• Lothar Wieler betont in einer Pressekonferenz die Notwendigkeit, die Corona-Maßnahmen weiterhin strikt einzuhalten.
  • Der Präsident des Robert Koch-Instituts sieht die derzeit hohen Todeszahlen sehr kritisch.
  • Dennoch sind nach Aussagen Wielers Erfolge zu verzeichnen.

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Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler sieht die derzeit hohen Todeszahlen sehr kritisch. "Das ist eine bedrückende, für mich schier unfassbare Zahl", sagte er am Freitag in Berlin über die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona von 50.642 Menschen.

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Wieler erkenne aber auch einen "leicht positiven Trend" bei der Entwicklung der Corona-Pandemie. Derzeit würden die Zahlen der Neuinfektionen in den meisten Bundesländern sinken, sagte der RKI-Chef. Dies seien Erfolge des Lockdowns - es dürfe nun aber nicht nachgelassen werden.

RKI-Chef Wieler sieht "leicht positiven Trend"

Wenn die Infektionszahlen gering gehalten würden, könnten schwere Verläufe sowie Todeszahlen verhindert und besser kontrolliert werden. Derzeit gebe es an vielen Tagen über tausend Todesfälle.

Vor allem die Ausbrüche in Pflegeheimen sieht Wieler kritisch. Etwa 900 Fälle seien bekannt - "wahrscheinlich gibt es auch eine Dunkelziffer".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die Infektionszahlen "gehen in die richtige Richtung". Es sei eine erste Entlastung auf den Intensivstationen erkennbar, aber die Belastung dort sei weiterhin ziemlich hoch.

Knapp 5000 Corona-Intensivpatienten seien für das Gesundheitssystem "unter Anspannung machbar", dies könne aber kein Dauerzustand sein.

Jetzt gehe es darum, den Widerspruch gut zu erklären, dass die Zahlen in die richtige Richtung gingen und gleichzeitig die Beschränkungen verschärft wurden, um die Infektionen noch "ein ganzes Stück weiter runterzubringen", sagte Spahn. Er verwies darauf, dass in anderen Ländern, wo zu früh gelockert wurde, "es ganz schnell wieder entflammt".

Virusmutationen bereiten Spahn und Wieler große Sorgen

Vor allem gehe es nun darum, die Verbreitung der Virusmutanten so weit es geht zu minimieren. Dafür seien die Maßnahmen angepasst worden, etwa die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken im öffentlichen Nahverkehr.

Zum Stand der Impfungen sagte Spahn, in Deutschland seien bereits über 1,5 Millionen Impfungen verabreicht worden, davon hätten über 100.000 Menschen schon die zweite Impfung erhalten.

Das Robert Koch-Institut verzeichnete am Freitag 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche waren es 22.368.

Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. (lag/dpa/AFP)

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