• 18:30 Uhr: ➤ Hinweise auf höhere Sterblichkeit bei britischer Coronavirus-Variante
  • 17:50 Uhr: Impfstofffirma Astrazeneca: Liefermengen für EU niedriger als geplant
  • 17:33 Uhr: Bayerischer Landkreis vergibt ersten digitalen Corona-Impfpass
  • 15:28 Uhr: Erstes EU-Land bestellt Impfstoff "Sputnik V" bei Russland
  • 13:04 Uhr: Londoner Polizei beendet Hochzeit mit 400 Gästen
  • 12:28 Uhr: Coronavirus-Variante aus Brasilien in Deutschland nachgewiesen
  • 09:32 Uhr: Krisenstab besorgt über schwere Corona-Verläufe bei Kindern
  • 05:57 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland überschreitet Marke von 50.000

➤ In England entdeckte Virus-Variante womöglich tödlicher als bisherige

18:30 Uhr: Die zuerst in England nachgewiesene Coronavirus-Mutante B.1.1.7 ist nach britischen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virus-Varianten. Es gebe mittlerweile "Hinweise", dass die Mutante nicht nur ansteckender sei, sondern auch "mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden" könne, sagte Premierminister Boris Johnson am Freitagabend in London. Die Virus-Variante hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet. Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 96.000 Infizierte starben bereits.

Ob und wie viel tödlicher die neue Variante ist, sei noch sehr unsicher, warnte der wissenschaftliche Berater der Regierung Patrick Vallance am Freitag. Gehe man bei der bisherigen Variante davon aus, dass von 1.000 Menschen im Alter von 60 Jahren zehn sterben, seien es bei der Variante etwa 13 oder 14 Todesfälle.

Experten in Großbritannien gehen nicht davon aus, dass die Schutzwirkung der bisher verwendeten Impfstoffe durch die heimische Virus-Variante beeinträchtigt wird. Für zwei weitere Mutationen, die in Brasilien und Südafrika entdeckt wurden, sei dies noch unklar, sagte Vallance. Laut Regierung haben im Vereinigten Königreich bereits 5,4 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Die weiteren Corona-News des Tages im Live-Ticker:

Impfstofffirma Astrazeneca: Liefermengen für EU niedriger als geplant

17:50 Uhr: Der Hersteller Astrazeneca wird zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant. Sollte der britisch-schwedische Konzern die Zulassung von der EU erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag auf Anfrage. Grund seien geringere Erträge an einem Produktionsstandort "innerhalb unserer europäischen Lieferkette". Eine Verzögerung der Lieferungen sei aber nicht geplant.

Nach Angaben aus EU-Kreisen warnte das Unternehmen gegenüber EU-Staaten vor möglichen Lieferproblemen bei seinem Impfstoff. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Der Hersteller hat zusammen mit der britischen Universität Oxford einen Impfstoff entwickelt, der in Großbritannien bereits genutzt wird. Für kommende Woche wird auch eine Zulassung in der Europäischen Union erwartet. Wie "Bild" berichtete, muss der Impfstoff nach den Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffmengen könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen auf die Produktion nach einem Brand in einem Werk in Indien noch nicht klar.

Bayerischer Landkreis vergibt ersten digitalen Corona-Impfpass

17:33 Uhr: Während in der EU über einen möglichen digitalen Impfpass und zu erfassende Daten diskutiert wird, hat ein Landkreis in Bayern eine erste digitale Impfkarte vergeben. Ein 71-jähriger Kinder- und Jugendmediziner, der noch praktiziert, bekam am Freitagnachmittag im oberbayerischen Landkreis Altötting seine zweite Corona-Impfung sowie die Impfkarte mit QR-Code, wie ein Sprecher des Landratsamtes erläuterte. Nach Informationen des Landratsamtes ist der Landkreis mit der Lösung bundesweit Vorreiter.

Erfasst werden demnach auf der Karte Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine. Scannt der Geimpfte den Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen.

