Frankreich hat mit 41.622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Spitzenwert erreicht. Ärztekammer-Präsident stellt Nutzen der Masken in Frage - Lauterbach fordert seinen Rücktritt. Alle News zum Coronavirus vom 22. Oktober zum Nachlesen.

  • 22:11 Uhr: Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 41.000 Corona-Neuinfektionen
  • 19:00 Uhr: Lauterbach fordert Ärztekammer-Präsident zum Rücktritt auf
  • 17:45 Uhr: Seehofer schlägt Corona-Alarm: "Es geht um Hunderttausende!"
  • 17:20 Uhr: Cristiano Ronaldo angeblich erneut positiv auf das Coronavirus getestet
  • 17:03 Uhr: Dänemark schließt Grenze für Touristen aus Deutschland
  • 16:12 Uhr: Rheinland-Pfalz begrenzt zulässige Teilnehmerzahl für Privatfeiern
  • 12:30 Uhr: RKI-Chef Wieler: Ansteckungen meist im privaten Raum
  • 10:48 Uhr: Die Bundesregierung aktualisiert die Liste der Corona-Risikogebiete

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Top-News: Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 41.000 Corona-Neuinfektionen

22:11 Uhr: Frankreich hat mit 41.622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Spitzenwert erreicht. Das seien rund 15.000 mehr als am Vortag, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Insgesamt stieg die Zahl der Neuinfektionen auf 999.000 und erreichte damit fast die Marke von einer Million.

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass die bereits in Paris und anderen Metropolen geltende nächtliche Ausgangssperre auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes ausgedehnt wird.

Die Ausgangssperre gelte vom Samstag an dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Nach Angaben der Regierung haben sich in den vergangenen sieben Tagen 251 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Es starben bisher mehr als 34.000 Menschen.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Lauterbach fordert Ärztekammer-Präsident zum Rücktritt auf

Prof. Dr. Karl Lauterbach im Plenum bei der Haushaltsdebatte.

19:00 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie bezweifelt. Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind",
sagte er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete Reinhardts Wortwahl "Vermummungsgebot" auf Twitter als "unentschuldbar" für den "ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär". "Aus meiner Sicht ein Rücktrittsgrund, wenn er das nicht sofort zurücknimmt", schrieb er. Dazu äußerte sich Reinhardt am Donnerstag nicht.

Seehofer: "Wir sind in einer ernsten, dramatischen Lage"

17:45 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU zeigt sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen alarmiert. "Es geht nicht um wenige Tausend, es geht um Hunderttausende - auf den Monat gerechnet", sagte er am Donnerstag am Rand der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Potsdam.

"Das wird jetzt sehr sichtbar, dass wir in einer wirklich ernsten, dramatischen Lage sind", sagte Seehofer. "Multiplizieren Sie einmal die Tageszahlen auf einen Monat, dann sehen Sie die ganze Dramatik der Situation." Die Gesundheitsämter hatten einen Rekordwert von 11.287 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Seehofer: "Es geht um eine sehr dynamische Entwicklung, um ein äußerst gefährliches Virus, potenziell tödlich oder mit Langzeitschäden für die Betroffenen verbunden. Deshalb haben wir die Pflicht als Politiker, alles zu tun, was für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung erforderlich ist."

Seehofer wandte sich aber auch an das Verantwortungsbewusstein aller Bundesbürger: "Man kann nur immer wieder die Bevölkerung bitten, sich hier vernünftig zu verhalten."

Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

17:31 Uhr: Deutsche dürfen wegen der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag mit.

Die Maßnahme bedeutet unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen gelten.

In Dänemark hat die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 760 neue Fälle von COVID-19 registriert. Das teilte das Staatliche Seruminstitut mit.

Cristiano Ronaldo angeblich zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet

17:20 Uhr: Cristiano Ronaldo bereitet das Coronavirus offenbar mehr Probleme als erhofft: Ein neuer Test des fünfmaligen Weltfußballers vom italienischen Meister Juventus Turin soll am Mittwoch Medienberichten zufolge wieder positiv ausgefallen sein. Weder Ronaldo, der offenbar weiterhin keine Symptome der COVID-19-Erkrankung zeigt, noch sein Verein bestätigten die Berichte bislang.

