Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, dämpft die Erwartungen an mögliche Impfungen gegen Corona: In Frankreich sind mehrere Personen wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests festgenommen worden. Die Opposition hat mangelnde parlamentarische Grundlagen für die erneuten Corona-Beschränkungen scharf kritisiert. Alle Infos zur Pandemie vom 6. November zum Nachlesen.

  • 19:10 Uhr: Impfkommission: Corona-Herdenimmunität in 2021 ist unrealistisch
  • 17:20 Uhr: Bundesregierung stuft ganz Italien als Corona-Risikogebiet ein
  • 16:24 Uhr: Handel mit gefälschten Corona-Tests: Festnahmen in Frankreich
  • 15:14 Uhr: Opposition attackiert Grundlagen für Corona-Beschränkungen
  • 09:30 Uhr: Spahn: Erneut "bittere Medizin" im Kampf gegen Corona nötig
  • 06:14 Uhr: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Coronavirus-Live-Ticker zum Nachlesen

Top-News: Impfkommission: Corona-Herdenimmunität in 2021 ist unrealistisch

19:10 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat Erwartungen an mögliche Impfungen gegen Corona im kommenden Jahr gedämpft. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag), um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssten mindestens 50 bis 60 Millionen Menschen geimpft sein, also rund 60 Prozent der Bevölkerung. «Es ist unrealistisch, das im kommenden Jahr zu schaffen.» Er ergänzte: «Ich fürchte, dass nicht nur dieser, sondern auch der nächste Winter herausfordernd wird.» Die Ständige Impfkommission ist ein Expertengremium, das Empfehlungen zum Impfen in Deutschland gibt.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Über 200 Menschen mit von Nerzen stammenden Corona-Varianten infiziert

17:55 Uhr: In Dänemark haben sich seit Juni mindestens 214 Menschen mit ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Varianten des Coronavirus infiziert. 200 der Fälle wurden in der Region Nordjütland nachgewiesen, wie das dänische Gesundheitsinstitut SSI mitteilte.

In dieser Region befinden sich besonders viele Nerzfarmen. Landesweit wurde SARS-CoV-2 bis Freitag in 216 Zuchtanlagen gefunden. Der von den Dänen als besorgniserregend eingestufte Cluster-5-Virustyp wurde bisher auf fünf Anlagen und bei zwölf Menschen festgestellt.

Die dänische Regierung hatte am Mittwoch angeordnet, dass alle Nerze im Land - etwa 15 bis 17 Millionen Tiere - getötet werden sollen. Das Cluster-5-Virus sei von den Tieren auf Menschen übertragbar, so das SSI. Es sei zwar wohl nicht gefährlicher, aber es bestehe das Risiko, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen diese Variante wirken.

Die fortgesetzte Nerzzucht stelle während einer anhaltenden Corona-Pandemie ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit dar, warnte das Gesundheitsinstitut. Eine hohe Anzahl von Nerzfarmen habe mehr Infektionen beim Menschen zur Folge und eine hohe Zahl infizierter Nerze erhöhe das Risiko für Virusmutationen, gegen die die derzeit entwickelten Impfstoffe eventuell nicht schützten.

In sieben Regionen in Nordjütland sind die Menschen nun aufgefordert, in ihren Kommunen zu bleiben. Der öffentliche Nahverkehr wird ab Montag eingestellt.

Restaurants, Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen schließen. Betroffen von den Beschränkungen sind die Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø.

Wieder Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Italien

17:51 Uhr: Die täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien haben einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden nach Angaben vom Freitag etwas mehr als 37.800 neue Corona-Fälle gemeldet.

Die Zahl der Toten blieb im Vergleich zum Vortag mit 446 in etwa gleich. Insgesamt zählen die Behörden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern damit knapp 862.700 Corona-Fälle. Mehr als 40.500 Infizierte sind nach offiziellen Angaben bislang gestorben.

Seit Freitag versucht die Regierung in Rom, die Infektionen mit neuen Maßnahmen einzudämmen. Für die Bürger und Bürgerinnen gilt etwa eine nächtliche Ausgangssperre von 22:00 Uhr bis 5:00 Uhr morgens. Ausnahmen sind für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen erlaubt.

Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Die Bundesregierung stuft ganz Italien wegen des Anstiegs der Infektionszahlen von Sonntag an als Corona-Risikogebiet ein (Eintrag 17:20 Uhr).

Oslo führt strengere Corona-Maßnahmen ein

17:38 Uhr: Die norwegische Hauptstadt Oslo führt von Montag an strengere Maßnahmen ein, die eine weitere Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen. Theater, Museen, Trainingsstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen. Private Versammlungen außerhalb der eigenen vier Wände werden verboten.

"Die Infektionsrate ist viel zu hoch", sagte Bürgermeister Raymond Johansen am Freitag. "Wir müssen tun, was wir können, um die Infektionen zu reduzieren." Wenn es gelingen solle, die soziale Aktivität auf ein Minimum zu beschränken, müssten die Orte geschlossen werden, an denen sich Menschen versammelten, so Johansen.

Restaurants und Bars können demnach geöffnet bleiben, dürfen aber keinen Alkohol mehr ausschenken. Im Oktober wurden in Oslo 1.885 Neuinfektionen gemeldet. Im frühen Stadium der Pandemie im März waren es noch 1.290.

Slowakei testet Großteil der Bevölkerung ein zweites Mal auf Corona

17:32 Uhr: Die Slowakei setzt an diesem Wochenende ihre landesweiten Corona-Massentests fort.

