• Verschiedene Medien berichten, dass die sogenannte Lambda-Variante Europa erreicht hat.
  • Bisher wird die Mutation beobachtet, gilt aber noch nicht als besorgniserregend. Der Überblick.

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Im griechischen Alphabet folgt auf Delta der Buchstabe Epsilon. Bei den Coronavarianten, über die hierzulande diskutiert wird, geht es allerdings weiter mit Lambda. Die Lambda-Variante sei in Europa angekommen, berichteten verschiedene Medien. Wo genau? In welchem Ausmaß? Und was weiß man schon über diese Coronavirus-Mutante? Ein kurzer Überblick.

Lambda wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit dem 14. Juni als sogenannte "Variante von Interesse" gelistet. Auf dieser Liste stehen Virusmutanten, die genetische Veränderungen aufweisen, die wichtige Eigenschaften des Erregers verändern oder verändern könnten. Dazu zählen Übertragbarkeit, Krankheitsschwere sowie die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe, Medikamente und Diagnoseverfahren.

Im Gegensatz zu Delta oder Alpha ist Lambda laut Einstufung der WHO bislang keine "besorgniserregende Variante". Bei diesen Coronavirus-Mutanten ist bereits erwiesen, dass sie zum Beispiel ansteckender sind, häufiger schwere Krankheitsverläufe verursachen oder Impfstoffe schlechter gegen sie schützen.

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Einzelne Fälle gibt es in Deutschland seit Wochen

Bevor die WHO die Namensgebung der Coronavirus-Varianten änderte, war Lambda als C.37 bekannt. Zuerst nachgewiesen wurde sie in Peru. Laut WHO gab es bis zum 15. Juni bereits Nachweise der Variante aus 29 Ländern. Vor allem hatte sie sich demnach in Südamerika verbreitet. In Peru macht Lambda seit April rund 81 Prozent der sequenzierten Fälle aus, so die WHO.

Die Mutationen der Variante deuten an, dass sie infektiöser sein könnte und dass sie von Antikörpern schlechter ausgeschaltet wird; beides ist aber noch nicht erwiesen.

Falls nachgewiesen würde, dass Lambda tatsächlich eine dieser Eigenschaften hat, würde sie von der WHO von einer "Variante von Interesse" zu einer "besorgniserregenden Variante" hochgestuft.

Fälle auch in Spanien und Italien

Einzelne Fälle von Infektionen mit der Lambda-Variante gab es laut Robert Koch-Institut schon seit einigen Wochen. Im Virusvariantenbericht vom 30. Juni wird der Anteil der Variante in einer Stichprobe seit der Kalenderwoche 15 – also seit Mitte April – je nach Woche mit 0,1 bis 0,2 Prozent angegeben. Zum Vergleich: Der Anteil der Delta-Variante in derselben Stichprobe lag in der Kalenderwoche 15 ebenfalls bei 0,1 Prozent – und in der Kalenderwoche 24 bei 36,7 Prozent. Bisher hat sich Lambda also nicht in Deutschland durchsetzen können.

Die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC nennt in ihrem aktuellen Wochenbericht vereinzelte Lambda-Fälle in Spanien und Italien.

Laut einem Bericht der peruanischen Nachrichtenagentur Andina weist zudem die dortige Gesundheitsbehörde darauf hin, dass die dort verwendeten Impfstoffe (Pfizer/Biontech und Sinopharm) auch bei einer Infektion mit der Lambda-Variante wahrscheinlich sehr zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Übrigens: Zwar springt das Interesse hierzulande von Delta zu Lambda. Die WHO hat aber die dazwischen liegenden Buchstaben des griechischen Alphabets keineswegs ignoriert. Bei der Epsilon-Variante handelt es sich um eine "Variante von Interesse", die zuerst in den USA nachgewiesen wurde. Zeta, Eta, Theta, Iota und Kappa sind ebenfalls "Varianten von Interesse".  © DER SPIEGEL

Lauterbach zeigt sich über mögliche Impfresistenz von Delta-Variante besorgt

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sorgt sich wegen Berichten aus Israel über eine möglicherweise verminderte Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe gegen die Delta-Variante. "Wenn sich die Daten bestätigen, ist das Grund zur Sorge", sagte Lauterbach.