• 20:16 Uhr: Harter Lockdown in Schleswig-Holstein spätestens ab Weihnachten
  • 19:20 Uhr: Laschet fordert "Jahreswechsel-Lockdown"
  • 15:49 Uhr: Kinderärzte gegen verlängerte Schulferien zur Pandemiebekämpfung
  • 14:27 Uhr: Spahn verspricht kostenlose FFP-2-Masken für 27 Millionen Bundesbürger
  • 12:57 Uhr: Vier Löwen im Zoo von Barcelona mit Corona infiziert

Top-News: Harter Lockdown in Schleswig-Holstein spätestens ab Weihnachten

Angesichts steigender Infektionszahlen will Schleswig-Holsteins Landesregierung ihren Kurs deutlich verschärfen. Es sei notwendig, "dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen – um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther Mittwochabend in Kiel. Die Zahlen seien auch im Norden weiter gestiegen "und das bedeutet leider, dass unsere strengen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend Wirkung zeigen".

Zuvor hatte sich der Regierungschef im Landtag noch für einen harten Lockdown nach Weihnachten ausgesprochen. Bereits verständigt hat sich die Jamaika-Koalition darauf, den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit zu untersagen. Die Situation sei dramatisch, sagte Günther im Plenum.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick

Spahn: Im Herbst 2021 genug Impfstoff für gesamte Bevölkerung

22:32 Uhr: Jens Spahn geht davon aus, dass spätestens im Herbst 2021 ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung vorhanden ist. Deutschland habe sich 300 Millionen Impfstoffdosen bei verschiedenen Herstellern gesichert. "Die werden jetzt Zug um Zug ausgeliefert und verimpft werden", sagte der Bundesgesundheitsminister im Mittwochabend in der ARD-Talkshow "Maischberger". "Wenn all die Zulassungen kommen über den Zeitraum, in dem wir es erwarten, dann können wir spätestens im dritten Quartal jedem in Deutschland, der geimpft werden will, ein Impfangebot machen."

Spahn rechnet damit, dass in Deutschland spätestens im Januar der Impfstoff gegen Corona verabreicht werden kann.

Israel beginnt am 27. Dezember mit Impfkampagne

20:03 Uhr: Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am 27. Dezember mit seiner Corona-Impfkampagne beginnen. Der 71-Jährige kündigte am Mittwochabend in Tel Aviv an, sich dann als erster impfen zu lassen. Zugleich appellierte Netanjahu an seine neun Milllionen Landsleute, dem Beispiel zu folgen.

"Ich bitte alle Bürger, sich impfen zu lassen." Pro Tag könnten 60.000 Impfdosen verabreicht werden. Wer geimpft ist, soll einen "grünen Pass" erhalten. "Das wird uns schnell zurück zur Normalität führen", sagte Netanjahu.

Laschet fordert "Jahreswechsel-Lockdown"

19:20 Uhr: Armin Laschet hat eine "gemeinsame deutsche Antwort" auf die steigenden Infektionszahlen eingefordert. Alleingänge von Ländern in dieser Phase seien falsch, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident am Mittwoch in Berlin und bekräftigte seine Forderung nach einem "Jahreswechsel-Lockdown".

"Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten", erklärte Laschet. "Das bedeutet, dass wir das gesamte öffentliche Leben nach den Feiertagen für 14 Tage herunterfahren." Auch die Schul-Frage müsse man entsprechend unter den 16 Ländern beraten. Hier gebe es verschiedene Positionen, so der CDU-Politiker.

EMA-Chefin äußerst sich sehr positiv zu Biontech/Pfizer-Impfstoff

17:33 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA blickt sehr positiv auf eine mögliche Zulassung des Corona-Impfstoffes der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer. "Wir sind immer überzeugter von den Testergebnissen, die uns vorliegen", sagte die EMA-Direktorin Emer Cooke in einem Interview mit dem niederländischen TV-Nachrichtenmagazin Nieuwsuur.

