Bei Großveranstaltungen in Berlin gelten ab Sonntag keine Obergrenzen mehr für Besucherzahlen. Mehrere hundert Menschen im Landkreis Donau-Ries sollen mutmaßlich falsch ausgestellte Corona-Impfbescheinigungen einer Hausarztpraxis erhalten haben. Alle News zum Coronavirus vom 5. Oktober zum Nachlesen.

➤ Berlin: Keine Besucher-Obergrenze mehr für 2G-Veranstaltungen

Bei Großveranstaltungen in Berlin gelten ab Sonntag keine Obergrenzen mehr für Besucherzahlen, wenn alle Teilnehmer gegen Corona geimpft oder genesen sind (2G). Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag. Galt zuvor eine Obergrenze von 25.000 Menschen, so könnte nach den neuen Regeln etwa das Olympiastadion wieder komplett gefüllt werden - und die Teilnehmer müssten keine Maske tragen.

Schon seit einiger Zeit gilt in Berlin, dass Betreiber etwa von Restaurants oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Im Falle von 2G entfällt die Maskenpflicht. Ergänzend dazu beschloss der Senat am Dienstag, dass bei einer 2G-Veranstaltung auch Personal mit unmittelbarem Kundenkontakt geimpft oder genesen sein muss.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Krawalle bei Corona-Demo vor EU-Gipfel in Slowenien

23:07 Uhr: Sloweniens Polizei hat am Dienstag mehrfach Tränengas und Wasserwerfer gegen Tausende Demonstranten eingesetzt, die in der Hauptstadt Ljubljana gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen sind. Demonstranten hatten dabei auf einem von der Polizei gesperrten Platz das Auto einer ausländischen Delegation umzingelt, wie die öffentlich-rechtliche slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei berichtete. Im nahe gelegenen Brdo pri Kranj beginnt am Mittwoch der Westbalkan-Gipfel der EU mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die Teilnehmer der Kundgebung haben den Berichten zufolge versucht, sich einem Hotel zu nähern, in dem ein Teil der Delegationen des EU-Gipfels untergebracht ist, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen, darunter der Rapper Zoran Stevanovic, Präsident der kleinen Protestpartei Resni.ca.

Wie die STA weiter berichtete, sind bei den Protesten zudem Journalisten beleidigt, bedroht und weggestoßen worden. Beim TV-Sender "N1" zertrümmerten Demonstranten eine Glastür am Eingang des Sendergebäudes. Eine Sendung musste demnach unterbrochen werden, da Tränengas in die Studios drang. Sloweniens Journalistenverband rief die Polizei auf, die Sicherheit der Reporter zu gewährleisten.

Wegen der angekündigten Proteste vor dem EU-Gipfel hatte Sloweniens Regierung die Polizei angewiesen, Teile von Ljubljana, Brdo pri Kranju und des Orts Bled zu sperren.

Impf-Mitarbeiter in Guatemala angegriffen - Vakzindosen zerstört

21:18 Uhr: Dorfbewohner in Guatemala haben eine Impfkampagne gegen das Coronavirus gewaltsam unterbrochen und 50 Impfdosen zerstört. Ein etwa zehnköpfiges Team des Gesundheitsministeriums wurde am Montag in dem Ort Maguilá geschlagen und mehrere Stunden lang festgehalten, wie das Ministerium mitteilte. Die Bewohner drohten demnach damit, sie zu lynchen - die Lokalverwaltung musste vermitteln. Die aufgebrachte Menge warf den Angaben zufolge die Fläschchen mit dem Vakzin auf den Boden und zerbrach diese, unter anderem mit Steinen.

Die Bewohner von Maguilá, das zur zentralguatemaltekischen Gemeinde Fray Bartolomé de las Casas gehört, hätten sich zuvor organisiert, um die Impfkampagne zu verhindern, hieß es. Sie lehnten es ab, dass dort gegen das Coronavirus geimpft werde - warum, wurde nicht mitgeteilt.

