Die EU-Finanzminister haben sich auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Boris Johnsons Gesundheitszustand stabilisierte sich. An Ostern dürfen Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Tagesausflüge machen. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 22:15 Uhr: EU-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket
  • 20:40 Uhr: Boris Johnson verlässt Intensivstation
  • 18:14 Uhr: Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns
  • 15:44 Uhr: RKI-Chef sieht keinen Grund zur Entwarnung
  • 15:43 Uhr: Merkel: "Wir müssen konzentriert bleiben"
  • 14:44 Uhr: Spahn sieht Ostern als Weggabelung
  • 14:03 Uhr: Wissenschaftler: Bei Coronatests Prioritäten setzen

Sea-Eye: Lage auf Rettungsschiff vor Italien spitzt sich zu

23:36 Uhr: Die Lage auf dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer mit 150 Migranten an Bord spitzt sich zu, wie der Sprecher der Organisation Sea-Eye, Gorden Isler, am Donnerstag berichtete. Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff hatte die Migranten am Montag vor Libyen aufgenommen. Die Menschen könnten wegen des Platzmangels kaum schlafen, hieß es von den Helfern. Die Kapitänin Bärbel Beuse habe die italienische Rettungsleitstelle um Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff für das Schiff gebeten.

Nach Islers Angaben befindet sich die "Alan Kurdi" in der Nähe der Insel Lampedusa und ist in einer schwierigen Lage, nachdem Italien sich in der Corona-Krise nicht mehr als sicheren Hafen für Migranten ansieht. Vor der Krise hatte Rom immer wieder aus Seenot gerettete an Land gehen lassen. Die Regierung in Rom hat nun Deutschland zum Handeln aufgefordert. Die Bundesregierung sei für das Schiff verantwortlich, hatte das Verkehrsministerium am Mittwoch in Rom mitgeteilt. Italien argumentiert, dass man in der Gesundheitskrise die sanitäre Versorgung der Migranten nicht garantieren könne.

Auch Malta kündigte am Abend an, dass es wegen der Corona-Pandemie derzeit keine Flüchtlinge mehr an Land lassen wolle. "Malta ist nicht in der Lage, Flüchtlingen einen sicheren Aufenthalt anzubieten", stand in einer Erklärung der Regierung. Auch Hilfe für Flüchtlinge an Bord von Rettungsschiffen könne nicht mehr garantiert werden.

EU-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket

22:15 Uhr: Die EU-Finanzminister haben sich in der Corona-Krise auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Umfang. Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach auf Twitter von einem exzellenten Kompromiss. 500 Milliarden Euro stünden sofort bereit. Auch ein neuer Fonds zur Wiederbelebung der Wirtschaft werde kommen. Europa habe sich entschieden und zeige, dass es der Krise gewachsen sei.

Enthalten sind drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro, die besonders von der Pandemie betroffenen Staaten zugute kommen könnten; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll; und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure" um Umfang von 100 Milliarden Euro.

Darüber hinaus wurde ein befristeter "Recovery Fund" zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung vereinbart. Dieser soll die Solidarität der EU mit den in der Pandemie am meisten betroffenen Staaten zum Ausdruck bringen und den außerordentlich hohen Kosten der Krisenbewältigung Rechnung tragen. Details sollen aber erst geklärt werden, darunter die Finanzierungsquellen. Einige Staaten wollen dafür Gemeinschaftsanleihen ausgeben, während andere - darunter Deutschland - solche Corona-Bonds ablehnen. Der Streit darüber wurde also letztlich vertagt.

Fast 2,6 Millionen Brasilianer bekommen Corona-Nothilfe

22:12 Uhr: Fast 2,6 Millionen Brasilianer haben am ersten Tag der Auszahlung einer Corona-Nothilfe der Regierung die monatliche Zahlung in Höhe von 600 Reais (108 Euro) erhalten. Das teilte Sozialminister Onyx Lorenzoni am Donnerstag via Twitter mit. Insgesamt sollen 60 Millionen Freiberufler, Tagelöhner und Arbeitslose solche Zahlungen erhalten. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas hat etwa 209 Millionen Einwohner.
Viele Brasilianer haben wegen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung des Coronavirus ihre oft ohnehin geringen Einnahmequellen von einem Tag auf den anderen verloren. Innerhalb von 48 Stunden hatten 27 Millionen Menschen die Nothilfe über die entsprechende App oder über das Internet angefordert. Die Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien lag zuletzt bei mehr als 16.600, 851 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Spahn: An Ostern "auf anderen Wegen" Kontakt zueinander suchen

22:00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger wegen der Corona-Krise auf "Ausnahme-Ostern" eingestimmt und erneut dafür geworben, die Kontaktbeschränkungen einzuhalten. "Ostern ist ein wichtiges christliches Fest, es ist für viele ein Familienfest, ein Fest wo man Urlaub macht oder auch Freunde trifft. Und das wird dieses Mal jedenfalls in gewohnter Weise nicht gehen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der Sendung "ARD extra".

Er wünsche sich, dass die Menschen Kontakt zueinander suchen - "aber eben telefonisch, digital, auf anderen Wegen als sonst". "Weil es nur dann gemeinsam gelingt, auch das Erreichte zu sichern: Nämlich, dass wir diese Ausbreitungsdynamik des Virus entsprechend beendet haben", betonte Spahn. Er wisse, wie schwer das fällt, "gerade auch (...) mit dem guten Wetter dieser Tage".

Deutschland: 4500 neue Infektionen und 230 Todesfälle in 24 Stunden

21:15 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagabend mindestens 112.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 108.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 2.301 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2.071). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

Spanien: Ausgehverbot bis 25. April verlängert

21:00 Uhr: In Spanien wird der Alarmzustand samt strikten Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie um weitere zwei Wochen bis Mitternacht des 25. April verlängert. Das Parlament in Madrid stimmte am Donnerstagabend dem am Wochenende von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Antrag zu. Vorausgegangen war eine elfstündige Debatte, in der es viel Kritik der Opposition am Krisenmanagement der sozialistischen Regierung gab.

Die knapp 47 Millionen Einwohner dürfen seit Mitte März nur noch zum Einkaufen und in Ausnahmefällen aus dem Haus. Die zweite Verlängerung der Beschränkungen sei nötig, um das Virus unter Kontrolle zu halten, betonte Sánchez. "Schon ein kleiner Fehler kann einen Rückfall auslösen", sagte er.

Boris Johnson verlässt Intensivstation

20:40 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson muss wegen seiner COVID-19-Erkrankung nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Er sei auf eine normale Station verlegt worden, teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Johnson sei "außerordentlich guten Mutes" hieß es in einer Mitteilung. Er sei nun in der frühen Phase seiner Genesung und werde weiterhin genau beobachtet.

