Zwei bayerische Landkreise folgen dem Beispiel Münchens und heben eigenverantwortlich die Maskenpflicht für Grundschüler auf. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich nach einem positiven Coronatest in Isolierung begeben. Die EU-Kommission dämpft die Hoffnung auf einen schnell und für alle Menschen verfügbaren Impfstoff gegen das Virus. Alle Infos zur Pandemie vom 21. Oktober zum Nachlesen.

  • 17:40 Uhr: München und zwei Landkreise widersetzen sich Maskenverordnung
  • 17:11 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn positiv auf das Coronavirus getestet
  • 15:54 Uhr: Kita-Verband kritisiert Schließungen im Berchtesgadener Land
  • 15:01 Uhr: Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen mutmaßlichen Corona-Subventionsbetrugs

Top-News: Rebellion in Bayern gegen Söders Maskenverordnung für Grundschüler

17:20 Uhr: Die Stadt München und die bayerischen Landkreise Ebersberg und Unterallgäu widersetzen sich einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge der im Freistaat geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. In der heißt es, ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bestehe "eine Maskenpflicht auch am Platz an Schulen aller Jahrgangsstufen."

Während diese Maskenpflicht für Schüler ab der Jahrgangsstufe fünf in Bayern schon seit Beginn des Schuljahres gilt - unabhängig vom Inzidenzwert -, tritt sie ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auch für jüngere Schülerinnen und Schüler in Kraft.

Grundschüler seien "keine Infektionstreiber", argumentierte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß und dessen Unterallgäuer Kollege Alex Eder sehen dies genauso.

"Das Infektionsgeschehen ist in Grundschulklassen sehr gering, sie machen nur fünf Prozent der heute aktuell 83 geschlossenen Schulklassen aus", schob Reiter Zahlen nach, die sein Vorgehen rechtfertigen sollen. In begründeten Einzelfällen sei ein Abweichen von der Verordnung möglich, "soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist", heißt es in der Verordnung. Davon mache München Gebrauch.

In der bayerischen Landeshauptstadt lag der fragliche Inzidenz-Wert am 21. Oktober bei 72,77. Das bayerische Gesundheitsministerium äußerte sich zu den Alleingängen der drei Kommunen auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks zunächst nicht.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Positiver Coronatest bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

17:40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe sich "umgehend in häusliche Isolierung begeben", teilte sein Ministerium mit. Bislang hätten sich bei dem Minister nur "Erkältungssymptome" entwickelt.

Alle Kontaktpersonen werden nach Angaben des Ministeriums aktuell über die Corona-Infektion Spahns informiert. Das Bundeskabinett müsse nicht gesammelt in Quarantäne, obwohl Spahn an dessen Sitzung am Mittwoch teilgenommen hat.

Ein Regierungssprecher teilte in Berlin auf Anfrage mit, das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde.

Streit um mehr Sonderrechte für Spahn - dauerhafter Schaden für die Demokratie?

Besondere Umstände fordern besondere Maßnahmen - denkt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und will die Kompetenzen für sich und sein Ministerium in der Corona-Pandemie noch einmal verlängern und verbreitern. Dagegen regt sich deutlicher Widerstand von vielen Seiten.

Früherer Bayern-Star Franck Ribéry in Team-Quarantäne

16:37 Uhr: Die Mannschaft des AC Florenz um den früheren Bayern-Profi Franck Ribéry befindet sich nach einem Corona-Fall in gemeinsamer Quarantäne. Wie der italienische Serie-A-Klub mitteilte, war ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Die betroffene Person ist symptomfrei und wurde nach den Leitlinien isoliert", heißt es auf der Internetseite. Der Rest des Teams werde nun abgeschottet und "weiterhin alle relevanten Vorgaben und Verfahren einhalten". Dieses Vorgehen ist in Italien erlaubt, um den Trainingsbetrieb aufrechterhalten zu können. Die Sportler werden an Spieltagen getestet. Die nächste Partie ist das für Sonntag geplante Heimspiel gegen Udine.

Kita-Verband kritisiert Schließungen im Berchtesgadener Land

Kita-Verband kritisiert Schließungen im Berchtesgadener Land. (Symbolbild)

15:54 Uhr: Der Deutsche Kitaverband hat die Schließungen von Krippen und Kindergärten wegen Corona im Berchtesgadener Land kritisiert.

