. Durch einen EU-Impfpass sei auch eine Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa möglich.

Moderna will Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoff ausbauen

23:18 Uhr: Das US-Unternehmen Moderna will die Produktionskapazitäten für seinen Corona-Impfstoff ausbauen. Im kommenden Jahr solle so die Produktion von 1,4 Milliarden Impfdosen à 100 Mikrogramm möglich sein, teilte das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am Mittwoch mit. In diesem Jahr könne die geplante Produktion von 600 Millionen Dosen um 100 Millionen Dosen aufgestockt und möglicherweise noch weiter ausgebaut werden.

Zudem teilte das Unternehmen mit, dass es einen speziell auf die südafrikanische Coronavirus-Variante angepassten Impfstoff-Kandidat für klinische Studien an die US-Gesundheitsbehörde NIH geliefert habe. Ersten Erkenntnissen zufolge, wirke der bisher unter anderem in den USA und der EU zugelassene Impfstoff aber auch gegen die Varianten.

Spahn weist Kritik wegen schleppender Zulassung von Tests zurück

23:10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurückgewiesen. Die Zuverlässigkeit solcher Tests müsse genau geprüft werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Man dürfe sich dabei nicht allein auf die Angaben der Hersteller verlassen und Menschen "in falscher Sicherheit wiegen". "Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben", sagte Spahn. "Wenn man zum Beispiel nur 90 Prozent richtiges Ergebnis hätte, dann wären das bei einer Million Tests ziemlich viele falsch-negative."

Die ersten drei Selbsttests sind seit Mittwoch vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen. Sie sollen in Kürze in Apotheken oder auch in Drogeriemärkten frei zu kaufen sein. Für diese Tests müssen Proben mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen werden. In anderen Ländern sind sie schon seit längerer Zeit auf dem Markt.

Mecklenburg-Vorpommern: Gartenmärkte können Anfang März öffnen

22:54 Uhr: Neben Friseursalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. März an auch Gartenbaucenter wieder öffnen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und darunter je 100.000 Einwohner dürfen auch Kosmetiker, Fußpfleger und Nagelstudios wieder Kunden empfangen. In den übrigen Regionen treten diese Regelungen eine Woche später am 8. März in Kraft. Dann dürfen Besucher auch wieder in die Außenbereiche der Zoos kommen. Darauf verständigten sich bei einem Corona-Gipfel am Mittwoch Landesregierung und Vertreter von Wirtschafts- und Kommunalverbänden.

Zudem wurden bei der Videokonferenz die Grundzüge eines Stufenplans zur Beendigung des Lockdowns vereinbart. Demnach soll der Einzelhandel mit begrenzter Kundenzahl wieder öffnen, sobald landesweit der Inzidenzwert stabil unter 35 liegt. Öffentliche und private Schulen sollen dann generell wieder zum Regelbetrieb übergehen. Etwas später können auch Museen öffnen und Märkte abgehalten werden. Ausgenommen bleiben jeweils Hochrisiko-Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen von über 150.

Zeitversetzt sollen später Gaststätten und Hotels zunächst nur für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern öffnen. Konkrete Starttermine wurden nicht genannt.

Den jüngsten Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zufolge weisen aktuell nur der Landkreis Vorpommern-Rügen und Rostock weniger als 35 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf.

Schweden: Restaurants und Kneipen sollen um 20:30 Uhr schließen

22:07 Uhr: Restaurants, Kneipen und Cafés bleiben in Schweden zwar weiterhin geöffnet, sollen aber wegen einer beunruhigenden Corona-Lage künftig um 20:30 Uhr schließen. Die Begrenzung solle ab dem 1. März und unabhängig davon gelten, ob das Lokal Alkohol ausschenkt oder nicht, sagte der Generaldirektor der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Der Vorschlag wird nun zur behördlichen Überprüfung geschickt.

"Die Lage in Schweden ist ernst. Wir haben eine hohe Infektionsausbreitung. Und sie nimmt weiter zu", machte Regierungschef Stefan Löfven klar. Es bestehe das Risiko einer dritten Corona-Welle. Das effektivste Mittel gegen die Virus-Ausbreitung sei es, Abstand zueinander zu halten und keine Menschen außer seine nahen Angehörigen zu treffen.

Geschäfte werden nach Angaben der Gesundheitsbehörde ab Montag zudem angehalten, ihre Kunden dazu zu ermahnen, alleine statt zusammen mit Angehörigen einzukaufen. Die Behörde will auch die Besucherzahl in Läden, Einkaufspassagen und Fitnessstudios begrenzen. Wettkampfveranstaltungen mit Ausnahme des Spitzensports und Partien von Kinder und Jugendlichen, die 2005 oder später geboren sind, sollen darüber hinaus nicht mehr zugelassen sein, sagte Carlson.