Das Vorgehen sei nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt worden. "Wir haben das völlig eigenständig umgesetzt", sagte der Sprecher. Es gebe aber Interesse von anderen Landkreisen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Der Datenschutz sei gewährleistet, die Daten würden nur auf der Karte gespeichert. Mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) sei das Vorgehen entwickelt worden. Diese habe ein Kölner Unternehmen dazu geholt, das digitale Zertifikate erstellt.

Landrat Erwin Schneider (CSU) hatte die Impfkarte auf den Weg gebracht. "Wir wollten hier einen Start setzen", sagte der Sprecher. "Der Landrat wollte den Leuten schon einmal etwas an die Hand geben." Die Impfkarte sei freiwillig. Der Landkreis übernehme die Kosten.

Der Gedanke sei gewesen, die Daten schon einmal digital zu erfassen - und später möglicherweise auf ein überregionales System zu übertragen. "Wenn man das nach ein paar Monaten erst macht, müsste man alles nacherfassen", sagte der Sprecher. Noch sei ohnehin unklar, ob der Nachweis einer Impfung Vorteile bringen werde und welcher Art diese sein könnten. Privilegien für Geimpfte sind heftig umstritten.

Mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

17:46 Uhr: Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten.

Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Coronakrise lässt Außenhandel in Lateinamerika einbrechen

16:51 Uhr: Die Corona-Pandemie hat den Außenhandel in Lateinamerika und der Karibik einbrechen lassen. Die Exporte aus der Region gaben im vergangenen Jahr um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach, die Einfuhren um 20 Prozent, wie aus einem am Freitag vorgestellten Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hervorgeht.

Damit war 2020 für den Außenhandel der Region das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise 2008/2009. Weltweit rechnet die Welthandelsorganisation mit einem Rückgang des Warenverkehrs um etwa neun Prozent.

Sorgen bereitet der Cepal zudem, dass der Handel innerhalb der Region seit einigen Jahren immer weiter zurückgeht. "Es ist dringend nötig, dass wir die regionale Integration wieder verstärken, um uns nach der Pandemie zu erholen" sagte Cepal-Chefin Alicia Bárcena. "Wir brauchen ein besseres Zusammenspiel der verschiedenen Integrationsmechanismen, um die Fragmentierung des regionalen Marktes zu überwinden und einen nachhaltigen und inklusiven Aufschwung zu erreichen."

Aiwanger fordert Öffnung von Hotels und Skiliften im Februar

16:17 Uhr: Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert, die Hotels und Skilifte im Februar wieder zu öffnen. Gemeinsam sollten die Wirtschaftsminister "auch auf Bundesebene diese Öffnungsschritte einfordern" und nicht "wieder wie Kaninchen vor der Schlange warten, was von Frau Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz aus Berlin kommt", sagte Aiwanger am Freitag in München.

"Bei Hotels seh' ich überhaupt keinen Grund, nicht öffnen zu dürfen", sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Bundesvorsitzende der Freien Wähler. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin sollten "akzeptieren, dass man sich in einem Hotel nicht infiziert". Er sei auch überzeugt, "dass wir die Skilifte zeitnah öffnen können".

Die Österreicher zeigten, dass das gehe. Mit FFP-2-Masken an den Liften und Online-Buchungen vorab, um einen Andrang zu verhindern könnten die Pisten noch im Februar öffnen. Und auch die Heilbäder könnten mit guten Hygienekonzepten und Corona-Schnelltests am Eingang im Frühjahr wieder Gäste empfangen dürfen, forderte Aiwanger auf einem Tourismus-Forum der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Ungarn bestellt zwei Millionen Impfdosen in Russland

15:28 Uhr: Als erstes EU-Land hat Ungarn zwei Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" bestellt. Außenminister Peter Szijjarto kündigte am Freitag bei einem Besuch in Moskau an, dass das Mittel in drei Etappen geliefert werden solle.

Die ersten Dosen soll Ungarn binnen 30 Tagen erhalten. Bei einer Impfung mit "Sputnik V" sind zwei Injektionen nötig. In Russland wird bereits seit Anfang Dezember damit geimpft.

In Ungarn bekam "Sputnik V" am Donnerstag die erste Notzulassung in der EU. Eine zweite Behörde muss allerdings noch zustimmen. Der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban klagt, dass sein Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern zu wenig Impfstoff von der EU erhalte.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bislang zwei Impfstoffe westlicher Produzenten - den von Biontech-Pfizer und den von Moderna - für den Gebrauch in der EU zugelassen.

