• Die EU-Kommission gab bei Biontech/Pfizer eine Bestellung über weitere 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff auf.
  • Die Zahl der Corona-Toten in Russland ist mehr als doppelt so hoch wie offiziell angegeben.
  • Ein Gericht kippt die Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg.
  • Alle News zum Coronavirus vom 8. Februar.

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➤ EU-Kommission ordert 300 Millionen weitere Impfdosen von Biontech/Pfizer

Die EU-Kommission hat bei Biontech/Pfizer eine Bestellung über weitere 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff aufgegeben. Die Brüsseler Behörde habe am Montag eine entsprechende zweite Abmachung mit den beiden Unternehmen abschließend angenommen, sagte ein Kommissionssprecher. Die Kommission hatte dies bereits Anfang Januar vorgeschlagen.

Die weiteren Corona-News des Tages

New York: Nach Läden und Restaurants soll auch Kultur nach draußen

22:11 Uhr: Nach Geschäften und Restaurants soll sich in der Coronavirus-Pandemie in New York jetzt auch die Kultur unter freiem Himmel ausbreiten. "Kunst, Kultur und Live-Veranstaltungen sind das Herz von New York", sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag bei einer Pressekonferenz. "Heute bringen wir sie zurück."

Ab dem 1. März dürften kulturelle Einrichtungen Anträge dafür einreichen, auf bestimmten Straßen der Millionenmetropole Kunstausstellungen oder kulturelle Vorstellungen zu präsentieren.

Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, aber gleichzeitig den Einzelhandel und die Gastronomie zu unterstützen, hatte die Stadt zuvor bereits Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés erlaubt, sich auf Straßen, Plätzen und Bürgersteigen auszubreiten. Die Programme gelten - vor allem bei Restaurants - als Erfolge und sollen bleiben.

New York war im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Inzwischen hat sich das Neuinfektionsgeschehen in New York einigermaßen stabilisiert. Viele kulturelle Einrichtungen in New York - wie die Theater auf dem Broadway oder die Metropolitan Oper - haben bereits seit fast einem Jahr geschlossen. Gouverneur Andrew Cuomo hatte bereits ein Hilfsprogramm für die kulturellen Einrichtungen im Bundesstaat New York angekündigt.

Corona-Ausbruch bei Würth - britische Mutation festgestellt

21:36 Uhr: In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montagabend der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" über den Ausbruch berichtet.

Die Würth-Sprecherin sagte der Zeitung, dass weitreichende Maßnahmen eingeleitet und rund 1.000 Mitarbeiter der Logistik Schnelltests unterzogen worden seien. Die Corona-Fälle hätten sich fast ausschließlich auf ein einzelnes Logistikzentrum konzentriert. Der Betrieb könne weiterlaufen.

Niederlande verlängern Ausgangssperre bis März

20:38 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre in den Niederlanden ist bis 2. März verlängert worden. Das teilte die Regierung am Montag in Den Haag mit. Bürger dürfen sich damit auch in den kommenden Wochen von 21 Uhr bis 4:30 Uhr nicht ohne wichtigen Grund draußen aufhalten. Seit 23. Januar gilt die abendliche Ausgangssperre, um die Zunahme von Neuinfektionen vor allem mit Mutationen des Corona-Virus zu stoppen.

Proteste gegen diese bislang schärfste Corona-Maßnahme waren in den ersten Tagen der Ausgangssperre eskaliert. Es hatte Krawalle in mehreren Städten gegeben.

Auch alle übrigen Corona-Maßnahmen waren zuvor bereits bis zum 2. März verlängert worden. Dazu gehören die Schließung von Schulen, Läden und Gaststätten. Nur die Grundschulen dürfen seit diesem Montag wieder Schüler empfangen - allerdings blieben viele Schulen noch wegen des heftigen Winterwetters geschlossen.

Mexikos Präsident tritt nach COVID-Genesung wieder auf - ohne Maske

19:20 Uhr: Nach rund zweiwöchiger Behandlung wegen einer COVID-19-Erkrankung nimmt Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador seine öffentlichen Termine wieder wahr. "Zum Glück habe ich es überstanden", sagte der 67-Jährige am Montag. Er leitete wieder die wochentägliche Pressekonferenz im Präsidentenpalast. Innenministerin Olga Sánchez Cordero hatte ihn zwei Wochen lang dabei vertreten, während López Obrador in seiner Wohnung im Palast isoliert war. Nach der Diagnose am 24. Januar war der Linkspopulist am vergangenen Freitag nach eigenen Angaben erstmals wieder negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Wie üblich, trat López Obrador am Montag ohne Maske vor die versammelten Journalisten. Er werde auch weiterhin keine tragen, erklärte er. Das sei eine persönliche Entscheidung, das Thema sei politisiert worden. Er betonte auch: "Man kann nicht eingeschlossen leben." López Obrador hat die Gefahr durch das Coronavirus seit Ausbruch der Pandemie immer wieder heruntergespielt.