Angespannte Corona-Lage in Frankreich: wohl neuer lokaler Lockdown

21:12 Uhr: Angesichts eines Aufflammens von Corona-Fällen in Teilen Frankreichs stehen weitere Einschränkungen in dem Land im Raum. Regierungssprecher Gabriel Attal sagte am Mittwoch, die Lage verschlechtere sich und sei in etwa zehn Départements sogar sehr besorgniserregend. In einigen Gebieten drängten sich schnelle und kräftige Maßnahmen auf. Attal verwies etwa auf den Teil-Lockdown, der für die Küstenregion des südlichen Départements Alpes-Maritimes beschlossen worden war.

Um einen solchen Lockdown für das Wochenende bat Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwochabend im stark betroffenen nordfranzösischen Dunkerque (Dünkirchen) den zuständigen Präfekten auch für die Küstenstadt und Umgebung. Die regionale Gesundheitsbehörde hatte in der Stadt zuletzt mehr als 900 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Zusätzliche Impfdosen und eine Verschärfung der Maskenpflicht sowie ein Alkoholverbot sollen ebenfalls helfen, die Ausbreitung des Virus in dem Gebiet einzudämmen.

Attal betonte erneut, man wolle einen landesweiten Lockdown verhindern. Diesen hatte es bereits zweimal gegeben - im vergangenen Frühjahr und Herbst. Derzeit gilt eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Geschäfte und Schulen sind weitgehend geöffnet.

Die Corona-Lage in Frankreich ist weiterhin angespannt. In dem Land mit 67 Millionen Einwohnern infizierten sich insgesamt 3,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus. Rund 85.000 von ihnen starben. Eine Impfung haben bereits 2,6 Millionen Menschen erhalten. Attal sagte, dass mittlerweile alle Pflegekräfte Zugang zu Impfstoff hätten, ebenso Menschen über 50.

Schweiz: Keine Quarantäne mehr für Reisende aus deutschen Ländern

20:01 Uhr: Aus den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen können Reisende ab Donnerstag wieder ohne Einschränkungen in die Schweiz reisen. Die Anordnung zu einer Quarantänepflicht für Menschen, die sich dort in den vorangegangenen zehn Tagen aufgehalten hatten, lief am Mittwoch aus. Damit gibt es vorerst keinerlei Einreiseauflagen mehr für Reisende aus Deutschland. Sie müssen sich aber elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen.

Ausschlaggebend für die Schweizer Risikoliste ist die 14-Tages-Inzidenz. Wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Gebiet um 60 höher liegt als in der Schweiz, kommt das Land oder die Region auf die Liste.

Dänemark: Corona-Lockdown wird zum 1. März teils gelockert

19:16 Uhr: Dänemark lockert angesichts gesunkener Infektionszahlen und gleichzeitiger Sorge vor der britischen Virus-Variante vorsichtig einige seiner Corona-Beschränkungen. Nach mehr als zwei Monaten dürfen die meisten Geschäfte im Land am Montag wieder öffnen, sofern ihre Ladenfläche kleiner als 5.000 Quadratmeter ist und sie sich nicht in Einkaufszentren befinden. Das gab Justizminister Nick Hækkerup am Mittwoch in Kopenhagen bekannt. Sorgen vor Virus-Mutanten bleiben jedoch. Die britische Virus-Variante sei nun die dominierende in Dänemark, sagte Regierungschefin Mette Frederiksen am Abend.

Der vereinbarte Plan sieht nun neben der weitgehenden Öffnung des Einzelhandels unter anderem auch vor, dass Kultureinrichtungen unter freiem Himmel wie Zoos und Freizeitparks ab Montag wieder Besucher empfangen dürfen, wenn diese einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Die Beschränkung für organisierte Sport- und Vereinsaktivitäten im Freien wird von 5 auf maximal 25 Teilnehmer angehoben.

In Nord- und Westjütland dürfen die Abschlussklassen teils in ihre Schulen zurück, auf der Ostsee-Insel Bornholm sogar alle Schüler. Allerdings sollten alle älter als zwölf Jahre alt sein und ebenso wie das Personal zweimal wöchentlich Corona-Tests machen. Auch Friseure und andere Dienstleister dürfen mit Testanforderungen auf Bornholm wieder öffnen. Landesweit durften im Februar lediglich die Schüler bis zur vierten Klasse in ihre Schulen zurückkehren.

Merkel pocht für Öffnungsstrategie auf umfassende Schnelltests

18:50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht für mögliche Lockerungen von Corona-Beschränkungen auf deutlich mehr Tests. "Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dafür müssten noch offene Fragen geklärt und das ganze Vorgehen am 3. März mit den Regierungschefs der Bundesländer beraten werden. "Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein."

Merkel betonte, grundsätzlich könne ein Schnelltest zeigen, "dass jemand an genau dem Tag nicht infiziert ist, oder umgekehrt, dass jemand, obwohl noch symptomlos, bereits infiziert und auch ansteckend ist." Alle Menschen mit Symptomen sollten ohnehin PCR-Tests machen.