Nach dem Plan der Regierung in Bratislava soll ein großer Teil der 5,5 Millionen Einwohner des Landes ein zweites Mal einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zur Testung aufgerufen sind alle über zehn Jahre alten Bewohner, sowohl Inländer wie auch Ausländer.

Die Teilnahme an der beispiellosen Aktion ist formell freiwillig. Ab Montag fallen aber alle, die kein negatives Testergebnis vorweisen können, unter eine rigorose Ausgangssperre.

Nicht einmal der Weg zur Arbeit ist ihnen erlaubt. Über 65 Jahre alten Personen empfiehlt die Regierung, nicht zum Test zu gehen, sondern für die Dauer der Pandemie lieber ganz zu Hause zu bleiben.

In einer ersten Runde am vergangenen Wochenende ließen sich über 3,6 Millionen Menschen auf das Coronavirus testen. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic wertete die kurzfristig angekündigte Aktion als Erfolg, den sich andere Länder zum Vorbild nehmen könnten.

Mehr als 38.000 positiv Getestete seien in Quarantäne geschickt worden, die sonst unentdeckt die Infektion weiterverbreitet hätten, erklärte er.

Die Ärztekammer kritisierte die Aktion indes als Verschwendung ohnehin knapper Ressourcen. Kommunalverwaltungen klagten, ohne ausreichende Information und Vorbereitungszeit in "die größte logistische Aktion in der Geschichte der Slowakei" geworfen worden zu sein.

Als Reaktion auf die Kritik änderte die Regierung ihren ursprünglichen Plan. Jenes Drittel der Bezirke, in denen die erste Runde besonders wenige Infektionen bestätigt hatte, muss nun nicht mehr mitmachen.

Bundesregierung stuft ganz Italien als Corona-Risikogebiet ein

17:20 Uhr: Wegen dramatisch steigender Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ganz Italien ab Sonntag als Corona-Risikogebiet ein. Zudem wurden am Freitag das gesamte portugiesische Festland, fast ganz Schweden sowie Dänemark mit Ausnahme der Inseln Grönland und Färöer auf die vom Robert-Koch-Institut (RKI) geführte Risikoliste gesetzt.

Auch ganz Nordgriechenland und die Provinz um Athen sowie einzelne Regionen in Estland, Lettland, Litauen und Norwegen kommen hinzu.

Damit gibt es kein Land mehr in Europa ohne Risikogebiet. Bis auf zwei kleine Gemeinden in Österreich ist nun auch das komplette Grenzgebiet zu Deutschland in den neun Nachbarländern betroffen.

Auch Litauen führt Corona-Warn-App ein

16:56 Uhr: Litauen hat eine eigene Smartphone-App zur besseren Nachverfolgung von Corona-Infektionen eingeführt.

Die Anwendung namens "Korona Stop LT" steht seit Freitag zum Download bereit, wie die Regierung in Vilnius mitteilte. Damit sollen in dem baltischen EU-Land Nutzer frühzeitig gewarnt werden, wenn sie sich in der Nähe von Menschen befunden haben, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Die App ist zunächst auf Litauisch und von kommender Woche an auch auf Englisch, Russisch und Polnisch verfügbar. Die Nutzung ist freiwillig.

Aus Privatsphären- und Datenschutzgründen werden die Daten zu den Kontakten nicht zentral erfasst. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Vilnius wurde die App am ersten Tag bereits mehr als 10.000 Mal heruntergeladen.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern war von der ersten Corona-Welle im Frühjahr nur wenig betroffen, verzeichnete aber im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsraten. Seit Anfang Oktober gibt es ständig neue Höchstwerte. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Corona-Infektionen erfasst.

Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Angesichts der steigenden Neuinfektionen schickt die Regierung in Vilnius das gesamte Land von Samstag an für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown.

Handel mit gefälschten Corona-Tests: Festnahmen in Frankreich

16:24 Uhr: Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests sind in Frankreich sieben Personen vorläufig festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen die Festgenommenen gefälschte negative Testergebnisse am Flughafen Charles de Gaulle im Nordosten von Paris an Reisende verkauft haben.

Für einen gefälschten Test sollen sie dabei zwischen 150 und 300 Euro einkassiert haben. Ermittler fanden auf ihren Handys mehr als 200 gefälschte Testergebnisse.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einreise in manche Länder teils nur mit negativem Corona-Test möglich. Seit September hatte es in dem Fall Untersuchungen der Grenzpolizei gegeben, nachdem ein Fluggast in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit einem gefälschten negativen Corona-Test erwischt worden war.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bedankte sich nach der Festnahme bei den Beamten auf Twitter. Im März soll es zum Prozess gegen die vermuteten Fälscher kommen.

Den sechs Männern und der Frau im Alter von 29 bis 52 Jahren drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 375.000 Euro.

Erneut französische Corona-Patienten nach Deutschland verlegt

16:17 Uhr: Erneut sind COVID-19-Patienten aus der französischen Grenzregion Grand Est nach Deutschland verlegt worden. Wie das Regionalkrankenhaus Metz-Thionville mitteilte, wurden am Donnerstag und Freitag Patienten im kritischen Zustand nach Saarbrücken und Völklingen im Saarland gebracht. Man wolle damit einer kompletten Auslastung der intensivmedizinischen Abteilungen zuvorkommen.