"Wie Familienministerien Franziska Giffey und Gesundheitsminister Jens Spahn (...) bestätigten, geht von Kindern bis zehn Jahre kein Infektionsrisiko aus. Deshalb dürfen Kitas, Horte und Tagespflegestellen auch bei einem regionalen Lockdown nicht geschlossen werden", sagte die Bundesvorsitzende Waltraud Weegmann am Mittwoch. Der Verband vertritt die freien Kita-Träger in Deutschland.

"Kinder dürfen nicht weiterhin dem Aktionismus geopfert werden", sagte Weegmann. "Wenn Eltern arbeiten gehen sollen, muss auch die Kita-Betreuung stattfinden."

Der bayerische Landkreis Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich verzeichnet den Spitzen-Inzidenzwert von 262 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Seit Dienstag gelten strikte Ausgangsbeschränkungen - Restaurants, Hotels, Schulen und Kitas sind geschlossen.

Wintersport-Legenden kritisieren den Lockdown in Berchtesgaden

15:20 Uhr: Die deutsche Rodel-Legende Georg Hackl kann nicht verstehen, dass die Menschen im Corona-Risikogebiet Berchtesgadener Land von außen kritisiert werden. "Deutschland zeigt mit dem Finger auf uns. Dabei kann das, was hier gerade auftritt, überall passieren", sagte der dreimalige Olympiasieger dem Nachrichtenportal "T-Online".

Trotz der vielen Corona-Fälle in seiner Heimat nimmt der 54-jährige die Bevölkerung in Schutz. "Ich kann versichern, dass sich die meisten Einheimischen die vergangenen Wochen sehr konsequent an die Corona-Regeln gehalten haben. Nur hatten wir in diesem Sommer wahnsinnig viele Touristen bei uns in der Region. Und wenn viele Menschen auf einem engen Raum zusammentreffen, wird es nun mal kompliziert – und jetzt haben wir den Salat", sagte Hackl.

Olympiasiegerin Hilde Gerg kritisiert den Lockdown. "Mir ist das alles jetzt einfach zu schnell, zu radikal", sagte die Ex-Skirennläuferin. Die 45-Jährige betreibt selbst Ferienwohnungen in Berchtesgaden und ist daher direkt betroffen, weil sie ihre Gäste vor die Tür setzen musste.

Berliner Polizei durchsucht Moschee in Kreuzberg

Die Polizei durchsucht eine Moschee in Berlin-Kreuzberg. Es besteht der Verdacht auf Corona-Subventionsbetrug.

15:01 Uhr: Die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft haben im Stadtteil Kreuzberg mehrere Unternehmen sowie eine Moschee wegen des Verdachts auf Corona-Subventionsbetrug durchsucht. Dabei seien 7.000 Euro Bargeld, diverse Datenträger, Computer und Akten beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag auf Twitter mit.

Der Verdacht richte sich gegen drei Personen, die unberechtigt Corona-Soforthilfen beantragt haben sollen. Rund 150 Beamte waren am Mittwochmorgen deshalb im Einsatz.

Insgesamt haben die Verdächtigen den Behörden zufolge knapp 70.000 Euro Soforthilfe beantragt, von denen rund 45.000 Euro ausgezahlt wurden. In mindestens einem Fall seien Gelder auf das Konto einer Moschee in Kreuzberg geflossen. Durchsucht würden sechs Örtlichkeiten.

Drei Teamkollegen Mario Götzes positiv auf Corona getestet

14:34 Uhr: Beim PSV Eindhoven, Verein des deutschen Trainers Roger Schmidt und des früheren Dortmunders Mario Götze, sorgen drei Coronafälle für Unruhe. Einen Tag vor dem Auftakt der Europa League gegen den FC Granada (22. Oktober um 18.55 Uhr) informierte Schmidt über die positiven Tests bei den Spielern Cody Gakpo, Pablo Rosario und Maxime Delanghe. Zudem sind zwei Mitglieder des Staffs infiziert. Alle hätten keine Symptome, das Spiel gegen Granada soll stattfinden.