Die Kanzlerin versprach zudem, die Corona-Impfungen würden sich jetzt immer weiter beschleunigen. "Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen." Die Impfzentren schafften das nicht allein. Dazu würden noch niedergelassene Ärzte gebraucht. Mit Blick auf Zweifel am Mittel von Astrazeneca sagte Merkel, dies sei "ein zuverlässiger Impfstoff, wirkungsvoll und sicher". Er sei durch die Europäische Medizinagentur zugelassen und in Deutschland für Menschen unter 65 Jahren empfohlen.

US-Regierung will Millionen kostenlose Masken verteilen

18:15 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die US-Regierung mehr als 25 Millionen Gesichtsmasken an einkommensschwache Bürger verteilen. Die Masken sollten im März an 60.000 Essensausgaben und 1.300 Gesundheitszentren in Kommunen im ganzen Land geliefert werden, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, am Mittwoch.

Dort könnten Menschen, die eine Maske bräuchten, diese kostenlos bekommen. Sie seien aus Stoff, könnten also gewaschen und wiederverwendet werden. Zients sagte, in einkommensschwachen Haushalten fehle es mitunter an Masken. Dagegen wolle man angehen. Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, betonte, eine Maske zu tragen, sei einer der wirkungsvollsten Schritte gegen die Pandemie.

Die USA sind in absoluten Zahlen weltweit das Land, das am stärksten von der Corona-Krise betroffen ist. Nach Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität wurden bislang mehr als 28,2 Millionen Infektionen mit dem Virus gemeldet. Mehr als eine halbe Million Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

RKI-Papier entwirft Szenarien für Lockerungen oder Verschärfungen

17:35 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat ein eigenes Strategiepapier mit Stufen für verschiedene Maßnahmen in der Corona-Pandemie vorgelegt: Es unterbreitet Vorschläge für Szenarien zu vorsichtigen Lockerungen oder auch Verschärfungen. Sprecher der Bundesregierung bezeichneten es am Mittwoch als wichtigen Hinweis.

Das Papier mit dem Titel "ControlCovid" (Covid kontrollieren) wurde bereits vergangene Woche auf der Webseite veröffentlicht, war aber zunächst von der Öffentlichkeit unbemerkt geblieben.

Zuletzt berichteten mehrere Medien darüber. In dem Papier ist unter anderem die Rede von der "Notwendigkeit einer klaren Zielstellung und transparenten Perspektive für die nächsten Monate". Das RKI schreibt, das Papier solle als "Hilfestellung" verstanden werden.

Als Ziel führen die Autoren an, die Zahl schwerer Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfälle zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

Empfohlen wird, verschiedene Kennzahlen wie die Sieben-Tage-Inzidenz (Fallzahlen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) auf Landkreis-Ebene zu betrachten und Lockerungen erst zu beschließen, "wenn ein überwiegender Anteil der Landkreise Indikatoren mit Werten aufweist, die dies erlauben". Lockerungen sollen demnach vorsichtig und langsam vorgenommen werden.

Merkel gegen Vorzüge für Geimpfte - Spahn plant digitalen Impfpass

16:32 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegen ein generelles Senken der Corona-Beschränkungen für geimpfte Personen.

"Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln", sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). Wo es aber um private Vertragsverhältnisse gehe, "können wir uns von staatlicher Seite wenig einmischen".

Merkel sagte, grundsätzlich müsse ohnehin erst eindeutig geklärt sein, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien. Merkel machte auch deutlich, dass sich der Umgang mit Geimpften und Nicht-Geimpften verändern könne.

"Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll."

Merkel selbst will sich erst impfen lassen, wenn sie nach der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. Ihr sei das Abstandhalten im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen möglich.

"Eine Erzieherin in der Kita, ein Grundschullehrer kann das nicht." Je mehr Impfstoff vorhanden sei, desto flexibler werde man mit den Priorisierungen umgehen müssen.

Medienbericht: Regierung plant Bußgeld für Impfvordrängler

Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen Berichte über Personen, die sich gegen das Coronavirus impfen ließen, obwohl sie noch nicht an der Reihe gewesen waren. Die Bundesregierung will die sogenannten Impfvordrängler künftig zur Kasse bitten.
Verstöße gegen die Impfreihenfolge sollen laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Zukunft als Ordnungswidrigkeit gewertet und mit einer Strafzahlung von bis zu 25.000 Euro sanktioniert werden.

Laut dem RND sollen die Koalitionsfraktionen eine entsprechende Änderung für das "Gesetz zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite betreffenden Regelungen" ausgearbeitet haben.

Nach aktuellem Stand der Impfverordnung dürfen bezüglich der Impfreihenfolge nur dann Ausnahmen gemacht werden, wenn bereits angebrochene Impfdosen ansonsten entsorgt werden müssten.

In der Vergangenheit hatten verschiedene Impfvordrängler für Aufsehen gesorgt. So gab etwa der Oberbürgermeister im sachsen-anhaltischen Halle, Bernd Wiegand (parteilos) zu, dass er und zehn Stadträte bereits eine Impfung bekommen hatten. Auch in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern hatten Kommunalpolitikern die Impfreihenfolge missachtet.

