In der belgischen Provinz Lüttich sind die Kliniken derzeit so überlastet, dass selbst mit Corona infizierte Ärzte und Pfleger Patienten behandeln müssen. Bayern erlaubt derweil den kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht. Alle News zum Coronavirus vom 27. Oktober zum Nachlesen.

  • 18:35 Uhr: Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht
  • 17:07 Uhr: Belgische Pfleger und Ärzte arbeiten mit Corona-Infektion weiter
  • 15:31 Uhr: Lauterbach fordert einen "Wellenbrecher-Lockdown"
  • 14:16 Uhr: Forscher schätzen Anteil der Luftverschmutzung an Corona-Sterblichkeit ein
  • 11:38 Uhr: Altmaier befürchtet schon Ende der Woche 20.000 tägliche Neuinfektionen
  • 10:09 Uhr: US-Forscher entdecken Wirksamkeit von Aspirin gegen COVID-19

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Top-News: Bayern erlaubt kleinen Grenzverkehr ohne Quarantäne-Pflicht

18:35 Uhr: Menschen aus ausländischen Corona-Risikogebieten dürfen ab sofort wieder in Bayern einreisen, ohne umgehend in Quarantäne zu müssen. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) verständigten sich bei einem Treffen am Dienstag in München darauf, die Hürden für den sogenannten «kleinen Grenzverkehr» abzubauen, also etwa für Fahrten zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland.

Bislang mussten Personen, die ohne negativen Corona-Test aus einem ausländischen Risikogebiet - dazu zählen derzeit etwa Tirol und Vorarlberg - einreisen, für 14 Tage in Quarantäne. Die bayerische Einreisequarantäneverordnung wird zum 9. November auch für den kleinen Grenzverkehr angepasst, dabei orientiert sich Bayern an einer Muster-Verordnung des Bundes. Und im Vorgriff auf diese Neuregelung werde man diesen Grenzverkehr jetzt schon «pragmatisch ermöglichen», sagte Herrmann. Das entspreche der Lebensrealität und den Bedürfnissen der Menschen in den grenznahen Gebieten, betonte er. In Österreich gibt es für Einreisende aus Deutschland keine Auflagen.

Gleichwohl rief Herrmann dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken. Die oberste Maxime im Kampf gegen das Coronavirus bleibe Vorsicht und Umsicht, betonte er.

Für Berufspendler, die regelmäßig aus Risikogebieten etwa zum Arbeiten oder zum Studieren nach Bayern einreisen, gilt unabhängig davon die eben erst neu eingeführte wöchentliche Corona-Testpflicht.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Belgische Pfleger und Ärzte arbeiten mit Corona-Infektion weiter

17:06 Uhr: Dutzende Ärzte und Pfleger in den völlig überlasteten Kliniken der belgischen Provinz Lüttich sind nach Angaben von Gewerkschaftern trotz Infektion mit dem Coronavirus im Dienst.

"Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung", sagte Philippe Devos vom belgischen Verband der medizinischen Gewerkschaften am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die sehr schlechte Lösung sei, Patienten gar nicht zu behandeln.

Belgien ist nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC EU-weit das Land mit den meisten Corona-Infektionen binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner - dieser Wert lag am Dienstag bei 1.390,9.

Insbesondere die Krankenhäuser in der Provinz Lüttich, aber auch in anderen Regionen sind überlastet. Zuletzt wurden Patienten in andere belgische Regionen und teils auch über die deutsche Grenze nach Aachen verlegt.

Vergangene Woche kamen nach Behördenangaben täglich im Schnitt gut 500 infizierte Menschen ins Krankenhaus - ein Plus von 88 Prozent im Vergleich zur Woche davor.

Devos selbst leitet die Intensivstation in einer Klinik in Lüttich im französischsprachigen Teil des Landes. Die Ärzte und Krankenpfleger, die trotz Corona-Infektion arbeiteten, seien symptomfrei, sagte er.

In den Krankenhäusern der Region seien sicher mehr als 100 infizierte Pfleger im Dienst. Devos betonte, dass sie ausschließlich infizierte Patienten versorgen. Zudem trügen sie die besten zur Verfügung stehenden Masken.

Für sie gebe es einen gesonderten Raum zum Essen. Alle Bedingungen seien so, dass das Risiko einer Ansteckung sehr gering sei.