Der 55 Jahre alte Premierminister war am Sonntag ins St. Thomas' Hospital gebracht worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach eineinhalb Wochen noch nicht abgeklungen waren. Am Montag verschlechterte sich sein Zustand derart, dass er auf die Intensivstation verlegt werden musste. Wann Johnson die Regierungsgeschäfte wieder übernehmen kann, war zunächst unklar. Britische Medien rechneten damit, dass es Wochen dauern könnte. Vertreten wird Johnson solange von Außenminister Dominic Raab.

Coronavirus auf US-Flugzeugträger: Mehr als 400 Infizierte

20:12 Uhr: Unter den Besatzungsmitgliedern des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" hat die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus deutlich zugenommen. Es gebe inzwischen 416 Fälle, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Donnerstag. Anfang der Woche hatte die Marine noch von rund 200 bekannten Infektionen gesprochen. Fast alle der mehr als 4000 Besatzungsmitglieder seien nun getestet worden, erklärte die Sprecherin weiter. Ein Soldat befinde sich infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.

GDL-Chef für Reservierungspflicht in Fernzügen

20:10 Uhr: Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, hat angesichts der Coronavirus-Pandemie eine vorübergehende Reservierungspflicht für Fernzüge vorgeschlagen. Der GDL-Chef sagte im Radiosender hr-Info, so könnte gesteuert werden, dass die nötigen Sitzabstände zwischen den Reisenden eingehalten würden. "Das wäre eine durchaus zulässige Methode", sagte Weselsky. Im Nahverkehr sei dies dagegen nicht so leicht umsetzbar. Dort müsse man "mit klugen Methoden" darauf achten, dass die Abstände zwischen den Reisenden groß genug seien.

Estland will Massentests durchführen

20:00 Uhr: In Estland sollen Massentests Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in dem baltischen EU-Land geben. Die Regierung in Tallinn beschloss am Donnerstag die von Sozialminister Tanel Kiik vorgeschlagene Durchführung einer bevölkerungsbezogenen Studie. Der Aktionsplan für das Pilotprojekt sollam kommenden Dienstag erörtert werden.

"Bevölkerungsbezogene Tests würden uns wichtige Informationen darüber liefern, wie viele Menschen in Estland bereits an der Covid-19-Krankheit leiden", erklärte Regierungschef Jüri Ratas. Auch seien sie wichtig für die weitere Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen, mit denen die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden soll.

Estland verzeichnete bislang 1207 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 24 Todesfälle - am stärksten betroffen ist dabei die faktisch komplett unter Quarantäne gestellte Ostsee-Insel Saaremaa. Im Kampf gegen das Virus hatte die Regierung in dem 1,3 Millionen Einwohner zählenden Land den Notstand bis zum 1. Mai ausgerufen.

Slowakei riegelt Roma-Siedlungen ab

19:55 Uhr: In der Slowakei haben die Behörden am Donnerstag fünf Armensiedlungen der Roma-Minderheit mit insgesamt mehr als 6.000 Bewohnern abgeriegelt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Die Slowakei verzeichnete bis Donnerstag nur 701 bestätigte Infektionsfälle, davon fast ein Viertel in Bratislava. In der im Vergleich zum Rest des Landes reichen Hauptstadt gibt es keine Roma-Wohnviertel. Dass nach offiziellen Angaben in der 5,4 Millionen Einwohner zählenden Slowakei erst zwei Menschen an COVID-19 starben, schreibt die Regierung ihren radikalen Schutzmaßnahmen zu. Allerdings wurden bisher nur 20.670 Tests durchgeführt.

Türkei: 96 Tote in 24 Stunden - Behandlung in allen Kliniken kostenfrei

19:48 Uhr: In der Türkei ist offiziellen Angaben zufolge die Zahl der an COVID-19 verstorbenen Menschen auf insgesamt 908 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 96 Menschen gestorben, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Donnerstagabend. Zudem seien weitere 4.056 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Gesamtzahl der Infizierten liege nun bei 42.282. Die Zahl der täglichen Tests wurde demnach erneut gesteigert, auf rund 28.500. Erholt haben sich der Regierung zufolge bisher rund 2.142 Menschen.

Gleichzeitig trat am Donnerstag ein Dekret der Regierung in Kraft, das die Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten auch in privaten Kliniken kostenfrei macht. Den vielzitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder.

Maskenpflicht und Abschottung - Indien verschärft Corona-Maßnahmen

19:12 Uhr: Indien hat in der Corona-Krise mehrere Brennpunkte abgeriegelt und in Teilen des Subkontinents eine Maskenpflicht eingeführt. In der Hauptstadt Delhi wurden nach Regierungsangaben vom Donnerstag mindestens 20 Orte abgeschottet, die besonders dicht besiedelt oder normalerweise stark besucht sind. Niemand darf dort mehr hinein oder heraus.

Seit Ende März leben die 1,3 Milliarden Menschen in Indien im verordneten Stillstand; die Grenzen sind dicht. Bislang wurden mehr als 5700 Sars-CoV-2-Fälle verzeichnet, 166 Menschen kamen ums Leben.

Frankreich stockt Corona-Notplan auf 100 Milliarden Euro auf

18:34 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stockt Frankreich sein Maßnahmenpaket auf rund 100 Milliarden Euro auf. Bisher waren 45 Milliarden Euro geplant, unter anderem für die Finanzierung von Kurzarbeit, wie Budgetminister Gérald Darmanin am Donnerstag mitteilte.

Darmanin und Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagten der Wirtschaftszeitung "Les Echos", dass sie mit einer schweren Rezession rechnen. Die Minister machten sich die frühere Schätzung der Nationalbank zu eigen, wonach die Wirtschaftsleistung des hoch verschuldeten Landes wegen der Covid-19-Pandemie im laufenden Jahr um rund sechs Prozent schrumpfen dürfte. Le Maire hatte bereits vor der schlimmsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewarnt.

Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns

18:14 Uhr: Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns dürfen zu Ostern nun doch Tagesausflüge zu den Ostseeinseln, zur Küste und in die Seenplatte machen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald kippte am Donnerstag überraschend in zwei Eilverfahren das von der Landesregierung verfügte Reiseverbot für die heimische Bevölkerung.

Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde der umstrittene Paragraf 4a der Verordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt. Dieser Paragraf in der Verordnung war erst am Mittwoch neu gefasst worden, um die verbotenen Reiseziele zu präzisieren.

Demnach waren von Karfreitag bis Ostermontag für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Ausflüge zu den Ostseeinseln, zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, in Gemeinden direkt an der Ostsee und Boddengewässern sowie zu Tourismuszentren in der Mecklenburgischen Seenplatte verboten worden. Damit wollte die Regierung die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen insbesondere über die Feiertage erzwingen.

