Lange waren die Kinos wegen der Coronakrise hierzulande geschlossen. In manchen Bundesländern haben die Filmtheater unter Einhaltung konkreter Auflagen endlich wieder ihre Pforten geöffnet, in anderen steht das Comeback unmittelbar bevor. Lediglich in Niedersachsen müssen sich Freunde von Blockbustern noch gedulden. Hier gibt es noch kein fixes Datum für eine Wiedereröffnung.

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Lange herrschte wegen der Coronakrise in den Kinosälen des Landes die große Stille. Nach und nach erreichen die Lockerungen der strengen Maßnahmen jetzt auch die heimischen Filmtheater. Warum nur sukzessive? Im föderalen Deutschland wurde im Mai 2020 bekannt gegeben, dass die Öffnungstermine der Kinos Ländersache sind. Einen landesweiten einheitlichen Termin gibt es deshalb nicht.

In manchen Bundesländern dürfen Cineasten schon seit geraumer Zeit ihrer Leidenschaft nachgehen, in anderen gibt es jetzt einen fixen Termin für den Start. Lediglich im Bundesland Niedersachsen steht noch kein Termin für die Wiedereröffnung der Lichtspiele fest.

Einige Kinos bleiben wohl dennoch noch geschlossen

Trotz der Erlaubnis, wieder Programm machen zu können, bleiben einige Kinos wohl noch geschlossen. "Es kann durchaus sein, dass eine Wiedereröffnung bei so stark reduzierten Kapazitäten wirtschaftlich nicht sinnvoll ist", erklärt Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF KINO e.V. Teilweise waren aber die Ankündigungen auch zu kurzfristig.

"Die Umsetzung sämtlicher Hygiene- und Abstandsregelungen bedeutet einen hohen organisatorischen Aufwand und entsprechenden zeitlichen Vorlauf", erläutert Berg.

Die Situation in den einzelnen Bundesländern

Baden-Württemberg

Nach langer Zwangspause haben die Kinos in Baden-Württemberg seit 1. Juni wieder geöffnet. Gemäß der Corona-Verordnung des Landes sind Kulturveranstaltungen wie Filmvorführungen jedoch nur dann erlaubt, wenn weniger als 100 Personen daran teilnehmen. Die Einhaltung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen ist Voraussetzung für den Kinobetrieb.

Bayern

Auch das Land Bayern hat sich inzwischen festgelegt. Im flächengrößten Bundesland Deutschlands ist der Kinobetrieb ab 15. Juni wieder gestattet. Vor allem die großen Multiplexe werden zu diesem Zeitpunkt in Betrieb gehen. Kleinere Programmkinos werden möglicherweise noch abwarten und erst zu einem späteren Zeitpunkt öffnen. Für manche Kinobetreiber ist ein Start zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rentabel.

Berlin

Laut Senatsbeschluss steht einer Kino-Wiedereröffnung am 2. Juli in Berlin nichts mehr im Wege. Bis dahin müssen die Filmtheater noch ihre Hygienekonzepte den in Kürze erwarteten Auflagen anpassen, etwaige Umbauten in Angriff nehmen und das Personal auf die neuen Voraussetzungen schulen.

Brandenburg

Seit 6. Juni dürfen die Brandenburger Kinos unter konkreten Auflagen wieder Filme präsentieren. Trotz der Erlaubnis zur Wiedereröffnung fahren die Filmtheater ihren Betrieb nur langsam hoch. So manches Kino, darunter das Potsdamer Thalia Kino, wollen erst am 2. Juli die Pforten öffnen. Für viele Filmtheater aus Brandenburg kam die Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Betriebs einfach zu schnell. Sie benötigen noch Zeit.

Bremen

In Bremen ist der Kinobetrieb laut einer neuen Verordnung des Senats mit 12. Juni wieder gestattet - wenn auch nur theoretisch. Denn auch in Bremen gelten strenge Einschränkungen, die unter anderem eine Maximalzahl an Veranstaltungsteilnehmern von 200 Personen vorsieht.

Auch der coronabedingte Sicherheitsabstand von 1,5 Metern muss im gesamten Bundesland eingehalten werden. Wie sehr die Bremer Kinobetreiber von der Erlaubnis Gebrauch machen, wird sich erst zeigen.

Hamburg

Bereits seit 27. Mai ist es den Hamburger Kinos laut einer Verordnung der Landesregierung wieder erlaubt, Filmbegeisterte zu empfangen. Die Betreiber müssen jedoch die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten und gewährleisten, dass auch ihre Gäste dies können. So muss der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Weiters werden die Kontaktdaten der Besucher erhoben, um künftig Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Hessen

Dank der Corona-Lockerungen dürfen hessische Filmliebhaber schon seit 15. Mai ihrer großen Leidenschaft frönen. Voraussetzung dafür ist auch in Hessen die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Zwar kann man die Filme ohne Maske genießen, doch für den Aufenthalt im Foyer oder den Gang zur Toilette ist das Tragen einer Maske verpflichtend. Details findet man in den Auslegungshinweisen zur Verordnung.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen die Kinos bereits wieder seit 25. Mai ihre Filme präsentieren. Aber auch hier gelten laut einer Verordnung der Landesregierung begrenzte Besucherzahlen. Ein eigenes Hygienekonzept ist für die Betreiber ebenso notwendig.