Kanzleramtschef zuversichtlich über Rückkehr zur Normalität im Sommer

15:20 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat sich trotz angespannter Corona-Lage optimistisch über eine Rückkehr zum normalen Leben im Sommer geäußert. Dafür müssten Fallzahlen schnell gesenkt werden und mit guter Kontrolle über das Infektionsgeschehen könne man schrittweise die Beschränkungen lockern. "Der Frühling macht es uns einfacher, und es kommen immer mehr Impfungen hinzu. Wir könnten im Sommer zu unserem normalen Leben zurückkehren", sagte Braun dem "Spiegel".

Im Interview mit dem SWR sagte Braun, er sei hoffnungsvoll, "dass Urlaub im Sommer möglich ist und dann auch die Pandemie letzten Endes einen gewissen Schlussstrich erfährt". Er betonte aber, dies sei nicht allein von der Politik abhängig, sondern auch von Impfstoff-Herstellern.
Eine große Gefahr sieht er in mutierten Coronaviren. "Wenn die Mutante sehr schnell ist, die Überhand gewinnt und unsere Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt werden, dann besteht die Gefahr, dass uns dieser Erfolg vermasselt wird", sagte Braun dem "Spiegel".

RKI-Präsident Wieler: Gesamtzahl der Toten "schier unfassbar"

14:42 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler sieht die derzeit hohen Todeszahlen sehr kritisch. "Das ist eine bedrückende, für mich schier unfassbare Zahl", sagte er am Freitag in Berlin über die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona von 50.642 Menschen.

Trotzdem sehe er die derzeit sinkenden Zahlen positiv. Wenn die Infektionszahlen gering gehalten würden, könnten schwere Verläufe sowie Todeszahlen verhindert und besser kontrolliert werden. Derzeit gebe es an vielen Tagen über tausend Todesfälle.

Vor allem die Ausbrüche in Pflegeheimen sieht Wieler kritisch. Etwa 900 Fälle seien bekannt, "wahrscheinlich gibt es auch eine Dunkelziffer."

Dennoch sind nach Aussagen Wielers Erfolge zu verzeichnen. "Die Zahlen sinken in den meisten Bundesländern, und das sind die Erfolge der Maßnahmen", so der RKI-Präsident. "Wir dürfen eben nicht nachlassen." Alle Maßnahmen schützten auch vor neuen Virusvarianten.

Steinmeier plant zentrale Gedenkfeier für Corona-Opfer nach Ostern

14:02 Uhr: Mit einer zentralen Gedenkfeier nach Ostern in Berlin will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Erinnerung an die Toten der Corona-Pandemie wach halten. Gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen wolle er damit "ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen", teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit.

Steinmeier sagte später in einer Online-Gesprächsrunde mit von der Pandemie betroffenen Bürgern, eine Gedenkfeier sei aktuell wegen der hohen Infektionszahlen noch nicht zu realisieren. Er hoffe aber, dass dies nach Ostern gehe.

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte.

"Das ist eben nicht nur eine Zahl, das ist nicht nur ein statistischer Wert, den wir heute zur Kenntnis nehmen und der sich morgen wieder verändert", sagte Steinmeier in der Gesprächsrunde. "Sondern hinter jeder Zahl steht ein Schicksal. Es ist ein Mensch verloren, der uns am Herzen lag."

Real-Trainer Zidane positiv auf das Coronavirus getestet

13:29 Uhr: Der Trainer des in einer sportlichen Krise steckenden spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid, Zinédine Zidane, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Verein am Freitag mit.

Zum Zustand des 48 Jahre alten Franzosen wurde zunächst nichts bekannt. Damit kann Zidane sein Team um Nationalspieler Toni Kroos nicht beim Liga-Spiel gegen den Tabellen-17. Deportivo Alavés am Samstag (21:00 Uhr) coachen.

Ein Sieg in der Partie wäre für den Coach enorm wichtig, denn nach der 1:2-Pokalblamage gegen den Drittligisten CC Alcoyano am Mittwoch steht Zidane bei den Königlichen in der Kritik.