Eine Million Menschen in Kanada verlieren in Coronakrise Job

17:13 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Kanada steigt wegen der Corona-Pandemie sprunghaft an. Im März verloren der Statistikbehörde des Landes zufolge etwas mehr als eine Million Menschen ihren Job - der größte Rückgang der Beschäftigung seit der vollständigen Erfassung der Zahlen 1976.

Damit stieg die Arbeitslosenquote um 2,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die deutlich weniger arbeiteten als normalerweise, stieg deutlich an. Jobverlust oder Senkung der Arbeitszeit betrifft demnach insgesamt 3,1 Millionen der etwa 38 Millionen Kanadier.

Auch in Kanada gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore gibt es in dem Land bislang mehr als 19.000 bestätigte Infizierte und insgesamt 436 Todesopfer - diese treten vor allem in den Ballungszentren im Süden auf.

Merkel: Jüngere und Ältere in Coronakrise gleich behandeln

16:45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt unterschiedliche Beschränkungen für jüngere und ältere Menschen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ab. Sie halte überhaupt nichts davon, die Jüngeren nun schnell wieder ins normale Leben zurückkehren zu lassen und die Älteren weiter zu isolieren, betonte sie am Donnerstag in Berlin. Das sei "mit der Humanität und mit den Vorstellungen von unserer Gesellschaft" nicht vereinbar. "Wir müssen an Ältere und an Jüngere und an Eltern und an Arbeitnehmer und alle gleichermaßen denken."

Bei älteren Menschen ist das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung deutlich größer als bei jüngeren. Deswegen gibt es in der Diskussion über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität die Idee, bei den jungen Menschen anzufangen und etwa zuerst Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen.

Merkel äußerte sich aber skeptisch dazu. Sie halte Schulen und Kindergärten "nicht für den Ort, an dem man nun mit einfachster Maßnahme den Abstand sicherstellen kann, den man noch braucht".

Hessische Polizei registriert rund 1000 Verstöße gegen Kontaktregeln

16:30 Uhr: Seit Einführung eines hessenweit einheitlichen Bußgeldkatalogs am 3. April hat die Polizei rund 1.000 Verstöße gegen die Corona-Kontaktregeln registriert. Wie das Innenministerium am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, fielen den Beamten 919 Personengruppen auf, die sich nicht an das Kontaktverbot hielten. Im gleichen Zeitraum wurden 79 Verstöße gegen die Schließungen von zum Beispiel Restaurants, Bars, Sport- oder Freizeiteinrichtungen festgestellt. Die Betroffenen müssen nun mit einem Bußgeld rechnen.

RKI-Chef: Von Entspannung der Lage noch nicht auszugehen

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), sieht weiterhin keinen Grund zur Entspannung.

15:44 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hält die Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie für wirksam, sieht aber noch keinen Grund zur Entwarnung. "Von einer Entspannung kann man noch nicht wirklich ausgehen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Die Zahl der pro Tag neu übermittelten Fälle sei noch immer auf hohem Niveau: Sie habe am Donnerstag mit rund 5.000 Fällen wieder höher gelegen als am Dienstag und Mittwoch mit je circa 4.000 Fällen.

Der Anteil der verstorbenen Infizierten in Deutschland sei erwartungsgemäß weiter gestiegen: auf nun 1,9 Prozent, sagte Wieler. Er gab zu bedenken, dass die nun registrierten Todesfälle Menschen seien, die vor ein bis zwei Wochen erkrankten. Hintergrund seien Ausbrüche in Pflegeheimen sowie eine generelle Zunahme von Infektionen bei älteren Menschen. Viele Patienten würden im Krankenhaus behandelt, es sei mit weiteren Todesfällen zu rechnen, so der RKI-Chef.

Merkel: "Wir müssen konzentriert bleiben"

15:43 Uhr: Angela Merkel appelliert kurz vor Ostern noch einmal an die Bürger und Bürgerinnen, sich weiterhin an die Maßnahmen zu halten. Man dürfte gerade jetzt nicht leichtsinnig werden. "Wir müssen konzentriert bleiben, die Lage ist fragil", erklärt die Bundeskanzlerin. Man könne sich schnell zerstören, was man sich bisher aufgebaut habe.
Merkel sieht nach den neuesten Infektionszahlen in der Corona-Krise jedoch "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung". "Der Anstieg flacht sich leicht ab", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Weitere Verschärfungen der Maßnahmen seien derzeit nicht nötig.
Zudem hat Merkel die Bedeutung einer höheren Produktion von Schutzausrüstung in Deutschland in der Corona-Krise betont. Sie sagte am Donnerstag in Berlin, der weltweite Bedarf etwa an Schutzmasken habe sich vervielfacht. 90 Prozent der Schutzausrüstung stamme aus Asien. Es sei notwendig, eine größere strategische Unabhängigkeit zu erreichen, dies müsse auch im Verbund der Europäischen Union passieren.

Polen führt Mundschutz-Pflicht ein

15:12 Uhr: Polen führt eine Mundschutz-Pflicht ein, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Vom 16. April an müssten alle Bürger in der Öffentlichkeit Mund und Nase bedecken, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Donnerstag in Warschau. "Das muss keine Gesichtsmaske sein, ein Halstuch oder ein Schal tun es auch."

Außerdem verlängert Polen alle bisherig bestehenden Schutzmaßnahmen, allerdings mit unterschiedlich langer Dauer. Bis zum 19. April sollen weiterhin alle Läden mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Geschäften geschlossen bleiben, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Das gleiche gelte für Friseursalons und Kosmetikstudios.

Bis zum 26. April dagegen hält Polen an der Schließung aller Schulen fest. Auch internationale Flüge und Zugverbindungen wird es bis dahin nicht geben. Die Grenzen sollen bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Für Rückkehrer aus dem Ausland gilt solange eine 14-tägige Quarantäne.

Schon 80.000 Online-Anträge auf Notfall-Kinderzuschlag

15:00 Uhr: Seit der Ausweitung des Kinderzuschlags zur Unterstützung von Eltern in der Corona-Krise sind nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fast 80.000 Online-Anträge auf die Familienleistung eingegangen. Viele Mitarbeiter in den Familienkassen arbeiteten jetzt daran, dass die Familien die Unterstützung erhielten, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag in Berlin.

Kinderzuschlag bekommen Familien mit niedrigem Einkommen, das nur knapp über Hartz-IV-Niveau liegt. Abhängig von der Bedürftigkeit gibt es maximal 185 Euro pro Kind und Monat. Der Betrag wird monatlich gemeinsam mit dem Kindergeld überwiesen.