Offiziell verzeichnete Mexiko - mit rund 126 Millionen Einwohnern auf Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder - bislang gut 166.000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Das sind nach den USA und Brasilien die drittmeisten weltweit. Weil in Mexiko äußerst wenig auf das Virus getestet wird und die sogenannte Übersterblichkeit sehr hoch ist, dürfte die wahre Zahl in dem nordamerikanischen Land allerdings noch weit höher liegen.

Russlands Corona-Totenzahl 2020 mehr als doppelt so hoch wie bekannt

Die Zahl der Corona-Toten in Russland ist nach Angaben des nationalen Statistikamtes Rosstat mehr als doppelt so hoch wie offiziell angegeben. Allein im Jahr 2020 sind mehr als 162.000 Russen mit dem Virus gestorben, wie die Behörde am Montag mitteilte.

Auf der offiziellen Corona-Seite der Regierung war am selben Tag hingegen von 77.068 Toten seit Beginn der Pandemie die Rede. Dort werden lediglich Fälle aufgelistet, bei denen COVID-19 als Todesursache bestätigt wurde. An dieser Zählweise hat es immer wieder Kritik gegeben.

Insgesamt starben in Russland im vergangenen Jahr fast 18 Prozent mehr Menschen als im Jahr 2019, wie Vizeregierungschefin Tatjana Golikowa der Agentur Interfax zufolge sagte. Laut Statistikamt schrumpfte die russische Bevölkerung 2020 so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Russland hatte zuletzt mit Verweis auf eine verbesserte Lage verschiedene Corona-Einschränkungen gelockert. In der Hauptstadt Moskau etwa erlaubte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach wochenlangen Verboten die Öffnung von Nachtclubs und nächtlicher Gastronomie.

Auch eine größere Auslastung in Theatern, Kinos und Konzertsälen wurde genehmigt. Zudem dürfen Kinder wieder in die Schulen und Studenten wieder in die Universitäten.

Israel und Griechenland planen Reise-Korridor für Corona-Geimpfte

18:35 Uhr: Israel und Griechenland wollen in der Corona-Krise Tourismus für Geimpfte ermöglichen. Vertreter beider Länder verständigten sich am Montag in Jerusalem darauf, geimpften Bürgern Reisen zwischen den Staaten ohne Auflagen zu gestatten, sobald die Flugbeschränkungen aufgehoben sind.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Kyriakos Mitsotakis, die Reisen sollten ohne Einschränkungen und Quarantäne möglich sein. Griechenlands Regierungschef hoffte, israelische Touristen so schnell wie möglich in seinem Land zu begrüßen. Basis der Abmachung ist die gegenseitige Anerkennung sogenannter Grüner Impfpässe. In Israel ist der internationale Flughafen Ben Gurion vorerst geschlossen, um das Einschleppen von Coronavirus-Mutanten zu verhindern.

In der EU wird kontrovers über eine mögliche Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung diskutiert. Mitsotakis hatte sich für Reisefreiheit von Geimpften eingesetzt. Absehbar können diese innerhalb der Gemeinschaft jedoch nicht mit Erleichterungen rechnen. Zwar arbeiten die 27 EU-Staaten an einem gemeinsamen Impfpass. Die Debatte über mögliche, damit verbundene Vorteile wurde jedoch im Januar vertagt. Ungeklärt ist noch eine mögliche Ansteckungsgefahr von Menschen, die bereits geimpft sind.

Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Griechenland. Eine ähnliche Vereinbarung wie mit Israel strebt die Regierung in Athen Kreisen zufolge auch mit Großbritannien an.

Vorsichtige Corona-Lockerungen auf Island - Kneipen wieder offen

17:02 Uhr: Kneipen und Diskotheken dürfen auf Island erstmals seit knapp vier Monaten wieder öffnen. Wie Restaurants und Cafés müssen sie allerdings bis 22.00 Uhr schließen, Gäste dürfen nur am Tisch bedient werden.

Im Zuge gesunkener Corona-Infektionszahlen können die Isländer seit Montag auch wieder individuell im Fitnessstudio trainieren - in den vergangenen Wochen waren die Studios bloß für Gruppeneinheiten offen gewesen. Es gelten jedoch strenge Abstands- und Hygienevorschriften.

Wie aus einer Regierungsmitteilung hervorgeht, wird die maximale Besucherzahl in Kinos, Theatern, Museen sowie auf Konzerten und religiösen Veranstaltungen von 100 auf 150 angehoben. So viele Menschen dürfen sich von nun an je nach Ladengröße auch in Geschäften aufhalten. Die Teilnehmerzahl für öffentliche Zusammenkünfte bleibt dagegen bei maximal 20. Diese Regeln sollen vorläufig bis zum 3. März gelten.

Die abgeschiedene Lage im Nordatlantik kommt Island derzeit zugute: Neue Coronavirus-Infektionen kommen derzeit kaum noch ins Land. Die Insel mit ihren rund 360. 000 Einwohnern hat seit längerem auf die Bevölkerungszahl gerechnet die niedrigsten Neuinfektionszahlen Europas, wie aus Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht.