Zudem könnte Reals Rückstand in der Meisterschaft auf Spitzenreiter und Stadtrivale Atlético Madrid bei einer Niederlage noch größer werden. Dieser beträgt bereits jetzt sieben Punkte, Real hat zudem eine Partie mehr bestritten.

Londoner Polizei beendet Hochzeit mit 400 Gästen

13:04 Uhr: Bei einem der wohl schwersten Verstöße gegen die Corona-Regeln in Großbritannien hat die Polizei in London eine Hochzeit mit etwa 400 Gästen aufgelöst. Viele Menschen seien aus der Schule, in der die Feier stattfand, beim Eintreffen der Beamten geflüchtet, teilte die Polizei am Freitag mit. Dem Veranstalter droht eine Geldstrafe von 10.000 Pfund (ca. 11.220 Euro). Fünf Gästen wurden am Donnerstagabend noch an Ort und Stelle je 200 Pfund Strafe aufgebrummt. Um neugierige Blicke abzuhalten, waren die Fenster des Gebäudes abgeklebt worden. In England sind derzeit wegen der Pandemie keine Treffen mit Menschen anderer Haushalte erlaubt.

"Es handelt sich um einen völlig inakzeptablen Gesetzesbruch", sagte der örtliche Polizeichef Marcus Barnett. Die Maßnahmen seien in Kraft, um den Gesundheitsdienst NHS zu entlasten. Etwa 100.000 Menschen sind in Großbritannien bereits an oder mit COVID-19 gestorben. "Es ist eine tödliche und sehr gefährliche Krankheit", betonte Barnett. "Im ganzen Land bringen Menschen Opfer, indem sie Hochzeiten und andere Feiern absagen oder verschieben, und es gibt keine Entschuldigung für dieses Verhalten."

Coronavirus-Variante aus Brasilien in Deutschland nachgewiesen

12:28 Uhr: Erstmals ist in Deutschland ein Nachweis der in Brasilien kursierenden Corona-Variante bekannt geworden. Die Mutante sei bei einem Reiserückkehrer in Hessen entdeckt worden, sagte Hessens Sozialministerium Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden.

Klose zufolge handelt es sich um den ersten Nachweis in Deutschland. Auch dem Robert-Koch-Institut (RKI) war am Freitag kein anderer Nachweis bekannt.

Die Person sei am Donnerstag aus Brasilien in Frankfurt angekommen, erklärte die Virologin Sandra Ciesek. Im Labor sei bei einer PCR-Untersuchung die in Brasilien entdeckte Mutation nachgewiesen worden. Die Sequenzierung stehe noch aus.

Neben der erstmals in Brasilien nachgewiesenen Variante stehen zwei weitere im Fokus, die zunächst in Großbritannien und in Südafrika entdeckt worden waren, und ebenfalls in Deutschland bereits nachgewiesen wurden. Alle drei Varianten stehen im Verdacht, ansteckender zu sein als der Wildtyp des Coronavirus SARS-CoV-2. Es gebe aber keine Hinweise, dass sie zu schwereren Verläufen führten, sagte Ciesek.

Details zu dem Fall wollten Klose und Ciesek nicht nennen. Aus einem Flugzeug sei gemeldet worden, dass eine positiv getestete Person an Bord sei.

Diese habe ihres Wissens nach keine Symptome gehabt. Wegen des Einreiselands habe man sich den Erreger genauer angeschaut.

Nach Angaben des RKI ähnelt die in Brasilien nachgewiesene Variante in ihren Veränderungen der aus Südafrika. Eine "erhöhte Transmissibilität wird als denkbar erachtet". Die Situation werde "weiter genau beobachtet".

Pflicht zu medizinischen Masken auch im Luftverkehr

12:03 Uhr: Die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird auch in Flugzeugen deutscher Gesellschaften und Flughäfen verschärft. Ab dem 1. Februar müssen auch dort medizinische Masken oder solche mit der FFP2-Norm getragen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mitteilte.