Um Familien mit wegbrechenden Einkommen in der Corona-Krise zu unterstützen, gelten seit Anfang April befristet bis Ende September neue Berechnungsgrundlagen: Beim Antrag wird nur noch das Einkommen des letzten Monats geprüft, nicht das der letzten sechs Monate. Dadurch qualifizieren sich mehr Eltern für den Kinderzuschlag.

Spahn sieht Ostern als "Weggabelung"

14:44 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich ablehnend zu weitgehenden Lockerungen der harten Beschränkungen für die Bürger im Kampf gegen die Corona-Krise geäußert. Es werde bei den nach Ostern anstehenden Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder nicht um einen Ausstieg aus den Vorkehrungen gehen, sondern maximal um die Lockerung einzelner Maßnahmen, sagte Spahn am Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sonder-Videokonferenz der Unionsfraktion.

Jens Spahn (CDU) äußert sich bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Coronavirus-Situation.

Zugleich zeigte sich Spahn in der Videokonferenz hoffnungsvoll, dass die harten Beschränkungen Wirkung zeigen. Er sei vorsichtig optimistisch, dass der jetzt zu erwartende Gipfel bei der Zahl der Infektionen nicht zu groß sein werde, wurde Spahn zitiert.

Spahn rief die Bürger in einer Pressekonferenz dazu auf, sich weiter an die geltenden Regeln zu halten. "Ostern wird eine Weggabelung sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. "Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher. Werden wir jetzt nachlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verlängerung der Auflagen nötig wird."

Wissenschaftler: Bei Coronatests Prioritäten setzen

14:03 Uhr: Deutsche Wissenschaftler raten bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie dazu, bei Tests weiterhin Prioritäten zu setzen. Da die Kapazitäten beschränkt seien, sollten vorrangig Menschen mit einem konkreten Krankheitsverdacht, medizinisches Personal und enge Kontaktpersonen von Infizierten getestet werden, sagte Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz.

Auch Charité-Experte Christian Drosten riet zu symptomgerichteten Tests und Tests bei Hochrisiko-Kontakten. Alles andere halte er im Moment für Zeit- und Energieverschwendung. Denn es mangele weltweit an Nachschub für die Reagenzien, die für diese Tests auf Viren-Erbgut nötig seien. Das Robert Koch-Institut hat seit rund zwei Wochen auch den Aufenthalt in einem Risikogebiet als ein Kriterium für Tests gestrichen.

Bisher gelten sechs bis sieben Prozent der Corona-Tests in Deutschland als positiv. Pro Woche werden bundesweit bis zu 500.000 Tests gemacht.

Als Messlatte für die Entscheidung, Schutzmaßnahmen zurückzufahren, nannte Krause die Versorgungskapazitäten für Patienten in Kliniken als Parameter. "Das ist am wichtigsten." Würde zu viel auf einmal zurückgenommen, könnte das ein sehr starkes Wachstum der Epidemie bedeuten, ergänzte Drosten.

Gericht: Gottesdienste mit Besuchern bleiben in Corona-Krise verboten

13:43 Uhr: In der Corona-Pandemie ist zur Verhinderung von weiteren Ansteckungen auch ein Verbot von Gottesdiensten mit Besuchern erlaubt. Dies entschied am Donnerstag der Bayerische Verwaltungsgerichtshof und wies damit den Eilantrag eines Münchner Anwalts ab. Der Mann hatte in der vergangenen Woche gegen das sogenannte Gottesdienstverbot geklagt, weil er als Katholik das Osterfest auch in Corona-Zeiten mit einem Gottesdienst feiern wollte.

Er begründet dies damit, dass das Verbot ihn in seiner Religionsfreiheit verletze. Das Gericht folgte der Argumentation nicht. Es betonte aber, dass bei religiösen Zusammenkünften letztlich auch zu prüfen sei, "ob im Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann".

Bund sieht Milliarden-Bedarf an Schutzmasken

13:40 Uhr: Die Bundesregierung sieht angesichts der Corona-Krise Bedarf an Milliarden von Schutzmasken. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Donnerstag in Berlin. Der Bedarf werde dauerhaft ansteigen und für lange Zeit hoch bleiben.

Allein im Gesundheitswesen ist laut Minister Jens Spahn (CDU) in der aktuellen Corona-Lage von einem Jahresbedarf von bis zu 450 Millionen FFP-2-Spezialmasken auszugehen. Hinzu kämen eine Milliarde OP-Masken als Mund-Nasen-Schutz. Schutzausstattung ist derzeit weltweit knapp.

Der Bund ist daher in eine Beschaffung eingestiegen und will über Anreize eine inländische Masken-Produktion aufbauen. Altmaier sagte, derzeit würden etwa 90 Prozent in Asien hergestellt. Ein Ziel sei erreicht, wenn es gelinge, diesen Prozentsatz sichtbar zu reduzieren.

Spahn berichtete, nach einer ersten kleineren Ausschreibung seien mehr als 100 Angebote eingegangen, die zuschlagsfähig erschienen. Dabei gehe es um erste Lieferungen bis Mitte August. Verträge sollten eine Laufzeit bis Ende 2021 haben, um Planungssicherheit zu bieten.

Merkel in Unionsfraktion: Hoffnungsschimmer in Corona-Krise

Angela Merkel spricht von einem "Hoffnungsschimmer".

13:05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine positive Zwischenbilanz der harten Beschränkungen für die Bürger in der Corona-Krise gezogen. Es gebe einen "Hoffnungsschimmer", sagte Merkel am Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sonder-Videokonferenz der Unionsfraktion zur Lage im Kampf gegen die Corona-Krise.

Der Maßstab des Handelns der Bundesregierung sei es gewesen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Dies sei bislang ganz gut gelungen, wurde die Kanzlerin zitiert.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Hygiene-Experte: Händewaschen löst Coronaviren gut ab

12:40 Uhr: Der Bonner Infektionsschutzexperte Martin Exner hat die Bedeutung von Hygienemaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterstrichen.

Das Virus könne über einen langen Zeitraum auch auf Flächen überleben, sagte der Wissenschaftler am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorstellung von Zwischenergebnissen einer Corona-Feldstudie, die im besonderes betroffenen Kreis Heinsberg durchgeführt wird.

Um eine Corona-Infektion auszulösen, müsse das Virus aber in die Schleimhäute gelangen - etwa über Mund oder Augen. Daher sei es wichtig, dass die Bevölkerung lerne, mit den Risiken angemessen umzugehen.

Gründliches Waschen der Hände mit Seife löse die Viren gut ab und könne sie "inaktivieren", sagte der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit. Es klinge banal, sei aber wichtig, solche Hygiene-Maßnahmen zu trainieren.

