Der Lockdown im Berchtesgadener Land macht das Herbstferien-Geschäft zunichte. Die Ursache für die Corona-Explosion bleibt unklar. Der Berliner Senat verschärft derweil die Maskenpflicht. Alle News zum Coronavirus vom 20. Oktober zum Nachlesen.

  • 21:29 Uhr: 21.000 neue Corona-Infektionen in Großbritannien
  • 19:01 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz binnen einer Woche verdoppelt
  • 17:44 Uhr: Kein Hinweis auf Superspreading-Event im Berchtesgadener Land
  • 16:33 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun kritisiert Partygänger: "Gesellschaftsschädigend"
  • 16:30 Uhr: Durchimpfung der Bevölkerung gegen Corona könnte Jahrzehnte dauern
  • 16:14 Uhr: Gericht hebt Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern auf

Top-News: Keine einzelne Feier Ursache der Neuinfektionen im Berchtesgadener Land

17:44 Uhr: Nach dem massiven Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Berchtesgadener Land sind die Ursachen weiter offen. Es handele sich um ein diffuses Geschehen, sagte Landrat Bernhard Kern von der CSU am Dienstag.

Eine konkrete Ursache sei nicht feststellbar - es gehe auch nicht um eine private Feier. "Es ist nicht zurückzuführen auf eine einzelne Feierlichkeit, die im Landkreis stattgefunden hat." Medien wie das ZDF hatten zuvor davon gesprochen, eine große Familienfeier in der Gemeinde Anger gelte als ein Superspreading-Event.

Es sei nun dennoch das Gebot der Stunde, sich an die Regeln der seit dem 20. Oktober um 14:00 Uhr gültigen Allgemeinverfügung zu halten. Dazu gehöre, dass man auch "Feierlichkeiten speziell im Privatbereich unterlassen muss". Auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Wolfgang Krämer, sagte, die Infektionen ließen sich nicht auf eine Quelle zurückführen.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Mehr als 21.000 neue Corona-Infektionen in Großbritannien

21:29 Uhr: In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 21.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen nach Regierungsangaben vom Dienstag auf mehr als 762.000 und die Zahl der Todesfälle auf fast 44.000.

Statistiken der Nationalen Statistikbehörde kommen sogar auf etwa 59.000 Todesfälle. Die Experten werteten hierfür alle Sterbezertifikate aus, auf denen eine Corona-Infektion vermerkt war.

Corona-Neuinfektionen in der Schweiz binnen einer Woche verdoppelt

19:01 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich binnen einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag.

3.008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein (gemeinsam rund 8,6 Millionen Einwohner) gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle. Italien zählte jüngst um die 10.000 neue Fälle pro Tag bei rund 60 Millionen Einwohnern.

Slowakische Regierung geht radikal vor: Fast jeder Bürger muss sich testen lassen

16:50 Uhr: Wer sich nicht auf Corona testen lässt, muss in Quarantäne: Die slowakische Regierung hat am Dienstag ein drastisches Vorgehen bei ihren geplanten Corona-Massentests angekündigt. Der Regierungsplan sieht vor, dass an den kommenden drei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag alle über zehn Jahre alten Bewohner des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden sollen.

Regierungschef Igor Matovic sagte auf die Frage, ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein sollten: "Die Tests werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit freiwillig sein - aber mit der Einschränkung, dass jeder, der keinen negativen Test vorweisen kann, für die nächsten zehn Tage in Quarantäne gehen muss."

Kanzleramtschef kritisiert Partygänger: "Gesellschaftsschädigendes Verhalten"

16:33 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun von der CDU hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen Bürger scharf kritisiert, die Partys feiern und gegen staatliche Regeln verstoßen. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern gesellschaftsschädigendes Verhalten. Es ist ein schwerer Verstoß gegen den Gemeinsinn in unserem Land", sagte er dem Magazin "stern".

Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen. "Das Einzige, womit wir unseren Erfolg zunichte machen können, ist unser Freizeitdrang."

