• 19:18 Uhr: Gesundheitsminister einigen sich: Nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne
  • 17:46 Uhr: Entwurf: Kostenlose Corona-Tests für 12- bis 17-Jährige bis Ende November
  • 16:38 Uhr: Lebenserwartung in Italien für 2020 wegen Corona gesunken
  • 14:32 Uhr: US-Studie zeigt, wie sehr COVID-19 die Nieren schädigen kann
  • 12:53 Uhr: Bundesregierung hat offenbar Ende der kostenlosen Corona-Tests konkretisiert
  • 10:25 Uhr: Zahl minderjähriger COVID-19-Patienten steigt in den USA
  • 06:41 Uhr: Mehrheit der Deutschen befürwortet strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte

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➤ Gesundheitsminister: Nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für den gesamten Klassenverband Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund am Montag. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als "Leitplanken" an die Gesundheitsämter weitergegeben werden. Ziel sei guter Infektionsschutz und so viel Präsenzunterricht wie immer möglich. Der Beschluss wurde laut Holetschek bei Enthaltung zweier Bundesländer angenommen.

Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden und keine Symptome haben, sollen diese demnach frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Dabei sollen die Gesundheitsämter vor Ort im Einzelfall auch abweichend entscheiden können. Quarantäne-Anordnungen sollen generell "mit Augenmaß" und abhängig von Schutzkonzepten mit Lüftung, Tests und dem Tragen von medizinischen Masken erlassen werden.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Britischer Epidemiologe: Deutschland kam besser durch Pandemie

21:00 Uhr: Dem britischen Epidemiologen Neil Ferguson vom Imperial College in London zufolge ist Deutschland viel besser durch die Corona-Pandemie gekommen als Großbritannien. Beispielsweise sei die Übersterblichkeit - also die überdurchschnittlich hohe Zahl an Todesfällen während der Pandemie - im Vereinigten Königreich um 80 Prozent höher gewesen als in Deutschland. "Das ist ein interessanter Vergleich, woher das kommt", sagte Ferguson bei einer Online-Veranstaltung der Londoner Denkfabrik Chatham House am Montag.

Er selbst vermutet dahinter eine Reihe von Faktoren. In Deutschland habe es eine erfolgreichere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Politikern gegeben, so der Forscher. Zum anderen habe es mit der Fähigkeit Deutschlands zu tun gehabt, die Zahl der Corona-Tests sehr schnell sehr stark auszuweiten. "Sie (die deutschen Behörden) hatten ein besseres Bild davon, was sich abspielte", so Ferguson weiter. Auch die vergleichsweise frühe Entscheidung für den ersten Lockdown habe in Deutschland eine große Zahl von Leben gerettet. Nicht zuletzt sei auch das dezentrale System von Entscheidungsträgern in der Bundesrepublik besser geeignet gewesen, die Ausbreitung des Virus zu unterdrücken.

EMA untersucht Nutzen von Auffrischimpfungen gegen Corona

19:09 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) untersucht den Nutzen einer Auffrischimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech für vollständig geimpfte Menschen ab 16 Jahren. Ergebnisse der Untersuchung, für die Daten des Impfstoffherstellers und laufende klinische Studien ausgewertet werden, sollen in wenigen Wochen vorliegen, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. In einer zweiten Untersuchung will die EMA zudem prüfen, inwiefern Menschen mit schweren Immunproblemen eine dritte Impfdosis von Pfizer/Biontech oder Moderna hilft. Diese Menschen erzielen durch die ersten beiden Impfdosen möglicherweise keinen ausreichenden Impfschutz.

Wie die EMA bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte, sieht sie im Moment keinen drängenden Grund für eine Auffrischimpfung für die gesamte Bevölkerung. Die nun laufenden Untersuchungen sollten eine weiterführende Einschätzung untermauern, hieß es. Wie die EMA betonte, könnten nationale Gesundheitsbehörden sich bereits vorher für eine Auffrischimpfung entscheiden.