Laschet: «Lage ist sehr, sehr ernst»

17:35 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich alarmiert über die Corona-Infektionslage geäußert. "Die Lage ist sehr, sehr ernst", sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf.

"Die bisher geltenden Maßnahmen reichen nicht aus, den Trend zu stoppen." Nötig sei unter anderem ein strengeres Kontaktverbot. Ein Lockdown mit weitreichenden Einschränkungen des gesamten öffentlichen Lebens müsse aber vermieden werden. Bildung und Wirtschaft sollten nicht eingeschränkt werden. "Der November wird der Monat der Entscheidung", sagte Laschet.

Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Berlin

17:18 Uhr: In Berlin hat die Gesundheitsverwaltung erstmals mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Im Vergleich zum Vortag infizierten sich demnach 1.040 weitere Menschen nachweislich mit dem Virus, wie die Senatsverwaltung am Dienstag mitteilte.

Damit lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 137,2. Seit Beginn der Pandemie in Berlin wurden in der Hauptstadt 28.063 Corona-Fälle gemeldet. 19.063 Menschen gelten inzwischen als genesen (365 mehr als am Vortag).

251 Infizierte starben, die Zahl veränderte sich im Vergleich zu Montag nicht. Der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten wurde mit 9,8 Prozent angegeben. Am Tag zuvor lag er bei 9,2 Prozent.

FIFA-Chef Infantino positiv auf das Coronavirus getestet

16:47 Uhr: FIFA-Präsident Gianni Infantino ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Chef des Fußball-Weltverbandes weise leichte Symptome auf, teilte die FIFA am Dienstag mit. Infantino habe sich in Selbstisolierung begeben und soll nun mindestens zehn Tage lang in Quarantäne bleiben.

Der 50 Jahre alte Schweizer hatte demnach am Dienstag die Bestätigung für seine Infektion erhalten. Nach FIFA-Angaben wurden alle Personen informiert, die in den letzten Tagen in Kontakt mit Infantino waren.

Weniger Zuschauer bei Sportveranstaltungen in Berlin erlaubt

16:20 Uhr: Die starke Reduzierung der Zuschauer-Anzahl bei den Heimspielen der Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und 1. FC Union Berlin ist beschlossen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen des Berliner Senats erfuhr, soll die Personenobergrenze für Freiluftveranstaltungen von 5.000 auf 1.000 Teilnehmer reduziert werden.

Auch die Zahl der zugelassenen Personen bei Events in Hallen wird von 1.000 auf nur noch 800 gesenkt. Zuvor hatte auch die "Bild"-Zeitung über solche Pläne berichtet. In Kraft tritt die neue Regelung voraussichtlich an diesem Samstag (31. Oktober).

Fraglich bleibt, ob für die Begegnungen im Olympiastadion und dem Stadion An der Alten Försterei künftig überhaupt noch Tickets verkauft werden. Bei einem derart kleinen Publikum dürfte sich der Aufwand für Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen kaum lohnen.

Am vergangenen Samstag waren beim Heimspiel des 1. FC Union gegen den SC Freiburg (1:1) in Berlin-Köpenick noch rund 4.500 Fans dabei. Dies hatte in der Politik teils heftige Kritik hervorgerufen.

Wie die Situation an diesem Sonntag (18.00 Uhr/Sky) für die Begegnung von Hertha gegen den VfL Wolfsburg aussieht, ist noch unklar. A

m Montag hatte Hertha den Ticketvorverkauf vorübergehend ausgesetzt. Der Hauptstadtclub nannte bei Twitter die "aktuelle Pandemielage" als Grund für die Maßnahme.

Auch in Sachsen-Anhalt künftig Strafen für Maskenverweigerer

15:58 Uhr: Wer seine Maske nicht wie vorgeschrieben trägt, muss künftig auch in Sachsen-Anhalt zahlen. Es könnten Verwarn- und Bußgelder bei Verstößen gegen die Pflicht zum Masketragen verhängt werden, teilte die Staatskanzlei am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Magdeburg mit.

Fällig werden können 50 bis 75 Euro, je nach Lage vor Ort mit der Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das Kabinett hatte zuvor Änderungen der aktuellen Eindämmungsverordnung beschlossen.

Demnach dürfen Clubs und Diskotheken nicht wie ursprünglich geplant am 1. November öffnen, das wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auch die Teilnehmer-Obergrenze für Veranstaltungen wird nicht erhöht. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt wie außerhalb.