Gesundheitsminister Spahn gegen rasches Ende des Lockdowns

16:04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält vor möglichen Lockdown-Lockerungen deutlich niedrigere Infektionszahlen als derzeit für nötig. "Wir müssen jetzt spürbar unter 50 kommen, um es nicht dauerhaft über 50 schnellen zu lassen", sagte Spahn am Montag in Berlin.

Der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche gilt als wichtige Marke. Spahn sagte aber, auch bei knapp unter 50 in einer Region drohten die Zahlen dann schnell wieder in die Höhe zu gehen.

Bund und Ländern hatten beschlossen, die Sieben-Tage-Inzidenz solle auf unter 50 sinken, damit die Gesundheitsämter die Infektionsketten wieder nachvollziehen können. Am Montagmorgen lag die Inzidenz bundesweit bei 76. Am Mittwoch beraten Bund und Ländern erneut über den Lockdown, den sie am 19. Januar bis zum 14. Januar verlängert hatten.

Weiter Sorgen bereiten der Regierung die ansteckenderen Corona-Varianten. Bis Mittwoch werde es keine aktuelleren Zahlen als die vom Freitag zur Ausbreitung der Mutationen geben, sagte Spahn. Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 lag nach den am Freitag vorgestellten Daten nun bei knapp sechs Prozent. In 13 der 16 Bundesländern war sie inzwischen nachgewiesen worden.

Die Verbreitung der Varianten in Deutschland soll in den kommenden Wochen im Zwei-Wochen-Rhythmus erhoben werden, wie Spahn ankündigte. Dies geschehe wieder in den Kalenderwochen sechs, acht und zehn.

Nicht alle Alltagsbeschränkungen könnten für die Zeit ab dem 15. Februar auf den Stand von Oktober zurückgeführt werden, so Spahn. Im Oktober befand sich das Land noch im "Lockdown light", als Geschäfte noch offen, aber Kultur-, Sport- und Gaststätten schon geschlossen waren. Auch Schulen und Kindergärten sind seit Mitte Dezember großteils geschlossen.

Spahn sagte, für viele Kinder und Jugendliche gehe es um die Chancen, die sie später im Leben haben. Die Frage des Präsenzunterrichts für einige Wochen "mag für manche kleinen Menschen fürs ganze Leben einen großen Unterschied machen". Es sei aller Ehren wert, Wege zu suchen, wie es "Zug um Zug" in Schulen wieder losgehen könne.

Spahn sprach sich dafür aus, leerstehende Räumlichkeiten zusätzlich für die Beschulung zu nutzen, wenn solche vorhanden seien. Auch Testkonzepte könnten helfen. Bis zum Mittwoch bespreche die Regierung diese Fragen mit den Bundesländern.

Gegen eine rasche Lockdown-Lockerung spricht für Spahn die Lage in den Kliniken. Trotz sinkender Zahlen gebe es dort mehr COVID-19-Fälle als in der ersten Welle vom Frühjahr beim damaligen Höchststand.

Mehrere Corona-Mutationen in Italien - Provinz Perugia im Lockdown

15:40 Uhr: Aus Angst vor einer Ausbreitung zweier Corona-Mutationen in der italienischen Provinz Perugia hat die zuständige Regionalregierung einen Lockdown verhängt.

Mehrere Fälle sowohl der britischen als auch der brasilianischen Variante des Coronavirus seien festgestellt worden, hieß es in einer Mitteilung der Regierung der mittelitalienischen Region Umbrien. In der Provinz Perugia und einigen Kommunen der angrenzenden Provinz Terni gelten deshalb ab Montag für etwas mehr als zwei Wochen die Regeln der Roten Zone.

Das öffentliche Leben wird damit sehr stark eingeschränkt. Bars, Restaurants und die meisten Geschäfte haben zu. Die Menschen dürfen nicht mehr im öffentlichen Raum essen oder trinken und sollen ihre Häuser nur noch für notwendige Dinge, wie etwa Einkaufen oder Arztbesuche verlassen.

Fast alle Schüler müssen wieder über das Internet von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Kindergärten bleiben zu. Die gesamte Region Umbrien liegt ohnehin in der Orangen Zone mit strengeren Corona-Regeln.

Am Freitag hatte die Region bekannt gegeben, dass Experten 42 Proben von Corona-Infizierten untersucht und dabei 18 Mal die Variante aus Großbritannien und 12 Mal die aus Brasilien entdeckt hatten. Die ursprünglich in den jeweiligen Ländern entdeckten Mutationen gelten als ansteckender.

In Italien stieg die Gesamtzahl der jemals registrierten Corona-Infektionen zuletzt auf rund 2,64 Millionen. Mehr als 91.000 Menschen starben seit Pandemiebeginn mit SARS-CoV-2.

Angela Merkel

Auf allen Kanälen - Wie gut ist Merkels Krisenkommunikation?