Aber auch unter Privatpersonen gab es Versuche, sich eine verfrühte Impfung zu erschleichen. So ermittelt derzeit die Polizei gegen eine 64-Jährige Ehefrau eines Arztes. Sie soll in einem Impfzentrum in Hamburg eine gefälschten Bescheinigung vorgelegt haben, um so vorzeitig geimpft zu werden.

Mitte Januar hatte ein Arzt eine aufgezogene Spritze in demselben Impfzentrum entwendet und sie seiner schwer kranken Frau im Eingangsbereich verabreicht. Die Tat sei sofort entdeckt und der 69-Jährige einen Tag später entlassen worden, hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Gesundheitsbehörde hatte den Vorfall bestätigt.

RKI: Über die Hälfte der Bevölkerung mit erhöhtem Risiko bei COVID-19

15:33 Uhr: Vor allem wegen Alter und Vorerkrankungen ist laut einer Studie mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 15 Jahre der Risikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe zuzurechnen.

Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) gehen in dieser Bevölkerungsgruppe von 36,5 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko aus, davon sehen sie 21,6 Millionen Menschen als Hochrisikogruppe. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten RKI-Studie hervor.

Als stark erhöht werten die Autoren das Corona-Risiko bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind oder bestimmte Vorerkrankungen aufweisen (Diabetes mellitus, chronische Nierenbeschwerden, schwerste Form von Adipositas).

Erhöhtes Risiko wird in der Studie bei Betroffenen mit einer Reihe weiterer Vorerkrankungen gesehen (darunter Bluthochdruck, Asthma sowie Herzinfarkt und Schlaganfall oder chronischen Folgebeschwerden).

Zudem war der Hilfebedarf im Alltag ein Kriterium. Als Hauptrisikofaktor gelte mittlerweile ein höheres Lebensalter, schreiben die Autoren. Die Risiken sind der Studie zufolge ungleich verteilt.

"Im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern leben anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko", hieß es. Auch sind laut der Studie unter Menschen mit geringer Bildung größere Anteile der Risiko- und Hochrisikogruppe zuzurechnen als bei mittel und höher Gebildeten.

Die Auswertung beruht auf einer Studie, für die rund 23.000 deutschsprachige Menschen ab 15 zwischen April 2019 und Oktober 2020 telefonisch befragt wurden.

Spahn will kostenlose Selbsttests von Marktpreisen abhängig machen

15:03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Verfügbarkeit von kostenlosen Corona-Selbsttests für die breite Bevölkerung auch von den Marktpreisen abhängig machen.

"Die Frage der Bezuschussung des Erwerbs hängt sehr von den Preisen ab", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Noch wisse man nicht, wie teuer die bereits zugelassenen Tests im Einzelhandel seien.

"Für mich macht es einen Unterschied, ob ein Test zwei Euro oder zehn Euro kostet." Entsprechend müsse man auch die Frage nach der Bezuschussung besprechen, und ob die Tests auch für jedermann kostenfrei sein sollten. "Kostenlos ist nichts - einer zahlt immer", sagte Spahn.

Mit Blick auf die Situation in Österreich, wo ab 1. März Corona-Selbsttest für zu Hause in Apotheken angeboten werden, sagte Spahn, dass die Zulassungsvoraussetzungen für Selbsttests in Deutschland höher seien. "Mir reicht es nicht, wenn der Hersteller einen Zettel unterschreibt und sagt: Die Tests sind gut." Hierzulande seien Studien über die Qualität der Tests einzureichen.

Wenn man Tests zu einem Instrument der Pandemie machen wolle, müssten sie auch hinreichend gute Ergebnisse liefern. Am Mittwoch wurden die ersten drei Corona-Selbsttests für Laien in Deutschland zugelassen.

Jens Spahns Pläne ausgebremst: Doch keine Schnelltests für alle ab 1. März

Gesundheitsminister Spahn hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen. Dieser Plan wird sich jedoch verzögern. Es gibt offene Fragen.

WHO: Gemeldete Corona-Infektionen gehen weltweit langsamer zurück

14:31 Uhr: Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber langsamer als zuvor. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wochenvergleich einen Rückgang bei den Neuansteckungen, dieses mal um elf Prozent, wie am Mittwoch aus ihrem jüngsten Wochenbericht hervorging.

Die Zahlen umfassen Meldungen bis zum 21. Februar. In der Vorwoche lag der Rückgang bei 16 Prozent. Nur in den Regionen Südostasien und östliches Mittelmeer wurden etwas mehr Infektionen gemeldet als in der Vorwoche. Zum dritten Mal ging die Zahl der Todesfälle pro Woche zurück, um 20 Prozent auf rund 66.000.

Der Rückgang sei "wahrscheinlich" das Ergebnis der vielerorts verhängten Schutzmaßnahmen. Damit sind unter anderem Handhygiene, Abstand halten und Einschränkungen gemeint, die auf Kontaktreduzierung abzielen.