Der französische Abgeordnete Christophe Arend schrieb auf Twitter von insgesamt acht verlegten Patienten. Wie ein Sprecher des französischen Krankenhauses sagte, handle es sich dabei um die ersten Verlegungen aus der Region Grand Est ins Ausland seit Beginn der zweiten Corona-Welle in Frankreich.

Frankreich hat derzeit stark mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Mit mehr als 58.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden war am Donnerstag ein neuer Höchstwert in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern erreicht worden.

Zuletzt wurden außerdem knapp 450 Menschen innerhalb eines Tages auf Intensivstationen eingewiesen. Um besonders betroffene Regionen zu entlasten, werden auch innerhalb des Landes Menschen in andere Krankenhäuser verlegt.

Bereits im Frühjahr waren zahlreiche französische Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern behandelt worden. Neben den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland hatten sich auch andere Länder wie Sachsen zur Aufnahme bereit erklärt.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes waren zwischen dem 21. März und dem 12. April insgesamt 130 Corona-Patienten aus französischen Krankenhäusern nach Deutschland verlegt worden.

Laschet: Zu früh für Bilanz zum Teil-Corona-Lockdown

16:10 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich zurückhaltend zur Frage geäußert, ob die seit Montag geltenden strikten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie wirken.

Zwar verlangsame sich derzeit manche Zahl im Zusammenhang mit den Corona-Infektionen, "aber es ist zu früh für eine Endbilanz", sagte Laschet am Freitag bei einem virtuellen Kongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU.

"Wir haben die große Hoffnung, dass wir die Welle brechen können." Man könne dies aber im Moment noch nicht so richtig absehen.

Ziel müsse es sein, auf Dauer mit dem Virus zu leben, erklärte Laschet. "Wir können nicht auf Dauer alle Lebensbereiche auf Null fahren und alles nur mit staatlichem Geld kompensieren." Es müsse ein Weg gefunden werden, wie das gesellschaftliche Leben aufrecht erhalten werden könne und zugleich das Gesundheitssystem so ausgestattet werde, dass man für den Krisenfall vorbereitet sei.

Laschet wies im Zusammenhang mit dem in den Januar verschobenen CDU-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden erneut Spekulationen zurück, dabei habe es sich um eine Verschwörung gehandelt. Grund für die Verschiebung sei die Pandemielage gewesen, versicherte der Vorsitzendenkandidat.

"Das war keine ominöse Verschwörung." Die CDU könne den Menschen nicht zumuten, dass sie Veranstaltungen absagen und Zuhause bleiben müssten, und sich dann mit 1.001 Delegierten bei einem Parteitag versammeln. "Wir müssen hier Vorbild sein in der Krise", sagte Laschet.

Vor allem Laschets Gegenkandidat Friedrich Merz hatte sich nach der Verschiebung beschwert, ein Teil des "Parteiestablishments" wolle ihn verhindern.

97-Jährige nach COVID-19-Erkrankung aus Berliner Klinik entlassen

16:07 Uhr: Eine 97 Jahre alte Patientin mit mehreren Vorerkrankungen ist nach einer COVID-19-Erkrankung geheilt aus einer Berliner Klinik entlassen worden. Die Frau aus dem brandenburgischen Bernau durfte nach zehntägiger Behandlung und einem schließlich negativen Corona-Test am Donnerstag nach Hause, wie eine Sprecherin des Helios-Klinikums Berlin-Buch am Freitag sagte.

Die Seniorin wurde laut Klinikmitteilung als zu der Zeit älteste COVID-19-Patientin im Haus wegen einer Lungenentzündung mit Sauerstoffgaben behandelt, auf einer Intensivstation war sie nicht. Zunächst sei die 97-Jährige mit Verdacht auf einen Schlaganfall eingeliefert worden, es sei ihr insgesamt nicht so gut gegangen, hieß es.

Mit Computertomographie (CT) entdeckten die Ärzte demnach Hinweise auf eine Lungenentzündung, ein Corona-Test fiel dann positiv aus.

Das Klinikum zitierte die 97-Jährige mit den Worten, sie freue sich auf ihr Zuhause und ihre Familie. "Aber eigentlich ist es auch schade, dass ich schon gehen muss." Allein im Zimmer sein zu müssen, habe sie nicht gestört.

Man wisse inzwischen, dass es nicht einen bestimmten typischen Krankheitsverlauf bei COVID-19 gebe, erklärte der Ärztliche Direktor der Klinik, Henning Baberg."Manche Betroffene haben nach der Infektion mit dem Coronavirus kaum Symptome, andere bekommen schwere Lungenentzündungen und Probleme mit der Atmung."

Insbesondere ältere Menschen und Hochaltrige gelten bei COVID-19 als gefährdet für schwere und tödliche Krankheitsverläufe.

DFB intensiviert Corona-Schutz für seine Nationalspieler

15:57 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) intensiviert noch einmal seine Corona-Maßnahmen zum Schutz der Nationalspieler bei den anstehenden Länderspielen. Zentrale Vorkehrungen sind nach Verbandsangaben vom Freitag eine engmaschige Testung der Mannschaft, der Sportlichen Leitung um Bundestrainer Joachim Löw sowie des Betreuerstabes. Z

udem soll der DFB-Tross während der gesamten Länderspielphase mit den Partien in Leipzig gegen Tschechien und die Ukraine sowie zum Abschluss auswärts gegen Spanien isoliert werden. Im Vergleich zu den Partien im Oktober werde die Zahl der Testungen nochmals erhöht.

Besondere Vorgaben gibt es laut DFB für den kurzen Trip nach Sevilla. Spanien weist das Auswärtige Amt unverändert als Risikogebiet aus.