Regierungschef Bouffier will 2G-Modell in Gastronomie möglich machen

18:39 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will das Corona-2G-Modell für Gastronomen und Veranstalter zulassen. Die neue Corona-Verordnung des Landes werde voraussichtlich privaten Anbietern die Möglichkeit geben, nur Geimpften und Genesenen (2G) den Zutritt zu ihren Räumen zu erlauben, sagte Bouffier am Montag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Veranstalter, Wirte und Friseure sollen dann selbst entscheiden können, ob sie nur geimpfte und genesene Menschen einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit seien, sagte ein Regierungssprecher.

In der öffentlichen Daseinsvorsorge etwa beim Besuch von Behörden und im ÖPNV bleibe es aber beim 3G-Modell in Hessen. Das sogenannte 2G-Modell geht auf einen Vorstoß aus Hamburg zurück. 3G bedeutet, dass der Zutritt nur Geimpften, Genesenen oder Getesteten gewährt wird.

Entwurf: Kostenlose Corona-Tests für 12- bis 17-Jährige bis Ende November

17:46 Uhr: Kinder von zwölf bis 17 Jahren sollen voraussichtlich noch bis Ende November kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. Das geht aus einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine neue Testverordnung hervor, die das geplante generelle Ende der Gratis-Tests für alle Bürger zum 11. Oktober umsetzen soll. Zunächst berichteten das Nachrichtenportal "ThePioneer" und "Business Insider" über den Entwurf, er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Anspruch auf kostenlose Tests sollen demnach bis zum 30. November auch Personen ohne Symptome haben, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren, für die es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt, sowie etwa auch Schwangere.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll - ab 11. Oktober sollen sie in der Regel selbst zu bezahlen sein. Da inzwischen allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es im Beschluss.

Im Verordnungsentwurf für die Neuregelung wird darauf verwiesen, dass es seit Mitte August auch für die Gruppe der Zwölf- bis 17-jährigen eine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Um ihnen ausreichend Zeit zu gewähren, sich über Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, sollen für alle bis 17 Jahre Gratis-Tests bis 30. November möglich sein.

Trotz steigenden Inzidenzwerten: Bundesligaspiel Leipzig gegen Bayern vor 34.000 Fans

17:18 Uhr: RB Leipzig kann das Spitzenspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr) gegen den deutschen Rekordmeister wie geplant vor zugelassenen 34.000 Zuschauern austragen. Obwohl der Inzidenz-Wert am Montag leicht auf 36,5 gestiegen ist, ergibt sich laut RB "keine Änderung am bereits genehmigten Hygienekonzept für das Spiel. Unser Heimspiel am kommenden Samstag gegen den FC Bayern München kann weiterhin vor bis zu 34.000 Zuschauern ausgetragen werden", teilte der Vizemeister am Montag auf seiner Homepage mit.

Die Corona-Schutz-Verordnung von Sachsen besagt: "Ein für einen Schwellenwert maßgeblicher Wert gilt als überschritten, wenn die Sieben Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen über dem Schwellenwert liegt. Die jeweils verschärfenden Maßnahmen gelten ab dem übernächsten Tag." Damit steht der Austragung des Spiels nichts im Wege. Alle Dauerkarteninhaber von RB Leipzig werden bis Mittwoch ihr Ticket erhalten. Die restlichen 3000 Tickets würden an die Fans der Münchner, VIP-Gäste und Partner des Vereins gehen, hieß es in einer Ticket-Info von RBL.

Sportlich steht RB nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Saisonspielen in der Bundesliga mit dem neuen Trainer Jesse Marsch bereits unter Druck. In der Partie gegen die Bayern kommt es für die Leipziger auch zum Wiedersehen mit Ex-Kapitän Marcel Sabitzer und Abwehrspieler Dayot Upamecano, die wie Trainer Julian Nagelsmann zu den Münchnern gewechselt sind.

Lebenserwartung in Italien für 2020 wegen Corona gesunken

In Italien ist die Lebenserwartung für das Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie deutlich gesunken. Landesweit sei der Wert um 1,2 Jahre im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte die italienische Statistikbehörde Istat am Montag in Rom mit.

Sie begründete dies mit dem Anstieg des Sterblichkeitsrisikos durch COVID-19. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Jahr 2020 damit bei 82 Jahren - die der Männer bei 79,7 Jahren und die der Frauen bei 84,4 Jahren.