Man habe den Bund-Länder-Beschluss vom Dienstag entsprechend aufgegriffen. Einfache Stoffmasken sind dann ebenso ungenügend wie Gesichtsvisiere oder andere Bedeckungen wie Schals.

Die Lufthansa-Gruppe einschließlich der Gesellschaften Austrian und Swiss passt ihre Vorschriften ebenfalls an, wie sie in Frankfurt mitteilte. Eine Befreiung von der Tragepflicht während des Fluges sei weiterhin nur mit negativem COVID-19-Test und einem ärztlichen Attest auf einem Lufthansa-Formblatt möglich.

Berliner Karneval der Kulturen abgesagt

12:01 Uhr: Er ist einer der größten Straßenpartys in Deutschland: Der Berliner Karneval der Kulturen am Pfingstwochenende ist abgesagt - wie bereits im Vorjahr.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg habe einstimmig entschieden, "dass aufgrund der Corona-Pandemie im Frühjahr und Sommer 2021 im Bezirk keine großen Veranstaltungen oder Feste im öffentlichen Straßenland oder Grünanlagen stattfinden können", heißt es in einer Mitteilung des Bezirks vom Freitag.

Den Karneval der Kulturen gibt es seit 1996. Traditionell locken die multikulturelle Parade und das Straßenfest Hunderttausende Besucher an.

Rio sagt weltberühmten Karneval ab - viel nackte Haut gibt's trotzdem

Rio de Janeiro hat seinen Karneval wegen Corona für dieses Jahr komplett abgesagt. Es sei unsinnig 2021, sagte der Bürgermeister der brasilianischen Millionenmetropole, Paes.

Spahn: Null-COVID-Strategie für Deutschland keine Lösung

11:25 Uhr: Aus Sicht von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist die Null-COVID-Strategie für Deutschland nicht geeignet. "Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar", sagte Spahn am Freitag in Berlin.

Das Land liege in der Mitte eines Kontinents, in der Mitte der Europäischen Union, "deswegen sehe ich Null als dauerhafte Zielmarke nicht als das, was in einem Land wie Deutschland mit unserer Lage und Situation funktionieren kann." Eine Initiative "Zero COVID" macht sich mit diesem Ziel gerade für einen kompletten Shutdown europaweit stark.

Stattdessen müssten die Infektionszahlen weiterhin reduziert werden und möglichst niedrig bleiben, so Spahn weiter. Gegebenenfalls auch mit entsprechenden Maßnahmen an der Landesgrenze, um die Corona-Infektionen in Deutschland zu reduzieren und gering zu halten.

"Je näher die Inzidenz an die Null-Inzidenz kommt, desto besser", ergänzte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Wir müssen die Inzidenzen herunter bekommen."

So könnte das Virus beherrscht und Ausbrüche sofort erkannt und eingedämmt werden. "Je weiter wir sie runter bringen, desto besser für uns alle."

Corona-Pandemie: Wieler und Spahn vorsichtig optimistisch

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts sieht in Deutschland einen "leicht positiven Trend" bei der Entwicklung der Corona-Pandemie. Auch Spahn nennt die Zahlen "ermutigend" - aber immer noch viel zu hoch.

Rekord in Israel: 224.000 Corona-Impfungen an einem Tag

09:58 Uhr: In Israel ist ein Rekord an Impfungen gegen das Coronavirus verzeichnet worden. Wie Gesundheitsminister Juli Edelstein am Freitag bei Twitter schrieb, wurden am Vortag 224.000 Dosen verabreicht.

Insgesamt erhielten in dem Land mit seinen neun Millionen Einwohnern seit dem 19. Dezember rund 2,4 Millionen Menschen eine erste und etwa 850.000 Menschen auch schon die zweite Impfung.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in Israel. Hier erhielten bislang 1,3 Millionen Menschen eine Erst- und 78.000 Menschen eine Zweitimpfung (Stand 21. Januar).

In Israel gibt es ausreichend Impfstoff. Die Regierung hat früh entsprechend viele Dosen bestellt.

In einer Kooperation mit dem Unternehmen Pfizer stellt das Land zudem im Gegenzug für Impfstofflieferungen Datenmaterial zur Verfügung. Experten führen den Erfolg der Impfkampagne auch auf das starke und digitalisierte öffentliche Gesundheitssystem zurück.