Hauptsächlich werde das Virus aber durch Tröpfcheninfektion übertragen - etwa durch Husten. Deshalb sei das Tragen von Mundschutz in Krankenhäusern unerlässlich.

Auch Gunther Hartmann, Professor für Klinische Chemie und Pharmakologie an der Universität Bonn, berichtete, nach ersten vorsichtigen Einschätzungen sei davon auszugehen, dass der Schweregrad der Erkrankung über Hygienemaßnahmen reduziert werden könnte. "Die Zahl der Erreger hat bei Erstinfektionen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung."

US-Studien: Coronavirus in New York stammt vorwiegend aus Europa

12:20 Uhr: Hauptsächlich Reisende aus Europa und nicht aus Asien haben das Coronavirus Sars-CoV-2 Studien zufolge in den Großraum der US-Metropole New York gebracht.

Zudem zirkulierte das Virus bereits seit Mitte Februar und damit Wochen, bevor der erste bestätigte Infektionsfall bekannt wurde, wie die Zeitung "The New York Times" am Mittwoch (Ortszeit) berichtete.

"Die Mehrheit (der Fälle) ist klar europäisch", zitierte die Zeitung den Genforscher Harm van Bakel von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, der Mitautor einer der Studien ist. Bislang sind die Ergebnisse von van Bakel und Kollegen nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen dem Bericht zufolge auch Forscher der NYU Grossman School of Medicine in New York - obwohl sie eine andere Gruppe von Fällen untersuchten.

Beide Teams hatten seit Mitte März Genome des Virus unter New Yorkern analysiert. Zudem stellten beide Forscherteams fest, dass das Virus sich bereits zuvor unbemerkt verbreitet hatte, aber mithilfe breit angelegter Testprogramme hätte entdeckt werden können.

Virologe regt schrittweise Schulöffnung nach Ferien an

Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik, kann sich eine Schulöffnung nach den Osterferien vorstellen.

11:50 Uhr: Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält eine schrittweise Öffnung der Schulen nach den Osterferien aus fachlicher Sicht für möglich. "Man könnte mit der Oberstufe anfangen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Älteren Schülern falle es leichter, die notwendigen Regeln einzuhalten. Essentiell seien die Abstandsregeln.

Hintergrund von Dittmers Vorschlag ist die Beobachtung, dass "Kinder von dieser Infektion am wenigsten von allen Bevölkerungsgruppen betroffen" sind, wie es der Experte formuliert. Die Ursache dafür sei noch unbekannt. "Das Risiko, dass sich die Kinder in der Schule gegenseitig anstecken und schwer an COVID-19 erkrankten, halte ich daher für äußerst gering."

Allerdings könnten Kinder sich infizieren, nicht erkranken und dann trotzdem ihre Großeltern oder vorerkrankten Eltern anstecken. "Das ist nicht sehr wahrscheinlich, aber möglich", so Dittmer. Wie häufig das auftrete, lasse sich derzeit nicht sagen.

Mehr als 5.000 Coronavirus-Fälle in Japan

11:42 Uhr: In Japan hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5.000 überschritten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Donnerstag. Hinzu kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten.

Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen. In Japan sind die Maßnahmen laxer als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik, wo es schon mehr als 108.200 registrierte Corona-Infizierte gibt.

Analytiker werfen der Regierung in Tokio vor, deutlich weniger auf SARS-CoV-2 zu testen als andere Länder. Am Dienstag hatte Regierungschef Shinzo Abe den Notstand für den besonders betroffenen Großraum Tokio sowie einzelne andere Provinzen ausgerufen. In Tokio wurden am Donnerstag weitere mehr als 180 Infektionen bestätigt - ein neuer Tagesrekord. Bisher sind schon mehr als 1.500 Fälle bestätigt.

Hacker nehmen Krankenhäuser und Medizin-Firmen ins Visier

11:16 Uhr: Deutsche Krankenhäuser und Unternehmen der Pharmaindustrie werden in der Coronakrise verstärkt Ziel von Hacker-Angriffen. Wie das "Handelsblatt" am Donnerstag berichtete, beobachtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit einigen Tagen eine Zunahme von Cyberangriffen mit Bezug auf das Coronavirus.

Ende März berichtete die Behörde von Angriffen der chinesischen Hackergruppe APT41, die es seit Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt auf ausländische Ziele abgesehen habe, darunter auch Gesundheitseinrichtungen. Diese würde Schwachstellen in Software von Herstellern wie Citrix, Cisco und Zoho ausnutzen. "APT41 wird eine Verbindung zur chinesischen Regierung unterstellt, so dass Informationsdiebstahl das wahrscheinlichste Tatmotiv ist", heißt es in dem internen BSI-Lagebericht, der dem Handelsblatt vorliegt.

Viele Einrichtungen sind in der derzeitigen Ausnahmesituation besonders verwundbar, da teilweise mit Privatrechnern ausgestattete Homeoffice-Arbeitsplätze genutzt werden. Die Behörden haben Institutionen und Unternehmen im Bereich Medizin und Pharma bereits auf entsprechende Risiken hingewiesen.

Bund Deutscher Kriminalbeamter für Mundschutz-Pflicht

10:54 Uhr: Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, befürwortet das Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum während der Corona-Epidemie. Im SWR sagte er am Donnerstag: "Ich kann gar nicht verstehen, dass in Deutschland keine lautere Debatte darüber aufkommt, dass man Lockerungen mit Masken, die jeder draußen trägt, verbindet. Das wäre auch für alle Einsatzkräfte eine große Erleichterung."

Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen

Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Fiedler sagte: "Wenn ich höre, dass Herr Spahn nun Erleichterungen herstellen will und die Sicherheitsbehörden natürlich immer hintendran hängen hinter solchen Entscheidungen, wäre die Maskenpflicht eine, die ich wirklich sehr begrüßen würde."

Aus Fiedlers Sicht wäre das Tragen eines Schutzes über Mund und Nase keine große Einschränkung für die Bürger: "Wenn Sie die Freiheitsbeschränkungen mal miteinander vergleichen, dann dürfte es jedem einleuchten, dass es wirklich jedem hilft, wenn jeder eine Maske aufhat im Supermarkt beim Einkaufen und so weiter." Beim Motorradfahren müsse man schließlich auch einen Helm aufsetzen, beim Autofahren müsse man sich anschnallen: "Warum sollten wir also nicht eine Maske anziehen in diesen Tagen?"

Spaniens Ministerpräsident Sánchez warnt: "Die EU ist in Gefahr"

10:51 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat eindringlich vor einem Auseinanderfallen der Europäischen Union in der Folge der Coronakrise gewarnt. "Die EU ist in Gefahr, wenn es keine Solidarität gibt", sagte der sozialistische Politiker am Donnerstag im Parlament in Madrid.