Rekordstand an Neuinfektionen in Polen an einem Tag

14:15 Uhr: Polen hat zum ersten Mal die Grenze von 10.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten. Am Mittwochmorgen meldeten die Gesundheitsbehörden in Warschau mit 10.040 neuen Fällen binnen 24 Stunden den bisherigen Rekord-Zuwachs.

Die Gesamtzahl der Infektionen in Polen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr kletterte damit bereits auf mehr als 200.000, wie Daten des Gesundheitsministeriums belegten. Die Zahl der Corona-Toten stieg innerhalb eines Tages um weitere 130 auf 3.851.

Polen führte in den vergangenen Wochen eine Reihe von Maßnahmen wieder ein, die die Ausbreitung des Virus eindämmen sollen. Dazu gehören das verpflichtende Tragen von Masken in der Öffentlichkeit sowie Begrenzungen der Teilnehmerzahl bei öffentlichen Veranstaltungen.

Am Donnerstag könnten neue Beschränkungen angekündigt werden, wie Regierungssprecher Piotr Mueller mitteilte. "Wir wollen nicht wieder einen Lockdown einführen, wie wir ihn schon im Frühjahr hatten, aber einige Einschränkungen werden unausweichlich sein", eklärte Mueller einem örtlichen TV-Sender.

EU-Kommission: Impfstoff gegen Coronavirus erst in Monaten verfügbar

Die Suche nach einem wirksamen und möglichst verträglichen Impfstoff gegen eine Infektion mit dem Coronavirus läuft weltweit in entsprechenden Labors und Forschungszentren auf Hochtouren.

13:07 Uhr: Für die Coronakrise ist nach Einschätzung der EU-Kommission keine schnelle Lösung durch Impfungen in Sicht. "Es wird noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gefunden und verteilt ist", sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel. Niemand wisse heute, wann die Pandemie endlich vorüber sein werde.

Er appellierte an die Bürger, mit ihrem Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. "Niemand in Europa will einen zweiten Lockdown", sagte Sefcovic. "Deshalb rufe ich alle europäischen Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten."

Die EU-Kommission ist unter anderem damit befasst, für alle EU-Staaten Vorverträge über mögliche künftige Impfstoffe abzuschließen. Neben den drei bereits öffentlich bekannten Verträgen seien drei weitere in der Abschlussphase, sagte Sefcovic.

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Studie zur Übersterblichkeit in den USA: Wer weißer Hautfarbe ist, scheint Glück zu haben

12:41 Uhr: Seit Ende Januar seien in den Vereinigten Staaten beinahe 399.028 mehr Menschen gestorben als üblich, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichen Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC. Davon seien 198.081 und damit zwei Drittel der Fälle direkt auf COVID-19 zurückzuführen.

Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde laut der Studie in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen allerdings verzeichnete mit 26,5 Prozent den größten Anstieg der Übersterblichkeitsrate.

Die Bevölkerungsgruppen in den USA sind der Studie zufolge bisher unterschiedlich stark von der Corona-Pandemie betroffen: Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm jeweils um etwa 54 und 33 Prozent zu; die Todesfälle unter asiatisch-stämmigen US-Amerikanern erhöhte sich um etwa 37 Prozent. Dagegen ist die Übersterblichkeitsrate unter Weißen nur um etwa zwölf Prozent gestiegen.

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr suchen nach Ursache für Neuinfektionen

11:27 Uhr: Sanitäter der Bundeswehr helfen seit Mittwoch im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land, die Ursache für den massiven Anstieg der Corona-Zahlen zu finden.

40 Kräfte sind im Gesundheitsamt zur Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt und sollen dafür vor allem telefonieren. Vier Soldaten unterstützen das Testzentrum administrativ, wie das Lagezentrum des Landeskommandos in Bayern mitteilte. Etliche Soldaten gehörten dem Musikkorps der Truppe an, seien aber vollwertig ausgebildete Sanitäter, sagte ein Sprecher in München.

Vier Soldaten sollen bis zum 16. November im Landkreis helfen, die anderen 40 sogar bis zum 4. Dezember. Bayernweit unterstützen derzeit 152 Soldaten die Kommunen in der Pandemie.

Warum sich so viele Menschen im südöstlichsten Zipfel Bayerns mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist noch offen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen im Landkreis lag am Dienstag bei rund 236.