Israel steckt in einer dritten Corona-Welle. Bis Ende Januar gilt ein Lockdown mit strengen Restriktionen. So darf man die eigene Wohnung in der Regel nur in einem Umkreis von 1.000 Metern verlassen.

Die Regierung will damit die hohen Infektionszahlen bekämpfen und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Am Freitag wurden 7.099 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen. In den Krankenhäusern liegen viele Schwerkranke. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 4.200 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

Ein großer Teil der Neuinfektionen wird Berichten zufolge unter den Strengreligiösen registriert. In ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele von ihnen halten sich jedoch auch nicht an die Corona-Regeln, in den vergangenen Tagen kam es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Im Vergleich zum Rest der Gesellschaft lassen sich auch weniger Ultraorthodoxe impfen. Viele Ultraorthodoxe fühlen sich nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher Vorgaben ihrer Rabbiner als denen des Staates.

Krisenstab besorgt über schwere Corona-Verläufe bei Kindern

09:32 Uhr: Unter den COVID-19-Patienten, die in Niedersachsen beatmet werden müssen, sind nach Angaben des Corona-Krisenstabs derzeit auch zwei Kinder. "Was sich unschön entwickelt, muss man wirklich sagen, ist die Situation bei den Kindern", sagte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtages.

Insgesamt seien acht Kinder mit COVID-19 im Krankenhaus. Seit vergangenem Freitag zählten dazu zwei Kinder, die beatmet werden.

Der Krisenstab geht davon aus, dass es sich die ganze Zeit um dieselben Kinder handelt. "So viele beatmete Kinder hatten wir, glaube ich, noch nie", sagte Scholz. Auch 1.387 erwachsene Corona-Patienten werden derzeit in niedersächsischen Krankenhäusern behandelt, davon werden 181 beatmet.

Drosten kritisiert Homeoffice-Regelungen: "Da hätte man sicher mehr tun können"

08:43 Uhr: Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat die kürzlich beschlossenen Regelungen zum Homeoffice als unzureichend bezeichnet. "Da hätte man sicher noch mehr tun können", sagt Drosten dem "Spiegel".

Es wäre gut gewesen, sich an der irischen Erfahrung im Herbst zu orientieren. "Irland hat damals strikt auf Homeoffice gedrängt, und das war anscheinend sehr effektiv", sagte Drosten. "Dadurch reduziert sich automatisch die Belegung im öffentlichen Personennahverkehr."

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch eine Verordnung verabschiedet, welche die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht.

Angesichts der ansteckenderen Virus-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien müssten die Fallzahlen nun möglichst weit nach unten gedrückt werden, sagte Drosten. "Es wäre absolut erstrebenswert, jetzt auf die Null zumindest zu zielen". Es bestehe momentan noch "die einmalige Gelegenheit", die Verbreitung dieser Variante in Deutschland zu verhindern oder zumindest stark zu verlangsamen.

Sollten die Fallzahlen jetzt nicht tief genug gesenkt werden, könne dies im Frühjahr und den Sommer negative Folgen nach sich ziehen. "Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil von Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden", sagte Drosten.

Dann würden sich innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen mit SARS-CoV-2 infizieren. "Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag", warnte Drosten.

Betroffen seien dann zwar eher jüngere Menschen, die seltener schwere Verläufe haben als ältere. "Aber wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll", sagte Drosten. "Und es gibt trotzdem viele Tote. Nur dass es jüngere Menschen trifft."

Der Virologe geht auch nicht davon aus, dass die Fallzahlen automatisch wieder sinken werden, wenn es wärmer wird. "Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind", sagte Drosten. "Das ist inzwischen aber nicht mehr so."

Nach jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland inzwischen mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektionen gestorben. Die Gesamtzahl der Infizierten liegt bei 2,1 Millionen.

Giffey: Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung ausweiten

08:11 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) plädiert für eine Ausweitung von Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung. "Ich glaube, es ist jetzt sehr wichtig, so lange das Impfen noch nicht möglich ist, die Tests auszuweiten", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin" am Freitag.