Ende Dezember werde darüber eine Entscheidung fallen. Der Impfstoff zeige eine hohe Wirksamkeit von fast 95 Prozent bei 30.000 Testpersonen und habe kaum Nebenwirkungen.

Am 29. Dezember ist ein Treffen der EMA mit allen Arzneimittelbehörden der 27 EU-Mitgliedsstaaten angesetzt. Dann solle die Entscheidung über die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes in der EU fallen, sagte die Direktorin.

Bis dahin würden die Experten Tag und Nacht die Testergebnisse prüfen. Es würden "keinerlei Zugeständnisse" bei der Sicherheit gemacht, betonte die Direktorin. Die EMA beurteilt unter anderem auch den Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna. Dazu wird eine Entscheidung über die Zulassung für den 12. Januar erwartet.

In Großbritannien hat der Impfstoff von Pfizer und Biontech bereits eine Notfallzulassung. Nach Angaben von Cooke ist diese nur eine begrenzte Zeit gültig.

Die EMA strebe aber eine voll gültige Zulassung an. Auch über mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes äußerte sich die EMA-Chefin positiv.

"Es wurden keine nennenswerten Nebenwirkungen festgestellt und schon gar keine ernsthaften." Der Impfstoff wirke sowohl bei älteren als bei jüngeren Menschen.

Ukraine beschließt Lockdown für Anfang Januar

17:27 Uhr: Die Ukraine hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie für Januar einen neuen Lockdown angekündigt. Ministerpräsident Denis Schmygal gab am Mittwoch Einschränkungen nach dem orthodoxen Weihnachtsfest vom 8. bis 24. Januar bekannt.

Geschlossen werden Restaurants, Bars, Kinos, Theater, Fitnessclubs und Schwimmhallen. Massenveranstaltungen sind verboten. Auch Schulen und Universitäten bleiben zu. Kindergärten und öffentliche Verkehrsmittel sollen weiter betrieben werden. Offen bleiben sollen auch die Skilifte in der Karpatenregion.

Im Kampf gegen die Pandemie hatte Kiew Mitte November für drei Wochenenden Beschränkungen verhängt und damit eigenen Angaben zufolge die Lage etwas stabilisieren können. Am Mittwoch wurden dennoch 12.585 Neuinfektionen registriert.

276 Menschen starben innerhalb eines einzigen Tages mit COVID-19. Insgesamt verzeichnet das osteuropäische Land bereits mehr als 840.000 Infektionen und 12.500 Tote. Kritiker erklären den leichten Rückgang der Neuinfektionen mit weniger Tests.

Leichte Ausrutscher beim Einhalten der Corona-Regeln im Bundestag

17:07 Uhr: Abstand halten und Maske tragen - diese Corona-Regeln gelten auch im Bundestag. Doch in hitziger Debattenatmosphäre kann das schon mal leicht schief gehen.

So tauschten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Vize Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt auf der Regierungsbank kurzzeitig auf ziemlich enge Distanz aus. Die allermeiste Zeit blieben sie allerdings auf Abstand oder trugen Masken.

Der Finanzminister hatte sich schon am Vortag eine Ermahnung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eingehandelt, weil er ohne Mund-Nasen-Bedeckung die wenigen Schritte von seinem Platz ans Rednerpult ging. Schäuble hatte Scholz daraufhin eine Maske bringen lassen.

Merkel ist da vorbildlicher. Obwohl ihr Weg ans Rednerpult noch wesentlich kürzer ist, trägt sie dabei immer Maske.

Die Regeln im Plenarsaal sind eindeutig: Nach einer Allgemeinverfügung Schäubles muss dort - genau wie in den anderen Räumen des Bundestags - eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Sie kann abgelegt werden, wenn ein Mindestabstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen eingehalten wird.

