• 08:44 Uhr: Produktion von Johnson & Johnson-Impfstoff in US-Werk nach Panne gestoppt
  • 06:47 Uhr: Kassenärztliche Bundesvereinigung: Hausärzte bekommen bekommen kein Astrazeneca mehr
  • 05:37 Uhr: Blasen statt Nasebohren - Forscher arbeiten an neuen Corona-Tests
  • 03:22 Uhr: Corona-Warn-App bekommt Check-in- und Impfpass-Funktion

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Produktion von Johnson & Johnson-Impfstoff in US-Werk nach Panne gestoppt

Nach einer Panne bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA gefordert.

Die Firma Emergent BioSolutions, die das Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland betreibt, erklärte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte Ende März bestätigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore "nicht den Qualitätsanforderungen" entsprochen habe. Johnson & Johnson nannte selbst keine Zahlen. Laut der "New York Times" waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson kündigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zusätzliche Dosen zu liefern.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU zugelassen. Anders als in den USA ist der Impfstoff in der Europäischen Union aber noch nicht im Einsatz.

Vergangene Woche waren die Impfungen mit dem Vakzin in den USA nach vereinzelten Fällen schwerer Blutgerinnsel vorläufig gestoppt worden. Auch die Auslieferung des Impfstoffs nach Europa wurde verschoben. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt am Dienstagnachmittag ihre aktualisierte Einschätzung zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson bekannt.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Österreich: Breite Öffnungsschritte mit Zutrittstests im Mai

10:23 Uhr: Die geplante Öffnung von Gastronomie, Tourismus und Kultur in Österreich soll ab Mitte Mai unter strengen Auflagen erfolgen.

"Alle Branchen brauchen endlich wieder einen Schritt in Richtung Normalität", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag im ORF-Radio. Die Maßnahme werde mit Zutrittstests verbunden sein.

"Natürlich werden Personen, die ins Konzert gehen wollen, die ins Theater gehen wollen oder die auch auf Urlaub fahren wollen, einen Test machen müssen", sagte der Regierungschef. Die Sicherheitskonzepte in der Corona-Krise sollen dann in weiteren Schritten im Juni und Juli heruntergefahren werden. Die Details würden gegen Ende der Woche präsentiert, so Kurz.

In Österreich sind in den meisten Bundesländern mit Ausnahme von Gastronomie und Hotellerie seit Anfang Februar alle Geschäfte und viele Dienstleister geöffnet. In Wien und Niederösterreich gilt wegen der angespannten Lage in den Kliniken im gesamten April ein Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Österreich zuletzt auf knapp unter 200 gefallen.

Mehr als jeder fünfte Deutsche gegen Coronavirus geimpft

10:11 Uhr: 20,2 Prozent der Bevölkerung ist Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 20. April hervor (Stand: 08:00 Uhr). Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz bekommen. Innerhalb eines Tages wurden 381 095 weitere Impfungen verabreicht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent.

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Hausärzte bekommen kein Astrazeneca mehr

06:47 Uhr: Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen einem Bericht zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant - allerdings nur noch den Impfstoff von Biontech und Pfizer.

Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtete, wird der Bund den Praxen "für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschließlich den Impfstoff von Biontech-Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich mehr, als bisher avisiert waren".

RKI registriert 9609 Corona-Neuinfektionen und 297 neue Todesfälle

06:14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:09 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 162,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.163.308 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.803.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.303.

Blasen statt Nasebohren - Forscher arbeiten an neuen Corona-Tests

05:37 Uhr: Blasen statt unangenehmes Nasebohren: Französische Wissenschaftler forschen derzeit an einer Alternative zum PCR-Test, der bisher mit Abstand am zuverlässigsten Aufschluss über eine Corona-Infektion gibt. Damit wollen sie noch in diesem Jahr eine Rückkehr zum "echten Leben" ermöglichen.

"Die Patienten sind sehr offen und empfänglich für dieses Experiment", sagt der Virologe Alexandre Gaymard, der das Projekt CovidAir leitet. Seit gut einem Monat haben bereits mehr als 2800 Bürger in das Rohr geblasen, das mit einem Gerät in der Größe eines Kühlschranks verbunden ist.