Auch zur Eindämmung der neuen und ansteckenderen Varianten seien diese Maßnahmen absolut wichtig. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 sei inzwischen in 101 Ländern nachgewiesen worden. Die USA hätten bis 21. Februar erst 1661 Fälle dieser Variante gemeldet.

Spahn stellt mehr Freiheit durch Corona-Tests in Aussicht

Gesundheitsminister Jens Spahn hat der Bevölkerung wieder mehr Freiheit durch eine Ausweitung der Tests in Aussicht gestellt. Schell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, "ein Stück mehr Freiheit wieder zu haben", sagte Spahn bei einer Regierungsbefragung im Bundestag.

Laien-Selbsttests seien geeignet, wenn jemand für sich Sicherheit haben wolle. Sie könnten mittelfristig aber auch dazu dienen, wieder Besuche von Theatern oder anderen Veranstaltungen zu ermöglichen. "Das ist die Perspektive."

Insgesamt sei es gelungen, die Dynamik der Pandemie ein ganzes Stück zu brechen. "Wir wähnten uns auf einem guten Weg, aber dieses Virus gibt nicht einfach auf." Doch nun sei es zur Ausbreitung der ansteckenderen Virusvarianten gekommen.

Spahn glaubt nicht daran, dass das Coronavirus jemals komplett verschwinden wird. Eine Inzidenz von null werde es auf Dauer nicht geben können, außer man ziehe eine Mauer um das Land, sagte der CDU-Politiker. "Wenn wir uns alle einschließen, dann sind wir vielleicht irgendwann bei einer Inzidenz null". Das sei allerdings auch kein Leben.

Giffey: Zulassung von Selbsttests ist "Meilenstein"

13:33 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Zulassung erster Corona-Selbsttests in eutschland begrüßt. Dies sei ein "Meilenstein für viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens", sagte die SPD-Politikerin.

Damit werde die Brücke zum Impfen noch einmal verbreitert, weitere Öffnungsschritte könnten damit erleichtert werden. "Vor allem für Kitas und Schulen sind die Selbsttestmöglichkeiten ein wichtiger Schlüssel dazu, die Sicherheit im Alltag weiter deutlich zu erhöhen", sagte Giffey.

Dreyer plädiert für Lockerung der Kontaktbeschränkungen

12:38 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht sich dafür aus, die strengen Beschränkungen der privaten Kontakte in der Corona-Pandemie zu lockern. "Zwei Haushalte, fünf Personen, die Kinder nicht mitgezählt", schlug Dreyer am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" der Sender RTL und ntv als neue Regel vor. Dies wäre immer noch "sehr streng". Derzeit dürfen sich Angehörige eines Haushalts in der Regel mit nur einer weiteren Person treffen.

Die Beschränkungen seien seit langer Zeit so eng, dass sie nicht mehr stringent eingehalten würden, sagte Dreyer. Die Bürger seien sehr eigenverantwortlich, einige Regeln aber nicht mehr verständlich.

Dreyer rechnet nach eigenen Angaben damit, dass beim nächsten Bund-Länder-Treffen zur Coronakrise am kommenden Mittwoch ein bundesweiter Stufenplan beschlossen wird. "Ich gehe davon fest aus", sagte sie. "Wir haben das Versprechen abgegeben. Ich war das letzte Mal schon nicht wirklich begeistert davon, dass wir das Versprechen an die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Kultur nicht eingehalten haben."

Spahn dringt auf mehr Tempo beim Impfen

12:15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf höheres Tempo bei Impfungen in den Impfzentren. Die Länder hätten Kapazitäten von bis zu 300.000 Impfungen am Tag gemeldet, im Moment fänden bis zu 150.000 am Tag statt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in ZDF. Deswegen gehe er davon aus, "dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird". Die Länder hätten nachvollziehbarerweise beim Bund genügend Dosen angemahnt. "Jetzt ist Impfstoff da."

Einen Stau gibt es vor allem beim Mittel des Herstellers Astrazeneca. Laut Bundesministerium sind inzwischen mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert worden - gespritzt wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Dienstag jedoch nur rund 239.000 Dosen. Dabei ist das Bild in den Bundesländern unterschiedlich: In Sachsen liegen demnach noch knapp 95 Prozent auf Halde, in Baden-Württemberg und Hessen knapp 94 Prozent, in Hamburg dagegen nur 66 Prozent.

Spahn erläuterte, dass allen Bewohnern in Pflegeheimen mittlerweile ein Impfangebot habe gemacht werden können. Es sei auch eine positive Wirkung zu sehen. "Das Infektionsgeschehen bei den über 80-Jährigen geht spürbar zurück."

Söder macht wenig Hoffnung auf baldige Urlaubsreisen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet nicht mit schnellen Lockerungen für Urlaubsreisen in den Ferien. "Zum Urlaub möchte ich noch keine Versprechen abgeben, aber im Laufe des Jahres geht das bestimmt", sagte er in einem Interview mit dem Portal "Bild Live".