Ronaldos Infektion war am 13. Oktober durch einen Test während seines Aufenthalts bei der portugiesischen Nationalmannschaft nachgewiesen worden. Der Torjäger kehrte daraufhin nach Turin zurück und befindet sich seitdem in Quarantäne.

Rheinland-Pfalz: Nur noch maximal 25 Gäste bei privaten Feiern

16:12 Uhr: Das Land Rheinland-Pfalz hat angesichts steigender Corona-Infektionen in Städten und Landkreisen die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf maximal 25 begrenzt. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob einzelne Kommunen oder Städte unter dem kritischen Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern im Laufe von sieben Tagen liegen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD am Donnerstag nach einer Schaltkonferenz mit Vertretern von Städten und Kommunen sagte. Die Regel trete am 26. Oktober in Kraft.

Bisher liegt die landesweite Obergrenze für private Feiern bei 75 Menschen. In Städten und Kommunen mit hohen Inzidenzwerten wurden private Partys bereits auf maximal 25 Teilnehmer beschränkt.

Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden auf Rekordwert

16:08 Uhr: In den Niederlanden ist die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Corona-Neuinfektionen erstmals auf mehr als 9.000 gestiegen. 9.283 Fälle seien in diesem Zeitraum registriert worden, 526 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Donnerstag mit.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Zum Vergleich: In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 11.300 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden.

Kampf der Systeme: CSU ruft die Bürger zu freiwilliger Kontaktbeschränkung auf

16:06 Uhr: Die CSU hat die Bürger angesichts drastisch steigender Infektionszahlen aufgerufen, sich freiwillig an die Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Virus zu halten. "Wir brauchen dringend freiwillige Kontaktbeschränkungen", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Donnerstag. Jeder Bürger sei in dieser Phase der Pandemie dazu aufgerufen, die Zahl seiner persönlichen Kontakte zu minimieren.

Corona sei auch ein Test für die Freiheit des Westens, sagte Blume. Es dürfe nicht sein, dass Deutschland am Ende den Systemwettbewerb verliere und nur autoritäre Staaten wie China im Kampf gegen die Pandemie erfolgreich seien. "Ich würde es als Armutszeugnis des Westens sehen, wenn wir es nicht schaffen, mit den Mitteln der Freiheit angemessen auf Corona zu reagieren", um Werte und Wohlstand zu erhalten, sagte der Generalsekretär.

Berlins Gesundheitssenatorin rät Union-Fans dringend von Besuch im Stadion ab

15:55 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD hat Fußballfans dazu aufgerufen, möglichst auf einen Besuch im Stadion beim Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen den SC Freiburg am 24. Oktober zu verzichten.

"Ich verstehe die Leidenschaft zum Fußball", sagte Kalayci auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Aber ich bleibe dabei: Meiden Sie soziale Kontakte. Wenn es geht, bleiben Sie zuhaus'", sagte sie an die Adresse der Bürger gerichtet.

Das Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen den SC Freiburg kann am 24. Oktober (15:30 Uhr/Sky) vor rund 4.500 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei stattfinden. Das zuständige Gesundheitsamt genehmigte am Donnerstag ein vom Klub vorgelegtes Hygienekonzept und lässt trotz steigender Infektions-Zahlen die Veranstaltung mit insgesamt 5.000 Teilnehmern zu.

Der gastgebende Verein erinnerte seine Anhänger in einem Post auf Facebook daran, eine Alltagsmaske dabei zu haben und aufzusetzen.

Zweiter Rekord an täglichen Corona-Neuinfektionen in Österreich in Folge

15:32 Uhr: Die aus Österreich gemeldeten Zahlen an täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus haben am zweiten Tag nacheinander einen neuen Höchststand erreicht - und untermauern insofern die seitens des Auswärtigen Amts der Bundesregierung ausgesprochene Reisewarnung für fast das ganze Nachbarland.