Daher sei sowohl unmittelbar vor dem Abflug eine Testung vorgesehen als auch unmittelbar nach der Landung in Sevilla. So soll sichergestellt werden, dass alle Beteiligten die 48-Stunden-Frist wahren und sich bei negativen Testergebnissen nach der Rückkehr nach Deutschland nicht in Quarantäne begeben müssen.

Um Kontakte mit Personen außerhalb des DFB-Trosses so weit wie möglich zu reduzieren, wird die Mannschaft im Charterflieger am 16. November von Leipzig nach Sevilla reisen. Die Rückreise nach dem Spiel erfolgt ebenfalls in einem Sonderflieger, der via München nach Düsseldorf fliegen wird. Damit sollen die Reisewege der Profis und der Betreuer zu ihren Heimatvereinen größtenteils verkürzt werden.

Estland mit Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

15:39 Uhr: In Estland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 241 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Die meisten davon wurden in der Hauptstadt Tallinn und der umliegenden Region verzeichnet.

Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Tallinn mit. Der bisherige Rekordwert lag bei 208 Fällen.

Behördenleiter Üllar Lanno sagte einem Rundfunkbericht zufolge in Tallinn, das Infektionsniveau habe im gesamten Land zugenommen. Er empfahl, öffentliche Veranstaltungen bis auf Weiteres abzusagen. Sozialminister Tanel Kiik kündigte an, die Regierung in Tallinn werde am Dienstag neue Corona-Einschränkungen und Schutzmaßnahmen erörtern.

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 5.705 bestätigte Corona-Infektionen und 73 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Der Baltenstaat gehört nach Angaben der EU-Behörde ECDC trotz steigender Fallzahlen zu den aktuell weniger stark betroffenen Ländern in Europa.

Merkel mit neuem Dialogformat mit Bürgern in Corona-Zeiten

15:37 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sucht angesichts der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie mit einem neuen digitalen Dialogformat einen Gedankenaustausch mit Bürgern. Unter dem Titel "Die Bundeskanzlerin im Gespräch" wolle die Kanzlerin an die Tradition von Bürgerdialogen anknüpfen, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin an.

Es seien vier dieser Veranstaltungen geplant, bei denen jeweils eine gesellschaftliche Gruppe in den Blickpunkt genommen werde. Zum Auftakt soll es am 12. November ein Gespräch mit Auszubildenden und Ausbildern geben.

Es würden ein Bürgerdialog zum Komplex Pflege mit Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften folgen sowie je eine Veranstaltung mit Polizistinnen und Polizisten sowie mit Studentinnen und Studenten, sagte Seibert. Bei dem Format solle es darum gehen, wie sich Ausbildung, Pflege, Polizeidienst oder Studium in Folge der Pandemie verändert hätten.

Opposition attackiert Grundlagen für Corona-Beschränkungen

Kritik am Infektionsschutzgesetz: Lindner kontert Spahn

Im Bundestag wurde das neue Infektionsschutzgesetz debattiert. Die Opposition wirft der Regierung vor, sie vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben - sie will mehr Mitsprache.

15:14 Uhr: Die Opposition hat mangelnde parlamentarische Grundlagen für die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen kritisiert. FDP-Chef Christian Lindner nannte Pläne der großen Koalition für erweiterte gesetzliche Verankerungen am Freitag im Bundestag ein "rechtspolitisches Feigenblatt".

Dies ziele nur darauf, bereits getroffene Entscheidungen nachträglich zu legitimieren. "Das geht hart an die Grenze der Missachtung des Parlaments".

Linke-Fraktionsvize Susanne Ferschl sprach mit Blick auf Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten von "absurdem Theater" mit den Parlamenten als Zuschauern. "Die Krise ist nicht die Stunde der Exekutive, sie ist die Stunde der Parlamente."

Die Grünen-Abgeordnete Manuela Rottmann sagte, es komme auf schnelle Reaktion an, das Parlament müsse aber die Sache in die Hand nehmen. Nötig sei eine auch für Gerichte nachvollziehbare Verknüpfung zwischen Infektionsgeschehen und Rechtsfolgen.

Der AfD-Abgeordnete Detlev Spangenberg kritisierte, die Wirkung des Teil-Lockdowns stehe mit "dadurch verursachten Schäden bezüglich Rechtsstaatlichkeit, Gesundheitsversorgung und Wirtschaftsleben in keinem zu rechtfertigenden Verhältnis".

SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas verteidigte derweil das Vorgehen. Der jüngste Anstieg der Neuinfektionen auf mehr als 21.000 binnen eines Tages zeige, "dass Handlungsbedarf dringend gegeben war". Es sei richtig, dass mit geplanten generellen Gesetzesänderungen auch die Länder mehr Rechtssicherheit bekämen.

Angesichts von Kritik an erneuten Schließungen vieler Einrichtungen auf Beschluss von Bund und Ländern will die Koalition eine genauere gesetzliche Grundlage für Corona-Beschränkungen schaffen. Konkret sollen bisherige allgemeine Formulierungen im Infektionsschutzgesetz präzisiert werden.

Welche Schritte nötig sein könnten, soll einzeln aufgelistet werden. Etwa Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote oder die Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Innenminister von Baden-Württemberg will Quarantäneverweigerer in Klinik einweisen lassen

14:06 Uhr: Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Bundesvize Thomas Strobl will Quarantäneverweigerer zwangsweise in ein geschlossenes Krankenhaus einweisen lassen. Seit Mai werde im Ministerium diskutiert, ob Quarantäneverweigerer "vorübergehend zwangsweise untergebracht werden können", schreibt Strobl in einem Schreiben an den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (beide Grüne), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Das Innenministerium sieht den Bedarf für ein solches geschlossenes Krankenhaus." Zunächst hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet.