Es gehe nun darum, über den Winter zu kommen. "Da ist eine gesellschaftliche Rücksichtnahme der Jüngeren gegenüber den Älteren etwas, was man erwarten darf", forderte Braun. Zugleich ließ er erkennen, dass er weitere Verschärfungen der Corona-Regeln für nötig hält. Die Beschlüsse der Ministerpräsidenten vom vergangenen Mittwoch würden "den enormen Anstieg nicht komplett abbremsen".

Experten rechnen aus: Corona-Schutzimpfung für alle Bundesbürger dauert vier Jahre

16:30 Uhr: Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, Matthias Schrappe, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er rechne damit, dass eine Impfkampagne gegen Corona mehrere Jahre dauern werde.

In einer Modellrechnung seien seine Kollegen und er von 60 Millionen Menschen ausgegangen, die geimpft werden müssten, hieß es in dem Bericht. Wenn pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen verabreicht würden, würde die Impfung aller 1.000 Arbeitstage dauern. "Also etwa vier Jahre", erklärt der Mediziner.

Diese Rechnung sei aber wahrscheinlich noch zu optimistisch. Impfprogramme in der Vergangenheit - wie gegen Pocken oder Polio - hätten Jahrzehnte gedauert. "Das ist ein komplizierter gesellschaftlicher Prozess", sagte Schrappe. Schon einen Konsens zu finden, wer zuerst geimpft werde, sei schwierig. "Das können nicht Ärzte entscheiden, dass muss die Politik regeln."

Gericht kippt das Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern

16:14 Uhr: Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden.

Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten.

Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit.

Zahl der täglichen Neuinfektionen in den Niederlanden auf Rekordniveau

16:09 Uhr: In den Niederlanden sind bei den Gesundheitsbehörden 8.182 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das sind 170 mehr als am Vortag und ein neuer Höchstwert, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag mitteilte.

Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. In Deutschland mit fast fünf Mal sovielen Einwohnern waren zuletzt in 24 Stunden rund 6.800 Fälle gemeldet worden.

Die Kurve der Neuinfektionen steige aber weniger schnell an, teilte das RIVM mit. In der vergangenen Woche waren insgesamt 55.587 neue Infektionen gemeldet worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. In den Wochen zuvor waren Anstiege von rund 60 Prozent pro Woche verzeichnet worden.

6.814 Menschen sind nachweislich an dem Virus gestorben. Am 13. Oktober war in den Niederlanden ein Teil-Lockdown verhängt worden und unter anderem alle Gaststätten geschlossen worden.

Verschärfte Maskenpflicht in Berlin

In Berlin gelten schärfere Regeln, was das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung angeht.

15:48 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht in Berlin ausgeweitet. Sie soll künftig auch für Wochenmärkte, bestimmte Einkaufsstraßen und Warteschlangen gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Das beschloss der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Koalitionskreisen.

Stadt Delmenhorst begrenzt Anzahl der Teilnehmer an privaten Treffen

15:42 Uhr: Aufgrund der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen sind in der niedersächsischen Stadt Delmenhorst verschärfte Maßnahmen in Kraft getreten. In der 82.000-Einwohner-Stadt gilt seit dem 20. Oktober eine Sperrstunde für gastronomische Betriebe von 23:00 bis 6:00 Uhr. Dabei handele es sich aber nicht um eine Ausgangssperre, so die Verwaltung. Private Treffen werden auf maximal zehn Personen aus zwei Haushalten eingeschränkt und die Maskenpflicht ausgeweitet. Ausgangsbeschränkungen wie im stark von Corona betroffenen bayerischen Kreis Berchtesgadener Land gelten nicht.

Existenzangst: Tourismus im Berchtesgadener Land zurück auf Null

Die Urlaubsregion Berchtesgadener Land lebt vom Tourismus. Umso verheerender könnten die wirtschaftlichen Folgen des neuerlichen Lockdowns für viele Einheimische sein.

15:18 Uhr: Die strikten Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Berchtesgadener Land haben am Dienstag auch Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Die Berchtesgadener Land Tourismus schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2.500.

Der Sommer sei zwar für manche Beherbergungsbetriebe sogar besser gelaufen als das Vorjahr, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Aber: "Teilweise sind noch nicht mal die Schäden aus dem Frühjahr kompensiert." Der Lockdown hatte damals Hoteliers und Gastgebern schwere Einbußen gebracht.