In Guatemala, mit etwa 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas, wird Gesundheitspersonal in entlegene Gebiete geschickt - manchmal zu Fuß. Die Mitarbeiter sollen die ländliche, zu einem großen Teil indigene Bevölkerung impfen beziehungsweise überzeugen, sich impfen zu lassen. In manchen Gemeinden - auch im angrenzenden Süden Mexikos - gab es bereits Widerstand, etwa wegen kultureller oder religiöser Überzeugungen, oder auch aufgrund von Gerüchten. Erst rund 14 Prozent der der Bewohner Guatemalas sind bisher vollständig geimpft.

Corona und Grippe - Spahn und Wieler bereiten auf Herbst vor

17:36 Uhr: Der befürchtete Anstieg an Corona- und Grippe-Infektionen im Herbst und Winter rückt an diesem Mittwoch in Berlin in den Blick. Dazu treten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar H. Wieler, am Vormittag gemeinsam vor die Öffentlichkeit. Im Zentrum soll das Thema Impfen stehen.

Das RKI hatte in seinem jüngsten Wochenbericht eine Zunahme bei den Corona-Zahlen vorhergesagt. Als Gründe nannte das RKI, dass es noch immer eine große Zahl ungeimpfter Menschen gebe und Kontakte in Innenräumen im Herbst zunähmen. Zudem fürchten Ärzte eine Grippewelle. Derzeit gibt es bereits eine Häufung an Atemwegsinfekten bei Minderjährigen. Ärzte berichten davon, dass nun Infekte nachgeholt würden, die es wegen des teilweisen Lockdowns im vergangenen Winter und Frühjahr nicht gegeben habe.

In der Hochphase der Corona-Pandemie waren Spahn und Institutschef Wieler teils im Wochenrhythmus miteinander aufgetreten. Mit dabei ist dieses Mal der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens. Die Stiko hatte im September eine Empfehlung herausgegeben, nach der Impfungen gegen Corona und Grippe an einem Termin erfolgen können. Geraten wird zu einem Zeitpunkt ab Oktober.

Deutlich mehr Schüler fehlen in England wegen Corona im Unterricht

16:58 Uhr: In englischen Schulen breitet sich das Coronavirus offensichtlich wieder stärker aus. Wie das Bildungsministerium in London am Dienstag mitteilte, verpassten am vergangenen Donnerstag (30. September) mehr als 200.000 Kinder aus Corona-Gründen den Unterricht. Das sind etwa 2,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler im größten britischen Landesteil. Am 16. September fehlten laut Ministerium etwa 122.000 Kinder und Jugendliche (1,5 Prozent) im Unterricht.

Abwesend waren nun allein 102.000 Schülerinnen und Schüler wegen einer bestätigten Corona-Infektion und 84.100 mit einer vermuteten - jeweils fast doppelt so viele wie zwei Wochen zuvor. Tausende verpasst zudem wegen coronabedingter Schulschließungen den Unterricht.

Schulleiter berichteten von einem "hohen Ausmaß an Störungen", weil die neuen Corona-Regeln zur Selbstisolation zur Ausbreitung des Virus in Schulen beitrügen. Seit dem Beginn des Schuljahres müssen sich Schülerinnen und Schüler nur noch isolieren, wenn sie selbst positiv getest werden und nicht mehr nach Kontakt mit Infizierten. "Wir wissen von Schulen, an denen zehn Prozent und mehr der Schüler fehlen und auch Lehrer und Angestellte wegen des Virus nicht zur Arbeit kommen", sagte Geoff Barton, Generalsekretär des Schulleiterverbands Association of School and College Leaders.

Bildungsminister Nadhim Zahawi betonte hingegen, die Regierung halte an den Maßgaben fest. Mittlerweile dürfen auch 12- bis 15-Jährige gegen das Coronavirus geimpft werden.

Hunderte Personen von mutmaßlich falschen Corona-Impfungen in Bayern betroffen

16:01 Uhr: Mehrere hundert Menschen im Landkreis Donau-Ries sollen mutmaßlich falsch ausgestellte Corona-Impfbescheinigungen einer Hausarztpraxis erhalten haben. Dies sagten am Dienstag Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Donauwörth.