Die Ortspolizeibehörden sollten bereits nach dem ersten bekannten Quarantäne-Verstoß sofort das gerichtliche Verfahren zur "zwangsweisen Absonderung in einem geschlossenen Krankenhaus einleiten", fordert Strobl.

Litauen mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

13:58 Uhr: In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 1.656 Fällen binnen 24 Stunden einen Höchststand erreicht. Damit habe es seit Beginn der Pandemie im Frühjahr mehr als 20.000 erfasste Fälle in dem baltischen EU-Land gegeben, teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. In dem Ostseestaat starben nach offiziellen Daten bislang 192 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern war von der ersten Corona-Welle im Frühjahr nur wenig betroffen, verzeichnete aber im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsraten. Seit Anfang Oktober gibt es ständig Rekordwerte. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Angesichts der steigenden Neuinfektionen schickt die Regierung in Vilnius das gesamte Land von Samstag an für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown.

Bedingt sind steigenden Corona-Zahlen teils auch durch mehr Tests. Nach Angaben der zuständigen staatlichen Behörde seien die Labors in Litauen an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt.

Sowohl die Ausrüstung als auch die Humanressourcen seien voll ausgelastet, sagte eine Vertreterin der Behörde am Freitag im litauischen Radio. Noch aber kämen die Labors mit dem Auswerten von Corona-Tests hinterher.

27 Demonstrationen am Samstag in Leipzig - Herausforderung Maßnahmen einzuhalten

13:51 Uhr: Die Stadt Leipzig steht am Samstag nach eigenen Angaben vor einem "extrem herausfordernden" Versammlungsgeschehen. Neben der "Querdenken"-Demonstration mit erwarteten rund 20.000 Menschen wurden 26 weitere Versammlungen angemeldet, wie der für Ordnung zuständige Bürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) am Freitag mitteilte.

Um das Versammlungsrecht mit der sächsischen Corona-Schutzverordnung zu vereinen wurde laut Rosenthal die große "Querdenken"-Demonstration auf die Parkplätze hinter den Hallen der Neuen Messe verlegt. "Laut Verordnung müssen wir von sechs Quadratmetern pro Teilnehmer ausgehen. Eine solch große Fläche ist im Innenstadtbereich nicht abbildbar", erläuterte Rosenthal.

Zudem wurden sämtliche Aufzüge mit Verweis auf die sächsische Corona-Schutzverordnung untersagt. Gegen beide Auflagen haben die Organisatoren der "Querdenken"-Demo Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingelegt. Das Gericht wollte noch am Freitag eine Entscheidung fällen.

Corona in Frankreich: Sorge um Weihnachten

13:28 Uhr: Frankreich schaut wegen der Corona-Pandemie mit Sorge auf das Weihnachtsfest. Die Weihnachtsferien, wie man sie kenne, könne man wahrscheinlich vergessen, sagte Gilles Pialoux, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenkrankheiten eines Pariser Krankenhauses, am Freitag dem Sender BFM TV. "Ich meine, vielleicht wird der Weihnachtsmann dieses Jahr Skype sein", sagte er. Und das sei nicht die schlimmste Strafe für die Menschen im Land. Das Schlimmste wäre, wenn die Epidemie so fortschreite wie bisher.

Auch Gesundheitsminister Olivier Véran hatte bereits erklärt, dass Weihnachten "kein normaler Feiertag" sein werde. "Aber unser Ziel ist es, dass der Druck der Epidemie nachlässt, damit wir rechtzeitig einkaufen gehen, uns in Freude vorbereiten können, und die Bedingungen geschaffen werden, unter denen sich Familien treffen können", sagte Véran der Zeitung "Le Journal Du Dimanche". Die Corona-Lage ist in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern extrem angespannt. Am Donnerstag wurden mehr als 58.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert - ein Höchstwert.

Auch die Situation an den Schulen bereitet vielen Sorgen. Zwar gelten in Frankreich seit einer Woche strenge Ausgangsbeschränkungen. Anders als im Frühjahr sind Schulen aber weiterhin geöffnet. Lehrerinnen und Lehrer bemängeln allerdings, dass die Hygienevorschriften dort nicht eingehalten werden könnten.

Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hatte am Donnerstagabend wegen der wachsenden Kritik Vorgaben für Oberschulen angepasst und mehr Heimunterricht zugestanden. Er versicherte, dass die Schulen kein extremer Ort der Ansteckung seien und die Lage unter Kontrolle sei. Für kommenden Dienstag haben Lehrergewerkschaften zu einem Streik aufgerufen.

Mehr als 20.000 neue Coronafälle in Russland an einem Tag

13:02 Uhr: In Russland sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus an einem Tag registriert worden. Damit habe es seit Beginn der Pandemie im Frühjahr mehr als 1,7 Millionen erfasste Fälle gegeben, teilten die Behörden am Freitag in Moskau mit. Seit Anfang Oktober gibt es in dem flächenmäßig größten Land der Erde beinahe täglich neue Höchstwerte.

Am stärksten betroffen ist derzeit Europas größte Metropole Moskau. In der Hauptstadt wurden am Freitag 6.000 Neuinfektionen bekannt. Groß ist die Sorge bei den Menschen, dass es einen Lockdown wie im Frühjahr geben könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, angesichts weiter steigender Zahlen würden "zusätzliche Maßnahmen" ergriffen. Eine Quarantäne sei aber nicht geplant.