Aus den Daten der Statistiker ging auch eine unterschiedliche Entwicklung der Lebenserwartung in den einzelnen Landesteilen hervor. Die Corona-Pandemie traf die Lombardei im Norden zu Beginn im Frühjahr 2020 besonders hart. Viele erinnern sich noch an die Bilder von Militärlastwagen, die Särge mit den Toten aus der Stadt schafften. In der Provinz Bergamo, Cremona und Lodi (Lauden) sank die Lebenserwartung der Männer laut Istat um 4,3 bis 4,5 Jahre, die der Frauen um 3,2 bis 2,9 Jahre.

Seit Pandemiebeginn sind in dem Mittelmeerland mit rund 60 Millionen Einwohnern nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 129 500 Menschen mit dem Coronavirus gestorben. Die Behörden verzeichneten bis heute mehr als 4,57 Millionen Corona-Infektionen. Zuletzt stabilisierte sich die Infektionslage laut Gesundheitsexperten etwas.

Italiens Regierung weitete zuletzt die Regelungen für Nachweise über eine Impfung, einen negativen Test oder eine Genesung von COVID-19 weiter aus. Wer innen im Restaurant essen oder ins Museum will, mit dem Fernzug oder einer Fähre zwischen zwei Regionen fahren will, braucht das digitale oder ausdruckbare Corona-Zertifikat. Auch das Schul- und Universitätspersonal braucht es, um zur Arbeit kommen zu dürfen. Medienberichten zufolge will die Regierung diese Regelung auch auf Angestellte in den Behörden ausweiten.

Spahn: Fünf Tage Quarantäne in Schulen - aber mit Schutzkonzepten

15:15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulklassen ausgesprochen, pocht dafür aber auf Schutzkonzepte. In der Regel solle eine einheitliche Quarantäne von fünf Tagen möglich sein, die dann mit einem negativen Test beendet werden könne, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Gelten solle dies zudem nur für "umsitzende" Kinder und nicht die ganze Klasse. Voraussetzung dafür sei aber, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske tragen für alle im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte.

"Dann ist aus unserer Sicht diese alltagstauglichere und gleichzeitig Schutz bietende Lösung möglich", sagte Spahn vor Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern am Montagnachmittag. So sei es auch in einer Arbeitsgruppe zwischen Ländern, Bund und Robert Koch-Institut (RKI) schon miteinander diskutiert. Spahn sagte, er sehe die Chance, zu dieser einheitlichen Linie als Empfehlung zu kommen. Dabei könne es weiter auch Einzelfallsituationen geben, in denen Gesundheitsämter vor Ort abweichend vorgingen, etwa je nachdem, wie Kinder sitzen.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, eine große gemeinsame Linie der Länder würde für sehr viel Akzeptanz gerade bei Eltern sorgen. Präsenzunterricht sollte, so weit es gehe, dauerhaft möglich gemacht werden.

Zahl minderjähriger COVID-19-Patienten steigt in den USA

In den USA ist die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen Wochen wieder stark angestiegen, auch unter Kindern. So waren im August 22 Prozent der Corona-Fälle minderjährig. US-Kinderärzte zeigen sich alarmiert, sie führen den Anstieg unter anderem auf eine fehlende Impfbereitschaft bei vielen Menschen zurück.

US-Studie zeigt, wie sehr COVID-19 die Nieren schädigen kann

Es ist bereits länger bekannt, dass eine Erkrankung mit COVID-19 neben der Lunge, dem Herz, dem zentralen Nervensystem auch die Nieren schädigen kann. Der Grund: Das Virus kann die Blutgerinnung durcheinanderbringen und Autoimmunreaktionen auslösen.

Nun zeigt eine am vergangenen Mittwoch im Fachmagazin der US-Gesellschaft für Nephrologie veröffentlichte Studie von Forschern des Saint Louis Health Care System Clinical Epidemiology Center, dass COVID-19-Patienten auch nach der akuten Phase der Erkrankung ein "erhöhtes Risiko" für Nierenerkrankungen und -schäden haben.