Am Rednerpult und auf ihren Plätzen dürfen die Abgeordneten ihre Maske ablegen. Der amtierende Bundestagspräsident darf beim Leiten der Plenarsitzung die Mund-Nasen-Bedeckung ebenfalls abnehmen.

Seine Aufgabe ist es auch, darauf aufzupassen, dass sich alle an die Regeln halten. Verstöße dagegen können auch mit einem Ordnungsruf oder einem Ordnungsgeld geahndet werden.

Corona-Daten von Hunderttausenden Moskauern geleakt

16:15 Uhr: Von Hunderttausenden Corona-Infizierten sind in der russischen Hauptstadt Moskau persönliche Daten an die Öffentlichkeit gelangt. Das Datenleck sei auf einen "menschlichen Faktor" zurückzuführen, teilte der Leiter der kommunalen Behörde für Informationstechnologie, Eduard Lyssenko, am Mittwoch mit.

Mitarbeiter hätten die entsprechenden Dateien an Dritte weitergegeben, der Vorfall werde untersucht. Einen Hackerangriff auf das System habe es nicht gegeben. Russische Medien berichteten, Hunderttausende Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, seien betroffen.

In Moskau, wo am Wochenende mit Massenimpfungen begonnen worden war, wurden zuletzt mehr als 5.100 neue Corona-Infektionen und 75 Todesfälle binnen eines Tages gemeldet. In ganz Russland zählten die Behörden knapp 26.200 Neuinfektionen und 559 Tote innerhalb von 24 Stunden.

Luxemburg verlängert Corona-Maßnahmen bis 15. Januar

15:53 Uhr: In Luxemburg wird es über Weihnachten keine Lockerungen geben. Die derzeit geltende Beschränkung, dass nur maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt zu Besuch kommen dürfen, bleibe bis zum 15. Januar bestehen, kündigte Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel am Mittwoch an.

"Es ist keine Zeit für Lockerungen." Die Zahl der Neuinfektionen seien weiterhin zu hoch.

Auch die anderen, seit knapp zwei Wochen geltenden verschärften Corona-Maßnahmen sollten bis Mitte Januar verlängert werden. Dazu gehöre die Schließung von Restaurants, Kneipen sowie zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Bettel kündigte zudem eine schärfere Gangart vor Plätzen von Einkaufszentren an, auf denen Menschen Essen zum Mitnehmen konsumierten.

Für die Verlängerung der Corona-Regeln, die derzeit bis zum 15. Dezember in Kraft sind, werde es noch ein Gesetz geben, sagte Bettel nach der Sitzung des Regierungsrates. Nach wie vor sei Luxemburg bestrebt, "einen kompletten Lockdown wie im März" verhindern zu wollen.

Die neue Corona-Welle hat das zweitkleinste Land der EU mit gut 600.000 Einwohnern hart getroffen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) liegt Luxemburg bei der 14-Tage-Inzidenz, also der Zahl der Neuinfektionen binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner, mit 1.199,7 derzeit in Europa weiter an der Spitze.

Kinderärzte gegen verlängerte Schulferien zur Pandemiebekämpfung

15:49 Uhr: In der Debatte um das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus haben sich Kinderärzte gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien ausgesprochen. Geschlossene Schulen, Kindergärten und Kitas sollten "nur als allerletzte Maßnahme im Rahmen eines allgemeinen Lockdowns" erwogen werden, teilten die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und die Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie am Mittwoch mit.

Man sei "dezidiert gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien auf (un)bestimmte Zeit in den Januar hinein", heißt es in der Stellungnahme, die vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützt wird. Bisherige Daten aus Deutschland gäben keinen Anlass, generelle Schulschließungen als "taugliches und angemessenes Mittel" zur Pandemiebekämpfung anzusehen.