Spanien und weitere Länder der Union fordern gemeinsame Anleihen - sogenannte Corona-Bonds - zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Deutschland und andere Staaten sind dagegen. Die EU-Staaten wollten am Donnerstagabend erneut versuchen, ein milliardenschweres Rettungspaket gegen die Krise zu schnüren.

Mit rund 150.000 Infektionsfällen und fast 15.000 Toten ist Spanien eines der vom Virus SARS-CoV-2 am schwersten betroffenen Länder weltweit. Im Land sei die Pandemie nun "dank des Alarmzustandes unter Kontrolle", versicherte Sánchez im Parlament. Die Rückkehr zur Normalität müsse dennoch "schrittweise" und "sehr vorsichtig" erfolgen. "Schon ein kleiner Fehler kann einen Rückfall auslösen", sagte er.

650.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet

10:39 Uhr: Die Zahl der Betriebe, die in der Coronakrise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470.000 Betrieben ermittelt worden.

Die Sondererhebung der Bundesagentur gibt keine Auskunft darüber, für wie viele Personen Kurzarbeit angemeldet wurde. Dies ist erst im Nachgang möglich, weil einige Betriebe Kurzarbeit zwar anmelden, diese dann aber nicht realisieren.

Außerdem variiert die Zahl der Beschäftigten pro Betrieb stark. Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 deutlich überschritten wird.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Mehr als 108.200 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.079 Tote

10:30 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mindestens 108.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.20 Uhr: mehr als 103.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2.079 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.20 Uhr: 1.819). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

NRW stoppt wegen Betrugsverdachts Zahlung von Corona-Soforthilfe

09:52 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Zahlung der Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstbetriebe vorerst gestoppt. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, es sei bereits am Dienstag nach Hinweisen auf Fakewebseiten Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden. In Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) sei am Mittwochabend der Stopp verfügt worden.

Demnach hatte das LKA festgestellt, dass die Betreiber der in Suchergebnissen im Internet prominent platzierten Fakewebseiten mit gefälschten Antragsformularen Daten abfischten und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften nutzten.

Das Land habe daraufhin die Bezirksregierungen angewiesen, die weitere Auszahlung der Gelder auszusetzen. In den kommenden Tagen werde die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren.

Kleinunternehmen und Selbstständige können dem Ministerium zufolge aber weiter die Soforthilfe beantragen. Es solle dafür aber ausschließlich die offizielle Internetseite genutzt werden - https://soforthilfe-corona.nrw.de. Das Ministerium will zeitnah über die weitere Entwicklung informieren. Antragsteller, die auf ihre Überweisung warten, wurden um Geduld gebeten.

NRW stoppt wegen Betrugsverdachts Zahlung von Corona-Soforthilfe

Nach Hinweisen auf einen Betrugsverdacht hat das Land Nordrhein-Westfalen die Zahlung der Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstbetriebe vorerst gestoppt. Betrüger sollen Daten gefischt haben.

Universität: 1,48 Millionen Coronavirus-Infektionen weltweit

09:39 Uhr: Nachdem die Universität in Baltimore zuvor 1,5 Millionen Infektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet hatte, wurde die Zahl nun nach unten korrigiert. Nach aktuellen Zahlen der Universität Johns Hopkins ist weltweit bei rund 1,48 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden (Stand: Donnerstag 9 Uhr deutscher Zeit). Die Webseite der Universität nutzt unter anderem Medien und Behörden als Quellen und wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert.

Laschet: "Flexibler Einstieg" bei wirksamen Corona-Regeln möglich

09:23 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. "Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag). "Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen", sagte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, fordert einen klaren Fahrplan.

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: "Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt."

Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, "nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen". Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. "Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen." Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Mehr als 5.000 Coronavirus-Fälle in Japan

09:08 Uhr: In Japan hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5.000 überschritten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Donnerstag.

Hinzu kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen.

In Japan sind die Maßnahmen laxer als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik. Analytiker werfen der Regierung in Tokio vor, deutlich weniger auf SARS-CoV-2 zu testen als andere Länder.

Ärzte ohne Grenzen befürchtet Katastrophe in Afrika wegen Corona

08:48 Uhr: Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen befürchtet katastrophale Auswirkungen der Corona-Pandemie in Afrika. "Schwere Fälle zu behandeln, ist wegen der geringen Zahl an Intensivstationen gar nicht möglich"", sagte der für die Organisation arbeitende Epidemiologe Maximilian Gertner im Interview der "Sächsischen Zeitung" aus Dresden.

Selbst einfache Schutzmaßnahmen seien wegen der Lebensverhältnisse in afrikanischen Staaten oft nicht möglich. "Wer beengt wohnt und keinen Wasseranschluss hat, kann sich nur schwer vor einer Infektion schützen", sagte Gertler.

Export legt im Februar zu - Coronakrise bremst aber Handel mit China

08:37 Uhr: Deutsche Unternehmen haben vor der Eskalation der Coronakrise in Europa insgesamt mehr Waren ausgeführt. Die Exporte stiegen im Februar um 0,4 Prozent auf 109,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Erste Effekte der Pandemie zeigten sich den Angaben zufolge aber im Handel mit der im Februar besonders von dem neuen Virus betroffenen Volksrepublik China.

Die Ausfuhren in das Land sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, die Importe aus China verringerten sich um 12,0 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist einer der wichtigsten Einzelmärkte für Waren "Made in Germany".

Ein Exportplus von 0,8 Prozent gab es im Februar hingegen im Handel mit Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Importe nach Deutschland verringerten sich insgesamt um 2,9 Prozent auf 88,5 Milliarden Euro.

Greenpeace: Staat muss Demos auch in der Coronakrise ermöglichen

08:27 Uhr: Greenpeace prangert unverhältnismäßige Beschränkungen für Versammlungen und Demonstrationen wegen der Coronakrise an. "Politische Beteiligung ist auch in Zeiten von Corona unverzichtbar. Über Jahrzehnte gewachsene Demonstrationsformen wie die Ostermärsche komplett zu verbieten, verstößt gegen das Versammlungsrecht", kritisierte Greenpeace-Expertin und Juristin Anna von Gall am Donnerstag.

Die Bundesländer müssten Demonstrationen ermöglichen, wenn die Teilnehmer Maßnahmen gegen die Ansteckungsgefahr beachten. "Der Staat muss dafür sorgen, dass solche Demonstrationen ungestört stattfinden können", erklärte von Gall.