"Man sieht wirklich durchweg ein höheres Risiko für eine Reihe wichtiger nierenbezogener Probleme", sagte der US-Nephrologe Perry Wilson der "New York Times". Der Medziner von der Yale Universtiy war selbst nicht an der Studie beteiligt. Er betonte: "Was mir besonders auffiel, war, dass diese Probleme fortbestanden."

Die zentralen Erkenntnisse der Studie:

  • Je schwerer die Patienten an COVID-19 erkrankten, desto höher ist demnach die Wahrscheinlichkeit für Schädigungen an den Nieren.
  • Und: Bei COVID-19-Patienten ist es einen bis sechs Monate nach der Infektion um 35 Prozent wahrscheinlicher als bei gesunden Menschen, dass sie Nierenschäden oder erhebliche Verschlechterungen der Nierenfunktion zu erleiden, wie der an der Studie beteiligte Klinische Epidemiologe Ziyad Al-Aly der "New York Times" sagte.

In der Vergangenheit waren andere Forscher bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Die Wissenschaftler aus Saint Louis hatten für ihre Untersuchung die Gesundheitsdaten von knapp 90.000 Menschen analysiert, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 15. März 2021 positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sowie von über 1,6 Millionen Menschen, die nicht an COVID-19 erkrankt waren.

Mallorca lockert Corona-Regeln: Nächtliche Partys wieder erlaubt

14:23 Uhr: Angesichts fallender Corona-Zahlen werden die Corona-Restriktionen auf der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca weiter gelockert. Ab Dienstag dürfen wieder Personen aus verschiedenen Haushalten zu nächtlichen Partys zusammenkommen, teilte die Regionalregierung der zu Spanien gehörenden Mittelmeerinsel am Montag mit. Seit Ende Juli waren solche Treffen zunächst zwischen 1:00 Uhr und 6:00 Uhr verboten, später ab 2:00 Uhr.

In Gaststätten dürfen im Innenbereich künftig zudem wieder bis zu acht Personen an einem Tisch bewirtet werden, im Außenbereich bis zu zwölf Personen, wie aus dem regionalen Amtsblatt hervorgeht. Auf Ibiza mit etwas höheren Corona-Zahlen, das wie Mallorca, Formentera und Menorca zu den Balearen gehört, bleibt das Party-Verbot vorerst in Kraft.

Die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen beträgt nach neuen Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums von Freitagabend bei fallender Tendenz 88 und liegt damit in etwa genauso hoch wie in Deutschland. Rund 17 Prozent der Betten auf Intensivstationen der Inseln sind mit Corona-Patienten belegt.

Bei der Impfrate liegt Spanien vor Deutschland. Landesweit sind 71,5 Prozent vollständig geimpft und 77 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Für die Balearen liegen diese Werte bei 67 Prozent beziehungsweise 70 Prozent.

COVID-Medikamente: Bund fördert sechs Unternehmen mit 150 Millionen

14:04 Uhr: Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium fördern sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen COVID-19 arbeiten, mit 150 Millionen Euro. Wie beide Ministerien am Montag mitteilten, sollen entsprechende Forschungsprojekte der Firmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, CORAT Therapeutics GmbH, InflaRX GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hesse GmbH unterstützt werden.

Es geht den Angaben zufolge um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften.

"Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine COVID-19-Erkrankung haben", hieß es in einer Mitteilung. "Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von COVID-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Kinderärzte: Corona-Impfungen bei Kindern bis elf Jahren kritisch zu sehen

13:05 Uhr: Kinderärzte sehen Corona-Schutzimpfungen bei Kindern unter zwölf Jahren, für die es bisher keine Zulassung und keine Empfehlung durch die Ständige Impfkommission gibt, sehr kritisch. "Auf gar keinen Fall sind wir für eine Off-Label-Impfung", sagte Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendmedizin an der Uni-Klinik Köln. "Wir haben rund 17 Millionen nicht erstgeimpfte Erwachsene. Da ist das Problem", ergänzte er bei einem Pressebriefing des Science Media Center (SMC) am Montag. "Die Erwachsenen haben die Pflicht, die Menschen, die sich nicht impfen lassen können und die letztlich gefährdet sind, mit zu schützen." Dötsch ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

Insgesamt sei die Krankheitsschwere bei Kindern so gering, dass es auch für die Ständige Impfkommission nach der Zulassung in Europa viele Wochen gedauert habe, die Empfehlung guten Gewissens und aufgrund einer guten Datenlage für die 12- bis 17-Jährigen auszusprechen.

