"Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend": Der Städte- und Gemeindebund hat sich dagegen ausgesprochen, eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen einzuführen. Für UN-Generalsekretär António Guterres ist die Coronakrise indes die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg, in London starb ein 13-Jähriger am Coronavirus. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 07:39 Uhr: 13-jähriger Junge stirbt in London an Coronavirus
  • 06:00 Uhr: Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht
  • 05:13 Uhr: UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg
  • 04:13 Uhr: Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf
  • 01:20 Uhr: Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Tauziehen geht weiter: Nun will sich Trump einschalten
  • 00:44 Uhr: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

13-jähriger Junge in London an Coronavirus gestorben

07:39 Uhr: In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen.

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag.

Das St Thomas Hospital in London. Ein 13-Jähriger starb in Großbritannien am Coronavirus.

Der Fall des Jungen zeige, "wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern", sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Der 13-Jährige ist das mutmaßlich bislang jüngste Covid-19-Todesopfer in Großbritannien. Ebenfalls am Dienstag hatten die belgischen Behörden den Tod eines zwölfjährigen Mädchens nach einer Ansteckung mit dem Virus gemeldet. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.
In Großbritannien wurden bis Dienstag 1.789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gezählt.

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür

07:06 Uhr: In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6.30 und 19.30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab. Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

Panamaische Aktivisten für die Rechte von Trans-Menschen äußerten Sorge, Menschen mit einer anderen Geschlechtszugehörigkeit als der, die in ihrem Ausweis steht, könnten unter der neuen Maßnahme Probleme bekommen.

In Panama wurden bisher 1.181 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 30 Todesfälle bestätigt. Das kleine Land zwischen Kolumbien und Costa Rica mit nur etwa vier Millionen Einwohnern gehört damit zu den lateinamerikanischen Staaten mit den meisten bekannten Covid-19-Fällen.

06:00 Uhr: Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht

Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell. Man müsse sehen, dass man im Moment in der Corona-Krise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Mit Schutzmaske in den Supermarkt: Der Städte- und Gemeindebund hält das für nicht zielführend.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

05:16 Uhr: Kalifornien will wegen der Corona-Krise vorzeitig bis zu 3.500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich vier Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsäßen.

Mit mehr als 120.000 Insassen sind die Gefängnisse in dem US-Westküstenstaat stark überfüllt. Anwälte von Häftlingen und Aktivisten drängen angesichts steigender Coronavirus-Fälle auf vorzeitige Entlassungen. Die Behörden stellten kürzlich Besuche von Familienangehörigen in den Gefängnissen ein.

In Kalifornien sind nach Informationen am Dienstag mehr als 8.500 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, in dem Westküstenstaat starben bereits 181 Menschen.

Der Virologe Christian Drosten erklärt, welche Vorteile sich ergeben würden, wenn man in der Coronakrise die Mobilfunk-Daten auswerten würde.

UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg

05:13 Uhr: Die Corona-Krise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York. "Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen." Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf

04:13 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer "globalen Allianz" gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind", heißt es in einem gemeinsamen Namensartikel in der "Financial Times" (Mittwoch). "Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen."

Der Namensbeitrag unter der Überschrift "Für eine globale Allianz gegen die Pandemie" wurde außer von Bundespräsident Steinmeier auch von Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. "Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt", schreiben sie darin weiter.

"Uns ist bewusst, dass eine solche Allianz aus vielen Akteuren nicht leicht zu schmieden und zu führen sein wird", versichern Steinmeier und die vier anderen Staatsoberhäupter. "Wir glauben aber, dass der Versuch jede Mühe wert ist. Die Allianz könnte sich auf die Hoffnungen und die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen stützen und sie als Kraftquelle erschließen. Jetzt ist nicht die Zeit für geopolitische Grabenkriege."

Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

03:55 Uhr: Die Ortschaft Ferrera Erbognone liegt in der Corona-Hochburg Lombardei, nur rund 50 Kilometer von Mailand entfernt. Trotzdem sieht es so aus, als sei das Dorf in der Provinz Pavia bisher von der Virus-Welle verschont geblieben. Dass keine Fälle registriert wurden, kann Zufall sein. Doch die Einwohner teilen ihre Freude über ihre besondere Situation mit vielen Medien in Italien - als Zeichen für gute Nachrichten in schlimmen Zeiten.

"Wir sind stolz und glücklich über diese Situation", sagte Ladeninhaberin Mery De Luca der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings hätten die Bewohner trotzdem auch Angst, weil so viele andere Menschen um sie herum an der Covid-19-Krankheit gestorben seien.

In Ferrera Erbognone leben viele Ältere, also Menschen mit hohem Risiko zu erkranken. "Wir waren vom ersten Tag an extrem vorsichtig", erzählt De Luca. Atemschutz und Handschuhe würden bei ihr im Laden stets getragen.

Bürgermeister Giovanni Fassina hat sich gefragt, ob Vorsicht der einzige Grund sein kann. Ob viele im Dorf Antikörper hätten und immun seien - solche Spekulationen schossen hoch.

Fassina regte eine Studie mit den Einwohnern an, wie er der Zeitung "La Repubblica" sagte. Er wollte die Untersuchung mit Wissenschaftlern des Instituts Fondazione Mondino in Pavia starten. Dort gaben die Verantwortlichen eine Mitteilung zu dem Vorhaben heraus. Doch die Gesundheitsbehörden der Lombardei stoppten das Projekt zu dem "kleinen Wunder", wie die "Repubblica" berichtete. Die Einrichtung in Pavia sei nicht befugt, Corona-Studien zu machen.

In der Lombardei registrierten die Behörden rund 40 Prozent der über 100.000 Corona-Fälle Italiens.

Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Tauziehen geht weiter

01:20 Uhr: Das Tauziehen um das Schicksal von mehreren Tausend Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" auf seinem Weg nach Florida geht weiter. Nachdem Floridas Gouverneur Ron Desantis erklärt hatte, er wolle das Schiff mit seinen inzwischen acht Corona-Infizierten nicht in den Haufen von Fort Lauderdale einlaufen lassen, stellte sich inzwischen auch die Bezirkskommission quer. "Heute keine Entscheidung", twitterte das Gremium des Broward County am Dienstagabend (Ortszeit). An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden".

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte unterdessen vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. "Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schrieb er auf der Internetseite seines Unternehmens, das die "Zaandam" und das Schwesterschiff "Rotterdam" betreibt. Beide Schiffe sind derzeit zusammen unterwegs in der Karibik und haben 2.500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, darunter etwa 80 Deutsche.

Die Zahl der Corona-Infizierten auf der "Zaandam" ist nach Angaben Ashfords inzwischen auf acht gestiegen. 193 Personen hätten Grippe-Symptome.

Nun will sich auch US-Präsident Donald Trump in dem Tauziehen einschalten. Trump sagte am Dienstagabend (Orszeit), er werde bald mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprechen. "Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für Menschlichkeit." Der Präsident fügte hinzu: "Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind."

Coronavirus: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

00:44 Uhr: Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington vor. Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

Immer wieder hat der Präsident erklärt, das Coronavirus sei in den USA unter Kontrolle. Davon spricht er selber längst nicht mehr. Umgestimmt hätten ihn Prognosen mit Todeszahlen wie "in Weltkriegen". Nun bereitet Trump die Amerikaner auf harte Zeiten vor. Das Weiße Haus geht in einer Prognose von bis zu 240.000 Toten aus.

US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100.000 Toten einstellen müssten: "Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein." Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. Auch Trump nannte die Zahlen ernüchternd.

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Mit Material von dpa, afp und apa.

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