Die belastenden Folgen selbst kurzfristiger Schulschließungen auf das Wohlbefinden und die Zukunftsperspektiven von Kindern würden in der Debatte zu wenig berücksichtigt. Unter anderem die EU-Kommission hatte dazu geraten, eine Verlängerung der Schulferien oder des Online-Unterrichts nach den Feiertagen zu erwägen, um das Infektionsrisiko zu begrenzen. Die Politik in Deutschland hatte zuletzt - anders als im Frühjahr - das Ziel ausgegeben, Kitas und Schulen offen halten.

Estland will Corona-Schutzmaßnahmen verschärfen

15:13 Uhr: In Estland will die Regierung wegen anhaltend hoher Infektionszahlen die Corona-Schutzmaßnahmen über Weihnachten verschärfen. In dem baltischen EU-Land sollen zum 14. Dezember alle Bildungseinrichtungen mit Ausnahme von Kindergärten bis Jahresende schließen.

Auch Freizeit- und Sportaktivitäten sollen landesweit für drei Wochen untersagt werden, teilte die Staatskanzlei in Tallinn am Mittwoch mit. Für eine Region im Osten des Landes mit starken lokalen Corona-Ausbrüchen sollen zudem bereits zum 12. Dezember weitergehende Beschränkungen verhängt werden. Die Maßnahmen sollen den Angaben zufolge bei der Regierungssitzung am Donnerstag beschlossen werden.

Estland mit 1,3 Millionen Einwohnern hatte im Herbst einen deutlichen Anstieg der Infektionsraten verzeichnet. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung aktuell schlimmer als in Deutschland.

Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid und Ministerpräsident Jüri Ratas sind derzeit in Quarantäne. Seit Beginn der Pandemie wurden in Estland mehr als 16.000 Corona-Infektionen registriert.

Kostenlose FFP-2-Masken für 27 Millionen Bundesbürger

14:27 Uhr: Mehr als 27 Millionen Bundesbürger in höherem Alter oder mit Vorerkrankungen sollen ab Mitte Dezember mit jeweils 15 FFP2-Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion ausgestattet werden.

Die Ausgabe starte noch im Dezember, um in der Weihnachtszeit das Infektionsrisiko zu verringern, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin an. Diese Masken schützen besonders gut vor einer Corona-Infektion.

Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen gegen Lockerungen an Silvester

14:04 Uhr: Eine große Mehrheit der Deutschen ist für strenge Kontaktbeschränkungen an Silvester. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforscher von YouGov Deutschland hervor. Demnach stimmten drei von vier Befragten der Aussage zu, dass es keine Lockerungen beim Kontaktverbot zum Jahreswechsel geben darf:

  • 56 Prozent von ihnen stimmten der Aussage "voll und ganz" zu,
  • 19 Prozent "eher".
  • 15 Prozent haben der Aussage widersprochen,
  • 10 Prozent machten keine Angabe.

Auffällig bei der Umfrage: Jüngere Befragte befürworteten am seltensten scharfe Maßnahmen - bei den 18 bis 24-Jährigen waren es insgesamt nur 61 Prozent. In der Altersgruppe ab 55 Jahren lag die Zustimmung zu strengen Regeln beim Kontaktverbot an Silvester hingegen bei 81 Prozent.

74-Jährige sieht sich durch Gott persönlich von Maskenpflicht befreit

13:26 Uhr: Mit einer Befreiung von der Maskenpflicht durch Gott selbst hat eine 74-jährige Österreicherin am Münchner Flughafen argumentiert. Anstelle eines Attests zeigte die Frau am Dienstag als Beleg für ihre angebliche Befreiung einen Bibelvers vor, wie die Bundespolizei am Mittwoch erklärte.

Polizisten waren am Flughafen auf die Frau ohne Mund-Nasen-Bedeckung aufmerksam geworden. Die Rentnerin sagte den Beamten, sie habe eine "Maskenbefreiung direkt von Gott".