Bekannt sei bisher, dass bestimmte chronische Vorerkrankungen bei Kindern zu etwas schwereren COVID-19-Verläufen führen können. Vor allem gehe es dabei um Krankheiten, die mehrere Organe betreffen - wie zum Beispiel Trisomie 21. Zudem seien Kinder mit sehr starkem Übergewicht gefährdet. Doch auch bei ihnen rät Dötsch zum Abwarten der Zulassungsdaten. "Wir sollten an dieser Stelle jetzt nicht überaktiv werden."

Erhofft würden Zulassungsdaten von Impfstoffherstellern für die 6- bis 11-Jährigen Ende September und für jüngere Kinder Ende Oktober, sagte Dötsch. Danach gelte es sowohl die mögliche Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) als auch eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission mit Blick auf Kinderimpfungen abzuwarten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Kinder in Deutschland wegen einer COVID-19-Erkrankung in ein Krankenhaus kommen, ist nach Angaben des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig nach derzeitigem Stand sehr gering. Auch das Risiko, dass Kinder und Jugendliche sehr schwere COVID-19-Verläufe entwickeln, auf eine Intensivstation kommen oder sogar sterben, gilt als äußerst gering. Bisher sind nach den Daten des Robert Koch-Instituts 23 Todesfälle bei unter 20-Jährigen bekannt, von denen die große Mehrzahl schwere Vorerkrankungen hatte. Insgesamt sind in Deutschland bereits mehr als 92.000 COVID-19-Todesfälle registriert.

Bundesregierung hat offenbar Ende der kostenlosen Corona-Tests konkretisiert

12:53 Uhr: Das Vorhaben der Bundesregierung, die kostenlosen Corona-Schnelltests weitgehend abzuschaffen, konkretisiert sich. Ein Referentenentwurf für die neue Testverordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium sehe vor, dass sich grundsätzlich nur noch diejenigen kostenlos testen lassen dürfen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen das Coronavirus geimpft werden könnten, berichtete das Magazin "Business Insider" am Montag. Auch für Geimpfte solle es keine kostenlosen Schnelltests mehr geben.

Für Kinder zwischen zwölf und 18 Jahren soll demnach eine Übergangsregelung geschaffen werden. Dies geschehe offenbar vor dem Hintergrund, dass im Schulbetrieb in Deutschland regelmäßig getestet wird, um den Präsenzunterricht zu ermöglichen, berichtete das Magazin weiter.

Corona-Tests in Einrichtungen, in denen enger Kontakt zu stark durch das Virus gefährdeten Personen besteht, sollen den Angaben zufolge weiter durch den Staat finanziert werden. Dazu gehörten etwa Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

"Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich", begründet das Gesundheitsministerium dem Bericht zufolge die Neuregelung. Bund und Länder hatten im August beschlossen, dass es Corona-Schnelltests ab Mitte Oktober für die meisten Bürgerinnen und Bürger nicht mehr kostenlos sein sollen.

Zahlreiche gefälschte Impfpässe im Umlauf

In Niedersachsen sind laut LKA immer mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf. Betrüger bieten diese unter anderem über Messenger wie Telegram für relativ wenig Geld an. Doch schon der Besitz kann schwerwiegende Folgen haben.

Bundesregierung: "Jede Impfung zählt"

12:17 Uhr: Die Bundesregierung hat angesichts steigender Infektionszahlen erneut eindringlich dazu aufgerufen, Angebote zu Corona-Impfungen zu nutzen. "Für einen sicheren Herbst und einen sicheren Winter zählt jede Impfung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er verwies auf eine dazu geplante bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 19. September, während der viele Impfgelegenheiten vor Ort angeboten werden sollen. "Es geht darum, gemeinsam für den nötigen Ruck zu sorgen, wo er vielleicht an der einen oder anderen Stelle beim einen oder anderen Bürger noch fehlt."