Mathematiker berechnet Sterberisiko bei Infektion mit Corona-Mutante B.1.1.7

11:32 Uhr: Eine Corona-Infektion geht für jeden Menschen mit einem gewissen Sterberisiko einher. Für die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 hat der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse dies nun aufzuschlüsseln versucht.

"Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1.000 Mal so hoch wie für 20-Jährige", erklärte er der Deutschen Presse-Agentur zu seiner Rechnung.

Ohne Corona liege dieser Faktor bei Männern bei rund 130, bei Frauen bei 200 - bei einem Senior ist der Tod immer wahrscheinlicher als bei einem jungen Menschen.

Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezieht sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht.

Spahn schlägt Kombination von Schnell- und Selbsttests vor

10:27 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf das weitere Vorgehen in der Coronakrise eine Kombination aus mehr Schnelltests sowie Selbsttests für jedermann vorgeschlagen. Darin liege in dieser Phase der Pandemie eine Chance - auch mit ansteckenderen Virusmutationen. "Mit mehr Testen finden wir bisher unentdeckte Infektionen."

Zu Schnelltests durch geschultes Personal erläuterte Spahn: "Mehr Schnelltests können uns helfen, mehr Sicherheit im Alltag zu bekommen." Diese Tests ergäben da Sinn, wo es einen bestätigten Nachweis über das Ergebnis brauche, etwa bei Besuchen in Pflegeheimen. Dafür sollten die Tests niedrigschwellig verfügbar und kostenlos sein.

Selbsttests könnten dagegen perspektivisch Sicherheit in konkreten Situationen geben, sagte Spahn: "Bevor man eine Veranstaltung besucht, sich die Haare schneiden lässt oder ins Theater geht."

Söder rechnet nicht mit schnellen Lockerungen für Urlaubsreisen

10:07 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet nicht mit schnellen Lockerungen für Urlaubsreisen in den Ferien. "Zum Urlaub möchte ich noch keine Versprechen abgeben, aber im Laufe des Jahres geht das bestimmt", sagte er in einem Interview mit dem Portal "Bild Live".

So weit wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Osterurlaub in diesem Jahr eine generelle Absage erteilt hat, will Söder jedoch nicht gehen. "Wir haben in den letzten Wochen eine deutliche Verbesserung erlebt", sagte Söder nun in dem Interview. Allerdings müsse man "jetzt erstmal die Mutationen abwarten".

Impfungen von Erzieherinnen und Lehrern können ab sofort starten

10:01 Uhr: Die vorgezogenen Corona-Impfungen bei Erzieherinnen und Lehrkräften können ab sofort starten. Die entsprechende Verordnung trete am Mittwoch in Kraft, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Das gibt in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich sind, zusätzliche Sicherheit."

Bund und Länder hatten sich am Montag bei einer Gesundheitsministerkonferenz darauf geeinigt, die Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie die Kita-Beschäftigten in der Impfverordnung in die Prioritätsgruppe zwei statt drei einzustufen. In Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen sowie in Schulen komme es zu zahlreichen Kontakten von Menschen aus unterschiedlichen Haushalten, hieß es zur Begründung.

Umfrage Ende November: Drittel gegen Einschnitte und Impfung

09:41 Uhr: Eine repräsentative Befragung der Bertelsmann Stiftung Ende November ergab: Eine erhebliche Zahl lehnte die Einschränkung von Freiheitsrechten in der Corona-Pandemie ab und bei weitem nicht alle wollten sich impfen lassen.

  • 33 Prozent der Bürger in Deutschland lehnte Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Pandemie-Bekämpfung "eher" oder "voll und ganz" ab.
  • 34 Prozent wollten sich nicht impfen lassen.
  • Rund 45 Prozent zeigten sich überzeugt, dass die Krise auch positive Auswirkungen haben könne - mit Blick auf Klimaschutz und soziales Miteinander.
  • 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Gesellschaft vor Augen führe.
Für die Erhebung hatte das Norstat Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung in der letzten Novemberwoche 2020 mehr als 1.000 Erwachsene befragt. Damals gab es allerdings noch keine Diskussion in der breiten Öffentlichkeit über die Gefahr von Mutationen.

Erste Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests

08:58 Uhr: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Dieser könne nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Laien sicher durchgeführt werden, erklärte das Bundesinstitut weiter.

Es handelt sich um folgende Tests:

  • CLINITEST Rapid COVID-19 Self-Test von Healgen Scientific LLC
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card von Xiamen Boson Biotech Co., Ltd
  • LYHER COVID-19 Antigen Schnelltest (Nasal) von Hangzhou Laihe Biotech Ltd., Co.

Corona bei Schwangeren: Kein erhöhtes Sterberisiko fürs Baby

08:54 Uhr: Eine Corona-Infektion bei Schwangeren erhöht nicht die Gefahr für einen Tod des Babys im Mutterleib oder nach der Geburt. Das bestätigt eine Studie des Imperial College London.