Derzeit ist Angela Merkel medial so präsent wie lange nicht mehr. Kann die Bundeskanzlerin damit das Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen der Bundesregierung trotz der "Corona-Müdigkeit" aufrechterhalten? (Teaserbild: imago images / Future Image)

Gericht kippt nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg

15:20 Uhr: In Baden-Württemberg hat die Justiz die coronabedingte nächtliche Ausgangssperre gekippt. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim entschied in einem am Montag veröffentlichten Beschluss, dass die Ausgangsbeschränkungen von 20:00 Uhr bis 5:00 Uhr noch diese Woche außer Vollzug gesetzt werden müssen.

Zum letzten Mal gelten sie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Damit war der Eilantrag einer Klägerin aus Tübingen erfolgreich.

Der 1. Senat argumentierte, die Regelung des Bundeslandes habe zuletzt die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt. Dem Infektionsschutzgesetz zufolge seien Ausgangsbeschränkungen nur möglich, wenn ihr Unterlassen zu Nachteilen in der Pandemiebekämpfung führe.

Sie kämen nur dann in Betracht, wenn der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen - auch unter Berücksichtigung aller anderen ergriffenen Maßnahmen - zu einer wesentlichen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führe.

Zudem müsse die Landesregierung prüfen, ob diese Ausgangsbeschränkungen landesweit angeordnet werden müssten oder ob differenziertere, am regionalen Infektionsgeschehen orientierte Regelungen in Betracht kämen. Den gesetzlichen Anforderungen habe das Land zuletzt - anders als Ende Dezember und Mitte Januar, als Eilanträge erfolglos blieben - nicht mehr entsprochen.

Bund dringt auf weitere Senkung der Corona-Infektionszahlen

15:05 Uhr: Die Bundesregierung dringt kurz vor Beratungen mit den Ländern auf eine weitere Senkung der Corona-Infektionszahlen. "Die zweite Welle der Pandemie ist gebrochen, aber sie ist natürlich noch nicht zu Ende", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Es sei eine sehr gute Entwicklung, dass die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung von Intensivstationen abnehme. Das Ziel, bundesweit auf weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu kommen, sei aber noch nicht erreicht.

Zugleich gebe es die "sehr reale Gefahr" einer neuen, wohl deutlich ansteckenderen Virusmutation. Man müsse davon ausgehen, dass deren Ausbreitung sich weiter fortsetze. Es gelte daher, die Zahl der Neuinfektionen weiter deutlich zu drücken, um gute Perspektiven für die Aufhebung von Beschränkungen zu bekommen.

Es gebe nun eine Lage, "in der man weiter mit großer Vorsicht vorgehen muss", sagte Seibert mit Blick auf Beratungen von Bund und Ländern an diesem Mittwoch.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Corona-Beschränkungen mit der Schließung zahlreicher Einrichtungen sind vorerst bis 14. Februar vereinbart.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt bundesweit nun bei 76, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag bekannt gab.

Virologe sieht Infektionen mit Corona-Mutation trotz Impfung gelassen

14:39 Uhr: Das Auftreten der Coronavirus-Variante B.1.1.7 nach zwei erfolgten Impfungen bei Heimbewohnern im niedersächsischen Belm bei Osnabrück ist aus Sicht des Virologen Andreas Dotzauer kein Anlass zur Beunruhigung.

Nach der ersten Impfung vergingen etwa zehn Tage, bis schützende Antikörper nachgewiesen würden und nach der zweiten Impfung brauche es noch mal Zeit, bis sich die besonders starken Antikörper gebildet hätten, sagte der Leiter des Laboratoriums für Virusforschung der Universität Bremen am Montag auf Anfrage.

Neben der Vermeidung von Infektionen sei es auch ein Ziel, die Symptomatik und Schwere des Krankheitsverlaufes drastisch zu reduzieren. Das sei in Belm nach bisherigem Stand offenbar der Fall, und das selbst bei der Virusvariante. In der Einrichtung wurde bei 14 Senioren das Virus B.1.1.7 nachgewiesen. Alle Bewohner erhielten am 25. Januar die zweite Impfung.

Bislang wurden nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern festgestellt. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden vom vergangenen Samstag an gerechnet unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt.

Es gebe in diesem Fall keine Möglichkeit, sich frei testen zu lassen, sagte der Sprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff.

Quarantäne

Zwangsunterbringung für Quarantäne-Verweigerer – nun greifen die Länder durch

Wer gegen Quarantäne-Auflagen verstößt, muss mit Zwangsmaßnahmen rechnen. Unter anderem Schleswig-Holstein bringt Quarantäne-Verweigerer in Einrichtungen unter.

Österreich spricht Reisewarnung für Tirol aus

14:13 Uhr: Österreich hat für das eigene Bundesland Tirol aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage ab sofort eine Reisewarnung verhängt. Zuletzt war es in Tirol zu einer starken Ausbreitung der ansteckenderen südafrikanischen Coronavirus-Variante gekommen.

"Daher ist alles zu tun, um zu verhindern, dass sich diese Mutationen immer weiter ausbreiten", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die politische Riege Tirols hatte sich im Vorfeld vehement gegen Verschärfungen ausgesprochen und kurz vor der Verkündung ein eigenes Maßnahmenpaket verkündet.