Für die nächste Zeit gebe es nicht viele Stornierungen - denn die meisten Gäste hätten sich ohnehin mit langfristigen Planungen zurückgehalten. Wie sich die hohen Zahlen und die Ausgangsbeschränkungen dauerhaft auswirkten, hänge nicht zuletzt davon ab, "wie lange das dauert und wie groß der Imageschaden ist."

Im Landkreis Berchtesgadener Land gelten aufgrund extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen seit 20. Oktober 2020 um 14 Uhr zunächst für 14 Tage erweiterte Corona-Regeln.

Kanzleramtschef Helge Braun: Corona-Warn-App in vielen Hotspots das letzte Instrument

14:48 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun von der CDU hat angesichts drohender Überlastung von Gesundheitsämtern wegen der hohen Zahlen von Corona-Infektionen zur Nutzung der Corona-Warn-App des Bundes aufgerufen. "Da, wo die Gesundheitsämter in den Hotspots mit der Kontaktnachverfolgung nicht mehr hinterherkommen, ist die Corona-Warn-App das einzige Instrument, was einen noch auf Corona-Kontakte hinweist", sagte Braun am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er ergänzte: "Daher ist jetzt für alle, die sie noch nicht nutzen, ein guter Zeitpunkt, die App zu laden und im Hintergrund laufen zu lassen."

Urlauber verlassen Berchtesgaden: Herrmann empfiehlt einen Corona-Test

14:37 Uhr: Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann von der CSU hat abreisenden Urlaubern aus dem Corona-Hotspot Berchtesgadener Land im Zweifel Corona-Tests nahegelegt.

Es sei die Verantwortung jedes einzelnen, sich zu überlegen, wo er einer möglichen Ansteckungsgefahr ausgesetzt war, und sich sicherheitshalber testen zu lassen, sagte Herrmann am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Für Urlauber aus anderen Landesteilen Bayerns beispielsweise sei dies in den kommunalen Testzentren möglich, betonte der CSU-Politiker.

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen seit heute um 14 Uhr für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown", unter anderem mit Ausgangsbeschränkungen, der Schließung von Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und dem Verbot von Versammlungen. In Hotels dürfen jetzt nur noch Geschäftsreisende übernachten.

Streeck ruft zur Teilnahme an neuer Studie auf

13:36 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Bevölkerung in der kleinen Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg zur Teilnahme an seiner neuen Studie aufgerufen.

Man wolle zum Beispiel verstehen, ob man sich nach einer Infektion wieder infizieren könne, erklärte der Forscher in einer am Dienstag vom Kreis verbreiteten Video-Botschaft auf Facebook. "Das sind extrem wichtige Fragen. Weil es für uns auch Fragen beantwortet, wie wir im nächsten Jahr zum Beispiel mit Sars-CoV-2 umgehen würden, wenn es keinen Impfstoff gibt", sagte er. Bei dem Untersuchungstermin am Mittwoch werde man Blut abnehmen, einen Rachenabstrich machen und Fragen stellen.

Der Appell richtete sich an Menschen, die Streeck und sein Team bereits für eine Vorgängerstudie - die sogenannte Heinsberg-Studie - untersucht hatten. Die Wissenschaftler hatten dabei die Ausbreitung des Coronavirus in Gangelt unter die Lupe genommen, das nach einer Karnevalssitzung im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden war. Die Studie sorgte für Aufsehen, es gab aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur.

Mit der Folge-Untersuchung will Streeck zum Beispiel herausfinden, ob einmal infizierte Menschen gegen erneute Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 immun sind.

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg im Kampf gegen Infektionszahlen

13:24 Uhr: Baden-Württemberg will die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen im Land mit "entschlossenen Maßnahmen" und einer "Kontrolloffensive" in den Griff bekommen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manfred Lucha erklärten auf einer Pressekonferenz am Dienstag die neue Fassung der Corona-Verordnung, die seit Montag gilt: Demnach muss in Fußgängerzonen und öffentlichen Gebäuden sowie im Schulunterricht ab Klasse fünf Maske getragen werden.

