"Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend": Der Städte- und Gemeindebund hat sich dagegen ausgesprochen, eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen einzuführen. Für UN-Generalsekretär António Guterres ist die Coronakrise indes die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg, in London starb ein 13-Jähriger am Coronavirus. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 10:44 Uhr: Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland
  • 10:42 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen
  • 09:41 Uhr: Lufthansa-Konzern meldet Kurzarbeit für 87.000 Beschäftigte
  • 07:39 Uhr: 13-jähriger Junge stirbt in London an Coronavirus
  • 06:00 Uhr: Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht
  • 05:13 Uhr: UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg
  • 04:13 Uhr: Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf
  • 01:20 Uhr: Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Nun will sich Trump einschalten
  • 00:44 Uhr: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 701 Tote

10:44 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochvormittag 67.150 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,8.

Mindestens 701 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

10:42 Uhr: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen "keine andere Wahl".

Zuvor hatte der "Spiegel" über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern.

Vor dem Hintergrund der Pandemie, habe die Geschäftsführung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH entschieden, "die Miete ab dem 1.4.2020 nicht zu zahlen", heißt es in dem Brief. Dies gelte zunächst für den Zeitraum bis Juni 2020.

Wie es danach weiter gehe, werde Galeria Karstadt Kaufhof zu gegebener Zeit entscheiden. Das Unternehmen werde alles daransetzen, "eine neue wirtschaftliche Basis zum nachhaltigen Betrieb unserer Warenhäuser" zu finden.

ESA bereitet mitten in Coronakrise Vorbeiflug von Merkursonde an Erde vor

10:35 Uhr: Mitten in der Coronakrise bereitet das Team der europäisch-japanischen Merkurmission BepiColombo im ESA-Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt einen Vorbeiflug der Sonde an der Erde vor.

Das Manöver am Karfreitag steht im Zeichen von Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie, wie die Europäische Weltraumagentur ESA am Mittwoch mitteilte: Die Operation wird demnach mit begrenztem Personal im ESA-Kontrollzentrum ausgeführt.

Denn auch im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum Esoc müssen die Ingenieurinnen und Ingenieure als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie die derzeit in ganz Europa geltenden sozialen Distanzregeln einhalten. Verschoben werden kann das Manöver aber nicht.

"Der Vorbeiflug an der Erde ist eine Phase, in der wir täglichen Kontakt mit der Raumsonde brauchen", erklärte die Leiterin des BepiColombo-Flugkontrollteams bei der ESA, Elsa Montagnon. "Dies ist etwas, das wir nicht aufschieben können - BepiColombo wird so oder so an der Erde vorbeifliegen."

Studie: Ausgangssperre im chinesischen Wuhan hat wohl 700.000 Ansteckungen verhindert

10:19 Uhr: Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Maßnahmen in Wuhan, das als Epizentrum der Pandemie gilt, innerhalb der ersten 50 Tage hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Großbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag.

Bis zum 19. Februar, dem 50. Tag nach dem Ausbruch, gab es den Autoren zufolge in China 30.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle. "Unsere Analyse legt nahe, dass es ohne das Reiseverbot in Wuhan und die nationale Notfallreaktion bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 700.000 bestätigte COVID-19-Fälle außerhalb von Wuhan gegeben hätte", erklärte Christopher Dye, Wissenschaftler der Universität von Oxford.

"Chinas Kontrollmaßnahmen scheinen gewirkt zu haben, indem sie die Übertragungskette erfolgreich durchbrochen haben."

Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April

10:08 Uhr: Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Coronakrise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an.

Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Verein verlost in Corona-Krise sechsmonatiges Grundeinkommen

10:00 Uhr: In der Coronakrise brechen vielen Menschen Aufträge und Einnahmen weg. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch wieder über das Thema Grundeinkommen.

Der Deutsche Musikrat hatte kürzlich eine auf sechs Monate befristetes staatliche Zahlung in Höhe von 1.000 Euro für Künstler gefordert. An diesem Mittwoch will der Verein "Mein Grundeinkommen" 40 bedingungslose Grundeinkommen von monatlich 1.000 Euro für ein halbes Jahr verlosen.

Wer freiberuflich arbeite, stehe durch die Coronakrise vor Hartz IV, erklärte Vereinsgründer Michael Bohmeyer. Menschen, die in Kurzarbeit geschickt würden oder für die Kinderbetreuung unbezahlten Urlaub nehmen müssten, würden sich verschulden. "Das Grundeinkommen durchbricht diese Abwärtsspirale."

Klöckner: "Werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können"

9:58 Uhr: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte, dass ausländische Saisonarbeiter trotz der Coronakrise nach Deutschland kommen.