Am Donnerstag meldeten Innen- und Gesundheitsministerium Österreichs 2.435 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, nachdem am Vortag mit 1.958 positiven Tests der bisherige Höchststand erreicht worden war. Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten mehr als 23.000 Menschen als aktiv erkrankt. Von ihnen wurden am Donnerstag 1.002 im Krankenhaus behandelt. 161 der Patienten liegen auf der Intensivstation.

Spitzenreiter hinsichtlich der Sieben-Tage-Inzidenz sind die Bundesländer Salzburg (227,5), Vorarlberg (200,5) und Tirol (177,7) sowie Wien (163,4).

Schweden hebt Isolation seiner älteren Bürger auf

15:23 Uhr: Ältere Menschen in Schweden sind nicht mehr aufgefordert, sich zu isolieren. Sozialministerin Lena Hallengren sagte am Donnerstag, es gäbe keinen Grund mehr, warum für Ältere schärfere Maßnahmen gelten sollten als für den Rest der Bevölkerung. "Heute wissen wir mehr über das Coronavirus und über die Situationen, in denen das Infektionsrisiko am größten ist", so Hallengren. "Deshalb müssen wir alle in Schweden jetzt die gleiche Verantwortung übernehmen, um uns und andere zu schützen."

Personen die älter als 70 Jahre sind, waren bisher aufgefordert, öffentliche Verkehrsmittel und physischen Kontakt zu anderen zu vermeiden. Außerdem sollten sie sich von Geschäften und anderen öffentlichen Orten fernhalten. Die Maßnahmen hätten einen großen Effekt gehabt, hieß es von Seiten der Gesundheitsbehörde. Doch ein Bericht habe gezeigt, dass sich die Isolation bei vielen Älteren negativ auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt habe.

Spahn geht es "den Umständen entsprechend gut" - Lauterbach fordert mehr Tests

15:21 Uhr: Dem positiv auf das Coronavirus getesten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht es nach Angaben eines Ministeriumssprechers "den Umständen entsprechend gut". "Er hat weiterhin kein Fieber, zeigt aber Erkältungssymptome", teilte dieser am Donnerstag mit.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem engeren Umfeld des Ministers seien inzwischen ebenfalls auf das Coronavirus untersucht, aber negativ getestet worden. "Als Vorsichtsmaßnahme arbeiten sie vorläufig aus dem Homeoffice."

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte in der "Rheinischen Post": "Es ist an der Zeit, dass die Kabinettsmitglieder regelmäßig auf Corona getestet werden." Regelmäßig bedeute eine Testung möglichst alle zwei bis drei Tage.

Zwei neue Varianten des Coronavirus in Norwegen entdeckt

15:02 Uhr: In Norwegen sind zwei Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 aufgetreten, die in dem Land bisher nicht festgestellt worden waren. Die Gesundheitsbehörde FHI (Folkehelsemyndigheter) untersucht nun, ob diese Varianten schneller übertragbar sind. Abteilungsleiterin Line Vold sagte am Donnerstag dem Norwegischen Rundfunk NRK, Analysen des genetischen Materials zeigten, dass beide Typen sich sehr ähnlich seien.

Die eine Variante, die bereits in Australien und anderen europäischen Ländern aufgetreten sei, verbreitete sich dem Bericht zufolge in einem Bus mit Senioren, die im September eine Rundreise durch Norwegen gemacht hatten. 36 der 40 Fahrgäste steckten sich an. Insgesamt werden 100 Infektionen an verschiedenen Orten mit der Busreise in Verbindung gebracht. Niemand sei lebensbedrohlich erkrankt, hieß es.

Die Infizierten werden nun in einem Forschungsprojekt ein halbes Jahr beobachtet. "Wir denken, dass es sich um eine ansteckendere Variante des Virus handelt, die sich im Bus befand", sagte die Ärztin Heidi Syre, die das Forschungsprojekt leitet, dem NRK. Die andere Variante des Coronavirus trat dem Bericht zufolge bisher in Hyllestad und in Trondheim auf.