Lauterbach für "Wellenbrecher-Shutdown" zur Corona-Eindämmung

15:31 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirbt für eine befristete Schließung zahlreicher Einrichtungen für zwei Wochen, um den starken Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen.

"Wenn wir den Sonderweg Deutschlands retten wollen, auch besser durch die zweite Welle zu kommen, dann muss ein Wellenbrecher-Shutdown jetzt kommen", sagte Lauterbach am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Konkret gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte."

Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

"Wenn dieses Konzept sehr früh ergriffen wird, kann es uns für eine längere Zeit aus dem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen herausbringen, wenn dieses noch nicht zu lange gelaufen ist", sagte Lauterbach. "In dieser Situation sind wir jetzt. Wenn wir es jetzt nicht beschließen, ist aus meiner Sicht ein kompletter Lockdown auch mit Schulen, der viel länger dauern könnte, in einigen Wochen unabwendbar." Er hoffe, dass es bei den Beratungen von Bund und Ländern an diesem Mittwoch zu einem entsprechenden Beschluss komme.

Ramelow: Keine Thüringer Zustimmung zu Lockdown

15:10 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über das Vorgehen in der Corona-Pandemie eine Zustimmung zu einem möglichen Lockdown-Beschluss ausgeschlossen.

Er habe über sein Vorgehen am Dienstag das Thüringer Kabinett und die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen von Linke, SPD und Grünen informiert, erklärte Ramelow am Dienstag in Erfurt. Diese Haltung würde auch von seinen beiden Stellvertretern unterstützt. Thüringens Regierungschef begründete seine Entscheidung mit grundsätzlichen Überlegungen zur Rolle der Ministerpräsidentenkonferenz.

Sie nehme als Selbstorganisation der Regierungschefs bei der Eindämmung der Corona-Pandemie eine wichtige Aufgabe wahr. "Diese Aufgabe darf sie jedoch nicht überstrapazieren", so Ramelow.

Sie müsste sich ihrer Funktion und den Grenzen ihrer Kompetenzen bewusst sein. Ramelow reagierte damit auf die Debatte der vergangenen Tage, wonach die Parlamente stärker in Entscheidungen zur Pandemie-Eindämmung und damit verbundene Einschränkungen einzubeziehen sind.

Der Linke-Politiker bekräftigt seine seit Wochen vertretene Haltung, dass die lokale Infektionsentwicklung Grundlage für Entscheidungen sei. Auch bei einem möglichen Lockdown müsste es um eher kurze und lokal beschränkte Regelungen gehen.

Aktuelle Studie grenzt COVID-Symptome ein

15:08 Uhr: Herbst ist Erkältungszeit. Wer aktuell Symptome wie Husten oder Schnupfen verspürt, ist oft unsicher, ob es sich dabei nicht doch um COVID-19 handeln könnte. Forscher haben nun die häufigsten Symptome untersucht, die bei Erkrankten auftreten. Eines davon trifft auf 80 Prozent von ihnen zu. Die Details zur Studie:

Forscher vermuten Einfluss der Luftverschmutzung auf Corona-Todesfälle

14:16 Uhr: Rund 15 Prozent der COVID-19-Todesfälle weltweit könnten auch im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung stehen: Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Deutschland und Zypern in einer am Dienstag veröffentlichten Studie, in der die möglichen Corona-Gesundheitsrisiken durch Treibhausgasemissionen untersucht werden.

Frühere Forschungen kamen bereits zu dem Ergebnis, dass die dauerhafte Belastung etwa durch Feinstaubpartikel in der Luft, wie sie bei Abgasen entstehen, die Lebenserwartung im weltweiten Durchschnitt um fast zwei Jahre senkt. Nach Angaben der neuen Studie beeinflussen die Emissionen aber auch die Sterblichkeitsrate durch das Coronavirus.

Für ihre in der Zeitschrift "Cardiovascular Research" veröffentlichten Studie untersuchten die Forscher um Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz unter anderem Gesundheits- und Krankheitsdaten aus den USA und China und kombinierten diese dann mit Daten zur globalen und lokalen Feinstaub-Belastung der Luft.