Alle nicht notwendigen Reisen nach Tirol sollen laut Appell unterlassen werden. Zudem fordert die Regierung alle Urlauber, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Tirol aufgehalten haben, zu einem Corona-Test auf. Reisende aus Tirol sollen sich vor der Fahrt in ein anderes Bundesland ebenfalls testen lassen.

Nach Einschätzung von Experten, auf die sich die Bundesregierung stützt, liegen mittlerweile 293 belegte Fälle der zuerst in Südafrika entdeckten Mutation des Coronavirus in Tirol vor. Die Zahl der aktiven Fälle werde auf zumindest 140 geschätzt, hieß es.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte bereits zuvor vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Österreich. Ganz Österreich - mit Ausnahme der Exklaven Jungholz und Kleinwalsertal - gilt nun als Risikogebiet. Experten hatten wegen der Corona-Lage in Tirol die Isolierung zumindest einzelner Gebiete gefordert.

Griechenland und Zypern plädieren für EU-Impfpass

14:05 Uhr: Gegen COVID-19 geimpfte EU-Bürger sollen nach Ansicht der griechischen und der zyprischen Regierung eine EU-weit gültige Impfbescheinigung erhalten.

"Das ist was wir fordern von der EU", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis nach einem Treffen mit dem zyprischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiades im zyprischen Staatsfernsehen (RIK) am Montag.

Mit dieser Impfbescheinigung könnte man den für Zypern und Griechenland sowie viele andere Staaten Europas wichtigen Wirtschaftsbereich des Tourismus ankurbeln, sagte Mitsotakis weiter. Dem schloss sich Anastasiades an.

Mitsotakis wollte das Thema auch mit seinem israelischen Amtskollegen Benjamin Netanjahu in Israel erörtern. Wie es aus griechischen Regierungskreisen hieß, planen Israel und Griechenland, eine Art Korridor der Geimpften zu bilden.

Wer demnach eine Impfbescheinigung hat, wird ohne Quarantäne oder andere Einschränkungen zum jeweils anderen Land reisen können. Ab wann dies gelten soll, blieb zunächst unklar. Mitsotakis hatte diesen "Impfpass" bereits vergangenen Monat in einem Brief an die EU-Kommission vorgeschlagen.

Laborstudie: Biontech-Impfstoff wirkt gegen zwei Corona-Varianten

Einer Laborstudie zufolge wirkt der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die in Großbritannien und Südafrika erstmals aufgetauchten Varianten von SARS-CoV-2. Die Daten der Studie seien im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht worden, teilten beide Unternehmen am Montag gemeinsam mit.

Es habe sich im Labor gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Impfstoff geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Coronavirus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren.

Ende Januar waren die Daten der Untersuchung von Pfizer und der University of Texas erstmals bekannt geworden. Damals hatten Biontech und Pfizer betont, die Ergebnisse deuteten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin. Mittlerweile haben auch externe Experten die Ergebnisse begutachtet, so dass es nun zu der Veröffentlichung in dem Fachblatt "Nature Medicine" kam.

Dort heißt es unter anderem, nun brauche es klinische Daten, um noch mehr über die Wirkung des Impfstoffs gegen Virusvarianten zu lernen. Die anhaltende Weiterentwicklung von SARS-CoV-2 mache ein kontinuierliches Monitoring der Variationen und möglicher Folgen für die Effektivität von Impfstoffen nötig.

Weiter Streit über Umgang mit Corona-Mutationen in Tirol

12:36 Uhr: Nach einem Verhandlungsmarathon zum Umgang mit der teils als brisant eingeschätzten Corona-Lage im österreichischen Tirol sind die Gespräche am Montag fortgesetzt worden. Das Gesundheitsministerium und Vertreter des Bundeslandes an der Grenze zu Deutschland konnten sich bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

Experten hatten die Isolierung zumindest einzelner Gebiete gefordert, weil zuletzt eine Vielzahl der ansteckenderen Südafrika-Variante des Coronavirus in Tirol entdeckt worden war. Eine nahezu ganztägige Debatte zu dem Thema war in der Nacht auf Sonntag vertagt worden.

Das politische Tirol wehrt sich gegen schärfere Maßnahmen und mögliche Isolierungen von Ortschaften mit großer Vehemenz. Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser meinte im ORF, das Gesundheitsministerium würde mit falschen Zahlen arbeiten und falsch informieren. Eine Abschottung wäre ein "Schlag unter die Gürtellinie". Bei möglichen Maßnahmen würde das Ministerium die Tiroler erst "richtig kennenlernen".

Das Bundesland präsentierte am Montag eigene Vorschläge zur Eindämmung und rief seine Bevölkerung auf, die Mobilität einzuschränken. Für die Benutzung von Seilbahnen müssen Gäste außerdem künftig einen negativen Corona-Test vorweisen. Obendrein soll es flächendeckende Corona-Tests in Bezirken geben, in denen das Virus oft nachgewiesen wurde.