"Die Maschine trennt und untersucht die Moleküle, die jemand ausatmet", sagt Studienleiter Gaymard. "Daraus entsteht eine Grafik, die von einem Computerprogramm ausgewertet wird." Grundlage ist die Massenspektrometrie, mit der Moleküle im Detail untersucht werden können.

Nach ein bis zwei Minuten soll das Ergebnis vorliegen. Ob Krankenhäuser, Schulen oder Geschäfte: "Diese Maschine kann überall dort eingesetzt werden, wo es auf ein schnelles Ergebnis ankommt", sagt Gaymard.

Um herauszufinden, wie zuverlässig das Gerät die Atemluft auswertet, machen die Probanden vorher noch einen regulären PCR-Test. Er gilt bisher als "Goldstandard", muss allerdings von einem Labor ausgewertet werden. Das Ergebnis des PCR-Test liegt in der Regel erst nach 24 bis 72 Stunden vor.

Das neue CovidAir-Gerät habe bei den bisherigen Messungen eine Zuverlässigkeit von 95 Prozent im Vergleich zum PCR-Test ergeben, betont Gaymard. Das wäre deutlich besser als die auch in Deutschland gängigen Antigen-Schnelltests, die gerade bei unsymptomatischen Testpersonen als unzuverlässig gelten.

Ob und wann die neue französische Maschine Serienreife erlangt, dürfte sich frühestens nach Ende der Testphase im Juni herausstellen. Sollte sich die neue Methode als erfolgreich erweisen, könnte sie theoretisch auch bei anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe zum Einsatz kommen, hoffen die Forscher - womöglich auch bei künftigen Pandemien.

Aerosol-Experte: Spricht nichts gegen Sport im Freien

04:12 Uhr: Beim kontaktlosen Sporttreiben im Freien ist das Risiko einer Corona-Ansteckung nach Ansicht des Präsidenten der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) äußerst gering.

"Im Freien gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben", sagte GAeF-Präsident Christof Asbach im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Gesellschaft an die Politik appelliert, aus der Erkenntnis, dass Infektionen in Innenräumen stattfinden, ein praktisches Handeln abzuleiten.

"Wir haben damit einen Grundstein zum Verständnis gelegt, dass draußen sehr wenig passieren kann. Das bezieht den Sport natürlich mit ein", sagte Asbach. "Wenn wir nicht über Zweikampfsportarten wie Ringen oder Judo reden, sondern über Mannschaftssportarten oder Tennis, das auch nicht erlaubt war und bei dem man sich ohnehin nicht nahekommt. Da sehen wir ein extrem geringes Infektionsrisiko." Das hätte man auch deutlich früher so kommunizieren können, meinte der GAeF-Chef.

Obwohl der Sport zeitig für jede Sportart spezielle Hygienekonzepte entwickelt hat, ist er weitgehend stillgelegt. Für Asbach ist das nicht verständlich. "Das ist eine Frage, die wir uns auch gestellt haben und die ein Anlass war, diesen offenen Brief zu schreiben", sagte er. "Um zu verstehen, wie sich virenartige Partikel verhalten, da sind wir eben gefragt. Da hatten wir den Eindruck, nicht ausreichend gehört worden zu sein."

Corona-Warn-App bekommt Check-in- und Impfpass-Funktion

03:22 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird mit neuen Funktionen zur Pandemiebekämpfung ausgebaut. So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen wird, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

In künftigen Versionen soll - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können.

Mit der neuen Check-in-Funktion in der Version 2.0 reagieren die App-Macher auf neue Erkenntnisse: Bislang registriert die App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte. Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht ausreicht.

In geschlossenen Räumen wie Geschäften, Gaststätten oder Gotteshäusern verbreiten sich die Aerosole auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Luftpartikel, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

Alle Corona-Meldungen vom 19. April zum Nachlesen finden Sie hier.

Mehr zum Themenkomplex Coronavirus:

Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

Massive Steigerung: Biontech liefert bald mehr als fünf Millionen Dosen pro Woche

Wie der "Spiegel" berichtet, sollen die Lieferungen von Biontech-Impfstoff nach Deutschland ab der übernächsten Woche massiv steigen. Fotocredit: imago images/Belga