Niedersachsen

Das zweitgrößte Bundesland Deutschlands hat als einziges Bundesland noch keinen Termin für die Wiedereröffnung der Kinos. Der Stufenplan der Landesregierung, der bis 22. Juni laufen soll, sieht noch keinen solchen. Bis dahin werden die Kinos demnach geschlossen bleiben. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar.

Nordrhein-Westfalen

Bereits seit 30. Mai haben die Kinos in Nordrhein-Westfalen wieder offen. Basis der Wiedereröffnung ist ein Sicherheits- und Hygienekonzept. So gilt für Besucher beispielsweise laut Landesverordnung und Hygiene- und Infektionsschutzstandards im gesamten Kino sowie bei Toilettenbesuchen während der Vorstellungen eine Maskenpflicht. Am Platz selbst darf die Maske abgenommen werden.

Rheinland-Pfalz

Noch früher als in Nordrhein-Westfalen, nämlich seit 27. Mai, dürfen die Kinos in Rheinland-Pfalz wieder ihr Programm zum Besten geben. Im Bundesland gibt es neben der Corona-Bekämpfungsverordnung auch ein eigenes Hygienekonzept für Kinos, an das sich die Betreiber halten müssen.

Saarland

Den Kinos im Saarland war es schon mit 18. Mai gestattet, ihre Pforten öffnen. Vor allem in Saarbrücken können Cineasten wieder ihrer Passion nachgehen. In anderen Landkreisen geht es vermutlich erst nach dem 15. Juni oder noch später los. Auch für die saarländischen Kinos gibt es einen eigenen Hygieneplan.

Sachsen

Zwar dürfen die Kinos in Sachsen bereits wieder seit 18. Mai ihre Filme präsentieren, doch viele Betreiber halten die Lichtspielhäuser noch geschlossen. So wollen etwa die "Passage Kinos" in Leipzig erst am 2. Juli wieder loslegen. Auch in Sachsen muss ein von der kommunalen Behörde genehmigtes Hygienekonzept vorliegen.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist laut einer Verordnung und unter Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelung der Kinobetrieb seit 28. Mai wieder gestattet. In Bereichen, in denen das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann - etwa beim Aufsuchen des Sitzplatzes oder in den Gängen - ist ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

Schleswig-Holstein

Am 18. Mai war es im Bundesland Schleswig-Holstein so weit: An diesem Tag durften laut Landesverordnung die Kinos ihren Vorführungsbetrieb wieder aufnehmen. Allerdings sind in Schleswig-Holstein in einem Saal nicht mehr als 50 Besucher zugelassen. Ein Hygienekonzept ist auch in Schleswig-Holstein erforderlich, und das Abstandsgebot von 1,5 Metern gilt ebenso.

Thüringen

Das Thüringer Kabinett hat vor geraumer Zeit eine neue Landesverordnung beschlossen, die den Kinobetrieb im Land unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen ab 13. Juni erlaubt.

Kinos starten Betrieb unter konkreten Auflagen

Die Kinos in den Bundesländern dürfen lediglich unter bestimmen Voraussetzungen ihren Betrieb aufnehmen. Prinzipiell gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern. In manchen Bundesländern - in Bayern etwa - dürfen zudem nur maximal 50 Personen eine Vorführung besuchen.

Tatsache ist aber, dass sich die für Kinos erforderlichen Hygienevorschriften und Sicherheitskonzepte von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Ratsam ist es, sich beim Kino selbst über die Öffnungszeiten, Regelungen und Vorschriften zu informieren.

Zunächst eher Wiederaufnahme von Vor-Corona-Filmen

Die Zahl neuer Filme ist derzeit überschaubar, da viele Verleiher und Studios erst im Falle einer flächendeckenden bzw. weltweiten Wiedereröffnung der Kinos ihre neuen Filme auf den Markt bringen. Spektakuläre Produktionen wie etwa "Black Widow" oder "James Bond: Keine Zeit zu sterben" wurden bereits in den Herbst verschoben.

Zunächst kommt es also vorrangig zu Wiederaufnahmen von Filmen, die durch die Coronakrise gestoppt wurden - so zum Beispiel "Die Känguru-Chroniken", die kurz davor standen, eine Million Besucher zu erreichen, oder "Narziss und Goldmund".

Der erste Blockbuster könnte Christopher Nolans "Tenet" werden, der am 16. Juli starten soll. Einen knappen Monat später, am 13. August, wird voraussichtlich mit "Wonder Woman 1984" mit Gal Gadot in der Hauptrolle ein weiterer Kassenschlager Premiere feiern.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit "HDF KINO e.V"-Vorstandsvorsitzender Christine Berg
  • hdf-kino.de: Corona-Krise
  • Mannheim24.de: Baden-Württemberg: Diese Kinos haben schon geöffnet – und diese Regeln gelten jetzt
  • BR.de: Wie geht es weiter mit den Kinos in Bayern?
  • Moz.de: Viele Kino-Leinwände in Brandenburg bleiben noch dunkel
  • Frankfurter Rundschau online: Kino in Corona-Zeiten: Möglich aber umstritten
  • Westfalen-Blatt online: Nur Cinemaxx öffnet wieder
  • SR.de: Kinos im Saarland öffnen wieder
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