Insgesamt gab es laut Experten fast 300 bestätigte Fälle der südafrikanischen Variante in Tirol, davon gelten nur wenige als aktiv. Bei 200 Proben liege der Verdacht auf die Virus-Variante vor. Die Dunkelziffer könnte aber noch deutlich höher sein. In anderen Bundesländern gab es bisher insgesamt nur neun Fälle.

SPD-Politiker Klingbeil kritisiert Fußball in der Coronakrise

11:41 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat dem Fußball wegen der weiter geplanten Austragung von Champions-League-Spielen während der Corona-Beschränkungen Realitätsferne vorgeworfen.

RTL/ntv sagte Klingbeil am Montag, die Tatsache, dass alle in Einschränkungen leben und die Mannschaften nun quer durch Europa jetten würden, sei kein gutes Signal.

"Es wäre ein stärkeres Signal, wenn dieses Spiel verschoben worden wäre oder gar ausgefallen wären. Das ist auch mal verzichtbar an dieser Stelle. Der Wettbewerb darf da nicht an erster Stelle stehen", sagte der SPD-Politiker.

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, äußert sich bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Wegen der Corona-Beschränkungen wurde das Spiel im Achtelfinale der Champions League zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool am 16. Februar von Leipzig nach Budapest verlegt. Auch Manchester City wird wegen der hochansteckenden britischen Coronavirus-Mutation wohl nicht zum Spiel bei Borussia Mönchengladbach acht Tage später einreisen dürfen. Auch diese Partie könnte dann in Budapest ausgetragen werden.

Am Sonntag hatten sich bereits die SPD-Politiker Karl Lauterbach und Dagmar Freitag gegen Reisen von Profisportlern ausgesprochen. "Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten", sagte Lauterbach.

Ähnlich sieht es seine Parteikollegin Freitag, die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags. "Aufgrund der bekannten Mutationen des Virus ist jegliche Ein- und Ausreise in und aus anderen Ländern eine zuviel", sagte Freitag.

Peru erhält erste Lieferung von chinesischem Corona-Impfstoff

11:16 Uhr: Peru hat eine erste Lieferung von 300.000 Dosen des chinesischen Corona-Impfstoffs Vero erhalten. Präsident Francisco Sagasti nahm das Mittel des Herstellers Sinopharm am Flughafen in Lima in Empfang, wie die Zeitung "El Comercio" am Sonntagabend (Ortszeit) berichtete.

Weitere 700.000 Dosen sollen laut des Staatschefs am 14. Februar ankommen. Als erstes soll medizinisches Personal geimpft werden. Sinopharm hatte bereits in der praktischen Testphase des Impfstoffs mit Peru zusammengearbeitet.

In dem Andenstaat mit seinen rund 32 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 1,2 Millionen Corona-Fälle verzeichnet worden, über 42.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Virus.

Damit ist Peru eines der Länder mit der höchsten Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zuletzt verschärfte die Regierung angesichts zunehmender Fälle und überlasteter Krankenhäuser die Corona-Maßnahmen, schränkte Inlandsflüge und Busverkehr ein.

Altmaier entschuldigt sich bei Unternehmen für Verzögerungen bei Corona-Hilfen

10:24 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich bei den Unternehmen für die schleppende Auszahlung von Hilfsgeldern in der Corona-Krise entschuldigt.

Altmaier sagte am Sonntagabend im Internetprogramm der "Bild"-Zeitung: "Erst einmal entschuldige ich mich dafür, dass es so lange dauert." Er fügte allerdings hinzu, wenn er "irgendeine Möglichkeit" gesehen hätte, die Hilfen zu zu beschleunigen, "ich hätte es gemacht".

Wirtschaftsverbände und die Opposition kritisieren die Regelungen für die Corona-Hilfen als zu kompliziert und bürokratisch. Altmaier räumte nun ein, dass der Staat bei diesen Hilfen "zu schwerfällig" agiere und schneller werden müsse.

Da die Bundesländer sich nicht in der Lage gesehen hätten, die November- und Dezember-Hilfen zu verwalten, habe sein Ministerium dafür eine Plattform "aus dem Boden stampfen müssen", sagte Altmaier.

Für die Überbrückungshilfen ab Januar habe es dann noch bis vor wenigen Tagen Streit mit dem Bundesfinanzministerium über die Bedingungen gegeben, was die Auszahlung verzögert habe.

PIMS-Syndrom: Immer mehr Kinder müssen in Großbritannien ins Krankenhaus

In England müssen mehrere Kinder nach einer Coronainfektion mit dem neuartigen PIMS-Syndrom ins Krankenhaus. Bei der seltenen Entzündungskrankheit treten häufig Fieber, Bauchschmerzen und Herzprobleme auf und sie scheint eine Folgekrankheit von COVID-19 zu sein.

Krisenforscher: Merkel ist der Kompass etwas verloren gegangen

10:05 Uhr: Die Krisenkommunikation von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach Ansicht eines Krisenforschers im Vergleich zum Beginn der Corona-Pandemie verschlechtert.