In und um Hannover wird die Maskenpflicht verschärft

13:09 Uhr: Wegen der steigenden Corona-Zahlen führt die Region Hannover eine Maskenpflicht in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein. Sie soll ab 22. Oktober gelten, wie die Behörde mitteilte. Der Inzidenzwert der Region lag am Dienstag bei 36,1 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Die Mund-Nasen-Bedeckung müsse nicht am eigenen Schreibtisch, aber auf den Fluren und Treffpunkten wie in der Küche getragen werden, erläuterte eine Sprecherin. Ausgenommen sind Schulen und Kitas, in denen weiterhin die bestehenden Hygienekonzepte gelten. In Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht in Unternehmen.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Maskenappell: Rapper hilft Italiens Regierung

13:05 Uhr: Italiens Regierung hat sich an das bekannteste Influencer-Paar des Landes gewandt, um die Corona-Ansteckungen unter jungen Leuten in den Griff zu bekommen. Der Rapper Fedez erzählt dazu in einem am Montag veröffentlichten Video auf Instagram, Regierungschef Giuseppe Conte habe ihn und seine 33-jährige Frau Chiara Ferragni um Hilfe gebeten. Es sei ein "sehr unerwarteter" Anruf gewesen. Im selben Film startet Fedez einen Aufruf, sich an die nationale Maskenpflicht zu halten. Andere Politiker lobten das Paar am Dienstag.

"Leute, wir sind in einer sehr, sehr, sehr heiklen Situation", sagt der Musiker im Film. Das Mittelmeerland könne sich keinen neuen Lockdown wie im Frühjahr erlauben. Es liege "in der individuellen Verantwortung eines jeden von uns", die Lage zu ändern. "Mit einer einfachen Geste könnten wir irgendwie eines der schlimmsten Szenarien vermeiden." Und - mit einem Mundschutz in der Hand - appelliert der 31-Jährige: "Benutzt die Maske!"

Insgesamt mehr als eine Million Corona-Infektionen in Argentinien

13:02 Uhr: In Argentinien hat die Zahl der Corona-Infektionen die Schwelle von einer Million Fällen überschritten. Mit 12.982 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden stieg die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen am Montag (Ortszeit) auf 1.002.649 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Buenos Aires mitteilte. 26.700 Infizierte starben bislang in dem südamerikanischen Land.

Argentinien hat nach den USA, Indien, Brasilien und Russland die fünfthöchste Infektionszahl der Welt. Die meisten Neuinfektionen werden derzeit in Vororten von Buenos Aires festgestellt. In der Hauptstadtregion lebt etwa ein Drittel der 44 Millionen Einwohner Argentiniens.

Wissenschaftler wollen Freiwillige mit Coronavirus infizieren

Am Imperial College in London läuft die Erforschung eines geeigneten Impfstoffes gegen eine Infektion mit dem Coronavirus auf Hochtouren.

12:28 Uhr: Zur besseren Erforschung von Corona-Ansteckungen wollen britische Wissenschaftler erstmals Freiwillige gezielt mit dem Virus infizieren. Wie Wissenschaftler des Londoner Imperial College und anderer Einrichtungen am Dienstag mitteilten, soll das Forschungsprogramm zeigen, wie hoch die Viruslast sein muss, damit Menschen an der Lungenkrankheit COVID-19 erkranken.

Auf diese Weise solle das Programm dazu beitragen, "die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seine Folgen zu lindern und Todesfälle zu reduzieren".

Die Wissenschaftler wollen dafür Freiwillige im Alter von 18 bis 30 Jahren ohne Vorerkrankungen wie Herzprobleme, Diabetes oder Fettleibigkeit finden.

Impfstoff-Test: Londoner Wissenschaftler planen absichtliche Corona-Infektionen

"Human Challenge Trials": Am Londoner Imperial College soll ab 2021 die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus durch das absichtliche Infizieren freiwilliger Testpersonen vorangetrieben werden. Das Verfahren ist umstritten. Kritiker warnen vor fehlenden Erfahrungen.