Derzeit gebe es in der Kinderbetreuung vor allem freiwillige Tests. Nach der aktuellen Corona-Kita-Studie seien etwa 20 Prozent der Erzieher coronabedingt nicht am Kind. "Das ist eine hohe Zahl", bemerkte Giffey. Sie seien krank oder in Quarantäne.

"Nach dem 14. Februar braucht es Öffnung", so die Familienministerin weiter. "Je länger es dauert, desto höher wird der Preis."

Hierbei spiele Gesundheit gegen Gesundheit, da viele Kinder durch die Einschränkungen in der Pandemie unter Bewegungsmangel und Einsamkeit litten. "Wenn wir über Lockerungen reden, dann müssen Schulen und Kitas die ersten sein", betonte sie.

"Diese drei Wochen, um die es jetzt noch mal geht, da müssen wir alle zusammen auch jetzt durch." Diese Kraft müsse jetzt noch mal aufgebracht werden, um eine echte Öffnungsperspektive zu haben.

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Alles, was Sie über den Mund-Nasen-Schutz wissen müssen

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Berechnung: Sterberisiko durch Corona bei Älteren mehr als verdoppelt

06:03 Uhr: Corona ist für ältere Menschen besonders gefährlich. Genauer hat das nun ein Mathematiker analysiert: Mit zunehmenden Alter steigt nicht nur das Risiko binnen eines Jahres zu sterben - bei Corona-Infizierten über 60 Jahren ist es demnach sogar mehr als doppelt so hoch wie bei Gesunden im selben Alter.

Und nicht nur das: Ab 60 Jahren wird für Infizierte der Abstand zwischen dem Risiko, an Corona zu sterben, und dem allgemeinen Altersrisiko, das auch für Gesunde gilt, zunehmend schneller immer größer.

Das hat der Stuttgarter Mathematik-Professor Christian Hesse auf Grundlage von Daten aus Deutschland und internationaler Studien zur sogenannten Infektionssterblichkeit errechnet. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht.

Dafür musste für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung mit Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Auch bei Gesunden gilt: Die Gefahr, binnen eines Jahres zu sterben, ist bei jungen Menschen naturgemäß deutlich niedriger. Sie verdoppelt sich aber im Schnitt alle sieben Jahre.

Bei Jüngeren gibt es auch größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für nicht infizierte 20-jährige Männer liegt die Wahrscheinlichkeit Hesse zufolge bei 0,042 Prozent, innerhalb eines Jahres zu sterben.

"Für Frauen ist der entsprechende Wert mit 0,018 Prozent weniger als halb so groß in diesem Alter." Das Sterberisiko wie bei einem 20-jährigen Mann habe eine Frau erst im Alter von 34 Jahren.

Dieser Unterschied verringere sich mit den Jahren, erklärte Hesse. So seien etwa 88-jährige Männer und 90-jährige Frauen hinsichtlich des Risikos vergleichbar.

Da vor allem junge Menschen nach einer Corona-Infektion milde bis gar keine Symptome haben und entsprechend weniger dramatische Krankheitsverläufe, beträgt die mittlere Infektionssterblichkeit für beide Geschlechter bei 20-Jährigen den Angaben zufolge gerade einmal 0,006 Prozent - erhöht also das natürliche Risiko zu sterben nur leicht.

Anders ist es bei älteren Corona-Infizierten. "Mit etwa 60 Jahren ist das Risiko durch die Corona-Infektion zu sterben ungefähr gleich dem normalen Altersrisiko", so Hesse.

"Konkret bedeutet dies, dass für 60-jährige Menschen eine Corona-Infektion das effektive Sterberisiko verdoppelt", erklärte der Mathematiker. "Infolgedessen ist es in Bezug auf das Risiko so, als würde man durch die Infektion plötzlich sieben Jahre älter."

Mit 90 Jahren liege die Corona-Sterblichkeit dann bei 28 Prozent und damit um gut 10 Prozentpunkte höher als die allgemeine Alterssterblichkeit.

Zahl der Corona-Toten in Deutschland überschreitet Marke von 50.000

05:57 Uhr: Die Zahl der im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen in Deutschland verzeichneten Todesfälle seit Beginn der Pandemie hat die Marke von 50.000 überschritten.