Beim Auftritt in der ARD vergangene Woche habe die Kanzlerin "wie eine Schülerin beim "Verhör" gewirkt, die beim Abschreiben erwischt wurde", sagte der Direktor des Instituts für Krisenforschung in Kiel, Frank Roselieb, der Deutschen Presse-Agentur.

Im Vergleich sei die "nahezu perfekt choreografierte" TV-Ansprache im vergangenen März "grandios" gewesen. "Mittlerweile scheint der Kompass etwas verloren gegangen zu sein."

Roselieb warnte vor Vertrauensverlust in der Bevölkerung, sollte es der Politik nicht gelingen, "ihre Entscheidungen im Krisenmanagement wieder nachvollziehbar und glaubwürdig zu gestalten."

Einzelne Aussagen Merkels - etwa, dass bei der Impfkampagne im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen sei - ließen die Menschen mit dem unguten Gefühl zurück, die Politik wolle aus vergangenen Fehlern nichts lernen.

Einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zufolge ist die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Pandemie gewachsen.

Nur noch 50 Prozent der Befragten bewerteten das Regierungshandeln eher positiv. Im Oktober waren es noch 57 Prozent, während der ersten Corona-Welle im April sogar 67 Prozent.

Scholz: Über Öffnungskonzepte sprechen, aber vorsichtig bleiben

09:40 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Olaf Scholz dringt vor dem Bund-Länder-Treffen auf einen Dialog über mögliche Öffnungsperspektiven in der Corona-Pandemie. "Wichtig ist, dass wir über ein Öffnungskonzept und eine Öffnungsstrategie miteinander sprechen", sagte Scholz am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Wir müssen vorsichtig bleiben, das ist ganz sicher klar, wir müssen auf die Mutationen achten. Aber wir sehen, dass unsere politischen Handlungen auch Erfolge haben, denn die Infektionsraten gehen ja zurück."

Die Priorität müsse aus seiner Sicht bei den Öffnungen von Schulen und Kitas liegen, betonte er. Am Mittwoch treffen sich Bund und Länder erneut, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten.

Vor dem Hintergrund der noch schleppend voranschreitenden Corona-Impfungen kritisierte Scholz, die EU hätte mehr Impfstoff bestellen können und sollen. Nun gehe es darum, die Impfstoffproduktion rasch anzukurbeln und das Impfen so gut wie möglich zu modellieren.

"Wenn nach der jetzigen Situation, wo wir zu wenig Impfstoff haben, eine kommt, wo wir viel Impfstoff haben, aber der nicht verimpft wird, dann ist die nächste große, schwierige Lage da. Und das müssen wir dringend vermeiden", mahnte Scholz.

Spahn und Söder dämpfen Hoffnung

09:04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn glaubt nicht an einen langfristigen Stufenplan zur Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen. "Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Es gehe nur "Zug um Zug" - und dabei stünden noch einige harte und schwere Wochen bevor.

Zuletzt hatten einige Ministerpräsidenten bestimmte Lockerungsschritte für bestimmte Infektionszahlen gefordert. Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat jedoch eine schnelle Senkung der Corona-Infektionszahlen "absoluten Vorrang" vor einer Lockerung des Lockdowns.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich im ARD-"Bericht aus Berlin" ähnlich. "Das Auf-Sicht-Fahren nervt. Aber das Auf-Sicht-Fahren ist das einzige, was wirklich hilft. Denn der Herausforderer, vor dem wir stehen, - Corona - hält sich null an Termine, die wir setzen."

Über eine Perspektive werde aber bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch gesprochen, sagte Söder. Die werde es sicher geben - "ganz klar". "Wie und wie lange und in welchem Umfang, das muss man noch diskutieren." Es sei wichtig, kleinere Signale zu setzen - beispielsweise bei personennahen Dienstleistungen wie Friseuren. "Aber alles vernünftig Schritt für Schritt", so der CSU-Chef.

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Jens Spahn spricht sich für eine Verlängerung des Corona-Lockdowns aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betont vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen die Dynamik der Verbreitung von Infektionen mit dem Coronavirus und dessen Mutationen. Sie mache es unmöglich, einen Fahrplan über Monate im Voraus aufzustellen. (Teaserbild: Michael Kappeler/picture alliance/dpa)

Österreich lockert Corona-Lockdown mit Test-Offensive

08:12 Uhr: Nach sechs Wochen Corona-Lockdown öffnen in Österreich am Montag die Geschäfte wieder. Auch Kinder und Jugendliche dürfen - teilweise im Schichtbetrieb und mit regelmäßigen Corona-Tests - wieder in die Schule in den Präsenzunterricht gehen.

Ebenfalls dürfen Friseure Kunden wieder die Haare schneiden. Es gelten verschärfte Hygienemaßnahmen. Das Tragen einer besonders schützenden FFP2-Maske wird nahezu überall Pflicht. Die Zahlen der Neuinfektionen sind weiterhin vergleichsweise hoch. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz schließt einen weiteren Lockdown nicht aus.

