• In Sachsen-Anhalt ist eine 101-Jährige in einem Pflegeheim am Samstag geimpft worden.
  • Das entsprach offenbar nicht den Abmachungen aller Bundesländer, die erst am Sonntag starten wollten.
  • Bundesgesundheitsminister ist von dem Alleingang irritiert.

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Seit Sonntag wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Entgegen der Absprachen ist in Sachsen-Anhalt bereits am Samstag der neue Corona-Impfstoff gespritzt worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurde von dem vorgezogenen Impfstart im Landkreis Harz offenbar überrascht.

Spahns Sprecher sagte der "Bild am Sonntag", der Minister freue sich mit Edith Kwoizalla und wünsche ihr alles Gute. Der Sprecher betonte gleichwohl: "Allerdings hatten wir mit allen Partnerländern der EU und mit den 16 Bundesländern vereinbart, am Samstag an alle auszuliefern und ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen."

Am Sonntag berichtet das Halberstädter Seniorenzentrum, dass keiner der geimpften Mitarbeitenden und Bewohnern Probleme gehabt habe. "Es geht allen gut", sagte der Betreiber der Einrichtung, Tobias Krüger. Über die 101 Jahre alten Edith Kwoizalla, die die erste Impfdosis erhalten hatte, sagte er wie schon am Vortag: "Es geht ihr wie immer." Krüger selbst hatte sich auch impfen lassen.

Spahn: Impfungen werden ein "nationaler Kraftakt"

Die Impfungen an sich sind laut Spahn ein "nationaler Kraftakt". "Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können", sagte der CDU-Politiker am Samstag. Jede Impfung mehr bedeute weniger Infektionen und weniger Todesfälle. "Wer mitmacht, rettet Leben", betonte Spahn.

In Berlin hingegen haben die Impfungen gegen das Coronavirus wie geplant am Sonntag begonnen. Im Beisein von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bekam in einem Pflegeheim in Berlin-Steglitz am Sonntagmorgen eine 101 Jahre alte Seniorin eine Spritze mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer. (sap/dpa)

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