"Wir werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können", sagte sie am Mittwoch im "ARD-Morgenmagazin". Die Landwirte seien in großer Not.

Es ginge jetzt darum, den Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Erntesicherung zu lösen. "Wir müssen eine Lösung finden, wir können die Bauern hier nicht hängenlassen", betonte die CDU-Politikerin.

Bitkom: Coronavirus wird Digitalisierung Deutschlands vorantreiben

9:51 Uhr: Die Folgen der Bekämpfung des Coronavirus können nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom die Digitalisierung in Deutschland erheblich fördern.

"Die Coronakrise hat uns die Bedeutung digitaler Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sehr klar vor Augen geführt. Die Krise ist ein Weckruf, die Digitalisierung nun massiv voranzutreiben", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Mittwoch in Berlin.

Und weiter: "Wir haben uns in der Vergangenheit zu viel Zeit bei der Digitalisierung gelassen. Jetzt heißt es, digitale Infrastruktur aufzubauen, Geschäftsprozesse umfassend zu digitalisieren und neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln."

Lufthansa-Konzern meldet Kurzarbeit für 87.000 Beschäftigte an

9:41 Uhr: Der Lufthansa-Konzern will in der Coronakrise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87.000 Mitarbeiter beantragt worden ist.

Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal "Business Insider" berichtet. Der größte Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135.000 Männer und Frauen.

Betroffen von der Kurzarbeit seien sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Zu den bereits bekannten rund 27.000 Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere große Blöcke bei der Swiss (9.500) und der Austrian (7.000).

Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Bei den Piloten der Lufthansa steht eine Einigung mit der Vereinigung Cockpit noch aus.

Kräftige Kursverluste am deutschen Aktienmarkt

9:36 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch neue Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie breit gemacht. Der Leitindex Dax erhielt keinen Halt von den Börsen in Asien und den USA und gab kurz nach Handelsbeginn um 3,31 Prozent auf 9.606,60 Punkte nach.

Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die 10.000-Punkte-Marke geschafft. Der MDax für mittelgroße Unternehmen büßte 2,37 Prozent ein auf 20.542,69 Punkte. Der EuroStoxx 50 startete mit einem Kursverlust von knapp 3 Prozent in den neuen Monat.

Pflegeheim im Odenwaldkreis nach Corona-Todesfall unter Quarantäne

9:33 Uhr: Nach dem Tod einer Bewohnerin durch COVID-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch.

Zu diesem Zeitpunkt habe noch kein Ergebnis des Coronavirus-Tests vorgelegen. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass die Frau sich mit dem Virus infiziert habe.

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt.

13-jähriger Junge in London an Coronavirus gestorben

7:39 Uhr: In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen.

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag.

Das St Thomas Hospital in London. Ein 13-Jähriger starb in Großbritannien am Coronavirus.

Der Fall des Jungen zeige, "wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern", sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Der 13-Jährige ist das mutmaßlich bislang jüngste COVID-19-Todesopfer in Großbritannien. Ebenfalls am Dienstag hatten die belgischen Behörden den Tod eines zwölfjährigen Mädchens nach einer Ansteckung mit dem Virus gemeldet. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.
In Großbritannien wurden bis Dienstag 1.789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gezählt.

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür

7:06 Uhr: In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6:30 und 19:30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab.

Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

Panamaische Aktivisten für die Rechte von Trans-Menschen äußerten Sorge, Menschen mit einer anderen Geschlechtszugehörigkeit als der, die in ihrem Ausweis steht, könnten unter der neuen Maßnahme Probleme bekommen.

In Panama wurden bisher 1.181 Infektionen mit dem Coronavirus und 30 Todesfälle bestätigt. Das kleine Land zwischen Kolumbien und Costa Rica mit nur etwa vier Millionen Einwohnern gehört damit zu den lateinamerikanischen Staaten mit den meisten bekannten COVID-19-Fällen.

Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht

6:00 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell.

Man müsse sehen, dass man im Moment in der Coronakrise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Mit Schutzmaske in den Supermarkt: Der Städte- und Gemeindebund hält das für nicht zielführend.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

05:16 Uhr: Kalifornien will wegen der Coronakrise vorzeitig bis zu 3.500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich 4 Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsäßen.

Mit mehr als 120.000 Insassen sind die Gefängnisse in dem US-Westküstenstaat stark überfüllt. Anwälte von Häftlingen und Aktivisten drängen angesichts steigender Coronavirus-Fälle auf vorzeitige Entlassungen. Die Behörden stellten kürzlich Besuche von Familienangehörigen in den Gefängnissen ein.

In Kalifornien sind nach Informationen am Dienstag mehr als 8.500 Infektionen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. In dem Westküstenstaat starben bereits 181 Menschen.