Die Ergebnisse sind im Fachmagazin "Ultrasound in Obstetrics and Gynecology" veröffentlicht. Schon zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen einer Corona-Infektion und dem Tod von Kindern im Mutterleib oder nach der Geburt gibt.

Bei der Analyse von Daten 4.000 schwangerer Frauen aus Großbritannien und den USA, die entweder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren oder bei denen eine Infektion vermutet wurde, wurden allerdings überdurchschnittlich viele Frühgeburten registriert. Demnach brachten 12 Prozent der Frauen in Großbritannien ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 7,5 Prozent.

Ähnlich sah es in den USA aus. Zumindest zum Teil könne sich der Anstieg damit erklären lassen, dass sich Ärzte aus Sorge um die Gesundheit von Mutter und Baby verstärkt für einen vorzeitigen Kaiserschnitt entschieden, erläutern die Forscher. Die Zahl der spontanen Frühgeburten sei niedriger gewesen als erwartet.

Coronakrise reißt Milliarden-Löcher in Staatshaushalt

08:11 Uhr: Der deutsche Staat hat im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung wiesen ein Defizit von 139,6 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Erste Berechnungen der Behörde hatten ein Minus von 158,2 Milliarden Euro ergeben.

Die gute Nachricht: Die deutsche Wirtschaft ist trotz der Einführung erneuter Corona-Beschränkungen zum Jahresende 2020 stärker gewachsen, als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut Statistischem Bundesamt im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zu. In einer ersten Berechnung war die Wiesbadener Behörde von einem Wachstum von 0,1 Prozent ausgegangen.

Friseure öffnen ab Montag - doch das schmeckt nicht allen

07:32 Uhr: Nach zehn umsatzlosen Wochen atmen viele Friseure auf: Sie dürfen ab Montag ihre Salons wieder öffnen. Mit Hygienekonzepten und einem ausgeweiteten Angebot bereiten sich die Betriebe auf den Ansturm vor. Doch nicht alle sind über die Öffnung glücklich. Während Virologen einen Anstieg der Fallzahlen befürchten, mischt sich bei anderen Branchen Wut mit Frust über die Ungleichbehandlung. Sie fragen sich: Warum dürfen wir Kosmetiker nicht auch öffnen?

Lindner fordert Ende des flächendeckenden Lockdowns

06:52 Uhr: Gut eine Woche vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfeltreffen hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ein Ende des flächendeckenden Lockdowns und eine Verbesserung der Corona-Warnapp gefordert. "Der flächendeckende Lockdown muss enden. Er ist ein zu scharfer Eingriff in die Grundrechte", schrieb Lindner in einem Gastbeitrag in der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). "Denn je mehr Tests, Impfungen und regionale Unterschiede es gibt, desto weniger sagt der Sieben-Tage-Wert von 35 oder 50 etwas aus."

Lindner mahnte, künftig müsse jede Region einzeln betrachtet werden, wobei beispielsweise die Zahl der Neuinfektionen und die Lage in den Krankenhäusern als Richtwerte dienen könnten. "Nach einem Stufenplan mit Wenn-Dann-Regeln kann dort geöffnet oder die Notbremse gezogen werden", schrieb Lindner.

Der FDP-Chef sprach sich außerdem für eine massive Ausweitung der Schnelltests und eine Verbesserung der Corona-Warnapp aus. "Testen verspricht Freiheit – zusammen mit Masken, Luftreinigern, digitaler Nachverfolgung von Infektionen und dem Schutz der verletzlichen Gruppen", schrieb er. Es dürfe deshalb keine Verzögerungen mehr geben. Die Bundesregierung müsse Tests zulassen und verfügbar machen wie in Österreich oder Dänemark.

"Die Corona-App ergänzen wir um einen 24-stündigen Freipass nach negativem Schnelltest. Dann sind Restaurantbesuche möglich", sagte Lindner. Der FDP-Politiker sprach sich zudem für die Einführung eines nationalen Impfportals aus, das die Logistik erleichtern könne. "Für nicht genutzte Termine brauchen wir eine Nachrückliste von Polizistinnen, Lehrern und anderen Berufsgruppen, damit keine Impfdose verloren geht."

Mediziner regen Fußball-Spiele mit Fans zu Studienzwecken an

06:42 Uhr: Führende Intensivmediziner wollen in Fußball-Stadien unter Studienbedingungen wieder Fans zulassen und daraus Erkenntnisse über die Corona-Verbreitung bei Großveranstaltungen ziehen. Es gebe "noch immer keine validen Daten zum Infektionsrisiko" bei solchen Veranstaltungen, sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Stadien würden sich hervorragend für Testläufe eignen, sagte der Intensivmediziner.

Konkret schlägt er vor, die Hälfte der Sitzplätze unter strengen Studienbedingungen und Hygienekonzepten freizugeben. Personen mit erhöhter Temperatur oder einem positiven Corona-Test sollten zuvor ausgeschlossen werden. Die Fans würden dann in verschiedene Blöcke aufgeteilt. "Ein Sitzblock bekommt durchgehend FFP2-Masken, ein anderer Block den etwas einfacheren medizinischen Mund-Nasen-
Schutz", schlägt der Mediziner von der Lungenklinik in Köln-Merheim vor.