Mehr Intensivbetten: Krankenhausbetreiber Fresenius rüstet auf

14:12 Uhr: Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber Fresenius rüstet seine Kliniken für mehr Corona-Patienten. Man habe bei der Tochter Fresenius Helios hierzulande rund 1.300 Intensivbetten in Betrieb und könne kurzfristig weitere 1.000 bereitstellen, teilte der Dax-Konzern der dpa mit. Das seien 700 Intensivbetten mehr als im Frühjahr. Aktuell würden gut 60 Corona-Patienten bei Helios auf der Intensivstation behandelt, hieß es. Ein Drittel der Kapazitäten dort sei frei.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei hoch, was aber auch an umfangreicheren Tests als im Frühjahr liege, betonte Fresenius Helios. "Derzeit sind die positiv Getesteten in der Regel jünger als im Frühjahr und haben einen milderen Krankheitsverlauf." Viele Infizierte könnten in häuslicher Quarantäne bleiben und müssten nicht stationär versorgt werden. Die Neuinfektionen allein seien nicht aussagekräftig für die Lage in den Kliniken, sondern die Auslastung.

EU rettet Arbeitsplätze in Italien, Spanien und Polen: Erste Rettungs-Milliarden fließen

13:50 Uhr: Zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Coronakrise haben Italien, Spanien und Polen die ersten 17 Milliarden Euro aus dem neuen EU-Programm Sure bekommen. Dies teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Es handelt sich um preiswerte Kredite, mit denen Kurzarbeiterprogramme und Hilfen für Selbstständige finanziert werden können.

Konkret flossen an Italien zunächst 10 Milliarden Euro, die erste Tranche einer zugesagten Summe von 27,4 Milliarden. Spanien erhielt zunächst sechs von 21,3 Milliarden und Polen eine Milliarde von 11,2 Milliarden. Insgesamt ist im Rahmen von Sure bisher die Auszahlung von 87,9 Milliarden Euro an 17 Länder vereinbart. Der Deckel liegt bei 100 Milliarden Euro.

Das Programm gehört zu einem Paket mit Hilfen von 540 Milliarden Euro, auf das sich die EU-Staaten kurz nach Beginn der Pandemie im Frühjahr geeinigt hatten.

Corona-Hilfen des Staates: Bund der Steuerzahler vermisst Ausstiegsszenarien

11:52 Uhr: Der Bund der Steuerzahler hat einen sorgfältigeren Umgang mit Steuergeldern während der aktuellen Corona-Pandemie angemahnt. Selbstverständlich müsse der Staat in der Krise helfen, sagte Präsident Reiner Holznagel am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des neuen Schwarzbuchs seines Verbands. Zugleich verschlechtere sich jedoch der Zustand der öffentlichen Haushalte durch eine hohe Neuverschuldung. Vor allem ein Staatseinstieg bei Firmen sei riskant und müsse daher an genauere Bedingungen geknüpft werden.

"Was uns eindeutig fehlt, sind klare Ausstiegsszenarien", sagte Holznagel mit Blick auf die jüngsten staatlichen Beteiligungen an der Fluglinie Lufthansa oder dem Touristikkonzern TUI.

Die Ziele der akuten Krisenhilfe durch einen Staatseinstieg müssten vorab genau definiert werden. Die Commerzbank, an welcher der Staat seit der Finanzkrise 2008/2009 beteiligt ist, sei in dieser Hinsicht "ein ganz schlechtes Beispiel". Es brauche ein klares Konzept.

Studie: 80 Prozent der Corona-Infizierten verlieren Geruchs- und Geschmacksinn

Bei einem kratzenden Hals oder Schnupfen denken viele, an Corona erkrankt zu sein. Denn viele COVID-19-Symptome ähneln denen einer Grippe oder Erkältung. Doch nun grenzt eine Studie die Symptome ein. Vorschaubild: imago

Steinmeier: "Das Engagement der Bundeswehr verdient mehr Aufmerksamkeit"

11:41 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Engagement der Bundeswehr in der Coronakrise gewürdigt. "Sie ist da, wo sie gebraucht wird", sagte Steinmeier in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der "Redaktion der Bundeswehr". Als Beispiele nannte er die Unterstützung beim Testen und beim Nachverfolgen von Infektionsketten. "Auch mit ihrer Führungsfähigkeit steht sie den Behörden mit Rat und Tat zur Seite", betonte Steinmeier.