Die Verbraucher hamstern wieder: "Es wird keine Unterversorgung geben"

11:57 Uhr: Für Hamsterkäufe von Klopapier und Co gibt es aus Sicht des Hygienepapierherstellers Fripa aus dem unterfränkischen Miltenberg keinen Grund. "Deutschland ist mit Hygienepapier sehr gut versorgt, die Lieferketten funktionieren", sagte Verkaufsleiter Jürgen Fischar am Dienstag.

Die Verbraucher müssten sich keine Sorgen machen, Produzenten wie Fripa, Essity und Sofidel arbeiteten auch in der Pandemie. "Es wird keine Unterversorgung geben, solange sich der Verbraucher normal verhält." Fripa fahre derzeit mit seinen etwa 450 Mitarbeitern teils Sonderschichten, um den Bedarf zu decken.

Er sehe aber bereits hier und da, dass in den Märkten Hygieneartikel verstärkt gekauft würden, sagte der Verkaufsleiter. "Wir haben eine ähnliche Situation wie im März." Zu Beginn der Coronakrise waren die Umsätze mit Toilettenpapier in Drogerien und größeren Supermärkten rasant in die Höhe geschnellt.

Zwei neue Corona-Fälle beim Giro d'Italia - Rad-Klassiker geht aber weiter

11:31 Uhr: Beim 103. Giro d'Italia der Radprofis hat es zwei weitere positive Corona-Tests gegeben. Die dreiwöchige Rundfahrt wird aber nach dem gestrigen Ruhetag heute mit der 16. Etappe über 229 Kilometer von Udine nach San Daniele del Friuli fortgesetzt. Insgesamt seien 492 Tests durchgeführt worden.

Das Team UAE Emirates bestätigte in einer Mitteilung, dass sein Fahrer Fernando Gaviria positiv auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet wurde. Der 26 Jahre alte Kolumbianer wurde aus dem Wettkampf zurückgezogen. Gaviria sei nach dem positiven Testergebnis vom Team isoliert worden. Es ist das zweite Mal, dass der Kolumbianer positiv auf das Virus getestet wurde, nachdem er bereits im März infiziert war.

Der Giro war am ersten Ruhetag vor einer Woche mit voller Wucht von positiven Corona-Fällen erfasst worden. Zwei Topfahrer und zwei Teams beendeten kurz vor dem Start der zehnten Etappe wegen positiver Tests das Rennen. So mussten der letztjährige Tour-Dritte Steven Kruijswijk sowie der Australier Michael Matthews den Giro vorzeitig beenden.

Ex-Schwimmstar Markus Rogan flüchtet trotz Quarantäne aus Israel in die USA

11:22 Uhr: Der frühere Schwimm-Weltmeister Markus Rogan ist trotz eines positiven Coronatests aus Israel geflüchtet. Der 38-jährige Österreicher, der zuletzt als Mentaltrainer bei der israelischen Fußball-Nationalmannschaft gearbeitet hat, soll sich trotz angeordneter zweiwöchiger Quarantäne via Deutschland in seine Wahlheimat Los Angeles abgesetzt haben. Das bestätigte Willi Ruttensteiner, Sportdirektor des israelischen Fußballverbandes IFA, der Tageszeitung "Der Standard".

Anzahl der Corona-Toten im Iran mehr als doppelt so hoch wie angegeben

11:04 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben. "Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen", sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag.

Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag - und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Auch andere Gesundheitsexperten im Iran teilen die Einschätzung Mardanis. Sie gehen davon aus, dass die offiziell angegebene Totenzahl deswegen noch relativ niedrig ist, weil es zu wenige Testmöglichkeiten gebe.

7.000 Neuinfektionen in 24 Stunden - Lauterbachs Prognose bewahrheitet sich

Karl Lauterbach zog den Unmut vieler Anwesender bei "hart aber fair" auf sich.

10:44 Uhr: SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach wurde in den vergangenen Monaten mehrfach kritisiert und teils verlacht, wenn er bezüglich des Ausmaßes der Corona-Pandemie in Deutschland warnte.

