• ETH-Forscher Sai Reddy blickt dem kommenden Winter skeptisch entgegen.
  • Ihm bereiten sogenannte Fluchtmutationen des Coronavirus Sorge.
  • Diese können Antikörpern ausweichen.

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Der Herbst steht vor der Tür und der Winter ist nicht mehr allzu fern. Viele Menschen befürchten, dass die Delta-Variante des Coronavirus dann besonders heftig zuschlagen könnte. Ein ETH-Forscher sieht nicht nur harte Monate auf uns zukommen, sondern fürchtet sogar den Ausbruch einer Supervariante.

Sai Reddy
Sai Reddy ist Assistenzprofessor an der ETH Zürich.

Sai Reddy, Assistenzprofessor am Department of Biosystem Science and Engineering der ETH in Basel, sagte dem "SonntagsBlick": "Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine neue Variante auftaucht, bei der wir uns nicht mehr nur auf die Impfung verlassen können." Die Coronavirus-Varianten Beta und Gamma hätten Fluchtmutationen entwickelt, sodass sie Antikörpern teilweise ausweichen könnten, erklärte der Immunologe.

Sai Reddy: Kinder könnten zu Superspreadern werden

Die gute Nachricht: Obwohl die Delta-Variante viel ansteckender sei, habe diese bisher keine Fluchtmutation gebildet. Trotzdem warnt der Forscher: "COVID-22 könnte noch schlimmer werden als das, was wir jetzt erleben." Reddy sieht vor allem die Hersteller der Impfstoffe in der Pflicht. Sie müssten dann die Vakzine rasch anpassen.

Außerdem seien die neuesten Daten zur Delta-Variante beunruhigend: Die Viruslast von Delta sei so groß, dass jeder Ungeimpfte, der sich mit der Variante ansteckt, ein Superspreader sein könne. Gerade Kinder unter zwölf Jahren seien potentielle Superspreader, da sie aktuell noch nicht geimpft werden.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

Corona-Variante Delta verursacht andere Symptome als bisherige Mutationen

Bei der Delta-Variante des Coronavirus zeigt sich die Erkrankung eher als Erkältung. Der Verlust des Geschmackssinns hingegen ist seltener. Das fanden Forscher bei der Auswertung von App-Angaben in Großbritannien heraus.