Was die Soldatinnen und Soldaten in der Heimat und im Einsatz leisteten, "findet längst nicht immer die verdiente Aufmerksamkeit der Bevölkerung", so der Bundespräsident. Aber gerade in einer Krisensituation wie der Corona-Pandemie spüre die große Mehrheit: "Auf die Bundeswehr ist Verlass."

Altmaier befürchtet schon Ende der Woche 20.000 Neuinfektionen pro Tag

Karl Lauterbach: Im Kampf gegen das Coronavirus sind die Bürger gefragt

Sollte sich das Virus weiterhin so schnell ausbreiten, rechnet SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit lokalen Shutdowns.

11:38 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU rechnet Ende der Woche mit 20.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Altmaier sagte am Dienstag bei einem Deutsch-Französischen Wirtschaftstag: "Wir haben es zu tun mit einem exponentiellen Wachstum."

In Deutschland steige die Zahl der Neuinfektionen jeden Tag um rund 70, 75 Prozent im Vergleich zur Woche davor. "Und das bedeutet: Wir werden wahrscheinlich schon Ende dieser Woche 20.000 Neuinfektionen am Tag haben", sagte Altmaier.

Dies sei eine Zahl, die man sich vor drei Wochen noch gar nicht habe vorstellen können. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Ende September in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums hochgerechnet, es werde, wenn sich die Zahlen wöchentlich so weiterentwickelten wie bisher, zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben.

Am 28. Oktober beginnen Beratungen Merkels und mehrerer Bundesminister mit den Ministerpräsidenten der Länder zur aktuellen Corona-Lage.

Rekordzahl täglicher Corona-Toter: Russland verschärft die Maskenpflicht

11:37 Uhr: Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen verschärft auch Russland die Anti-Corona-Maßnahmen. Die zuständige Verbraucherschutzbehörde ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht für belebte Straßen und Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Taxis und Aufzüge an.

Darüber hinaus sollen auf Vorschlag der Behörde ab Mittwoch zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, Cafés und Restaurants sollen in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die Umsetzung der Sperrstunde fällt allerdings in den Zuständigkeitsbereich der Regionalverwaltungen.

Wie die russischen Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, starben innerhalb von 24 Stunden 320 Menschen an COVID-19. Dies ist ein neuer Rekordwert.

Mehr als 200 Neuinfektionen in sieben Tagen: Corona-Ampel in Rosenheim auf dunkelrot

10:49 Uhr: Die bayerische Stadt Rosenheim hat laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Kennziffer von 200 Corona-Neuinfektionen gerissen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen lag am Dienstag nach Angaben auf der RKI-Homepage bei 217,1. "Die Stadtspitze steht in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden", sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage.

Derzeit gelten in Rosenheim die bayernweiten Corona-Maßnahmen für Städte und Landkreise, in denen die Corona-Ampel auf dunkelrot gesprungen ist. Das ist bei mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen der Fall. Diesen Wert hat Rosenheim inzwischen um mehr als das Doppelte überschritten.

"Der nächste Schritt wären dann in der Tat Lockdown-Maßnahmen wie in Rottal-Inn oder im Berchtesgadener Land", sagte der Sprecher. "Wir haben da aber noch nichts in aktueller Planung."

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Als Bundeswirtschaftsminister bekämpft Peter Altmaier die Corona-Pandemie vor allem mit Finanzhilfen für Unternehmen.

Aspirin-Wirkstoff kann laut US-Studie Corona-Patienten helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet Bundesbürger auf "sehr, sehr schwere Monate" vor

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht auf Deutschland in der Corona-Pandemie "sehr, sehr schwere Monate" zukommen. Die Regierungschefin rechnet nicht damit, dass vor März 2021 größere Veranstaltungen möglich seien.

10:09 Uhr: Bei der Behandlung von COVID-19-Patienten melden US-amerikanische Wissenschaftler der University of Maryland School of Medicine in Baltimore Erfolge mit einem weltweit bewährten und frei zugänglichen Wirkstoff: mit der Acetylsalicylsäure. Diese steckt beispielsweise in dem Schmerzmittel Aspirin.