Seit dem 20. Oktober um 14 Uhr ist im Landkreis eine strikte Ausgangsbeschränkung in Kraft. Zudem mussten Schulen und Kitas schließen. Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Veranstaltungen sind untersagt - mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels mussten ebenfalls schließen, nur Geschäftsreisende dürfen dort noch übernachten.

Im Landkreis Berchtesgadener Land gelten aufgrund extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen seit 20. Oktober 2020 um 14 Uhr zunächst für 14 Tage erweiterte Corona-Regeln.

Corona-Sterberate in Deutschland derzeit unter ein Prozent gesunken

Die Sterblichkeit im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus ist in Deutschland zwischen Frühjahr und Herbst 2020 signifikant zurückgegangen.

10:53 Uhr: Weit weniger als jeder Hundertste der gemeldeten Corona-Infizierten in Deutschland ist zuletzt an oder mit Beteiligung der Infektion gestorben. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor.

Demnach liegt der Anteil Verstorbener an allen laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektionen seit der Kalenderwoche 34 (17. bis 23. August) bei deutlich unter einem Prozent.

Der überwiegende Teil (85 Prozent) der mehr als 9.800 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie war laut RKI 70 Jahre oder älter. Unter 50 Jahre alt waren 130 Betroffene, was 1,3 Prozent aller Corona-Toten entspricht.

Die Zahl der Toten pro Woche hatte Anfang April mit mehr als 1.600 ihren Höchststand erreicht und war dann deutlich gesunken. Seit Anfang September stieg sie wieder leicht an und lag zuletzt bei etwa 200 Fällen binnen sieben Tagen.

Auch zweiter Corona-Test des Bundespräsidenten Steinmeier fällt negativ aus

10:19 Uhr: Auch ein zweiter Corona-Test bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Mittwoch mit. Das zuständige Gesundheitsamt habe festgelegt, dass das Staatsoberhaupt noch bis zum 29. Oktober in Quarantäne bleiben müsse, hieß es weiter. Steinmeier hatte sich am Wochenende selbst in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Ein erster Test bei ihm fiel negativ aus.

Berliner Tageszeitung "taz" provoziert mit Hitler-Cover

Der damalige deutsche Reichskanzler Adolf Hitler unternimmt im Frühjahr 1944 einen Spaziergang unterhalb seines Berghofs in Berchtesgaden.

10:05 Uhr: Die Berliner Tageszeitung "taz" fällt am Tag nach dem Inkrafttreten des Lockdowns im Landkreis Berchtesgadener Land mit ihrem Titelblatt auf. Auf dem ist eine Schwarzweiß-Aufnahme aus der Zeit zu sehen, als in Deutschland die NSDAP unter Adolf Hitler an der Regierung war. Das Foto zeigt den damaligen Reichskanzler und einige seiner politischen Gefolgsleute im Frühjahr 1944 bei einem Spaziergang auf dem Obersalzberg. Hitler, von 1933 bis 1945 Machthaber im damaligen Deutschen Reich, hatte dort sein Feriendomizil und seinen Zweitwohnsitz.

"Ausgangssperre im Berchtesgadener Land 80 Jahre zu spät" titelt die "taz" zu der historischen Aufnahme. Als Bildunterschrift steht zu lesen: "Mit Lockdown wär das nicht passiert: Solche sinnlosen Spaziergänge sind jetzt verboten. Auch Berghöfe dürfen nur noch aus triftigem Grund verlassen werden."

Japans Volk wird immer älter: Die Corona-Pandemie verschärft die Geburtenkrise

09:37 Uhr: Japans Bevölkerung wird immer älter: Gerade im Zuge der Corona-Pandemie seien in den vergangenen Monaten viel weniger Frauen schwanger geworden als im Vorjahreszeitraum, weswegen im nächsten Jahr deutlich weniger Babys zur Welt kommen könnten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Demnach sank die Zahl der Schwangerschaften zwischen Mai und Juli um 11,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Damit droht sich die rapide Überalterung der Gesellschaft weiter zu verschärfen. Kein anderes Industrieland der Welt altert angesichts sinkender Geburtenraten so schnell wie Japan.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung des asiatischen Landes ist inzwischen älter als 65 Jahre. Im vergangenen Jahr lag die Geburtenrate bei nur 1,36. Die Zahl der Geburten in dem Jahr sank auf ein Rekordtief von 865.234. Hintergrund für den schon seit langem andauernden Trend ist unter anderem, dass junge Japanerinnen und Japaner aus wirtschaftlichen und anderen Gründen später heiraten und auch die Geburt des ersten Kindes hinausschieben. Experten fordern immer wieder, dass der Staat und die Gesellschaft ein besseres Umfeld für Paare schaffen müssten, um Kinder zu bekommen.