In Russland gilt eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. In Moskau muss ein Drittel der Beschäftigten im Homeoffice arbeiten. Auch Schüler höherer Klassenstufen müssen zu Hause lernen. In einigen Regionen gibt es bereits Berichte über überfüllte Krankenhäuser.

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Alles, was Sie über den Mund-Nasen-Schutz wissen müssen

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Dänische Virus-Variante: Keine besonderen Maßnahmen in Deutschland

12:54 Uhr: Das Auftauchen einer neuen Coronavirus-Variante auf dänischen Nerzfarmen hat für die Pandemie-Bekämpfung in Deutschland zunächst keine Folgen. Hierzulande gebe es keine Nerzfarmen, die Haltung der Tiere als Pelztiere sei verboten, erklärte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) der Deutschen Presse-Agentur. "Besondere Schutzmaßnahmen sind daher momentan nicht angezeigt."

Für eine fundierte Einschätzung der Lage in Dänemark fehle es derzeit noch an Informationen, hieß es vom FLI weiter. "Die Situation sollte natürlich weiter beobachtet werden, mit der Tötung der empfänglichen Nerze sollte die Infektionsquelle für Kontaktpersonen (betreuendes Personal) getilgt sein."

Die dänische Regierung hatte am Mittwoch angeordnet, dass alle Nerze im Land - etwa 15 bis 17 Millionen Tiere - getötet werden sollen. Anlass war eine zunächst bei Nerzen und inzwischen auch bei mehr als 200 Menschen festgestellte Virus-Variante. Diese sei zwar wohl nicht gefährlicher, aber es bestehe das Risiko, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen sie wirken, hieß es.

Stadt Hanau rüstet Busse wegen Corona-Pandemie mit UV-Lampen aus

12:24 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die hessische Stadt Hanau als erste Stadt bundesweit ihre Busse mit UV-Lampen ausrüsten. Wie die Stadt am Freitag mitteilte sollen bis Jahresende 15 der insgesamt 65 Linienbusse umgerüstet werden. Die Luft aus der Lüftungsanlage soll damit nahezu virenfrei sein.

"UV-Licht wirkt effektiv gegen Covid-19 und hilft den Schutz der Bevölkerung zu erhöhen", erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Das städtische Nahverkehrsunternehmen Hanauer-Straßenbahn (HSB) habe bereits den ersten Bus umgerüstet.

Die Lampen machen Viren und Bakterien zu 99,99 Prozent unschädlich, hieß es vom Hersteller. Dazu gehöre auch das Coronavirus. Die Lüftungen sollen die Luft in den Bussen einsaugen, reinigen und wieder ausblasen.

Opposition attackiert Grundlagen für Corona-Beschränkungen

11:41 Uhr: Die Opposition hat mangelnde parlamentarische Grundlagen für die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen kritisiert. FDP-Chef Christian Lindner nannte Pläne der großen Koalition für erweiterte gesetzliche Verankerungen am Freitag im Bundestag ein "rechtspolitsches Feigenblatt". Dies ziele nur darauf, bereits getroffene Entscheidungen nachträglich zu legitimieren. "Das geht hart an die Grenze der Missachtung des Parlaments".

Linke-Fraktionsvize Susanne Ferschl sprach mit Blick auf Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten von "absurdem Theater" mit den Parlamenten als Zuschauern. "Die Krise ist nicht die Stunde der Exekutive, sie ist die Stunde der Parlamente."

Die Grünen-Abgeordnete Manuela Rottmann sagte, es komme auf schnelle Reaktion an, das Parlament müsse aber die Sache in die Hand nehmen. Nötig sei eine auch für Gerichte nachvollziehbare Verknüpfung zwischen Infektionsgeschehen und Rechtsfolgen.

Der AfD-Abgeordnete Detlev Spangenberg kritisierte, die Wirkung des Teil-Lockdowns stehe mit "dadurch verursachten Schäden bezüglich Rechtsstaatlichkeit, Gesundheitsversorgung und Wirtschaftsleben in keinem zu rechtfertigenden Verhältnis".

SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas verteidigte das Vorgehen. Der jüngste Anstieg der Neuinfektionen auf mehr als 21 000 binnen eines Tages zeige, "dass Handlungsbedarf dringend gegeben war". Es sei richtig, dass mit geplanten generellen Gesetzesänderungen auch die Länder mehr Rechtssicherheit bekämen.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

In Österreich nur 27 Prozent der Fälle rückverfolgbar

10:50 Uhr: In Österreich können nur noch 27 Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf eine Quelle zurückverfolgt werden. Dies liege an der Vielzahl der Fälle, sagte Daniela Schmied von der Corona-Kommission. Es sei wichtig, dass sich dieser Wert wieder steigern lasse, um die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) rief am Freitag die Bürger dazu auf, ehrlich und lückenlos ihre Kontakte anzugeben.

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen jeweils etwas mehr als 6.000 Menschen nachweislich mit dem Virus anstecken werden. Nach einem Rekordwert von 7416 täglichen Neuinfektionen am Donnerstag ging diese Zahl laut Anschober am Freitag auf rund 6.400 Fälle zurück.