Ein Hausarzt wird verdächtigt, seinen Patienten Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben, ohne tatsächlich einen Impfstoff gespritzt zu haben. Seit Montag werden die Patienten des niedergelassenen Arztes getestet, ob sie ausreichend Antikörper gebildet haben. Mehr als 130 Männer und Frauen hätten am ersten Tag von dem Angebot der Kreisbehörde bereits Gebrauch gemacht, hieß es.

Es gebe nach bisherigen Erkenntnissen einerseits Betroffene, die nur für einen Stempel im Impfbuch in die Praxis in Nordschwaben gegangen seien und keine Spritze bekommen hätten. Andererseits gebe es Patienten, die davon ausgegangen seien, korrekt geimpft worden zu sein, obwohl dies wohl nicht der Fall gewesen sei.

Wie Landrat Stefan Rößle (CSU) betonte, habe seine Behörde dem Mediziner mittlerweile untersagt, die Praxis wieder zu öffnen. "Die Praxis ist bis auf weiteres geschlossen", sagte er.

79 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft

15:35 Uhr: In Deutschland sind nun 79 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag 75,3 Prozent der Erwachsenen.

Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 42,2 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 35,2 Prozent sind vollständig geimpft. 817.313 Menschen in Deutschland haben mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. Sie wird unter anderem älteren Menschen und Risikogruppen angeboten, bei denen die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

"Jede einzelne Impfung rettet Leben und schützt unser aller Gesundheit!", twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Laut Bundesgesundheitsministerium sind 64,7 Prozent der Gesamtbevölkerung inzwischen vollständig gegen Corona geimpft. Die dafür nötigen Impfdosen erhielten bislang mehr als 53,8 Millionen Menschen. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben mittlerweile 68,2 Prozent aller Einwohner. Bei den meisten eingesetzten Impfstoffen sind zwei Dosen für einen vollständigen Schutz nötig.

Rechtsextremisten nehmen Einfluss auf Anti-Corona-Proteste

13:49 Uhr: Sachsen-Anhalts Verfassungsschützer beobachten eine verstärkte Einflussnahme von Rechtsextremisten bei Anti-Corona-Protesten. Mehrere rechtsextremistische Protagonisten und Organisationen hätten dazu aufgerufen, sich an Demonstrationen gegen staatliche Eindämmungsmaßnahmen zu beteiligen und so auch außerhalb der rechtsextremistischen Szene in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen. Das geht aus dem am Dienstag in Magdeburg vorgelegten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2020 hervor.

"Seit Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich, dass Verfassungsfeinde die damit verbundenen Ängste und Sorgen der Menschen für eigene Zwecke missbrauchen, um die Spaltung der Gesellschaft gerade in unsicheren Zeiten voranzutreiben", sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). Insgesamt beziffert der Verfassungsschutz das extremistische Personenpotenzial in Sachsen Anhalt auf 2970.

Nach Rettung in Sachsen: Corona-Patient bedankt sich bei Ministerpräsident Kretschmer

13:10 Uhr: Eineinhalb Jahre nach seiner Behandlung in Leipzig hat sich der Corona-Intensivpatient Felice Perani bei einem emotionalen Treffen mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer für die Hilfe in Deutschland bedankt. "Sie haben mir das Leben gerettet", sagte er bei einem Empfang der deutschen Botschaft am Montagabend in Rom mit Tränen in den Augen an die Ärzte in Sachsen gerichtet. Er überreichte Kretschmer eine Nachbildung des Turiner Grabtuches. Der CDU-Politiker sagte bewegt, die Hilfe sei selbstverständlich gewesen.

Sachsen hatte Perani im Frühjahr 2020 als ersten Patienten aus Bergamo einfliegen lassen, weil die dortigen Krankenhäuser voll waren. Dramatische Bilder von Patienten in italienischen Kliniken und Militärfahrzeugen, die Särge aus der Stadt fuhren, waren in der ersten Corona-Welle um die Welt gegangen.