Ärztepräsident zweifelt an Alltagsmasken - "Vermummungsgebot"

13:40 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer zweifelt am Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind", sagte Klaus Reinhardt in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend. "Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken." Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sprach der Mediziner an einer Stelle von einem "Vermummungsgebot".

Für die generelle Wirksamkeit von Masken gibt es allerdings viele wissenschaftliche Belege, teilweise nach der Untersuchung Zehntausender Fälle. Kanadischen Forschern zufolge senkt ein Mund-Nasen-Schutz das Infektionsrisiko. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt ein Arbeitspapier deutscher Forscher, die die Wirkung von Gesichtsbedeckungen anhand der sehr frühen Maskenpflicht in Jena untersuchten. Eine chinesische Studie legt sogar nahe, dass ein Mund-Nasen-Schutz wichtiger als Abstand sei, um die Übertragung des Virus zu verringern.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete auch deshalb die Äußerungen von Reinhardt als "unentschuldbar" für den "ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär". "Aus meiner Sicht ein Rücktrittsgrund, wenn er das nicht sofort zurücknimmt", twitterte Lauterbach.

Reinhardt sagte bei "Lanz" weiter, er glaube, dass man den Mund-Nasen-Schutz tragen könne, wo man den Abstand nicht wahren könne, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Räumlichkeiten, wo man notwendigerweise eng beieinander sei. Zum Tragen an der frischen Luft sagte er: "Ich glaube, dass das wenig bringen wird."

Am Donnerstag bekräftigte Reinhardt in einer gemeinsamen Mitteilung der Ärztekammer-Spitze, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Situationen sinnvoll ist: "Dieser ist zwar kein sicherer Schutz vor einer eigenen Infektion, hilft aber, durch eine mechanische Reduktion der Aerosol-Verbreitung andere zu schützen."

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt das Tragen von Alltagsmasken in bestimmten Situationen als Baustein, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren.

Wieder ein Corona-Hotspot nahe Aachen: Baesweiler meldet Inzidenzwert von 321

13:19 Uhr: Die nordrhein-westfälische Stadt Baesweiler bei Aachen ist ein besonders starker Corona-Hotspot: Dort gibt es 321 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, wie die Städteregion Aachen am Donnerstag mitteilte.

Baesweiler liegt von dem ehemaligen Corona-Hotspot Gangelt im Kreis Heinsberg, der im Frühjahr 2020 durch zahlreiche Infektionen während der Faschingszeit in die Schlagzeilen geriet, nur 16 Kilometer entfernt. Im Kreis Heinsberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 45,4.

In Baesweiler leben 28.000 Menschen. 92 davon seien derzeit nachweislich mit dem Virus infiziert. In der gesamten Städteregion Aachen liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 127.

"Die Ursache liegt im Wesentlichen bei Familienfeiern", sagte der Bürgermeister von Baesweiler, Willi Linkens von der CDU, der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem hätten sich mehrere Personen bei einer Beerdigung in einer anderen Stadt infiziert und dann zu Hause in Baesweiler Familienmitglieder angesteckt.

RKI-Appell an Disziplin: Meiste Ansteckungen passieren im privaten Umfeld

12:30 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage in immer mehr Teilen Deutschlands hat das Robert-Koch-Institut in Berlin sich nach längerer Pause mit einer Einschätzung der Situation an die Bundesbürger gewandt.

RKI-Chef Lothar H. Wieler appellierte an die Selbstdiszplin und empfahl, sich weiterhin an die empfohlenen Corona-Regeln zu halten. Das Geschehen steigere sich drastisch und sei in einigen deutschen Regionen bereits unkontrollierbar. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es wieder mehr schwere Fälle und Tote geben werde.

Für die Entwicklung machte Wieler vor allem Treffen im privaten Bereich verantwortlich. Insofern empfahl er eine generelle Maskenpflicht "in Räumen, in denen man sich anstecken kann." Dazu gehörten auch der öffentliche Personennahverkehr oder Geschäfte.