Die Versammlungsfreiheit sei durch die Corona-Maßnahmen einzelner Bundesländer unverhältnismäßig stark eingeschränkt, meinen die Autoren einer Studie, die Greenpeace bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) in Auftrag gegeben hat. Thüringen und Bayern kämen einem Versammlungsverbot etwa sehr nahe, indem sie ausdrücklich Demonstrationen und Versammlungen verbieten, kritisiert Greenpeace.

Können Haustiere das Coronavirus übertragen?

08:23 Uhr: Können Haustiere das Coronavirus übertragen? Eine neue Studie dürfte zumindest die Hundebesitzer beruhigen. Der Untersuchung des Wissenschaftsmagazin "Science" zufolge können sich aber Katzen mit dem Coronavirus infizieren.

Können Haustiere das Coronavirus übertragen?

Können Haustiere das Coronavirus übertragen? Eine neue Studie dürfte zumindest die Hundebesitzer beruhigen. Der Untersuchung des Wissenschaftsmagazin "Science" zufolge können sich aber Katzen mit dem Coronavirus infizieren.

US-Kneipe verteilt Geld an Mitarbeiter

08:12 Uhr: Auch in den USA trifft die Corona-Pandemie die Gastronomie besonders hart. Um ihren derzeit arbeitslosen Mitarbeitern zu helfen, hat die Besitzerin einer Kneipe im Bundesstaat Georgia deshalb Geldscheine ablösen lassen, die über Jahre an einer Wand der Bar befestigt waren.

Das Geld verteilte sie anschließend an ihre Mitarbeiter, wie der Sender CNN am Mittwoch berichtete. Dabei sei eine Summe von umgerechnet rund 3.400 Euro zusammengekommen, Gäste hätten dies dann durch Spenden auf etwa 3.700 Euro aufgestockt.

Auf Anordnung der Behörden musste die Kneipe in der Kleinstadt Tybee Island schließen. Knapp 15 Jahre lang schrieben Gäste dort dem Bericht zufolge auf Dollarscheine und hefteten diese an die Wände und Decken.

Ende März kam der Besitzerin Jennifer Knox dann die Idee. "Wir saßen dort hinter verschlossenen Türen und ich dachte, oh mein Gott, da ist Geld an den Wänden und wir haben Zeit", sagte sie. "Wir müssen das Geld abmachen."

Fünf Freiwillige brauchten demnach dreieinhalb Tage dafür. Die anschließende Säuberung und Zählung der Banknoten kostete weitere anderthalb Wochen.

Umfrage: Mehrheit gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen ab 20. April

08:01 Uhr: Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen. Lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind vorerst bis zum 19. April befristet. Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 15. und am 19. April mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Wie die Civey-Umfrage ergab, sollten aus Sicht der Befragten zuerst Geschäfte sowie Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, gefolgt von Friseursalons, Spielplätzen, Restaurants/Cafes, Kirchen, Museen und Fitnessstudios.

DGB fordert Anhebung des Kurzarbeitergeldes

07:28 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet, dass Beschäftigte mit niedrigem Einkommen durch Corona-bedingte Kurzarbeit in die Armut abrutschen könnten. Viele Angestellte landen mit ihrem derzeitigen Kurzarbeitergeld unterhalb der staatlichen Grundsicherung, wie aus DGB-Zahlen hervorgeht, aus denen die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) zitieren.

Betroffen sind demnach besonders Beschäftigte in den Dienstleistungsberufen, aber auch Kulturschaffende. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte in den Zeitungen eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. "Um halbwegs gut durchzukommen, sind mindestens 80 Prozent des normalen Verdienstes nötig", sagte sie.

Coronakrise löst Pommes-Krise aus

7:20 Uhr: Die Coronakrise hat die Nachfrage nach Pommes in Deutschland einbrechen lassen. Die Landwirte könnten in diesem Jahr auf etwa 200.000 Tonnen spezieller Pommes-Kartoffeln sitzen bleiben, erfuhr die "Neue Osnabrücker Zeitung" vom Deutschen Bauernverband. Den möglichen Schaden schätzt der Verband auf 30 bis 40 Millionen Euro.

Auslöser der Pommes-Krise sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Weil Kantinen, Restaurants und andere Großabnehmer weitgehend geschlossen haben, fehlten Pommes-Produzenten wichtige Kunden, berichte die "NOZ". Die Produktion ruhe.

Spahn: Schrittweise Rückkehr zur Normalität nach Osterferien denkbar

06:57 Uhr: Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

In einem freiheitlichen Rechtsstaat könnten weitreichende Einschränkungen von Grundrechten nur so lange funktionieren, wie sie verstanden und akzeptiert würden. Deshalb sei es nicht nur wichtig, das Handeln gut zu begründen, sondern auch eine Perspektive aufzuzeigen.

Zu den Ansteckungszahlen hierzulande sagte Spahn: "Wir sehen einen positiven Trend. Aber der muss sich verstetigen." Voraussetzung dafür sei, dass sich die Bevölkerung auch über die Feiertage an die Alltagsbeschränkungen halte.

Am Donnerstag-Nachmittag wollen Spahn, Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informieren. Am Mittwoch hatte die Zahl der Todesopfer die Marke von 2.000 erreicht. Auch in den Ländern gehen die Beratungen weiter, in Sachsen und Nordrhein-Westfalen kommen die Landtage zu Sondersitzungen zusammen.

Uni: Zweiter Tag in Folge mit fast 2.000 Corona-Toten in den USA

06:14 Uhr: In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie kurz nach Mitternacht am Donnerstag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging.

24 Stunden zuvor hatte die Universität die Zahl der Toten noch mit
12.907 ausgewiesen. Den Angaben nach wurden bereits rund 430.000 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen.

Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 88.500 Menschen starben demnach, weitere rund 330.000 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.

New York hat nun weltweit die meisten Corona-Fälle

New York hat nach Reuters-Zählungen mehr Corona-Fälle als jeder andere Staat in der Welt. In dem US-Bundesstaat sind am Mittwoch an einem einzigen Tag 779 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden.

Ditib rät Risikogruppen zu Fastenverzicht im Ramadan

05:45 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Pandemie rät der Islam-Dachverband Ditib Risikogruppen im islamischen Fastenmonat Ramadan zur Zurückhaltung. Kranke zum Beispiel seien ohnehin vom Fasten befreit und sollten diese Möglichkeit auch nutzen, sagte Generalsekretär Abdurrahman Atasoy der Deutschen Presse-Agentur.

"Dieses Jahr empfehlen wir zusätzlich auch jenen, die sich zwar gesund fühlen, aber als sogenannte Risikogruppe gelten und sich körperlich nicht fit genug empfinden, ebenfalls auf das Fasten zu verzichten. Die Gesundheit hat Vorrang."

Der Ramadan beginnt am 24. April und endet einen Monat später mit dem Zuckerfest. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime nach religiösem Brauch von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken.