Am Ende lag Perani 76 Tage auf der Intensivstation. "Ich bin in Leipzig behandelt worden wie ein Sohn oder ein Bruder", erinnerte sich der Lehrer, der noch heute an den Spätfolgen der Infektion wie Schilddrüsenproblemen und Diabetes leide. Sachsen aber verdanke er sein Leben. Insgesamt nahm Deutschland in jener Zeit 44 Patienten aus dem Ausland auf. "Ich sage immer, ihr habt nicht 44 Leute gerettet, sondern 88, weil durch eure Hilfe 44 Betten in Italien für andere Patienten frei geworden sind", sagte Perani.

"Wir sind sehr dankbar für diese gelebte europäische Solidarität!", schrieb Kretschmer bei Twitter. Er rief alle Bürger seines Bundeslandes auf, sich impfen zu lassen. Derzeit ist Sachsen bundesweit Schlusslicht bei der Impfquote. Von Felice Perani wurde er dann noch nach Bergamo eingeladen - Kretschmer nahm die Einladung prompt an.

Überzeugt Valneva-Vakzin bald Impfgegner?

Der Impfstoff von Valneva könnte bald erstmals zugelassen werden und manchen Impfskeptiker möglicherweise doch noch zum Piks gegen COVID-19 bewegen. Der Grund: Das Vakzin basiert auf einer altbekannten Technologie. Was Sie über Valneva wissen sollten. Vorschaubild: picture alliance/empics/Steve Parsons

Umfrage: Menschen machen sich weniger Sorgen wegen Corona

12:45 Uhr: Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen machen sich die Menschen in Deutschland weniger Sorgen über die Auswirkungen des Coronavirus. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gaben lediglich 12 Prozent der Befragten an, über körperliche Auswirkungen beunruhigt oder sehr beunruhigt zu sein. 17 Prozent erklärten, beunruhigt über ihre psychische Gesundheit zu sein. 11 Prozent machen sich demzufolge Gedanken über ihre wirtschaftliche Situation.

Die Menschen gehen zum Herbstbeginn auch weniger auf Distanz zu ihren Mitmenschen, um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Ende Juni, als die Infektionszahlen vergleichsweise niedrig waren, gaben noch 50 Prozent der Befragten an, weniger das Zuhause zu verlassen, um sich zu schützen. Nun sind es nur noch 30 Prozent. 64 Prozent äußerten Ende Juni, seltener Freunde und Familie zu treffen. Das sagten nun nur noch 44 Prozent.

Die Erhebung, die regelmäßig durchgeführt wird, zeigt zudem, dass die 2G-Regel (geimpft, genesen) in der Bevölkerung auf deutlich weniger Zustimmung trifft als die 3G-Regel (geimpft, genesen oder negativ getestet). 83 Prozent der Befragten sehen die 3G-Regel als eine angemessene Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus, die 2G-Regel wird im Vergleich nur von 56 Prozent befürwortet.

Bericht: Katar und FIFA in Gesprächen über WM-Corona-Regeln

10:46 Uhr: Der Fußball-Weltverband FIFA befindet sich einem Medienbericht zufolge in Gesprächen über eine Lockerung der angekündigten Corona-Impfpflicht im WM-Gastgeberland Katar.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, gehe es darum, auch Genesenen oder negativ auf das Coronavirus Getesteten die Reise zur Endrunde (21. November bis 18. Dezember 2022) zu ermöglichen. Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al Thani hatte im Juni angekündigt, dass nur geimpfte Zuschauer zugelassen werden sollen.

Die FIFA bestätigte die Gespräche auf Anfrage zunächst nicht. Der Weltverband teilte grundsätzlich mit, Katar werde zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligter alle erforderlichen Vorkehrungen treffen. Noch in diesem Jahr (30. November bis 18. Dezember) richtet Katar den Arab Cup mit 16 Nationen aus - der Umgang mit der Pandemie bei diesem Turnier könnte ein Hinweis auf die Regeln für die WM ein Jahr später sein.

RKI registriert 4799 Neuinfektionen - Inzidenz bei 63,6

09:02 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstag mit 63,6 an. Am Vortag hatte der Wert bei 64,7 gelegen, vor einer Woche bei 60,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4799 Corona-Neuinfektionen, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4171 Ansteckungen gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.260.187 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Montag mit 1,55 an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93 883.