Der Virologe Christian Drosten erklärt, welche Vorteile sich ergeben würden, wenn man in der Coronakrise die Mobilfunk-Daten auswerten würde.

UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg

05:13 Uhr: Die Coronakrise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York.

"Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen."

Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf

04:13 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer "globalen Allianz" gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind", heißt es in einem gemeinsamen Namensartikel in der "Financial Times" (Mittwoch). "Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen."

Der Namensbeitrag unter der Überschrift "Für eine globale Allianz gegen die Pandemie" wurde außer von Bundespräsident Steinmeier auch von Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. "Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt", schreiben sie darin weiter.

"Uns ist bewusst, dass eine solche Allianz aus vielen Akteuren nicht leicht zu schmieden und zu führen sein wird", versichern Steinmeier und die vier anderen Staatsoberhäupter. "Wir glauben aber, dass der Versuch jede Mühe wert ist. Die Allianz könnte sich auf die Hoffnungen und die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen stützen und sie als Kraftquelle erschließen. Jetzt ist nicht die Zeit für geopolitische Grabenkriege."

Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

03:55 Uhr: Die Ortschaft Ferrera Erbognone liegt in der Corona-Hochburg Lombardei, nur rund 50 Kilometer von Mailand entfernt. Trotzdem sieht es so aus, als sei das Dorf in der Provinz Pavia bisher von der Virus-Welle verschont geblieben.

Dass keine Fälle registriert wurden, kann Zufall sein. Doch die Einwohner teilen ihre Freude über ihre besondere Situation mit vielen Medien in Italien - als Zeichen für gute Nachrichten in schlimmen Zeiten.

"Wir sind stolz und glücklich über diese Situation", sagte Ladeninhaberin Mery De Luca der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings hätten die Bewohner trotzdem auch Angst, weil so viele andere Menschen um sie herum an der COVID-19-Krankheit gestorben seien.

In Ferrera Erbognone leben viele Ältere, also Menschen mit hohem Risiko zu erkranken. "Wir waren vom ersten Tag an extrem vorsichtig", erzählt De Luca. Atemschutz und Handschuhe würden bei ihr im Laden stets getragen.

Bürgermeister Giovanni Fassina hat sich gefragt, ob Vorsicht der einzige Grund sein kann. Ob viele im Dorf Antikörper hätten und immun seien - solche Spekulationen schossen hoch.

Mehr zu dieser besonderen Geschichte lesen Sie hier: "Stolz und glücklich": Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Tauziehen geht weiter

01:20 Uhr: Das Tauziehen um das Schicksal von mehreren Tausend Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" auf seinem Weg nach Florida geht weiter. Nachdem Floridas Gouverneur Ron Desantis erklärt hatte, er wolle das Schiff mit seinen inzwischen acht Corona-Infizierten nicht in den Haufen von Fort Lauderdale einlaufen lassen, stellte sich inzwischen auch die Bezirkskommission quer.

"Heute keine Entscheidung", twitterte das Gremium des Broward County am Dienstagabend (Ortszeit). An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden".

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte unterdessen vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. "Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schrieb er auf der Internetseite seines Unternehmens, das die "Zaandam" und das Schwesterschiff "Rotterdam" betreibt. Beide Schiffe sind derzeit zusammen unterwegs in der Karibik und haben 2.500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, darunter etwa 80 Deutsche.

Die Zahl der Corona-Infizierten auf der "Zaandam" ist nach Angaben Ashfords inzwischen auf acht gestiegen. 193 Personen hätten Grippe-Symptome.

Nun will sich auch US-Präsident Donald Trump in dem Tauziehen einschalten. Trump sagte am Dienstagabend (Orszeit), er werde bald mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprechen. "Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für Menschlichkeit." Der Präsident fügte hinzu: "Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind."

Coronavirus: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

00:44 Uhr: Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington vor.

Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

Immer wieder hat der Präsident erklärt, das Coronavirus sei in den USA unter Kontrolle. Davon spricht er selber längst nicht mehr. Umgestimmt hätten ihn Prognosen mit Todeszahlen wie "in Weltkriegen". Nun bereitet Trump die Amerikaner auf harte Zeiten vor. Das Weiße Haus geht in einer Prognose von bis zu 240.000 Toten aus.

US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100.000 Toten einstellen müssten: "Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein." Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. Auch Trump nannte die Zahlen ernüchternd.

Meldungen rund um das Virus vom Sonntag und den Tagen davor lesen Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp und apa.

Bürger wie Politiker treibt die Frage um, wann die Lage in Deutschland sich wieder entspannt - und ob das Gesundheitssystem der Belastungsprobe standhalten wird. "Wir müssen wohl damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen", warnt RKI-Präsident Lothar Wieler.

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