Dies war auch am 21. September 2020 der Fall. Damals saß Lauterbach in der ARD-Talkrunde "Hart aber fair" bei Moderator Frank Plasberg. Lauterbach prophezeite für den Herbst aufgrund zunehmender Innenraumereignisse einen bedenklichen Anstieg an täglichen positiven PCR-Tests und legte sich sogar auf eine Zahl fest: "Ohne eine Veränderung der derzeitigen Wetterverhältnisse hätten wir in fünf Wochen 7.000 Fälle pro Tag." Bereits vier Wochen später - am 20. Oktober 2020 - ist die Zahl der positiven Tests bei 7.000 angekommen.

Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

09:39 Uhr: Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen.

Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Die Entwicklung der Corona-Fälle in Deutschland im Jahre 2020.

Stephan Weil gegen Sperren für Corona-Hotspots

08:21 Uhr: Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat auch Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil trotz steigender Corona-Zahlen eine Abriegelung von Risikogebieten abgelehnt.

"Davon halte ich nichts", sagte der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Wir sind nicht in China und haben es auch bis jetzt im Rahmen unseres offenen Systems geschafft, die Pandemie in Grenzen zu halten."

Zuvor hatte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, eine Sperre für Risikogebiete ins Spiel gebracht. Söder hatte dazu gesagt: "Das halte ich für überzogen und nicht für angemessen."

Lehrerverband pocht auf Betrieb mit halben Klassen in Hotspots

07:54 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen.

Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Heidelberg).

"Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele. "Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten."

Söder: Corona-Warn-App "ein zahnloser Tiger"

07:08 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Corona-Warn-App bislang für praktisch wirkungslos. "Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger. Sie hat kaum eine warnende Wirkung", sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Daher braucht es ein digitales Update, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Corona-App wirksam wird." Wie genau dieses Update aussehen soll, ließ Söder offen.

Die deutsche App wurde mittlerweile rund 19,8 Millionen Mal heruntergeladen. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird.

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals "ThePioneer" informieren inzwischen fast 500 Corona-Infizierte pro Tag mit Hilfe der Warn-App andere Menschen über den eigenen Positiv-Befund. Dies entspricht 13 bis 14 Prozent der Gesamtzahl der Neu-Infizierten.

"Die App wird gut angenommen. Jede Infektionskette, die hierdurch zusätzlich unterbrochen wird, ist wichtig", sagte Gottfried Ludewig, Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium.

Prognose der Bundesregierung: Pandemie kostet Deutschland 1,5 Billionen Euro

Die öffentlichen Kassen werden aufgrund der Corona-Pandemie extrem belastet. Bis Ende 2021 rechnet die Bundesregierung mit Gesamtkosten von knapp 1,5 Billionen Euro.

6.868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

06:53 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4.122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 20.10., 0:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene.

Bayern schließt erneute Grenzschließung nicht aus

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will angesichts der zweiten Corona-Welle nichts mehr ausschließen.

05:05 Uhr: Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. "Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick." In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Im Gegensatz zu Herrmann erteilte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, erneuten Grenzschließungen eine Absage.

Auf die Frage, ob wegen der steigenden Corona-Zahlen wieder Grenzschließungen drohen, sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse": "Nein. Die Situation Mitte März 2020 war europa- und weltweit geprägt von großer Unsicherheit im Umgang mit dem Virus."

Im Frühjahr habe es noch keine regionalen Anti-Corona-Konzepte gegeben. "Erneute Binnengrenzkontrollen aus Anlass der Pandemie gilt es daher zu vermeiden", sagte Mayer. Die Bundesregierung beobachte allerdings die Corona-Entwicklung "mit hoher Aufmerksamkeit".

Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres "schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen".

Disco-Betreiber offen für Maskenpflicht auf Tanzflächen

01:13 Uhr: Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT im Branchenverband Dehoga) fordert eine klare Öffnungsperspektive für Clubs in der Coronakrise - und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests - darüber wolle man mit der Politik diskutieren.

"Eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche ist zwar nicht ideal, aber wir sollten es auch nicht ausschließen", sagte BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner im Vorfeld des Branchentreffens Club Convention der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ/Dienstag).

Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, meinte Büttner. "Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Club. Wir wollen einen Dialog, um auszuloten, unter welchen Bedingungen eine Wiedereröffnung möglich wäre."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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