Die Regierung behalte sich vor, die Maßnahmen im teilweisen Lockdown, der seit Dienstag gilt, weiter zu verschärfen. Oberstes Ziel bleibe es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Evakuierung trotz Pandemie - Tausende müssen ihre Wohnungen verlassen

10:48 Uhr: Bei einer Evakuierung unter Pandemie-Bedingungen haben sich Tausende Sachsen nach dem Fund einer Fliegerbombe in Sicherheit bringen müssen. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sollte am Freitag in einem Wohngebiet in Chemnitz entschärft werden.

Im Sperrkreis von rund 1.000 Metern um den Fundort leben nach Angaben der Stadt rund 15.000 Menschen. Darunter seien auch Corona-Infizierte und weitere Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne aufhalten müssen. Wegen der Evakuierung waren rund 1000 Helfer von Stadt, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst im Einsatz, hieß es. Die etwa 250-Kilo-Bombe war am Mittwoch bei Bauarbeiten entdeckt worden.

Bereits am Vortag hatten Pflegeheime mit der Räumung begonnen. Aber auch zahlreiche, mitunter bettlägerige Senioren aus häuslicher Pflege mussten von Helfern in Ausweichquartiere gebracht werden, sagte ein Sprecher der Stadt. Er sprach von der bundesweit größten Evakuierung in der aktuellen Corona-Pandemie. Wie viele aktiv mit dem Virus SARS-CoV-2 Infizierte betroffen seien, konnte er vorerst nicht genau beziffern. Sie würden in ein spezielles Quartier mit abgetrennten Räumen gebracht, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Spahn: Erneut "bittere Medizin" im Kampf gegen Corona nötig

09:30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter stark zunehmender neuer Corona-Infektionen die bundesweiten Einschränkungen im November gerechtfertigt. Dies sei erneut "eine bittere Medizin", sagte der CDU-Politiker am Freitag im Bundestag.

Sie bringe Härten und Verzicht für Hunderttausende Bürger. Wie in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr gelte es nun aber wieder, die Kurve abzuflachen und das Gesundheitssystem zu schützen. Wenn die Intensivstationen überfüllt seien, sei es zu spät. Spahn betonte, das Krisenmanagement orientiere sich nicht nur an den Infektionszahlen.

Deutsche Industrie erholt sich weiter vom Corona-Einbruch

09:00 Uhr: Die deutsche Industrie hat sich im September mit einer erneuten Produktionssteigerung weiter vom Corona-Einbruch erholt. Die Gesamtproduktion lag 1,6 Prozent höher als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Der Anstieg folgt auf einen Zuwachs um revidierte 0,5 Prozent im Vormonat, verfehlte aber die Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 2,5 Prozent gerechnet.

Wie schwer die Coronakrise immer noch wiegt, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Gegenüber September 2019 lag die Produktion immer noch 7,3 Prozent tiefer. Auch das Vorkrisenniveau ist bei weitem noch nicht erreicht: Verglichen mit Februar, als die Pandemie Deutschland noch nicht erreicht hatte, produzierten die Unternehmen 8,4 Prozent weniger.

Nächster Corona-Rekord in den USA - fast 120.000 neue Fälle

08:50 Uhr: Die USA haben am zweiten Tag in Folge eine Rekordzahl neuer Corona-Fälle verzeichnet. Am Donnerstag (Ortszeit) wurden 121.888 Neuinfektionen bekannt, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Erst am Vortag war mit 102.831 Fällen erstmals die Marke von 100.000 neu registrierten Infektionen innerhalb eines Tages überschritten worden. Am Donnerstag kamen den Zahlen zufolge 1.210 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus hinzu.

Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 9,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nahezu 235.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten im Wahlkampf um das Weiße Haus wiederholt gesagt, die USA würden in der Krise bald über den Berg sein. Er verwies dabei darauf, dass es bald Impfstoffe und neue Therapie-Mittel geben werde. Lockdowns lehnte Trump kategorisch ab.

Corona-Infektion an der Sprache erkennen? Forscher feilen an App

08:30 Uhr: Noch klingt es kurios: Eine App soll eine Corona-Infektion an der Stimme eines Erkrankten erkennen - zumindest, wenn es nach Forschern des Universitätsklinikums Augsburg geht. "Die App könnte in Echtzeit Daten über Bewegungs- und Ausbreitungsmuster von Corona-Infizierten darlegen", sagt Björn Schuller, Leiter der Studie an der Universität Augsburg.

Seit März arbeitet Schuller mit seinem Team an der Spracherkennungs-App und wertete zunächst Daten aus dem chinesischen Wuhan aus. Seitdem das Virus verstärkt auch Deutschland erreicht hat, sprechen auch Probanden aus Augsburg einen Text mit vielen Vokalen in ein Handy.

Die Sprachmuster werden mit Stimm-Mustern von Personen mit und ohne Corona-Infektion mittels tiefer neuronaler Netze verglichen. "Die Sprache ist hier quasi das neue Blut - wir verwenden es zur Analyse, brauchen es aber auch dringend als Spende, um unsere Systeme für Alle verbessern zu können", sagt Schuller.

Im Moment komme die App nach Angaben der Universität und des Universitätsklinikums auf eine Trefferquote von über 80 Prozent. Dennoch wolle man zunächst weitere Daten sammeln. Ziel sei es, die Spracherkennungs-App auf den öffentlichen Markt zu bringen. "Natürlich steht die Privatsphäre und Ethik dabei stets an erster Stelle."

Bevor die Anwendung auf Endgeräten genutzt werden könne, gebe es aber noch Hürden zu überwinden: Pro Land sei nur eine offizielle App bei Anbietern wie Google Play erlaubt, erklärt Schuller. "Somit müssten wir es in der offiziellen App integrieren oder als allgemeinere Gesundheitsanalyse-Applikation bewerben."