Bund und Länder rufen dafür alle Akteure vor Ort auf, unkomplizierte und kreative Impfangebote zu organisieren, wie Seibert sagte - etwa bei Sportvereinen, freiwilligen Feuerwehren, Kulturveranstaltern, Unternehmen, Ärzten oder Apotheken. Ziel sei, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich nun noch impfen zu lassen. Mit einer Impfung schütze man sich selber vor einer schweren Erkrankung, aber auch Schutzbedürftige, die sich nicht impfen lassen könnten.

C.1.2: Neue stark mutierte Corona-Variante entdeckt

Südafrikanische Wissenschaftler haben eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Wie aus einer Studie hervorgeht, ist die sogenannte C.1.2-Variante noch ansteckender als die bisher weit verbreitete Delta-Variante. Sie weist bis zu 59 Mutationen gegenüber der Ursprungsvariante auf.

Über 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft

11:24 Uhr: Mehr als 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 09:21 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 56 078 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 54,7 Millionen Menschen (65,8 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, knapp 51 Millionen (61,3 Prozent) sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Montag auf Twitter, die Zahl der Erstimpfungen am Wochenende sei zu wenig. "Die Impfquote geht uns alle an." Im September brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung, bekräftigte er.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen laut RKI mit 75,9 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 71,3 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,5 Prozent Erstgeimpfter und 52,3 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

Die Impfkampagne gegen den Erreger SARS-CoV-2 hatte in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Laschet für Auskunftspflicht zu Impfstatus in allen Betrieben

10:29 Uhr: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich für eine Auskunftspflicht über den Impfstatus in allen Betrieben in Deutschland ausgesprochen. "Der Arbeitgeber muss wissen, wer im Betrieb geimpft ist, um Schutzmaßnahmen ergreifen zu können", sagte der CDU-Vorsitzende am Montag beim "Wahlcheck" der "Heilbronner Stimme". Allerdings dürften Nicht-Geimpfte nicht diskriminiert werden. "Man muss das behutsam machen." Union und SPD im Bundestag haben sich nur darauf verständigt, dass die Arbeitgeber in Kitas, Schulen und Pflegeheimen die Beschäftigten fragen dürfen, ob sie gegen das Coronavirus geimpft sind. Bisher ist dies nur in Arztpraxen und Kliniken erlaubt.

Laschet sprach sich dagegen aus, angesichts der steigenden Zahlen in der Corona-Krise Ungeimpfte stärker einzuschränken. "Ich bin der Meinung, dass die 3G-Regel gelten sollte." Danach stehen bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens neben den Geimpften und Genesenen auch den negativ Getesteten offen. In manchen Bundesländern soll in einigen Bereichen 2G gelten, das heißt, dass Ungeimpfte stärker beschränkt werden sollen. Laschet wollte aber nicht ausschließen, dass es nochmal Einschnitte für Ungeimpfte gibt. Einen erneuten Lockdown wollte er nur für Geimpfte ausschließen. "Insbesondere Geimpfte sollen keine Nachteile mehr erleiden."

Der NRW-Ministerpräsident kritisierte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der am Wochenende gesagt hatte, die Menschen in Deutschland seien beim Impfen "Versuchskaninchen" gewesen. "Wir waren keine Versuchskaninchen", betonte Laschet mit Blick auf die Zulassungsverfahren der Impfstoffe. "Solche Sprüche befeuern die Querdenker." Scholz solle dieses "ganz schlimme Wort" zurücknehmen, forderte der CDU-Vorsitzende.

Zahl minderjähriger COVID-19-Patienten steigt in den USA

10:25 Uhr: In den USA steigt nicht nur die Zahl der Corona-Infektionen, sondern auch die Zahl der Kinder, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen. Expertinnen und Experten führen das auf die rasche Ausbreitung der Delta-Variante, eine fehlende Impfbereitschaft bei vielen Menschen und die Abkehr von anderen Schutzmaßnahmen wie dem Maskentragen zurück.