Söder fordert "nationale Kraftanstrengung"

09:09 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zu einer "nationalen Kraftanstrengung" im Kampf gegen die Coronakrise aufgerufen. Deutschland habe bei der Bewältigung der Pandemie derzeit kein logistisches, sondern ein "politisch-mentales" Problem, sagte Söder im ZDF-"Morgenmagazin".

"Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet", sagte Söder. Es sei aber wichtig, die Pandemie wieder als Herausforderung zu verstehen. "Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt - genauso wie bei der ersten Welle."

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Spahn: Lockdown in Berchtesgaden "genau richtig"

08:22 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die rigorosen Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land begrüßt.

Für die dortigen Einwohner bringe der neue Corona-Lockdown "zwar harte zwei, drei Wochen", sagte Spahn am Dienstagabend im ZDF. Doch helfe die Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus "auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen".

Dies sei besser als mit innerdeutschen Reisebeschränkungen zu reagieren. Er finde das Vorgehen der bayerischen Landesregierung "genau richtig".

Wer ist der nächste? Zweiter Lockdown-Fall Berchtesgaden nicht ausgeschlossen

Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr - damit wird Berchtesgaden womöglich kein Sonderfall bleiben, meinen viele Politiker. Manche bezweifeln aber, dass solche Maßnahmen der richtige Weg sind.

NRW: Zwei Drittel der Einwohner leben in Risikogebiet

08:04 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht.

Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter der Kennzahl von 50 blieb. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner.

Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche - darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal.

Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156.450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet gilt weiterhin als Risikogebiet.

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COVID-19-Einsätze für deutsche Soldaten möglich

07:27 Uhr: Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan "Allied Hand" zugesagt.

Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heißt es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat.

Peter Maffay gegen Obergrenze bei Events

07:08 Uhr: Deutschrock-Sänger Peter Maffay (71) hält nichts von den wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen.

"Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert - Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne - gegeben. "Da passen normalerweise 22.000 Leute rein, diesmal waren nur 4.500 zugelassen", sagte Maffay.

Wirtschaftlich sei das "Nonsens" gewesen. "Was spricht dagegen, statt 4.500 6.000 oder 7.000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?"

7.595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

06:54 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7.595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7.830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5.132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

Kassenärzte kritisieren "Angsterzeugung"

Die KBV hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert. (Symbolbild)

05:44 Uhr: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert.

"Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen", sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende und Allgemeinmediziner Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig.

Nach Einschätzung der Kassenärzte wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. "Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?"

Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister.

"Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."

Bayern-Spiel trotz Gnabrys Infektion möglich

03:55 Uhr: Nach Einschätzung des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit kann der Champions-League-Auftakt des FC Bayern gegen Atlético Madrid trotz der Corona-Infektion des Fußball-Nationalspielers Serge Gnabry am Mittwoch (21:00 Uhr/Sky) stattfinden.

"Mit einer regelmäßigen Testung, jeden Tag, kann man ausschließen, dass dort ein infektiöser Spieler teilnimmt. So lange alle negativ bleiben, kann man mit einer täglichen Testung ausschließen, dass dort Infektionen stattfinden", sagte Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin dem Sender Sky in einem Interview am Dienstagabend.

Auf die Frage, ob nicht bereits weitere Spieler angesteckt worden sein könnten, sagte Schmidt-Chanasit: "Nein, das wäre sozusagen dann auch sehr früh zu detektieren." Natürlich könne einer der Spieler noch in der Inkubationszeit sein, aber eine Ansteckung anderer könne man durch einen negativen PCR-Test eindeutig ausschließen.

Man habe dann ein nicht geringes Zeitfenster, in dem man sich frei bewegen und an einem Spiel teilnehmen könne. "Das kann aber durchaus sein, das einer der Kontaktpersonen nach dem Spiel positiv getestet werden kann", sagte der Wissenschaftler.

Alle Corona-Meldungen vom 20. Oktober finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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