Patienten, die wegen Bluthochdrucks oder Diabetes schon vor ihrer Infektion mit dem Coronavirus Acetylsalicylsäure in einer niedrigen Dosis ("Low dose"-ASS) zu sich nahmen, zeigten der Studie zufolge nach ihrer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus einen deutlich milderen Krankheitsverlauf. Diese Patienten landeten seltener auf der Intensivstation und müssten auch seltener künstlich beatmet werden. Und: Sie sterben auch seltener. Die entsprechenden Studien-Ergebnisse wurden im Fachorgan "Anesthesia und Analgesia" veröffentlicht.

Studienleiter Jonathan Chow teilte mit: "Wenn unser Befund bestätigt wird, wäre ASS das erste weit verbreitete rezeptfreie Medikament, das die Mortalität bei COVID-19-Patienten senkt."

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Im Landkreis Berchtesgadener Land gelten aufgrund extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen seit 20. Oktober 2020 um 14 Uhr zunächst für 14 Tage erweiterte Corona-Regeln.

Nur noch der Kreis Soest liegt in NRW unter der kritischen Infektions-Marke

09:31 Uhr: In Nordrhein-Westfalen liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur noch ein Kreis unter der Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Der Kreis Soest verzeichnete demnach am Dienstagmorgen den Wert von 40,8.

Die Kreise Paderborn (50,7) und Euskirchen (71,3) rissen im Gegensatz zum Montag nun die 50er-Schwelle. Landesweit lag die sogenannte Inzidenz am Dienstagmorgen (Stand: 0:00 Uhr) bei 116,8. An der Spitze lag Solingen mit rund 206 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in der vergangenen Woche.

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Acetylsalicylsäure ist Millionen Menschen als Bestandteil des bekannten Bayer-Medikaments Aspirin ein Begriff und ein schneller und zuverlässiger Helfer.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Corona-Ausbruch unter Krankenhaus-Personal in Schongau

09:01 Uhr: In einem Klinikum im Landkreis Weilheim-Schongau wurden bei einer Routineuntersuchung mehr als 30 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Nun soll die gesamte Belegschaft getestet werden, wie der "Münchner Merkur" berichtet. Insgesamt 600 Mitarbeiter sind an dem Klinikum beschäftigt. Ein Besucherstopp sei bereits verhängt, informierte die Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH am Montagmittag, auch für das Krankenhaus in Weilheim.

"Diese Situation ist ein Novum im deutschen Kliniksektor. Waren bisher im Infektionsgeschehen vor allem die Patienten im Blickpunkt, sind es hier nun die Mitarbeiter", teilte der Betreiber in seiner Mitteilung weiter mit.

Papst Franziskus muss Weihnachten ohne Gläubige begehen

07:59 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird Papst Franziskus die Feierlichkeiten in der Weihnachtszeit in diesem Jahr offenbar ohne Gläubige begehen. Zu den Messen im Dezember sei kein Publikum zugelassen, berichtete die katholische Nachrichtenagentur CNA am Montag. Der Vatikan habe die ausländischen Vertretungen beim Heiligen Stuhl darüber informiert, dass der Papst die Zeremonien "in privater Form" feiern werde. Die Gottesdienste würden online übertragen.

Normalerweise strömen tausende Katholiken in der Adventszeit in den Vatikan. Der Papst hatte bereits die Osterfeierlichkeiten in diesem Jahr weitgehend hinter verschlossenen Türen absolviert. Auch damals mussten sich die Gläubigen mit Liveübertragungen im Internet und im Rundfunk begnügen.

Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten: Absage in Nürnberg - kein Glühwein in Leipzig

07:30 Uhr: Viele deutsche Städte bereiten sich trotz Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen auf die Weihnachtsmärkte vor. Um Besucher und Besucherinnen bestmöglich zu schützen, sind die Auflagen vielerorts streng.

Während etwa in München oder Dresden der Markt räumlich entzerrt werden soll, planen die Veranstalter am Berliner Breitscheidplatz Zugangskontrollen, um Menschenmassen zu vermeiden.

In der Ruhrgebietsstadt Essen müssen Gäste an den Ständen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, in Leipzig sind gastronomische Angebote wie Bratwurst- oder Glühweinstände sogar ganz verboten.

In anderen Städten wie Düsseldorf, Köln, Erfurt, Freiburg oder Frankfurt wurden viele Märkte hingegen bereits abgesagt - am Montag kam auch das Aus für den weltberühmten Christkindlesmarkt in Nürnberg.

Auch der beliebte Berliner Weihnachtszauber am Gendarmenmarkt fällt der Pandemie zum Opfer. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden, sagte ein Sprecher.

