Coronavirus: Viele Menschen hören nicht auf Warnung aus der Politik

Egal, wie oft die Politik noch appelliert, manche Menschen haben den Ernst der Lage angesichts des sich weiter ausbreitenden Coronavirus noch immer nicht verstanden. Das schöne Wetter tut sein Übriges. Die Parks sind voll, Polizisten müssen die Feiernden und Ausflügler nach Hause schicken. Viele sind dennoch uneinsichtig.

Auch im Englischen Garten in München sind die Wiesen vor allem von jungen Leuten belagert. Die Polizei patroulliert und ermahnt die Gruppen sich aufzulösen.
Nicht immer stoßen die Polizisten dabei auf Verständnis. In München werden Polizisten von drei jungen Männern angehustet. Die Beamten hatten die Männer gebeten, das Fußballspielen sein zu lassen.
Dicht an dicht gedrängt sitzen die Leute am vergangenen Wochenende am Starnberger See. Von Virologen wird ein Mindestabstand von 1,5 Metern empfohlen, um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu verhindern.
In Dresden sitzen Kinder auf einem Sportplatz. Weil Schulen und Kindergärten geschlossen sind, weichen viele auf Spielplätze oder ähnliches aus. Auch das ist nicht sinnvoll und führt die Maßnahme der Schulschließungen ad absurdum.
Auch in Hannover nutzen die Menschen die milden Temperaturen. Joggen und Spazierengehen könnte auch bei einer Ausgangssperre erlaubt werden, allerdings ist auch hier der Mindestabstand zwingend einzuhalten. In Italien setzen das Polizisten inzwischen durch.
In Italien, wo schon seit zwei Wochen eine Ausgangssperre gilt, ist spazieren gehen teilweise noch erlaubt. Was allerdings überall verboten ist: Sich zum Ausruhen auf einer Parkbank niederzulassen.
Wie die Bundesregierung ankündigt, wird der Samstag ein entscheidender Tag sein. Sollte die deutsche Bevölkerung ihr Verhalten nicht ändern und dem Coronavirus so Einhalt gebieten, wird auch Deutschland wohl um eine Ausgangssperre nicht herumkommen.
Wer sich den geltenden Regeln im jeweiligen Bundesland widersetzt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Nach § 75 des Infektionsschutzgesetzes drohten Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.
Die Bundesregierung setze nun darauf, "dass die Bevölkerung die Maßnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken. Und wenn wir in Nachbarländer blicken, die schon Ausgangssperren verhängt haben, dann wird klar: Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung", erklärt Kanzleramtschef Helge Braun.
Am Sonntagabend wird sich Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder beraten. Dann wird sich zeigen, ob Deutschland vernünftig genug ist, um eine Ausgangssperre zu vermeiden.