Die Nachverfolgung von Kontakten positiv gestester Personen treibe schon jetzt viele Gesundheitsämter an deren Leistungsgrenze. Wieler nannte deren Überforderung "ernst und besorgniserregend".

"Das Virus ist heute schon wieder so verbreitet", untermauerte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in einem Tweet Wielers Appell, "dass jedes Gespräch/Treffen in Innenräumen eine Gefahr darstellen kann."

Eröffnung im November: Österreichs Hauptstadt Wien genehmigt Weihnachtsmärkte

12:21 Uhr: Die traditionellen Wiener Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie öffnen. Die österreichische Hauptstadt hat 18 Märkte mit insgesamt 852 Marktständen genehmigt, wie das Marktamt am Donnerstag mitteilte. Am 13. November öffnen etwa der Christkindlmarkt am Rathausplatz und der Weihnachtsmarkt am Stephansplatz.

Die Betreiber haben laut Marktamt in Abstimmung mit Hygienefachärzten ein Corona-Präventionskonzept erarbeitet: So gilt auf allen Weihnachtsmärkten eine Maskenpflicht für Besucher und Standbetreiber. Um Platz für Sicherheitsabstände zu lassen, gibt es 178 Marktstände weniger als im Vorjahr. Für die Umsetzung der Bestimmungen sind die Betreiber zuständig, die zusätzliche Ordner beschäftigen sollen.

Belgiens Außenministerin liegt mit COVID-19-Erkrankung auf Intensivstation

11:46 Uhr: Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès wird wegen einer COVID-19-Erkrankung auf der Intensivstation behandelt. Das bestätigte ihr Sprecher am Donnerstag belgischen Medien. Ihr Zustand sei stabil, aber es bedürfe einer professionellen Betreuung. Sie sei am Mittwoch ins Krankenhaus gebracht worden.

Wilmès, die auch stellvertretende Ministerpräsidentin ist, hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Die 45-Jährige war bis vor kurzem Ministerpräsidentin Belgiens gewesen. Ihr Nachfolger Alexander De Croo wünschte ich auf Twitter gute Besserung.

Corona-Fall bei Werder Bremen - gesamtes Team in häuslicher Isolierung

11:18 Uhr: Ein Fußballprofi Werder Bremens ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Spieler, der am Mittwoch getestet worden war und dem es nach Vereinsangaben vom Donnerstag gut geht, befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Für einen weiteren Profi sowie ein Mitglied des Funktionsteams hat das zuständige Gesundheitsamt trotz negativer Testergebnisse eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Die übrigen Spieler, die Trainer und das komplette Funktionsteam bleiben zudem freiwillig bis zum nächsten Test an diesem Freitag zu Hause. Ein für diesen Donnerstag angesetztes Regenerationstraining fällt aus. Werder empfängt am 25. Oktober ab 18 Uhr die TSG 1899 Hoffenheim zum Bundesliga-Heimspiel.

Die Bundesregierung erweitert die Liste der Corona-Risikogebiete

10:48 Uhr: Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mitteilte.

Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab Samstag als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn.

Acht Landkreise oder Städte in Bayern überschreiten kritischen Inzidenz-Wert

10:35 Uhr: In Bayern schreitet die Verbreitung des Coronavirus in bedenklichem Maße voran. Einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit acht Landkreise oder kreisfreie Städte mit offiziell mehr als 100 Neuinfektionen pro Tag und 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Im Landkreis Berchtesgadener Land, der darauf mit einem Lockdown reagierte, der seit 20. Oktober um 14 Uhr für 14 Tage in Kraft ist, stieg der Infektionswert auf 262,44. Dahinter folgt die Stadt Augsburg mit 132,85, dann die Stadt Weiden mit 131,02. Deutlich über der 100er-Grenze liegen auch der Landkreis Mühldorf am Inn (120,82) und der Landkreis Rottal-Inn (113,58). Auch im Landkreis Schweinfurt (112,61), in der Stadt Schweinfurt (112,30) und im Landkreis Fürstenfeldbruck (102,59) ist die von der bayerischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder eingeführte Corona-Ampel auf die Warnstufe dunkelrot gesprungen.