Mehrheit der Deutschen traut Merkels Impfversprechen nicht

07:10 Uhr: Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt nicht daran, dass die Bundesregierung wie versprochen jedem Impfwilligen bis zum 21. September eine Corona-Impfung anbieten kann. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur erwartet nur etwa jeder Vierte (26 Prozent), dass das Ziel eingehalten wird. 57 Prozent rechnen dagegen nicht damit. 17 Prozent machten keine Angaben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach angekündigt, bis zum 21. September allen Erwachsenen in Deutschland, die geimpft werden wollen, ein Angebot machen zu wollen. Die Skepsis überwiegt selbst in ihren eigenen Reihen. 47 Prozent der Wähler von CDU und CSU glauben nicht an ein Impfangebot für alle bis zum Ende des Sommer. Dagegen rechnen nur 38 Prozent damit, dass das Ziel erreicht wird.

Bei allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien ist das Vertrauen in das Impfversprechen noch geringer. Von den Grünen-Wählern glauben immerhin noch 37 Prozent daran, dahinter folgen die Anhänger der SPD (32 Prozent), FDP (27 Prozent), der Linken (22 Prozent) und der AfD (12 Prozent).

Für die Verzögerungen bei der Versorgung mit Impfstoff zu Beginn der Impfkampagne geben die Befragten am ehesten der Bundesregierung die Schuld. 19 Prozent sehen die Hauptverantwortung bei ihr, 17 Prozent bei der Europäischen Union und nur 11 Prozent bei den Herstellern der Impfstoffe. 33 Prozent sagen, alle drei seien gleichermaßen schuld. 7 Prozent sehen die Hauptverantwortung bei keinem der Genannten. 12 Prozent machten keine Angaben.

4.535 Corona-Neuinfektionen und 158 neue Todesfälle gemeldet

05:31 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 4.535 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 158 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Montag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 5.608 Neuinfektionen und 175 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die erfassten Fallzahlen sind an Montagen in der Regel niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 76. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,94 (Vortag 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Christian Drosten

Christian Drosten: Erste Jahreshälfte wird kompliziert

Der Virologe Christian Drosten erwartet, dass die erste Jahreshälfte "sehr kompliziert" werden wird. Generell schaue er aber optimistisch auf das neue Jahr. Er geht davon aus, "dass ab der zweiten Jahreshälfte eine Entspannung eintreten könnte".

Trotz Corona-Beschränkungen: Mehr Angriffe auf Parteimitglieder

04:30 Uhr: Die Zahl der Angriffe auf Mitglieder und Repräsentanten deutscher Parteien hat im vergangenen Jahr zugenommen. Und zwar obwohl es aufgrund der Corona-Pandemie weniger öffentliche Veranstaltungen und damit auch weniger Gelegenheiten für direkte Begegnungen gab. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, wurden für das Jahr 2020 bundesweit 1.534 Straftaten gemeldet, die sich gegen Parteivertreter richteten. Das waren rund neun Prozent mehr als im Jahr zuvor (1.405 Straftaten).

Zu den Straftaten, die in der Polizeistatistik dem Angriffsziel "Parteirepräsentant/Parteimitglied" zugeordnet werden, zählen unter anderem Beleidigung, Körperverletzung oder die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Nicht erfasst sind hier Angriffe, die sich beispielsweise gegen parteilose Bürgermeisterinnen richten. Bei einer Forsa-Umfrage unter baden-württembergischen Bürgermeistern hatten in diesem Januar 31 Prozent der Befragten von einer Zunahme der Beleidigungen oder Bedrohungen gegen sich selbst, Verwaltungsmitglieder oder Ratsmitglieder im Zuge der Coronakrise berichtet.

Die meisten Angriffe richteten sich 2020 gegen Mitglieder der AfD oder andere Menschen, die der Partei zugerechnet wurden. Laut Polizeistatistik wurde die AfD in 694 Fällen Ziel von Angriffen. Die Angreifer wurden zum überwiegenden Teil dem linken Spektrum zugerechnet. Die Grünen belegten Platz Zwei: sie waren 206 Mal von Angriffen betroffen, wobei mehr als jede zweite dieser Attacken auf das Konto von Rechten ging. 189 Angriffe richteten sich gegen CDU-Vertreter, in 169 Fällen traf es die SPD. Politiker und Mitarbeiter der Linken wurden demnach 138 Mal zum Angriffsziel. Laut Statistik richteten sich im vergangenen Jahr 42 Angriffe gegen CSU-Vertreter und 35 Angriffe gegen Vertreter der FDP.

US-Medien: Verstöße gegen Corona-Regeln beim Super Bowl

01:14 Uhr: Laut US-Medienberichten haben sich Zuschauer in und um das Super-Bowl-Stadion in Tampa nur unzureichend an die Einhaltung der Corona-Regeln gehalten. Unter Verweis auf Augenzeugen berichtete die US-Nachrichtenagentur AP am Sonntag (Ortszeit) von zahlreichen Menschen ohne Maske rund um den Austragungsort des Finals der National Football League und viele Regelverstöße im Raymond James Stadium.

Das Spiel gewann die Heimmannschaft um Tom Brady überraschend deutlich mit 31:9.

Alle Corona-Meldungen vom 7. Februar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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