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden inzwischen insgesamt 50.642 Todesfälle registriert. Zuletzt wurden binnen 24 Stunden 859 nach einer Corona-Infektion Verstorbene erfasst.

Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung durch das Virus verstarben, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt.

Nach den jüngsten Angaben des RKI wurden außerdem innerhalb eines Tages 17.862 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.106.262.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI am Freitag mit rund 1.780.200. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug 115,3. Sie war damit etwas niedriger als am Vortag, an dem sie bei 119,0 gelegen hatte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist über die vergangenen Woche hinweg deutlich gesunken, liegt aber immer noch weit über der von der Bundesregierung gesetzten Zielmarke von unter 50. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Wegen der weiterhin hohen Infektionszahlen hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag den derzeitigen harten Lockdown bis zum 14. Februar verlängert und zugleich verschärft.

Höchststand für einen Tag: 1.803 neue Corona-Tote in Mexiko

05:37 Uhr: Mexiko hat zum wiederholten Male innerhalb weniger Tage einen neuen Höchststand an Corona-Todesfällen gemeldet. Es wurden dort nach Zahlen der Regierung vom Donnerstag (Ortszeit) binnen 24 Stunden 1.803 neue Todesopfer im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung registriert.

Mexikos bisheriger Rekord von 1.584 Todesfällen stammte vom Dienstag. Die offizielle Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie stieg damit auf 146 174 - die vierthöchste weltweit.

Auch die Zahl der am Donnerstag gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus - 22.339 - war ein Höchststand. In Deutschland, das etwa zwei Drittel so viele Einwohner hat wie Mexiko, wurden am Donnerstag vergangener Woche mit 1.244 Corona-Todesfällen die bislang meisten innerhalb von 24 Stunden registriert.

Allerdings wird in Mexiko äußerst wenig auf das Coronavirus getestet. Außerdem ist die Übersterblichkeit in dem nordamerikanischen Land sehr hoch - allein bis zum 12. Dezember starben im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben knapp 275.000 mehr Menschen als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018.

Die mexikanische Regierung hat in der Pandemie bislang keine Ausgangsbeschränkungen verhängt, die Grenzen des Landes nicht geschlossen und verlangt von Besuchern weder einen negativen Corona-Test noch Isolation. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador hat die Gefahr durch das Virus immer wieder heruntergespielt und trägt fast nie eine Maske.

Mexiko, wo viele der knapp 130 Millionen Einwohner in Armut leben, gehört zudem zu den Staaten, die in der Pandemie am wenigsten Geld pro Kopf ausgegeben haben, um ihrer Bevölkerung zu helfen oder ihre Wirtschaft anzukurbeln. Das mexikanische Gesundheitssystem war schon vor der Pandemie chronisch unterfinanziert. Derzeit sind - wie in vielen Ländern - zahlreiche Krankenhäuser voll.

Infektiologe: Auch vierte und fünfte Welle möglich

05:01 Uhr: Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen.

"Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben", sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

"Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann", sagte Wendtner der Deutschen Presse-Agentur weiter.

"Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand. Die Kunst wird darin liegen, dass wir von diesen Wellen nicht ganz so viel mitbekommen und sie flach halten."

"Und das funktioniert, wenn wir uns eher früher als später konsequent dazu entschließen, Einschränkungen zu akzeptieren." Diese könnten dann auch eher auf ein erträglicheres Mindestmaß reduziert werden.

Das Wichtigste sei es nun, zügig mit dem Impfen voranzukommen. "Wir müssen quasi im Akkord impfen."

Für offene Fragen und Zweifel an der Impfung müsse es mehr Aufklärung geben. Die Impfstoffe hätten alle üblichen Testphasen durchschritten, die Nebenwirkungen seien sehr gering.

Jeder könne etwa mit Mund-Nasen-Schutz, Abstand und auch Impfung dazu beitragen, dass die Pandemie unter Kontrolle komme und einschränkende Maßnahmen gelockert werden könnten. "Das ist noch mal ein Appell an die Vernunft und an die Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

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