WHO-Chef warnt vor Überlastung der Intensivstationen

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Besuchsverbot in einer Klinik wegen der Corona-Pandemie. (Symbolbild)

06:51 Uhr: Angesichts rapide steigender Zahlen von Infektionen mit dem Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. "Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Briefing in Genf am Montag. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.

Intensivmediziner in Deutschland warnen vor Engpässen bei der Versorgung von COVID-19-Patienten vor allem wegen des Fehlens von Pflegepersonal. Es gebe ausreichend viele freie Intensivbetten und Beatmungsgeräten - aber das nütze nichts, wenn es nicht genügend Personal gebe, um die Patienten zu versorgen. (siehe dazu Eintrag 06:25 Uhr)

Ärzteverbände: Intensivmedizin fehlt das Personal für die Behandlung der Patienten

06:25 Uhr: Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von COVID-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten". Das allein helfe aber nicht weiter, "wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen". Hierin liege "das viel größere Problem". Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. "Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen", prognostizierte Johna. "Pro schwer krankem COVID-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt", sagte sie den Funke-Zeitungen.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bezeichnete den Engpass beim Pflegepersonal als "die zentrale Herausforderung, wenn die Patientenzahlen steigen". Die Kliniken müssen dann Personal umbesetzen und sich wie im Frühjahr auf die Versorgung von dringenden Fällen konzentrieren, sagte Gaß den Funke-Blättern. "Wir werden uns auf Wartezeiten bei der Regelversorgung ebenso einstellen müssen, wie auf die Verlegung von Patienten aus hoch belasteten Standorten in entferntere Krankenhäuser", sagte Gaß.

Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt wieder über 11.000

5:55 Uhr: Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6.868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle überstieg am Wochenende die Marke von 10.000.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,30. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

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Die Kapazität vieler Intensivstationen weltweit ist in der Corona-Pandemie angesichts deren Ausmaßes im Herbst 2020 erschöpft. (Symbolbild)

Zwei Drittel der Deutschen rechnen mit neuerlichem Lockdown

05:06 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Corona-Proteste in Italien: Demonstranten stoßen mit der Polizei zusammen

4:52 Uhr: Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen.

Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18:00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 540.000 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 37.000 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung.

Infektionsketten nachvollziehen: So kann ein Kontakt-Tagebuch helfen

Um Infektionsketten besser nachzuvollziehen zu können, könnte ein Kontakt-Tagebuch helfen - auch Epidemiologe Hajo Zeeb rät dazu, so ein Tagebuch zu führen.

Mehr als die Hälfte der Deutschen hält Corona-Maßnahmen derzeit für ausreichend

3:02 Uhr: Gut jeder zweite Deutsche hält einer Umfrage zufolge die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für ausreichend. 51 Prozent der Befragten sind im "Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin" dieser Ansicht. Das sind acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn. Für 32 Prozent gehen die aktuell geltenden Einschränkungen nicht weit genug, ein Plus von 5 Prozentpunkten. 15 Prozent halten die derzeitigen Auflagen hingegen für zu weitgehend, das sind vier Prozentpunkte mehr als Anfang Oktober.

Die Kontrollen der Auflagen bewerten 50 Prozent als unzureichend. 34 Prozent empfinden sie als ausreichend, 10 Prozent gehen sie zu weit.

Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent der Befragten ist der Ansicht, dass sie selbst einen sehr starken (29 Prozent) oder starken Beitrag (45 Prozent) zur Eindämmung der Pandemie leisten können. 19 Prozent nehmen ihren möglichen Beitrag als weniger stark wahr. 6 Prozent finden dagegen, dass sie durch ihr Alltagsverhalten gar nichts zur Eindämmung der Pandemie beitragen können. Politiker fordern die Bürger immer wieder zur Eigenverantwortung etwa durch das Verringern von Kontakten auf, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Umfrage ergibt: Mehrheit der Bundesbürger rechnet mit zweitem landesweiten Lockdown

In der zweiten Infektionswelle der Corona-Pandemie droht in Deutschland ein erneuter bundesweiter Lockdown. Dieses weitgehende Stilllegen des öffentlichen Lebens erwartet eine Merheit der Bundesbürger. Dies ergab eine entsprechende Umfrage. (Teaserbild: Armin Weigel/dpa/picture alliance)

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.