Polizeigewerkschaft: Verstöße gegen Corona-Regeln erst selbst klären

05:30 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft dazu auf, Verstöße gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen erst einmal im Privaten anzusprechen. "In einem höflichen Miteinander kann man sich da schon verständigen, ohne dass man gleich die Polizei ruft", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Polizei versuche bei den Kontrollen mit Fingerspitzengefühl und Verhältnismäßigkeit vorzugehen, dies solle auch für den Umgang von Privatpersonen untereinander gelten. "Wogegen wir uns auch verwehren müssen, ist mögliche Wichtigtuerei und vor allen Dingen auch Denunziantentum. Das birgt Zündstoff."

Lehrerverband: Kein "Unterrichts-Vollstart" nach den Osterferien

04:26 Uhr: Eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien wird es nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes nicht geben.

Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und verkündet würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Merkel und die Länderchefs wollen am Mittwoch nach Ostern über das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten. Es geht dabei vor allem um die Frage, inwieweit beschlossene Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden können oder nicht.

Sollte bei der Schalte eine Verlängerung oder Verschärfung der bisherigen Maßnahmen vereinbart werden, dann werde es auch keine Schulöffnungen geben, sagte Meidinger. "Wird aber der Lockdown gelockert, kann man auch eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb wieder andenken."

Rockband U2 spendet Millionen für Kampf gegen Coronavirus

02:54 Uhr: Die irische Rockband U2 hat für den Kampf gegen das Coronavirus zehn Millionen Euro gespendet. Ein Teil der damit finanzierten medizinischen Ausrüstung sei bereits am Flughafen von Dublin eingetroffen, berichtete das irische Fernsehen RTE am Mittwochabend.

An der Aktion zur Beschaffung medizinischer Hilfe beteiligen sich nach diesen Angaben auch eine Reihe von Firmen. Die Band um ihren Frontman Bono setzt sich seit Jahren für eine Reihe von sozialen und politischen Projekten ein.

In Irland sind bisher knapp 6.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bisher gab es nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend 235 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

U2: die irische Rockband um Saenger Bono, mit Gitarrist The Edge, Bassist Adam Clayton und Schlagzeuger Larry Mullen junior

Ecuador stellt wegen Corona-Pandemie Hunderte Mediziner ein

02:49 Uhr: Zur Bekämpfung der grassierenden Corona-Pandemie stellt Ecuador Hunderte neue Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger ein. Insgesamt würden 606 zusätzliche Mediziner angeheuert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Außerdem werden 99 Landärzte aus den Provinzen in die Millionenmetropole Guayaquil versetzt, die sich in den vergangenen Wochen zum Brennpunkt der Pandemie in dem südamerikanischen Land entwickelt hat.

Bislang haben sich in Ecuador 4.450 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 242 Patienten starben, bei 240 weiteren besteht zumindest der Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Lungenkrankheit COVID-19. Zuletzt räumte Präsident Lenín Moreno allerdings ein, dass die offiziellen Zahlen deutlich hinter den tatsächlichen Fällen zurückbleiben dürften.

Trump würde USA am liebsten mit "großem Knall" wieder öffnen

02:25 Uhr: US-Präsident Donald Trump kann es nicht erwarten, dass die Coronakrise überwunden ist. Allerdings müsse die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen dafür wohl erst einmal zurückgehen, machte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich.

Er sprach von der Möglichkeit, dass das Land phasenweise zur Normalität zurückkehren könnte. Es könnte auch in weniger betroffenen Regionen schneller gehen als anderswo. Eigentlich wäre es schön, das Land "mit einem großen Knall" wieder zu öffnen, sagte Trump.

Ein Datum für eine Rückkehr zum Normalbetrieb wollte er nicht nennen. "Wir müssen vorsichtig sein", sagte Trump. Ganz anders klang das noch vor rund zwei Wochen, als er mit Verweis auf die verheerenden Folgen für die Wirtschaft sagte, die Beschränkungen möglichst schon Ostern aufheben zu wollen. Trump sagte am Mittwoch zu, sich auf den Rat seiner Experten verlassen zu wollen.

In der Pandemie steuern die USA derzeit auf eine kritische Phase zu, in denen nach Prognosen täglich mehr als 2.000 Corona-Infizierte sterben könnten. "Wir haben einige furchtbare Tage vor uns, aber wir werden einige wunderbare Tage vor uns haben, wir werden das hinter uns bringen", sagte Trump.

Je strikter die Amerikaner die Richtlinien zur sozialen Distanz einhielten, desto schneller gehe es. "Wir sind hoffentlich auf dem Weg zum letzten Abschnitt."

Coronavirus wird Einführung neuer Emojis 2021 verzögern

02:13 Uhr: Wegen der Coronakrise wird man im kommenden Jahr nicht wie gewohnt neue Emojis nutzen können. Die nächste Erweiterung des Emoji-Katalogs wurde von März auf September 2021 verschoben.

Entwickler brauchen danach traditionell noch rund ein halbes Jahr, um die Symbole etwa auf Smartphones umzusetzen. So sollen die im März dieses Jahres vorgestellten neuen Symbole erst im Herbst verfügbar sein.

Deswegen werden die Emojis aus dem nächsten Jahr erst 2022 auf die Geräte kommen, wie das zuständige Unicode-Konsortium am Mittwoch ankündigte.

Vlies für Atemschutzmasken wird knapp - lange Lieferzeiten

02:00 Uhr: Das für die Produktion von Atemschutzmasken benötigte Spezialvlies wird nach Angaben von Herstellern knapp. "Leider sind unsere Fertigungskapazitäten für Vliesstoffe für Atemmasken zum aktuellen Zeitpunkt vollkommen ausgeschöpft", heißt es beispielsweise bei der Firma Sandler.

Voraussichtlich bis Anfang Juni könne man deshalb keine Neuaufträge bearbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Schwarzenbach/Saale fertigt nach eigenen Angaben verschiedene Vliesstoffe, die für OP-Masken und den Mund-Nasen-Schutz verwendet werden können.

Der Hersteller Freudenberg liefert einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge nur noch an professionelle Schutzbekleidungshersteller. Das solle etwa verhindern, dass Spekulanten den Vliesstoff horten.

Auch Glatzeder, ein Hersteller von Schutzkleidung in Detmold, berichtete von großen Problemen bei der Materialbeschaffung. "Es gibt Lieferzeiten von sechs bis zwölf Monaten", sagte Geschäftsführerin Kristin Glatzeder. Deshalb suche man jetzt nach Ersatzmaterialien.

Meldungen rund um das Virus von den vergangenen Tagen lesen Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © Michael Kappeler/dpa