Im August waren 22 Prozent der Corona-Fälle Kinder, US-Kinderärzte zeigen sich alarmiert. Laut "Tagesschau.de" werden derzeit in Florida täglich 60 Kinder mit COVID-19 in Kliniken eingeliefert, die Zahlen hätten sich verzehnfacht. In etlichen Bundesstaaten gehen die Infektionen auf Kontakte in Schulen zurück, mehr als tausend seien bereits wieder geschlossen worden.

Die Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte am Donnerstag "USA Today" zufolge: Neue Studien zeigen, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei Kindern in Bundesstaaten mit niedrigen Impfraten im August viermal höher war als in jenen mit hoher Impfquote. "Die Zahl der Corona-Fälle, Notaufnahmen und Krankenhausaufenthalte ist bei Kindern in Gemeinden mit höheren Impfraten viel geringer", sagte Walensky. Sie betonte: "Die Impfung wirkt."

Derzeit gibt es keinen Impfstoff, der für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Experten fordern deshalb Erwachsene dazu auf, sich impfen zu lassen. Nach aktuellen Untersuchungen von US-Kinderärzten ist eine schwere Erkrankung durch COVID-19 bei Kindern derzeit "eher ungewöhnlich".

Kanzleramtschef für kurze Quarantäne - Vierte Welle bei Ungeimpften

09:36 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun ist für eine Vereinheitlichung und Verkürzung der Quarantänemaßnahmen bei Corona-Fällen an Schulen. "Ich wünsche mir eine einheitliche Regelung, die sich eng an dem orientiert, was wir in der Ministerpräsidentenkonferenz schon mal beschlossen haben, nämlich fünf Tage plus dann Freitestmöglichkeit", sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Gesundheitsminister der Länder wollen im Laufe des Tages darüber sprechen. Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen höchst unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden etwa nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt.

Braun äußerte sich auch zur geplanten Auskunftspflicht über den Impfstatus für bestimmte Berufsgruppen, die am Dienstag im Bundestag beschlossen werden soll. "Das heißt jedenfalls nicht, dass damit irgendeine Art von Arbeitsverbot verbunden wäre", sagte der Kanzleramtschef. Es gehe darum, dass etwa in Pflegeeinrichtungen oder Kindergärten ein sichereres Arbeiten organisiert werden könne. Arbeitsschutz- und Kündigungsschutzvorschriften stellten sicher, dass keine Impfpflicht entstehe. "Das ist nicht das Ziel der Maßnahme."

Die hohe Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante habe die Erwartungen verändert, dass Normalität einkehren könne, sobald alle ein Impfangebot erhalten hätten, betonte Braun. Delta führe dazu, "dass quasi diese 30 Millionen die jetzt nicht, noch nicht geimpft sind, eine so hohe vierte Welle erzeugen können, wenn wir nicht im Herbst weiter vorsichtig sind, dass am Ende die Krankenhäuser wieder anfangen, geplante OPs abzusagen", so Braun. "Und dass eine geplante Hüft-OP eines Geimpften abgesagt wird, weil wir Freiheiten für Ungeimpfte haben, dass will ich nicht."

Neuseeland hebt landesweiten Lockdown nach drei Wochen auf

08:16 Uhr: Neuseeland hebt den landesweiten Corona-Lockdown nach drei Wochen weitgehend wieder auf. Die Beschränkungen würden ab Mittwoch gelockert, sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag. Lediglich in der Großstadt Auckland auf der Nordinsel, dem Zentrum des derzeitigen Ausbruchs, würden die Regeln zunächst weiter gelten, so Ardern.

Die Regierung in dem Inselstaat hatte am 18. August nach der Entdeckung eines einzigen Corona-Falls einen landesweiten Lockdown verhängt. Ende August wurden zeitweise mehr als 80 Fälle am Tag verzeichnet. Mittlerweile ist die Zahl aber auf etwa 20 gesunken.

Einige Regeln sollen dennoch weiter bestehen bleiben. So müssen die Bürger jetzt in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Neuseeland hat lange eine Null-COVID-Strategie verfolgt, so dass die Menschen weitgehend normal leben konnten - monatelang auch ohne obligatorische Masken. Die hochansteckende Delta-Variante habe "das Spiel aber verändert", betonte Ardern. "Um das Virus zu schlagen, müssen wir jetzt auch unseren Spielplan ändern."