Laut Polizei handelte es sich bei dem von ihr vorgelegten Bibelzitat aus Psalm 91 aber nicht um einen "göttlichen Freibrief", sondern eher um Wunschdenken der Wahlmünchnerin. Auch gutes Zureden der Vertreter der "irdischen Staatsmacht" konnte die Frau laut Polizei nicht vom Tragen einer Maske überzeugen. Der Verstoß gegen die Maskenpflicht kostet die Rentnerin nun 150 Euro.

Vier Löwen im Zoo von Barcelona mit Corona infiziert

12:57 Uhr: Im Zoo von Barcelona haben sich vier Löwen mit dem Coronavirus infiziert. Die Tiere hätten nur Anzeichen eines leichten Schnupfens gezeigt, sagte Zoo-Direktor Juli Mauri der Zeitung "La Vanguardia".

Er gehe davon aus, dass sich mindestens eine der Großkatzen bei einem asymptomatischen Pfleger angesteckt haben könnte und das Virus dann an die anderen Tiere weitergegeben hat. Den Löwen gehe es ansonsten gut, betonte der Zoo-Direktor am Dienstag.

Die umgekehrte Möglichkeit, dass ein Löwe einen Zoobesucher mit Corona infiziert, ist nach Mauris Worten äußerst gering. Dafür müsste man dem Tier so nahe kommen, dass das Virus dann das weitaus kleinere Problem wäre.

Österreichische Studie: Coronakrise schädigt Vertrauen in Demokratie

12:40 Uhr: Die Auswirkungen der Coronakrise trüben laut einer österreichischen Studie die Zustimmung von Menschen zur Demokratie.

Besonders betroffen ist das wirtschaftlich schwächste Drittel, zu dem auch viele Angehörige der sogenannten systemrelevanten Berufe in der Krise - etwa Pflegekräfte und Kassierer - gehörten: Nur 44 Prozent dieser Befragten stimmten der Aussage zu, dass sie sich als Teil der Demokratie in Österreich fühlten. Das ergab der am Mittwoch vorgestellte österreichische Demokratie Monitor 2020. Für die repräsentative Studie des Sozialforschungsinstituts Sora wurden von August bis Oktober knapp 2.200 Menschen befragt.

Das unterste Drittel zeige seit Jahren die schwächste Einstellung zur Demokratie und sehe sich am deutlichsten abgehängt, von der Politik abgewertet und politisch wirkungslos. Zusätzlich waren diese Menschen nun laut der Befragung finanziell und psychisch rund doppelt so stark wie der Durchschnitt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie in Österreich betroffen.

RKI-Studie: Deutsche nehmen im Lockdown zu

12:09 Uhr: Nach dem Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr haben die Menschen in Deutschland laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) an Körpergewicht und Body Mass Index (BMI) zugelegt. Möglicherweise hätten sich die Eindämmungsmaßnahmen auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ausgewirkt, hieß es.

Das mittlere Körpergewicht stieg im Zeitraum April bis August 2020 um 1,1 Kilo auf 78,2 Kilo im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der mittlere BMI stieg laut Studie von 25,9 auf 26,4. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet und gilt als Indikator für Übergewicht und Adipositas.

Die Ergebnisse kommen aus einer bundesweiten telefonischen Befragung der Bevölkerung ab 15 Jahren zwischen April 2019 und September 2020. Dabei sollten die rund 2.000 Teilnehmer auch ihre Größe und ihr Gewicht nennen.

Auch andere Gesundheitsaspekte wurden untersucht. "Keine Unterschiede zeigten sich in der Allgemeinbevölkerung bei der depressiven Symptomatik sowie der erhaltenen und geleisteten Unterstützung im Haushalt", hieß es. Insgesamt sei kein einheitliches Bild zu erkennen. Nötig seien weiterführende Untersuchungen.