Nächtliche Ausgangssperre und Teil-Lockdown in Italien

08:06 Uhr: Im Rahmen der COVID-19-Bekämpfung sind in Italien am Freitag verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für die 60 Millionen Bürger erlassen. In vier roten Regionen trat ein Teil-Lockdown in Kraft, der rund um die Uhr gilt.

Darunter ist die wirtschaftsstarke Lombardei mit zehn Millionen Menschen. In den Roten Zonen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, Ausnahmen gelten für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind zu.

Die landesweite nächtliche Sperre gilt von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind zudem die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

Finnlands stiller Erfolg in der Pandemie

06:42 Uhr: Während fast ganz Europa mit harten Maßnahmen gegen die zweite Corona-Welle kämpft, hat Finnland die Pandemie gut im Griff. Die Zahl der Neuinfektionen in dem skandinavischen Land geht zurück.

Die Infektionsrate lag in den vergangenen zwei Wochen im Schnitt bei 45,7 Fällen je 100.000 Einwohner – die niedrigste in der EU. Und auch die wirtschaftlichen Folgen durch die Seuche fallen in Finnland weit milder aus als bei den europäischen Nachbarn.

Die internationale Aufmerksamkeit konzentriert sich auf den Sonderweg des Nachbarlandes Schweden. Doch stiller Sieger bei der Eindämmung der Pandemie ist Finnland.

Mehrere Faktoren spielen bei dem Erfolg eine Rolle: Im Frühjahr reagierte die Regierung rasch und verhängte im März einen zweimonatigen Lockdown. Reisen in und aus der Hauptstadt Helsinki waren verboten.

Danach kehrte das Land weitgehend zur Normalität zurück. Ein effektives System für Tests und die Nachverfolgung von Ansteckungsketten helfen, die Infektionen gering zu halten. Zentraler Bestandteil ist die App "Corona Flash", die 2,5 Millionen der 5,5 Millionen Finnen auf ihr Smartphone geladen haben.

Wie in anderen nordeuropäischen Ländern auch ist das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Behörden groß. Widerstand gegen die Corona-Regeln der Regierung gibt es kaum. Die Finnen halten sich nicht nur an die Vorgaben, einige sehen sie sogar als Bereicherung. Bei einer Umfrage im Auftrag des EU-Parlaments gaben 23 Prozent der befragten Finnen an, der Lockdown habe ihr Leben verbessert.

In den Geschäftsstraßen von Helsinki sind kaum weniger Menschen unterwegs als vor der Pandemie. Wenige tragen eine Maske, obwohl die Behörden sie seit Kurzem empfehlen.

Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

06:14 Uhr: Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert (Stand: 06.11., 00:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11.096. Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken.

Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.

RKI vermeldet über 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt immer weiter. Erstmals sind am Freitagmorgen mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Es gibt aber auch einen positiven Trend.

Gesetzesgrundlage für Corona-Maßnahmen soll präziser werden

06:00 Uhr: Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfang Kubicki hat davor gewarnt, die von den Koalitionsfraktionen geplante Präzisierung des Infektionsschutzgesetzes übers Knie zu brechen und durch das Parlament zu peitschen. Zur Begründung sagte Kubicki MDR-"Aktuell", es handle sich um die massivsten Grundrechtseinschränkungen seit Bestehen des Landes.

Der Bundestag will am Freitag über eine genauere gesetzliche Grundlage für die weitreichenden Corona-Beschränkungen beraten. SPD und Union zielen auf eine Überarbeitung des Gesetzes, um vor allem Grundrechtseinschränkungen besser abzusichern. Schon Mitte November könnte eine entsprechende Entscheidung fallen.

Geänderte Kriterien für Corona-Tests - Labore hoffen auf Entlastung

04:00: Besonderes Augenmerk liegt jetzt auf den Symptomen und deren Schwere: Mit den geänderten Empfehlungen für den Einsatz von Corona-Tests hoffen die bundesweit am Limit arbeitenden medizinischen Labore auf Entlastung.

Man sei überzeugt, dass die aufgebauten Kapazitäten mit dem nun gewählten Fokus auf medizinisch begründete Tests ausreichen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Jan Kramer, der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung sei, dass die neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) an Ärzte eingehalten werden.

Knapp zwei Prozent der Münchner entwickeln während erster Welle Antikörper

Mehr als 5.300 Menschen aus 3.000 Münchner Haushalten haben an einer Antikörper Studie teilgenommen. Von den Testpersonen hatten mehr, als zuvor angenommen schon eine COVID-Infektion. So haben 1,8 Prozent der Münchner schon während der ersten Welle Antikörper entwickelt. Vorschaubild: images/Sven Simon

"Was wir nicht schaffen können in den medizinischen Laboren, ist, wenn jegliche Erkältungssymptomatik abgeklärt wird", sagte der Internist und Laborarzt. Kramer schilderte, dass Tests gemäß RKI-Empfehlung etwa angezeigt seien bei schweren Symptomen der Atemwege - bei akuter Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot und Fieber -, bei Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn, bei Symptomen nach direktem Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall oder bei akuter Verschlechterung des Krankheitsbildes.

Mit einem Test abgeklärt werden sollten demnach auch akute Atemwegsprobleme bei Risikogruppen und bei Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und in der Pflege arbeiten.

Alle Corona-Meldungen vom 5. November finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

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