Das Land im Südpazifik hat sich seit März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Nur noch Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz im Land dürfen einreisen. Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen die Pandemie. Bislang wurden nur rund 3700 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben. 1,3 Millionen der fünf Millionen Einwohner sind mittlerweile vollständig geimpft.

Mehrheit der Deutschen befürwortet strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte

06:41 Uhr: Mögliche striktere Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte als für Geimpfte etwa beim Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen treffen laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten es 58 Prozent, wenn für Ungeimpfte strengere Regeln gelten würden - 28 Prozent halten dagegen gleiche Regeln wie für Geimpfte und Genesene für richtig. Weitere 9 Prozent der Befragten gaben an, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzulehnen.

Mit Blick auf Herbst und Winter gilt für bestimmte Innenräume wie Veranstaltungen und die Gastronomie bundesweit die so genannte 3G-Regel: Zugang nur mit Nachweis als Geimpfter, Genesener oder negativ Getesteter. Im Gespräch ist aber auch die teils schon angewandte 2G-Regel, also Zugang nur für Geimpfte oder Genesene.

Die Zustimmung hierzu steigt laut der Umfrage mit dem Alter. Demnach befürworten 71 Prozent der Befragten ab 60 Jahre strengere Regeln für Ungeimpfte - bei 18- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent. Dabei sind unter Älteren auch mehr Menschen bereits geimpft. Gleiche Regeln für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte treffen bei jüngeren Leuten bis 29 Jahre auf die höchste Zustimmung (49 Prozent). Unter Älteren ab 60 Jahren befürworten dies weniger als 20 Prozent.

Unterschiede gibt es laut der Umfrage auch regional: Strengere Regeln für Ungeimpfte unterstützen im Westen Deutschlands 60 Prozent der Befragten, im Osten 49 Prozent. Bei den Impfquoten liegen die meisten ostdeutschen Länder im Bundesvergleich hinten.

Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge 2022 Menschen ab 18 Jahren zwischen dem 27. und 31. August befragt.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 84,3

06:12 Uhr. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 84,3 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Montag vergangener Woche hatte der Wert noch bei 75,8 gelegen.

Binnen 24 Stunden wurden 4.749 Neuinfektionen gemeldet. Acht weitere Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Damit beträgt die Zahl der Todesopfer in Deutschland seit Beginn der Pandemie nun 92.354, insgesamt wurden laut RKI 4.010.390 Ansteckungen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI rund 3.775.500. Die Inzidenz steigt seit Wochen kontinuierlich an.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

Westaustralien will sich bis 2022 vom Rest des Landes abschotten

05:54 Uhr: Der australische Bundesstaat Westaustralien mit der Metropole Perth wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr wieder seine wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen zum Rest des Landes öffnen. Erst wenn 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, dürften Menschen aus Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen wie New South Wales, Victoria und Australian Capital Territory (ACT) wieder in den Bundesstaat einreisen, sagte Regional-Premierminister Mark McGowan am Montag.

"Ich gehe davon aus, dass wir wieder öffnen werden, sobald wir ein sehr hohes Impfniveau erreicht haben", erklärte McGowan. "Ich erwarte, dass das irgendwann im nächsten Jahr der Fall sein wird."

Die inneraustralischen Grenzen sind seit Beginn der Pandemie immer wieder kurzfristig bei Corona-Ausbrüchen geschlossen worden. Die internationalen Grenzen sind schon seit März 2020 mit wenigen Ausnahmen dicht.

Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern war dank strenger Regeln und seiner isolierten Insellage lange Zeit erfolgreich im Kampf gegen das Virus. Für die in einigen Regionen seit Wochen steigenden Zahlen machen Experten vor allem die Delta-Variante und die schleppend angelaufene Impfkampagne verantwortlich.

Die Regierung von New South Wales mit der Millionenstadt Sydney hatte vergangene Woche eingeräumt, dass die Null-COVID-Strategie, die Australien lange verfolgt hatte, gescheitert sei. "Es ist unmöglich, die Delta-Variante zu eliminieren", sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.