Dies bedeutet für die betroffenen Gebiete beispielsweise, Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer zu begrenzen und die Sperrstunde auf 21:00 Uhr zu terminieren.

Ärzteverband: Merkel-Szenario mit 19.200 Neuinfektionen "realistisch"

10:09 Uhr: Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel nicht für übertrieben, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten", sagte Ute Teichert den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung."

Merkel hatte bei einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums Ende September nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vor einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 gemeldete Neuinfektionen am Tag geben, wurde sie zitiert.

Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter "rasch an die Grenze der Überforderung", sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Das Robert-Koch-Institut hatte von neun Städten und Landkreise gesprochen, in denen etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht mehr vollständig gelinge.

Es wird wieder Toilettenpapier gehamstert

09:49 Uhr: Mit den stark steigenden Corona-Zahlen zieht auch die Nachfrage nach Toilettenpapier wieder deutlich an. In der vergangenen Kalenderwoche wurde mit einem Absatzplus von 90 Prozent fast doppelt so viel Toilettenpapier verkauft wie im Durchschnitt vor Ausbruch der Pandemie, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Auch andere Hygieneartikel waren demnach stark nachgefragt. Der Absatz von Desinfektionsmittel lag demnach knapp 73 Prozent über dem Vorkrisen-Schnitt, bei Seife betrug das Absatzplus gut 62 Prozent. Die Nachfrage nach beiden Produkten war auch während des Sommers "leicht überdurchschnittlich", wie die Statistiker betonten.

Bericht: Japan erwägt Gesichtserkennung bei Olympia-Besuchern

07:53 Uhr: Japan erwägt den Einsatz von Technologien zur Gesichtserkennung von Zuschauern bei den Olympischen Spielen 2021. Wie die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, könnte dies möglicherweise beim Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus helfen. Dabei würde das Gesicht des Zuschauers beim Betreten des Austragungsortes aufgezeichnet sowie die Körperoberflächentemperatur erfasst. Durch Aufzeichnen der Bewegungsroute mit Überwachungskameras am Veranstaltungsort wäre es möglich, im Falle einer Infektion später Personen, die möglicherweise engen Kontakt hatten, leichter auszumachen und früh zu informieren.

Allerdings könnte es Bedenken wegen der Datenschutzsicherheit geben, es müssten daher sorgfältige Überlegungen bezüglich der Verwaltung solcher Daten angestellt werden, schrieb das Blatt weiter.

Erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

05:12 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert war am Samstag mit 7.830 Neuinfektionen erreicht worden.

Da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden - sind die jetzigen Werte allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen will das RKI am Donnerstag in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland informieren.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, das Lüften von Innenräumen und - wo geboten - eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Corona-Neuinfektionen in Deutschland erreichen Rekordwert von 11.287

In Deutschland ist ein Rekordwert an Corona-Neuinfektionen erreicht worden. Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen erstmals mehr als 10.000 positive Tests binnen 24 Stunden gemeldet.
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FDP fordert Regierungserklärung von Merkel zu Corona

05:01 Uhr: Die FDP-Bundestagsfraktion fordert von Angela Merkel eine Regierungserklärung zur Corona-Politik. Ihr Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) mit Blick auf kolportierte Aussagen Merkels bei der letzten Sitzung mit den Ministerpräsidenten: "Wenn von Unheil die Rede ist, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, was das heißt." Der Ort, an dem der Öffentlichkeit die Politik vermittelt werde, sei das Parlament.

Dem Bericht zufolge forderte er in einem Schreiben an das Kanzleramt die Regierungserklärung für die nächste Bundestagssitzungswoche. Merkel solle darlegen, wie sie die Lage einschätze, was sich hinter dem Bild des "Unheils" verberge, welche Maßnahmen sie für nötig halte und welche davon an den Ministerpräsidenten gescheitert seien.

Merkel hatte nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern die Regierungschefs der Bundesländer gemahnt: "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden." Mit den festgelegten Maßnahmen würden Bund und Länder "in zwei Wochen eben wieder hier" sitzen

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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