Homeoffice erhöht Stromkosten - Verbraucher zahlen jährlich 65 Euro mehr

10:53 Uhr: Die vermehrte Arbeit zu Hause bedeutet für Verbraucher zusätzliche Stromkosten: Auf ein Jahr gerechnet zahlen Arbeitnehmer im coronabedingten Homeoffice bei 220 Arbeitstagen insgesamt rund 65 Euro mehr für Strom, wie das Vergleichsportal "Check24" am Mittwoch mitteilte. Das entspricht Mehrkosten von rund 30 Cent pro Tag im heimischen Büro.

Bei der Berechnung wurden den Angaben zufolge für jeden Arbeitstag die achtstündige Nutzung eines Laptops, eines Monitors und einer Schreibtischlampe zugrunde. Außerdem wurde angenommen, dass betroffene Arbeitnehmer täglich eine halbe Stunde lang einen Elektroherd nutzen, um ihr Mittagessen zuzubereiten. Eine Kilowattstunde Strom kostet in der Modellrechnung 32,32 Cent.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Beschäftigte wegen der Corona-Pandemie im Winter nach Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten. Dafür sollen sie steuerlich durch eine sogenannte Homeoffice-Pauschale entlastet werden: Für Ausgaben im Homeoffice sollen Arbeitnehmer pauschal fünf Euro am Tag, höchstens aber 600 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen können.

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten Strom an.

Mehr als 215.000 neue Corona-Fälle an einem Tag in den USA

11:50 Uhr: In den USA breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Am Dienstag meldeten die Behörden binnen eines Tages 215.586 bestätigte Neuinfektionen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es rund 180.000 gewesen. Der bislang höchste Wert war am Freitag mit 227.800 neuen Fällen verzeichnet worden.

Die Zahl der binnen eines Tages erfassten Toten blieb am Dienstag mit 2.534 vergleichsweise hoch. Der Höchstwert war am Donnerstag mit 2.879 Toten registriert worden.

Nach dem Feiertag Thanksgiving Ende November und mit Blick auf Weihnachten befürchten Experten wegen Reisen und Familientreffen eine landesweite Zunahme der Infektionen. Nach Angaben des Covid Tracking Projects bewegt sich die Anzahl der COVID-19-Patienten in US-Krankenhäusern seit Anfang Dezember erstmals über der Schwelle von 100.000. Das Projekt wurde im Frühjahr beim Magazin "The Atlantic" begonnen und sammelt Daten zur Pandemie in den USA.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 15,1 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 286 000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Merkel: Verhalten jedes einzelnen Schlüssel im Kampf gegen Corona

09:51 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat alle Bürger zu weiterer Rücksicht und Solidarität in der Coronakrise aufgerufen. "Der wichtigste Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung des Virus bei uns ist das verantwortliche Verhalten jedes Einzelnen und die Bereitschaft zum Mitmachen", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Bundestag.

Sie sei überzeugt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung auch weiter dazu bereit sei, wofür sie von Herzen dankbar sei. Merkel erläuterte, dass der Staat in einer freiheitlichen Demokratie anders handeln könne als in Ländern, "die stärker einer Diktatur gleichen".

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

FDP-Politiker Kuhle warnt: Impfzentren "sensible Ziele"

07:55 Uhr: FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle hat darauf hingewiesen, dass Impfzentren, Lager für Impfstoffe und die Transportwege sensible Ziele seien, die entsprechend geschützt werden müssten. Er forderte Bund und Länder auf, ein Sicherheitskonzept vorzulegen.

Insbesondere zeigten eine Unterwanderung der "Querdenken"-Bewegung durch Rechtsextremisten und die Ausschreitungen bei Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen, "dass die Szene durchaus bereit und fähig ist, Gewalt anzuwenden".

Daneben könnten Impfzentren aber auch wegen der großen Besucherzahlen zu Zielen für Anschläge "mit anderem ideologischen Hintergrund" werden.

DFG-Präsidentin: Virologen sollten mit einer Stimme sprechen

06:38 Uhr: Virologen sollten nach Ansicht der Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Katja Becker, öfter mit einer Stimme sprechen.