Kinderärzte lehnen weiterhin Maskenpflicht an Schulen ab

Kinder- und Jugendärzte in Deutschland fordern weiterhin ein Ende der Maskenpflicht an Schulen. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, sagte der Verbandssprecher. Vorschaubild: picture alliance/dpa/Guido Kirchner

Australischer Bundesstaat Victoria meldet nationalen Corona-Rekord

05:38 Uhr: Die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria steigen trotz eines seit zwei Monaten andauernden Lockdowns weiter und haben einen neuen Höchstwert erreicht. Die Behörden in der Region mit der Metropole Melbourne meldeten am Dienstag 1.763 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, und mehr als jemals in einem anderen australischen Bundesstaat oder Territorium verzeichnet worden waren.

Derzeit lägen mehr als 500 Einwohner Victorias in Verbindung mit COVID-19 in Krankenhäusern, davon rund 100 auf der Intensivstation, sagte Regionalpremier Daniel Andrews. 66 Prozent der Patienten seien nicht geimpft, 28 Prozent hätten eine Impfdosis erhalten und sechs Prozent seien vollständig geimpft. "Die Zahlen sprechen eine klare Sprache", erklärte der Politiker. "Wenn Sie geimpft sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schwer erkranken und im Krankenhaus landen, erheblich geringer."

Der Bundesstaat im Osten Australiens befindet sich bereits zum sechsten Mal im Lockdown. Erst am Montag hatte der australische Sender ABC berichtet, dass die Millionenstadt Melbourne eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie einen unrühmlichen Rekord aufgestellt habe: Die Regionalhauptstadt komme inzwischen auf zusammengezählt 246 Tage im Lockdown-Modus, hieß es. Damit habe sie dem bisherigen Rekordhalter Buenos Aires den Rang abgelaufen.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern ist seit Beginn der Krise weitgehend abgeschottet von der Außenwelt. Wegen des Voranschreitens der Impfkampagne will die Regierung aber voraussichtlich im November erstmals wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen. Vollständig geimpfte Australier dürfen dann wieder ins Ausland reisen. Wann Touristen wieder nach Down Under einreisen können, ist aber noch unklar.

Unicef: Corona beeinträchtigt die Psyche von jungen Menschen

02:23 Uhr: Die Corona-Pandemie hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge auch die psychische Gesundheit von jungen Menschen beeinträchtigt. Eine Umfrage in 21 Ländern ergab demnach, dass sich jeder fünfte Mensch im Alter zwischen 15 und 24 Jahren "häufig depressiv fühlt oder wenig Interesse daran hat, Dinge zu tun". Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Unicef-Bericht hervor, für den Kinder und junge Erwachsene in 21 Ländern befragt wurden.

Die Organisation stellt dabei einen direkten Bezug zu den Auswirkungen der Pandemie her: "Nach den neuesten verfügbaren Daten von Unicef ist weltweit mindestens eines von sieben Kindern direkt von Lockdowns betroffen, während mehr als 1,6 Milliarden Kinder einen gewissen Bildungsverlust erlitten haben". Die Unterbrechung von Routinen, Bildung und Erholung sowie Sorge um das Familieneinkommen und die Gesundheit hinterlasse bei vielen jungen Menschen Angst, Wut und Sorge um ihre Zukunft.

UN-Angaben zufolge lebt jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung. Das entspreche 80 Millionen Jugendlichen zwischen 10 bis 14 Jahren und 86 Millionen Heranwachsenden im Alter von 15 bis 19. Suizid sei in der Altersgruppe zwischen 15 und 19 die vierthäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, Tuberkulose und Gewalttaten - wie viele der Selbsttötungen von psychischen Erkrankungen herrühren, geht aus den UN-Angaben nicht hervor.

In dem Bericht hebt Unicef auch die wirtschaftlichen Nachteile psychischer Erkrankungen hervor. So habe die London School of Economics geschätzt, dass in Volkswirtschaften aufgrund von psychischen Störungen, die bei jungen Menschen zu Behinderungen oder zum Tod führen, Schäden von fast 390 Milliarden US-Dollar pro Jahr entstehen.

Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Regeln

02:00 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband hat ein Ende der unterschiedlichen Corona-Regelungen an Schulen gefordert. Vor der Tagung der Kultusministerkonferenz Ende der Woche forderte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger in der "Rheinischen Post" inheitliche Kriterien für Testungen, Maskenpflicht und den erforderlichen Mindestabstand in Schulen bei stark steigenden Inzidenzen. Ebenso müssten die Infektions- und Quarantänezahlen wöchentlich bundesweit erfasst werden. "Das größte Ärgernis für uns als Lehrerverband ist die Tatsache, dass bei den Corona-Maßnahmen derzeit wieder ein Rückfall in die wildeste Kleinstaaterei stattgefunden hat", sagte Meidinger der Zeitung.

Der Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer kritisierte, dass die Maskenpflicht in einigen Bundesländern komplett, anderswo nur teilweise abgeschafft worden sei. Ebenso unterschiedlich würden Testungen der Schülerinnen und Schüler gehandhabt. In Thüringen seien neben der Maskenpflicht auch die Tests abgeschafft worden, wodurch die Schulen "zur Durchseuchung freigegeben werden". In dem Bundesland gilt eine Maskenpflicht im Unterricht nur ab bestimmten Warnstufen, im Schulgebäude jedoch grundsätzlich. Verbindliche Tests sind lediglich ab der höchsten Warnstufe vorgeschrieben.

Der Virologe Klaus Stöhr unterstützt die Forderung nach Lockerungen an Schulen. Der Wissenschaftler sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für das Ende aller Corona-Maßnahmen - den "Freedom Day" - für Minderjährige aus. "Sie sollten alle als geimpft oder genesen gelten und Masken in den Schulen und die Testpflicht für diese Gruppe verschwinden." Mit den Massentests von Kindern werde "einfach nur sinnlos Geld verbrannt".

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte der "Passauer Neuen Presse", Kinder seien "unter anderem als Folge der Corona-Maßnahmen inzwischen in erhöhtem Maße zu einer leichten Beute für Viren geworden, die ihnen früher kaum etwas anhaben konnten". Eine Maskenpflicht in Schulen halte er nicht für nötig, wenn parallel getestet werde.

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Verband: Coronakrise wird Airlines über 200 Milliarden Dollar kosten

00:10 Uhr: Die Corona-Pandemie wird der Luftfahrt-Branche nach Verbandsschätzungen Verluste von mehr als 200 Milliarden Dollar eintragen. Für dieses Jahr sei noch mit einem Minus von 52 Milliarden Dollar (derzeit 44,7 Mrd Euro) zu rechnen, sagte der Generaldirektor des globalen Airline-Verbandes IATA, Willie Walsh, am Montag. Zugleich sei der Tiefpunkt der Krise überschritten. Für das kommende Jahr erwartet die Organisation noch rote Zahlen von rund zwölf Milliarden Dollar, bis die Industrie 2023 unterm Strich wieder mit Gewinn arbeiten werde.

Im vergangenen Jahr mit dem drastischen Einbruch des Luftverkehrs verbuchten die Fluggesellschaften nach IATA-Zahlen weltweit noch einen Verlust von 138 Milliarden Dollar. Die Airlines hätten 243 Milliarden Dollar an staatlicher Unterstützung bekommen, von denen rund 110 Milliarden zurückgezahlt werden müssten.

Walsh schränkte zugleich ein, dass auch im kommenden Jahr nicht alle Airlines gleichermaßen von der Erholung profitieren werden. So werde der internationale Luftverkehr weiterhin geringer sein als früher.

Unter wachsendem Druck beschloss die Branche ungeachtet der schwierigen finanziellen Lage, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu fliegen. Nötig dafür sei eine Kombination aus nachhaltig produziertem Treibstoff, neuen Flugzeug-Designs, mehr Effizienz sowie der Bindung von Kohlendioxid und dem Ausgleich von Emissionen, sagte Walsh bei der IATA-Jahrestagung in Boston. Gegen die Zielsetzung gab es Widerstand chinesischer Airlines, die sich jedoch nicht durchsetzten.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

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