Nach drei Tagen erfolge ein weiterer Corona-Test bei allen Zuschauern. "An diesen Ergebnissen ließe sich ablesen, wie viele Menschen bei negativem Schnelltest trotzdem Corona-positiv waren, wie viele erst nach dem Spiel eine Infektion aufwiesen und wie viele sich möglicherweise im Stadion angesteckt haben."

Finanziert werden soll die Studie nach Vorschlag des Arztes durch den Deutschen Fußball-Bund, der über "ausreichende Mittel" verfüge und Interesse daran habe, "möglichst rasch Zuschauer in Stadien zu lassen".

Verwirrung über mögliche neue Lieferengpässe bei Astrazeneca

06:25 Uhr: Beim Corona-Impfstoffhersteller Astrazeneca drohen womöglich weitere Lieferengpässe. Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Es gebe noch keinen akzeptierten Lieferplan für das Quartal.

Astrazeneca teilte auf dpa-Anfrage am Abend mit, man wolle den Vertrag für das zweite Quartal laut jüngster Prognose erfüllen. Dabei solle etwa die Hälfte der in Aussicht gestellten Dosen aus europäischer Produktion kommen. Den Rest werde das Unternehmen aus anderen Teilen der Welt zur Verfügung stellen. Woher der Impfstoff kommen sollte, ging aus der Mitteilung nicht hervor.

"Astrazeneca arbeitet daran, die Produktivität in seiner europäischen Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu erreichen", hieß weiter.

Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach der Konzern die Lieferung im zweiten Quartal auf 90 Millionen Dosen halbieren wolle. Dies wollte jedoch auch die Kommission so nicht bestätigen. Offiziell hieß es, die Verhandlungen mit Astrazeneca über den Lieferplan liefen noch. Das Unternehmen sei dabei, den Plan "zu verfeinern und zu konsolidieren, auf Grundlage aller verfügbaren Produktionsstätten in Europa und außerhalb". Die Kommission erwarte "einen verbesserten Vorschlag für einen Lieferplan".

Astrazeneca hatte bereits Ende Januar überraschend eine drastische Kürzung der Liefermenge an die EU angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das britisch-schwedische Unternehmen wegen Produktionsengpässen in Europa nur 31 Millionen an die EU liefern. Schließlich sagte die Firma 40 Millionen Dosen für die Zeit bis Ende März zu. Es sei jedoch unklar, ob diese Menge wirklich erreicht werde, hieß es aus EU-Kreisen.

Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen

05:37 Uhr: Die aktuellen Corona-Impfstoffe können nach Expertenangaben relativ rasch an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Die Impfstoffe könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in einem Pressebriefing des Science Media Center. Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. "Wenn die durchkommen, werden sie so ein, dass man hier keine Neuzulassung braucht."

Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsproduktes. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mit Hilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft. Dabei müsse gezeigt werden, dass der neue Impfstoff gegen die Variante ungefähr so wirksam sei wie das Original gegen das Ausgangsvirus.

Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Wann das starten werde, sei noch nicht absehbar. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, "wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt", sagte Cichutek.

Nach Ansicht von Ugur Sahin, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek zudem der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling.

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Die Vorbereitung zählt: So meistern Sie eine mögliche Quarantäne

Die Corona-Pandemie dauert weiter an, die Fallzahlen stiegen zuletzt stetig. Dabei ist längst klar: Es kann jeden treffen - ob nun als Erkrankten oder als Kontaktperson. Was folgt, ist die Isolation oder häusliche Quarantäne. Mit diesen Tipps wird die Zeit so angenehm wie möglich.

8.007 Corona-Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle registriert

05:14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8.007 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03:10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 59,3 - und damit niedriger als am Vortag (60,5). Vor vier Wochen, am 27. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 101,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,98 (Vortag 1,05). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Ansturm auf Friseure: längere Öffnungszeiten, keine Preissteigerungen

04:31 Uhr: Die Friseure in Deutschland bereiten sich nach mehrmonatiger Schließung auf einen Kunden-Ansturm vor. Der Andrang sei vielleicht noch größer als nach dem ersten Lockdown, viele Salons seien bis Ende März ausgebucht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, vor der Öffnung am kommenden Montag. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, verlängerten viele Betriebe ihre Öffnungszeiten. Mit einer Preissteigerung wie nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr rechnet der Verband diesmal nicht.

Möglich ist die Öffnung auch dieses Mal nur unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts. "Wir halten einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ein und tragen eine medizinische Maske. Umhänge werden nach jedem Kunden gewechselt und der Arbeitsplatz desinfiziert", sagte Müller. Zudem arbeiteten Friseure ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe.

Bei den letzten Bund-Länder-Beratungen hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs vereinbart, dass Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen.

Alle Corona-Meldungen vom 23. Februar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.