"Wenn Sie zehn Virologen eine Frage stellen, erhalten Sie unter Umständen mehrere verschiedene Antworten", sagte Becker der dpa. Das sei aus fachlicher Sicht zwar verständlich, wünschenswert wäre in der aktuellen Pandemiesituation aber, wenn die Wissenschaftler zunächst untereinander diskutieren und sich dann auf eine gemeinsame Linie verständigen würden.

"Das wird aktuell leider zu selten getan", sagte Becker. "Stattdessen werden einzelne Stimmen gehört und von der Politik oder den Medien aufgegriffen. Hinterher müssen diese Stimmen dann oft mühsam wieder in Einklang gebracht werden, wenn es beispielsweise darum geht, politische Entscheidungen zu treffen." Für das große Publikum sei das bisweilen verwirrend und irritierend. Oft komme in der Gesellschaft nur an, dass die Experten sich untereinander nicht einig seien. "In einer Krisensituation wie der aktuellen sollte Kooperation Vorrang haben vor Konkurrenz und der Suche nach Aufmerksamkeit."

590 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden - neuer Höchstwert

06:13 Uhr: Die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft angestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 590 neue Todesfälle innerhalb eines Tages, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Das sind über 100 Fälle mehr als beim bisherigen Rekordstand von 487 Toten vom vergangenen Mittwoch.

Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 20.815 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Mittwoch in der Vorwoche lag der Wert noch bei 17.270. Den bisher höchsten Tageswert gab es am 20. November mit 23.648 Fällen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 19.932.

Für ganz Deutschland gab das RKI außerdem einen neuen Höchstwert von 149,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an.

Höchstwert: 590 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

Die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft angestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Mehrere Bundesländer verschärfen wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen die Beschränkungen zum Jahreswechsel.

Laschet für "Jahreswechsel-Lockdown" nach Weihnachten bis Ferienende

06:01 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausgesprochen.

"Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsel-Lockdown, um uns für 2021 wieder eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten", sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Neuinfektionen sei zu hoch und müsse gesenkt werden.

"Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden", warb Laschet für seinen Vorschlag. "Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bildungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres."

Auch andere Ministerpräsidenten hatten sich für härtere Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. Wann die Ministerpräsidenten erneut mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Beratungen über mögliche Verschärfungen zusammenkommen, ist unklar.

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Spahn: Gurgeln kann womöglich Corona-Gefahr verringern

05:54 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann.

"Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll", sagte Spahn der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er selbst gurgele ohnehin regelmäßig.

Eine explizite Gurgel-Empfehlung wie die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene wollte Spahn nicht aussprechen, das müsse letztlich jeder selbst wissen. "Aber schaden tut es sicher nicht", sagte er. Zudem warb Spahn für die Einhaltung einer einfachen Faustregel: "Verhalte dich so, als hättest du Corona: Dann hält man doch ganz automatisch Abstand und ist insgesamt vorsichtiger."

Corona-Impfstoffe werden zum Teil in Bundeswehr-Kasernen gelagert

05:36 Uhr: Die langerwarteten Corona-Impfstoffe sollen zum Teil in Kasernen der Bundeswehr angeliefert und auch dort gelagert werden. Ein entsprechender Amtshilfeantrag des Gesundheitsministeriums liege vor, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer der Funke-Mediengruppe.

Darüber hinaus habe das Militär den Ländern weitere Unterstützung bei den Impfungen angeboten. "Die Bundeswehr kann hier auf Antrag der Länder mit bis zu 26 Impfzentren sowie bis zu 26 mobilen Impfteams helfen", sagte die scheidende CDU-Chefin. Aktuell seien im Kampf gegen die Pandemie bundesweit mehr als 9.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Der Start der Impfungen hierzulande wird in den nächsten Wochen erwartet.

Alle Corona-Meldungen vom 8. Dezember zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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